Kategorie: Haushalt Finanzen

  • Ganztag Waldschule: 290.000 Euro für freien Träger – Wirtschaftlichkeit bleibt offen

    Die Ganztagsbetreuung an der Waldschule ist an die Johanniter übertragen worden. Was der Trägerwechsel Quickborn tatsächlich kostet, lässt sich aus den vorliegenden Unterlagen nicht nachvollziehen. Eine Kosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnung konnte die Stadt nicht vorlegen.

    📊 Deutlicher Kostensprung bei der Waldschule

    Im Haushaltsentwurf 2027 sind 290.000 Euro für den freien Träger eingeplant. Hinzu kommen 13.200 Euro für Kooperationsverträge und Kurse.

    Die gesamten Aufwendungen der Waldschule steigen von 1,046 Millionen Euro 2026 auf 1,334 Millionen Euro 2027. Das sind 287.600 Euro oder 27,5 Prozent mehr.

    Auch die Personalkosten der Waldschule sinken nicht. Sie steigen von 351.300 auf 373.000 Euro.

    🔄 Kosten verschwinden an anderer Stelle – aber nicht das Gesamtproblem

    Ein Teil der bisherigen Schulkindbetreuung wurde bisher im Produkt „Städtische Kinderbetreuungseinrichtungen“ verbucht. Dort fallen einzelne Kosten weg. Auch ein Personalkonto wird deutlich reduziert.

    Gleichzeitig steigen andere Personalkosten. Insgesamt erhöhen sich die Personalaufwendungen dieses Produkts von 3,261 auf 3,426 Millionen Euro. Auch die Gesamtaufwendungen steigen von 4,357 auf 4,516 Millionen Euro.

    Rechnet man Waldschule und städtische Kinderbetreuung zusammen, steigen die Aufwendungen von rund 5,403 auf 5,850 Millionen Euro. Das sind 446.500 Euro mehr.

    Das gemeinsame Haushaltsergebnis verschlechtert sich um rund 597.000 Euro.

    Diese 597.000 Euro sind nicht automatisch die Kosten des Trägerwechsels. Im Haushalt werden Einnahmen und Ausgaben zwischen verschiedenen Produkten und Grundschulen verschoben. Genau deshalb wäre eine saubere Vorher-Nachher-Rechnung notwendig.

    ❓Was sagt die Haushaltsvorlage?

    Im Erläuterungsteil wird der Trägerwechsel genannt. Dort steht, dass die Betreuung der Grundschulkinder an der Waldschule an einen freien Träger abgegeben wird.

    Eine wirtschaftliche Begründung fehlt. Es gibt keine Gegenüberstellung der bisherigen Kosten mit den künftigen Kosten. Auch eine erwartete Einsparung wird nicht ausgewiesen.

    📄 Nachfrage bei der Stadt bringt keine Kostenrechnung

    Über FragDenStaat wurde deshalb ausdrücklich nach einer Berechnung oder Gegenüberstellung des bisherigen und des künftigen wirtschaftlichen Ergebnisses gefragt.

    Eine entsprechende Kosten- und Wirtschaftlichkeitsberechnung konnte nicht vorgelegt werden.

    Wir gehen deshalb davon aus, dass eine solche Berechnung vor der Entscheidung nicht erstellt wurde.

    Das ist der entscheidende Punkt. Es geht nicht um die Arbeit der Johanniter. Es geht um die finanzielle Grundlage einer Entscheidung der Stadt.

    🔎 Viele Zahlen – keine Gesamtbilanz

    Der Haushaltsentwurf enthält die einzelnen Buchungen. Er zeigt neue Zahlungen an den freien Träger, wegfallende Positionen und Verschiebungen bei Personal und Einnahmen.

    Was er nicht zeigt, ist die einfache Rechnung:

    Was kostete die Ganztagsbetreuung vorher – und was kostet sie nach dem Trägerwechsel?

    Bei einem neuen Ansatz von 290.000 Euro und deutlich steigenden Aufwendungen in den betroffenen Produkten sollte diese Frage beantwortet werden können.

    Der Haushaltsentwurf macht die wirtschaftlichen Folgen des Trägerwechsels nicht nachvollziehbar. Die Antwort der Stadt liefert diese Rechnung ebenfalls nicht.

    Quellen

    Stadt Quickborn: 1. Haushaltsplanentwurf 2027 ff., insbesondere Produkte 211010 „Grundschule Waldschule“ und 365010 „Städtische Kinderbetreuungseinrichtungen“.
    FragDenStaat: Ganztagsbetreuung Grundschule Waldschule / Trägerwechsel

  • TO HUUS: Rund 2 Millionen Euro pro Jahr – was kommt auf Quickborn zu?

    TO HUUS soll Quickborns neuer „Dritter Ort“ werden: Stadtbücherei, Treffpunkt, Arbeits- und Aufenthaltsbereiche sowie Veranstaltungen mit bis zu mehr als 300 Menschen auf rund 2.000 Quadratmetern. Die Idee ist ambitioniert. Die Kosten dürften es ebenfalls sein.

    Unsere Modellrechnung kommt auf eine Größenordnung von rund 2 Millionen Euro Gesamtkosten pro Jahr.

    Gegenüber der heutigen Stadtbücherei wären das rund 1,3 Millionen Euro Mehrkosten jährlich.

    Und ausgerechnet diese zukünftigen Kosten sind im aktuellen Haushaltsentwurf bislang noch nicht abgebildet.

    Sagen wir es freundlich: Die Stadt Quickborn hat ihre Ausweisung im Haushalt bisher offenbar übersehen.

    Was ist TO HUUS?

    In der Bahnhofstraße soll ein Neubau entstehen. Im Erdgeschoss plant die Stadt eine rund 2.000 Quadratmeter große Multifunktionsfläche.

    Die heutige Stadtbücherei soll dorthin umziehen. Hinzukommen Lern-, Lese- und Arbeitsbereiche, Treffpunkte, Angebote für Vereine und Initiativen sowie Veranstaltungsflächen.

    Die Stadt selbst spricht von Veranstaltungen für 40 bis über 300 Personen und einer vier Meter hohen Decke.

    TO HUUS wird damit wesentlich mehr als eine größere Bücherei.

    Was kostet die Bücherei heute?

    Für 2027 weist der Quickborner Haushalt für die Stadtbücherei einen Gesamtaufwand von rund 686.500 Euro aus. Dazu gehören Personal, Räume, Medien, Dienstleistungen, Abschreibungen und weitere laufende Kosten.

    Nach Erträgen und internen Verrechnungen liegt der Zuschussbedarf des Produkts bei rund 674.000 Euro.

    Für die Größenordnung kann man deshalb sagen:

    Die heutige Bücherei kostet Quickborn rund 0,7 Millionen Euro im Jahr.

    Die alten Räume werden nicht eingespart

    Normalerweise könnte man bei einem Umzug sagen: Die alte Miete entfällt und finanziert einen Teil des neuen Standortes.

    Genau das passiert hier nicht.

    Der bestehende Mietvertrag für die Büchereiräume im Forum läuft weiter. Die Stadt hat erklärt, die Flächen nach dem Auszug der Bücherei für andere städtische Zwecke nutzen zu wollen.

    Wofür auch immer.

    Damit bleiben auch Miete und Nebenkosten der bisherigen Räume im städtischen Haushalt.

    Im Haushalt 2027 stehen dafür allein rund:

    • 110.000 Euro Miete
    • 63.600 Euro Bewirtschaftung

    Die Kosten verschwinden also nicht. Sie bekommen lediglich einen anderen Verwendungszweck.

    Was kommt mit TO HUUS neu hinzu?

    Hier beginnt unsere Modellrechnung.

    Wichtig: Die folgenden Zahlen sind keine Mietforderung des Bauherrn und keine offizielle Kalkulation der Stadt Quickborn.

    Sie sollen zeigen, welche Größenordnung bei einem solchen Projekt plausibel berücksichtigt werden müsste.

    TO HUUS entsteht nicht in einer vorhandenen einfachen Gewerbefläche. Es handelt sich um einen Neubau mit hoher Raumhöhe und Veranstaltungsnutzung für mehrere hundert Menschen.

    Entsprechend müssen unter anderem Lüftung, Brandschutz, Rettungswege, Sicherheitsbeleuchtung und die technischen Anforderungen eines Veranstaltungsbetriebes berücksichtigt werden.

    Eine normale Laden- oder Büromiete ist deshalb kein sinnvoller Vergleich.

    Für unsere Rechnung setzen wir bewusst vorsichtig an:

    Neue Miete: rund 700.000 Euro jährlich.

    Das entspricht knapp 30 Euro je Quadratmeter im Monat.

    Für einen eigens errichteten Neubau dieser Art ist das keineswegs außergewöhnlich hoch angesetzt.

    Betrieb: weitere rund 200.000 Euro

    Dazu kommen Heizung, Strom, Lüftung, Reinigung, Wartung, technische Unterhaltung und weitere Nebenkosten.

    Bei rund 2.000 Quadratmetern und einem Gebäude, das deutlich intensiver genutzt werden soll als die heutige Bücherei, rechnen wir konservativ mit:

    rund 200.000 Euro jährlich.

    Auch hier gilt: Erst eine konkrete technische Planung und Betriebskostenberechnung kann die tatsächliche Zahl liefern.

    Die Stadt erklärte auf eine Informationsanfrage selbst, dass eine detaillierte Betriebskostenermittlung erst möglich sei, wenn die Detailplanung von Gebäude und technischer Infrastruktur vorliegt.

    Einrichtung: rund 3 Millionen Euro

    Ein leerer Neubau ist noch keine Bibliothek und erst recht kein Dritter Ort.

    Benötigt werden unter anderem:

    • Bibliotheksregale und Möbel
    • Sitz- und Arbeitsbereiche
    • Veranstaltungsbestuhlung
    • Open-Library-Technik
    • RFID und Selbstverbuchung
    • IT- und Medientechnik
    • Präsentations- und Veranstaltungstechnik
    • Einbauten und weitere Ausstattung

    Für unsere Modellrechnung kalkulieren wir dafür rund 3 Millionen Euro Investitionskosten.

    Diese Summe taucht anschließend nicht einfach nur einmal im Finanzhaushalt auf.

    Sie muss nach den kommunalen Doppik-Regeln abgeschrieben werden.

    Bei einer Mischung unterschiedlicher Nutzungsdauern rechnen wir überschlägig mit:

    rund 300.000 Euro Abschreibungen jährlich.

    Kreditfinanzierung kostet zusätzlich Zinsen

    Die Einrichtung müsste voraussichtlich kreditfinanziert werden.

    Bei einem modellhaften Zinssatz von rund 3,5 Prozent entstehen zunächst weitere:

    rund 100.000 Euro Zinsen jährlich.

    Die Tilgung belastet zusätzlich die Liquidität im Finanzhaushalt.

    Die Rechnung auf einen Blick

    Unsere bewusst konservative Arbeitsrechnung für die zusätzlichen Kosten von TO HUUS:

    • Neue Miete: ca. 700.000 Euro
    • Betrieb und Nebenkosten: ca. 200.000 Euro
    • Abschreibungen Einrichtung: ca. 300.000 Euro
    • Zinsen: ca. 100.000 Euro

    Mehrkosten: rund 1,3 Millionen Euro pro Jahr.

    Dazu kommt der bestehende Aufwand der Stadtbücherei beziehungsweise der städtischen Nutzung der bisherigen Räume.

    Damit landet Quickborn in unserer Modellrechnung bei:

    Rund 2 Millionen Euro Gesamtkosten pro Jahr

    Das ist die eigentliche Größenordnung dieses Projektes.

    Kein zusätzliches Personal eingerechnet

    Wir haben dabei bewusst keinen Euro zusätzliches Personal angesetzt.

    Die Stadt hat mitgeteilt, dass nach derzeitigem Kenntnisstand für die Bibliothek kein zusätzliches Personal erforderlich sein soll.

    Der Stellenplan weist derzeit knapp vier Vollzeitstellen für die Stadtbücherei aus.

    Ob dieses Personal künftig neben dem Bibliotheksbetrieb auch einen rund 2.000 Quadratmeter großen Dritten Ort mit erweiterten Öffnungszeiten und Veranstaltungen für mehrere hundert Menschen betreiben kann, bleibt abzuwarten.

    Zusätzliche externe Kosten für Veranstaltungstechnik, Sicherheit, Reinigung oder andere Dienstleistungen sind in unserer Rechnung ebenfalls nicht gesondert enthalten.

    Fördermittel rechnen wir nicht schön

    Natürlich gibt es Förderprogramme für Bibliotheken, Digitalisierung oder einzelne technische Projekte.

    Solange dafür aber keine konkrete Bewilligung für TO HUUS vorliegt, gehört sie aus unserer Sicht nicht als sichere Gegenfinanzierung in die Rechnung.

    Die großen LuKIFG-Mittel der Stadt Quickborn lassen wir vollständig außen vor. Sie sind bereits für die Goethe-Schule verplant.

    Denselben Euro kann man schließlich nur einmal ausgeben.

    Und was steht davon im Haushalt?

    Genau hier liegt das Problem.

    Auf eine Informationsanfrage erklärte die Stadt selbst, dass für TO HUUS noch keine zusätzlichen Kosten im Ergebnisplan veranschlagt seien. Investitionen würden erst eingestellt, wenn konkrete Zahlen vorlägen und die sogenannte Veranschlagungsreife erreicht sei. Eine detaillierte Betriebskostenberechnung existiere ebenfalls noch nicht.

    Gleichzeitig gibt es das Projekt längst, Planungen laufen und die Stadt präsentiert TO HUUS öffentlich als künftigen zentralen Treffpunkt.

    Bei möglichen Mehrkosten in einer Größenordnung von rund 1,3 Millionen Euro jährlich ist die Frage nach den finanziellen Folgen deshalb keine Nebensache.

    Eine gute Idee braucht auch eine gute Kalkulation

    TO HUUS kann für Quickborn ein attraktiver Ort werden.

    Es geht nicht darum, Kultur, Bücherei oder Begegnung grundsätzlich infrage zu stellen.

    Aber gerade bei der angespannten Finanzlage der Stadt muss vor langfristigen Verpflichtungen klar sein:

    • Was kostet das Projekt?
    • Wie hoch ist die tatsächliche Miete?
    • Wer bezahlt welchen Ausbau?
    • Was kostet die Einrichtung?
    • Welche Betriebskosten entstehen?
    • Und wie sieht die Belastung des Haushalts über 20 oder 30 Jahre aus?

    Unsere Modellrechnung lautet derzeit:

    Rund 2 Millionen Euro Gesamtkosten pro Jahr – rund 1,3 Millionen Euro mehr als heute.

    Vielleicht wird es am Ende weniger.

    Vielleicht mehr.

    Eine belastbare Kalkulation der Stadt könnte das aufklären.

    Im aktuellen Haushaltsentwurf ist diese Kostenentwicklung bislang jedenfalls nicht zu erkennen.

    Wir verstehen unsere Rechnung deshalb einfach als kleine Unterstützung bei der Haushaltsplanung.

    Gern geschehen. 😉


    Quellen und weitere Informationen

    Weitere Hintergründe zu wichtigen Quickborner Projekten:
    Quickborn Aktuell – Themen

  • 💶 Haushalt 2027: Bei den Zuschüssen wird es konkret – aber liegt hier wirklich der große Sparhebel?

    Am 15. September 2026 berät der Ausschuss für Kinder, Jugend und Soziales über eine ganze Reihe von Zuschüssen für Vereine, Verbände und soziale Einrichtungen.

    Bei mehreren Tagesordnungspunkten sind die eigentlichen Einzelvorlagen derzeit noch gar nicht veröffentlicht. Die Tagesordnung nennt bislang lediglich die jeweiligen Empfänger.

    Wir waren trotzdem neugierig und haben schon einmal im Haushaltsentwurf 2027 nachgesehen. Dort findet sich als Anlage eine Gesamtübersicht über die vorgesehenen Zuschüsse. Genau daher stammen die folgenden Beträge – nicht aus den noch fehlenden Einzelvorlagen.

    🔹 Diakonisches Werk – Projekt „Die Werkstatt“: 22.500 Euro
    🔹 ATS-Suchtberatung – „Kleine Riesen“: 10.000 Euro
    🔹 Jugend-Brassband Quickborn: 17.500 Euro
    🔹 Spiel-i-othek Quickborn: 11.500 Euro
    🔹 Lebenshilfe Norderstedt: 4.750 Euro
    🔹 DRK Ortsverein Quickborn: 3.800 Euro
    🔹 DRK Familienzentrum: 3.800 Euro
    🔹 Johanniter-Unfall-Hilfe Quickborn: 2.000 Euro
    🔹 Wendepunkt – Beratung gegen sexuelle und häusliche Gewalt: 17.000 Euro
    🔹 Wendepunkt – Präventionsprojekte an Quickborner Schulen: 7.350 Euro

    Allein bei diesen zehn Positionen geht es damit um 100.200 Euro.

    🤝 Ein Euro kann hier mehr als einen Euro wert sein

    Bei Zuschüssen lohnt sich allerdings ein genauerer Blick.

    Vereine und ehrenamtliche Organisationen vervielfachen mit vergleichsweise kleinen öffentlichen Beträgen häufig deren Wirkung. Räume, Material oder Ausbildung werden bezuschusst – einen erheblichen Teil der eigentlichen Arbeit leisten Menschen unentgeltlich.

    Auch bei professionell getragenen sozialen Angeboten greift eine Betrachtung allein nach Euro und Cent zu kurz. Suchtprävention, Unterstützung von Familien, Hilfe für Menschen mit Behinderungen oder Beratung bei häuslicher und sexueller Gewalt haben eine Art soziale Rendite.

    Sie helfen unmittelbar Menschen in schwierigen Lebenssituationen und können zugleich dazu beitragen, später wesentlich größere gesellschaftliche und finanzielle Probleme zu vermeiden.

    Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass Zuschüsse nicht geprüft werden sollten. Auch hier müssen Bedarf, Wirkung und Höhe nachvollziehbar sein.

    ⚖️ Der Maßstab muss für den ganzen Haushalt gelten

    Genau hier beginnt allerdings die schwierigere Diskussion.

    Quickborn befindet sich in einer ausgesprochen angespannten Haushaltslage. Der erste Entwurf für 2027 weist einen Fehlbetrag von rund 15,24 Millionen Euro aus. Für die Jahre 2027 bis 2030 summieren sich die geplanten Fehlbeträge auf knapp 60 Millionen Euro. Nach der eigenen Prognose der Stadt wäre das Eigenkapital bei dieser Entwicklung 2030 aufgezehrt.

    Gleichzeitig hat die Politik die laufenden Zuschüsse an Vereine und Verbände auf insgesamt 300.000 Euro begrenzt. Genau diese 300.000 Euro werden im Haushaltsentwurf 2027 ausgeschöpft. 2026 waren 262.100 Euro vorgesehen.

    Das klingt zunächst nach einer relevanten Summe. Im Verhältnis zum geplanten Jahresfehlbetrag entsprechen allerdings selbst sämtliche Zuschüsse zusammen nicht einmal zwei Prozent des Defizits.

    Damit wird deutlich: Die Sanierung des Quickborner Haushalts kann nicht im Wesentlichen über Zuschüsse an Vereine und soziale Einrichtungen gelingen.

    🔎 Sparen dort, wo der Hebel groß ist

    Gerade freiwillige Leistungen sind in Haushaltsberatungen besonders sichtbar. Über 2.000, 5.000 oder 15.000 Euro lässt sich sehr konkret diskutieren und abstimmen.

    Die entscheidende Frage wird deshalb sein, ob dieselbe Intensität auch dort ankommt, wo die wesentlich größeren Beträge bewegt werden: bei Verwaltungsstrukturen, laufenden Standards, Personal- und Sachaufwendungen, Planungen, Projekten und Investitionen.

    Denn selbstverständlich darf sich eine Stadt auch Dinge leisten, die schön, sinnvoll und wünschenswert sind. In einer finanziell stabilen Situation gehört das zu kommunaler Lebensqualität.

    Wenn allerdings gleichzeitig die laufenden Ausgaben nicht mehr aus den laufenden Einnahmen finanziert werden können, verändert sich der Maßstab.

    Für 2027 sieht der Haushaltsentwurf bereits eine Kassenkreditermächtigung von 30 Millionen Euro vor – doppelt so viel wie 2026.

    Dann gehört nicht nur jeder Zuschuss, sondern letztlich jede größere Ausgabe auf den Prüfstand.

    Und vielleicht sollte gerade bei den vergleichsweise kleinen Zuschüssen immer noch eine zusätzliche Frage gestellt werden:

    Wie viel Leistung bekommt die Stadt eigentlich für diesen Euro zurück?

    Beim Ehrenamt und bei vielen sozialen Projekten dürfte die Antwort darauf durchaus interessant sein.


    Quellen:
    Tagesordnung des Ausschusses für Kinder, Jugend und Soziales am 15.09.2026
    Haushaltsentwurf 2027 der Stadt Quickborn

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  • Haushalt und Finanzen: Quickborn unter wachsendem Druck

    Die finanzielle Lage der Stadt Quickborn wird zunehmend schwieriger. Im Haushalt 2026 stehen rund 86 Millionen Euro Einnahmen etwa 99 Millionen Euro Ausgaben gegenüber. Damit plant die Stadt mit einem Defizit von rund 12,6 Millionen Euro.

    Dabei geht es längst nicht mehr nur um einzelne große Bauvorhaben. Auch die laufenden Kosten steigen deutlich. Personal, Schulen und Betreuung, Unterhaltung der städtischen Gebäude und Straßen sowie zahlreiche weitere kommunale Aufgaben belasten den Ergebnishaushalt dauerhaft.

    Gleichzeitig stehen in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen an. Schulen müssen saniert oder neu gebaut, Straßen und öffentliche Einrichtungen erhalten und weitere große Projekte finanziert werden. Je stärker diese Investitionen über Kredite finanziert werden müssen, desto stärker steigen langfristig auch Zins- und Tilgungsbelastungen.

    Damit wird die Frage nach den politischen Prioritäten immer wichtiger. Was muss kurzfristig umgesetzt werden? Welche Projekte können verschoben werden? Und welche zusätzlichen Ausgaben kann sich Quickborn angesichts der angespannten Haushaltslage überhaupt noch leisten?

    Wir haben deshalb die Entwicklung der städtischen Finanzen, wichtige Einnahmen und Ausgaben sowie die größeren finanziellen Risiken näher betrachtet und übersichtlich zusammengestellt.

    Weitere Zahlen, Hintergründe und unsere ausführliche Analyse findet Ihr unter „Themen → Haushalt und Finanzen“.

    👉 Zu Haushalt und Finanzen