Die weitere Entwicklung des Schulstandortes

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Die Zukunft der Goethe-Schule ist wieder offen.

2024 wurde politisch ein Neubau am bisherigen Standort favorisiert. Die 2026 vorgelegte Machbarkeitsstudie stellt nun erneut zwei Varianten gegenüber:

Bestandssanierung mit Erweiterung oder Neubau.

Beide Varianten sollen eine dreizügige Ganztagsgrundschule ermöglichen. Eine spätere Erweiterung auf vier Züge ist vorgesehen. Hinzu kommen Mensa, Ganztagsflächen, Freianlagen und eine neue Zweifeld-Sporthalle.

Die offiziellen Kosten

Für die Bestandssanierung werden derzeit rund 25,2 Millionen Euro angesetzt.

Ein dreizügiger Neubau soll rund 26,35 Millionen Euro kosten.

Mit der vorgesehenen Erweiterung auf vier Züge steigt die Neubauvariante auf rund 28,7 Millionen Euro.

Damit liegen beide Varianten auf dem Papier erstaunlich dicht zusammen.

Die Studie selbst nennt allerdings eine Schwankungsbreite von plus/minus 40 Prozent.

Hinzu kommt ein erheblicher Punkt: Die Kosten für Spezialrückbau und Entsorgung schadstoffbelasteter Bauteile sind in beiden Varianten ausdrücklich noch nicht enthalten.

Die Neubaukosten erscheinen unrealistisch niedrig

Die angesetzten 26,35 Millionen Euro für eine komplette dreizügige Ganztagsgrundschule einschließlich Zweifeldhalle, Freianlagen und Abriss erscheinen im Vergleich mit tatsächlich realisierten Schulprojekten ausgesprochen niedrig.

Allein für die neue Zweifeldhalle werden nur rund 5,3 Millionen Euro angesetzt.

Für unsere weitere Betrachtung rechnen wir deshalb beim Neubau eher mit einer Größenordnung von 32 bis 35 Millionen Euro.

Noch ohne vollständige externe Interimsschule.

Die Kosten werden wir gesondert noch detailliert betrachten.

Bestandssanierung mit erheblichen Risiken

Auch die 25,2 Millionen Euro für die Bestandssanierung sind keine belastbare Endsumme.

Das inzwischen vorliegende Schadstoffgutachten dokumentiert Asbest, PCB, PAK, PCP, Lindan, Blei und weitere Belastungen.

Eine umfassende Sanierung greift genau in diese Bausubstanz ein.

Böden werden geöffnet. Wandflächen bearbeitet. Fenster, Leitungen und Fassadenteile müssen entfernt oder verändert werden.

Damit entstehen zusätzliche Kosten für Schadstoffsanierung, Schutzmaßnahmen, Spezialfirmen und Entsorgung.

Der rechnerische Kostenvorteil der Bestandssanierung kann damit sehr schnell verschwinden.

Das ungelöste Problem Interim

Besonders auffällig ist die Interimslösung.

Bei der Bestandssanierung sind lediglich 270.000 Euro für ein Interim über drei Jahre vorgesehen.

Dafür werden nur 150 Quadratmeter angesetzt.

Das ist keine vollständige Ersatzschule. Die Variante wurde nach den Unterlagen auch nicht weiter untersucht.

Gerade bei einer Sanierung während des laufenden Schulbetriebs ist das ein erheblicher Unsicherheitsfaktor.

Klassen müssen zeitweise ausweichen können. Schadstoffbereiche müssen abgeschottet werden. Unterricht und Baustelle müssen getrennt funktionieren.

Dafür fehlt bisher ein belastbares Konzept.

Komplette Interimsschule: rund 5,7 Millionen Euro Miete

Die Machbarkeitsstudie hat auch betrachtet, was ein vollständiger Umzug der Schule während eines Neubaus bedeuten würde.

Das Ergebnis ist bemerkenswert.

Für eine komplette Containerschule über etwa 3,5 Jahre werden allein rund 5,7 Millionen Euro reine Mietkosten angesetzt.

Dazu kommt noch ein geeignetes Grundstück.

Dieses müsste gefunden, vorbereitet und erschlossen werden.

Die tatsächlichen Gesamtkosten einer vollständigen Interimsschule lägen damit noch höher.

Der Vorteil wäre allerdings erheblich: Das bestehende Gebäude könnte vollständig geräumt und abgerissen werden. Anschließend stünde das gesamte Grundstück für den Neubau zur Verfügung.

Die Planung wäre wesentlich einfacher.

Neubau mit Interim eher Richtung 40 Millionen Euro

Damit verändert sich die Kostenbetrachtung deutlich.

Unsere derzeitige Arbeitsgröße für einen Neubau liegt ohne vollständiges Interim bei rund 32 bis 35 Millionen Euro.

Kommen eine vollständige Interimsschule, Grundstücksvorbereitung, Erschließung und weitere Nebenkosten hinzu, bewegt sich das Gesamtprojekt schnell in Richtung 38 bis 40 Millionen Euro.

Auch das ist noch keine abschließende Kostenschätzung.

Es zeigt aber, wie weit die tatsächliche Größenordnung von den derzeit ausgewiesenen 26,35 Millionen Euro entfernt sein kann.

Rund sechs Millionen Euro Förderung

Ein wichtiger Faktor bleibt die Ganztagsförderung.

Die Stadt hat entsprechende Fördermittel beantragt. Nach bisheriger Berechnung könnten rund sechs Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Die Maßnahmen müssen dafür allerdings bis Ende 2029 abgeschlossen werden.

Nach dem bisherigen Zeitplan lässt sich diese Frist bei der Bestandssanierung eher erreichen.

Beim Neubau wäre dafür voraussichtlich eine vollständige Interimslösung notwendig.

Frühester Baubeginn Ende 2028

Mit einem schnellen Baubeginn ist nicht zu rechnen.

Planung, Wettbewerb, Vergabe und Vorbereitung dauern mehrere Jahre.

Mit den eigentlichen Bauarbeiten könnte frühestens Ende 2028 begonnen werden.

Die heutige Goethe-Schule bleibt damit noch über Jahre in Betrieb.

Das macht eine klare Entscheidung über den weiteren Weg umso dringlicher.

Unser Fazit

Die Machbarkeitsstudie bringt die Planung weiter.

Bei den Kosten bleiben aber erhebliche Zweifel.

25,2 Millionen Euro für die Bestandssanierung und 26,35 Millionen Euro für einen vollständigen dreizügigen Neubau mit Zweifeldhalle erscheinen nicht realistisch.

Die Schadstoffkosten fehlen.

Die Interimskosten sind nicht ausreichend geklärt.

Die ausgewiesenen Projektkosten haben eine Schwankungsbreite von 40 Prozent.

Und bei einer vollständigen Interimsschule kommen allein rund 5,7 Millionen Euro Mietkosten hinzu.

Vor einer politischen Entscheidung braucht es deshalb einen vollständigen Kostenvergleich.

Bestandssanierung oder Neubau. Schadstoffkosten. Interim. Sporthalle. Freianlagen. Abriss. Förderung.

Alles muss auf denselben Stand gebracht werden.

Erst dann lässt sich seriös entscheiden, welcher Weg für die Goethe-Schule langfristig sinnvoll ist.

Hinweise und Ergänzungen willkommen

Neue Kostenberechnungen, Gutachten und politische Entscheidungen ergänzen wir fortlaufend.

Hinweise und Korrekturen sind jederzeit willkommen.