Kategorie: Trauer / Nachruf / Todesfall

  • Hinter den Kulissen eines Bestattungshauses: Timm Westphalen lädt zum offenen Gespräch über Tod, Trauer und Abschied ein

    Quickborn, 8. Oktober 2026, 09:52 Uhr | Redaktion Quickborn Aktuell

    Was geschieht eigentlich, wenn ein Mensch stirbt? Wie wird ein Verstorbener versorgt? Was passiert bei einer Einäscherung? Und welche Möglichkeiten gibt es, einen Abschied ganz persönlich zu gestalten? Fragen, die viele Menschen beschäftigen, über die im Alltag aber selten gesprochen wird. Das Quickborner Bestattungsunternehmen Timm Westphalen öffnet am Samstag, 10. Oktober 2026, von 11 bis 17 Uhr seine Türen und lädt zu einem ungewöhnlichen Blick hinter die Kulissen ein.

    Unter dem Motto „Gemeinsam hinter die Kulissen“ möchte das traditionsreiche Familienunternehmen in der Kieler Straße 115 Berührungsängste abbauen, Einblicke in seine Arbeit ermöglichen und Raum für persönliche Gespräche schaffen.

    Es geht um einen Beruf, der häufig erst dann in das Leben einer Familie tritt, wenn ein geliebter Mensch verstorben ist. In einem Moment, in dem Trauer, Unsicherheit und organisatorische Entscheidungen unmittelbar aufeinandertreffen.

    Der Tag der offenen Tür bietet die Möglichkeit, sich bereits vorher mit diesen Themen auseinanderzusetzen – ohne einen konkreten Trauerfall, ohne Zeitdruck und mit der Gelegenheit, Fragen zu stellen, für die sonst häufig der passende Rahmen fehlt.

    Ein Familienunternehmen mit mehr als 100 Jahren Geschichte

    Die Geschichte des Bestattungshauses reicht bis in das Jahr 1920 zurück. Damals gründete der Bau- und Möbeltischler Peter Timm das Unternehmen. Später übernahm sein Sohn Hermann Timm den Betrieb.

    1978 ging das Unternehmen an den Tischlermeister Carl Westphalen und seine Frau Martha über. Seit 1995 wird es von Jan Jörn Westphalen geführt, unterstützt von seiner Frau Regina und weiteren Familienmitgliedern.

    Damit gehört Timm Westphalen zu den traditionsreichen Familienunternehmen in Quickborn. Über mehrere Generationen hat sich zugleich die Bestattungskultur verändert.

    Während früher viele Abläufe durch gesellschaftliche und religiöse Traditionen vorgegeben waren, gewinnen heute individuelle Vorstellungen zunehmend an Bedeutung. Manche Menschen wünschen eine klassische Trauerfeier, andere eine sehr persönliche Abschiednahme im kleinen Kreis. Auch Fragen der Bestattungsvorsorge spielen eine Rolle.

    Was über die Generationen geblieben ist, ist die besondere Verantwortung gegenüber den Verstorbenen und ihren Angehörigen.

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    Was Bestatter tatsächlich leisten

    Wer an ein Bestattungsunternehmen denkt, verbindet damit häufig zunächst Särge, Urnen, Trauerfeiern und Beisetzungen. Tatsächlich reicht die Arbeit weit darüber hinaus.

    Nach einem Todesfall müssen zahlreiche Fragen geklärt werden. Ein Verstorbener wird überführt und versorgt. Dokumente müssen beschafft, Behördenangelegenheiten erledigt und Termine abgestimmt werden. Hinzu kommen die Auswahl der Bestattungsart, die Organisation einer Trauerfeier und die Erfüllung persönlicher Wünsche.

    Für Angehörige bedeutet diese Zeit oft eine erhebliche Belastung. Sie müssen Entscheidungen treffen, während sie gleichzeitig versuchen, den Verlust eines nahestehenden Menschen zu begreifen.

    Bestatter übernehmen deshalb nicht nur organisatorische und handwerkliche Aufgaben. Sie sind häufig auch Ansprechpartner für Menschen, die gerade einen schweren Schicksalsschlag erlebt haben.

    Das verlangt Erfahrung, Einfühlungsvermögen, Diskretion und die Fähigkeit, sehr unterschiedliche Bedürfnisse wahrzunehmen.

    Manche Angehörige möchten möglichst viel selbst gestalten und begleiten. Andere sind dankbar, wenn ihnen organisatorische Aufgaben weitgehend abgenommen werden. Beides verdient Respekt.

    Der Tag der offenen Tür ermöglicht einen Einblick in diese Arbeit, die normalerweise weitgehend außerhalb der Öffentlichkeit stattfindet.

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    Fragen, die sonst häufig unausgesprochen bleiben

    Rund um den Tod gibt es viele ganz praktische Fragen, die Menschen beschäftigen, die sie aber nur selten offen stellen.

    Was geschieht in den ersten Stunden nach einem Todesfall? Wie wird ein Verstorbener vorbereitet? Können Angehörige sich noch einmal in Ruhe verabschieden? Darf man einen Verstorbenen berühren? Welche persönlichen Gegenstände dürfen mitgegeben werden? Was kostet eine Bestattung? Und welche Entscheidungen kann man bereits zu Lebzeiten treffen?

    Hinzu kommen Fragen, über die kaum jemand gerne spricht: Wie geht ein Bestatter mit dem Tod eines Kindes um? Wie hält man es aus, täglich mit Trauer und Verlust konfrontiert zu werden? Was macht dieser Beruf mit den Menschen, die ihn ausüben?

    Es sind sensible Fragen, aber keineswegs unangemessene.

    Wer die Abläufe kennt, kann manche Unsicherheit verlieren. Und wer weiß, welche Möglichkeiten es gibt, kann später bewusster entscheiden.

    Genau dafür ist am Samstag auch eine eigene Gesprächsrunde vorgesehen. Um 15:30 Uhr stehen die Mitarbeitenden für Fragen rund um ihren Beruf, Bestattungen, den Umbau des Unternehmens und weitere Themen zur Verfügung.

    Dabei geht es nicht darum, jedes Detail wissen zu müssen. Vielmehr soll Gelegenheit bestehen, in einem offenen und respektvollen Rahmen miteinander ins Gespräch zu kommen.

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    Einblicke in die Arbeit eines Krematoriums

    Ein besonderer Programmpunkt beginnt um 13:45 Uhr. Ein Krematorium stellt seine Arbeit vor und beantwortet Fragen der Besucher.

    Die Feuerbestattung ist heute für viele Menschen eine vertraute Bestattungsform. Über die tatsächlichen Abläufe einer Einäscherung wissen allerdings nur wenige genauer Bescheid.

    Wie wird die Identität eines Verstorbenen während des gesamten Verfahrens sichergestellt? Was geschieht mit dem Sarg? Wie läuft die Einäscherung technisch ab? Wie lange dauert sie? Und was geschieht anschließend mit der Asche?

    Gerade bei diesem Thema bestehen häufig Unsicherheiten. Der Gedanke an eine Einäscherung kann belastend sein, insbesondere wenn es um einen nahestehenden Menschen geht.

    Umso wichtiger sind sachliche Informationen, klare Abläufe und die Gewissheit, dass mit den Verstorbenen jederzeit würdevoll umgegangen wird.

    Die Vorstellung des Krematoriums soll Gelegenheit geben, entsprechende Fragen unmittelbar anzusprechen. Eine Besichtigung des Krematoriums selbst ist im veröffentlichten Programm nicht angekündigt.

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    Trauer braucht Zeit und Begleitung

    Ein weiterer Schwerpunkt des Tages ist der Umgang mit Trauer und schweren Lebenssituationen.

    Um 12 Uhr stellt Imke Turau ihre Arbeit vor. Gleichzeitig gibt sie einen Ausblick auf künftig geplante Workshops, die sich mit Trauer, Abschied und der Bewältigung schwieriger Lebenssituationen beschäftigen.

    Der Verlust eines Menschen verändert häufig den gesamten Alltag. Gewohnte Gespräche fehlen, gemeinsame Rituale verlieren ihren bisherigen Platz und scheinbar nebensächliche Dinge können plötzlich schmerzhafte Erinnerungen auslösen.

    Trauer verläuft dabei nicht nach einem festen Schema.

    Manche Menschen möchten viel über den Verstorbenen sprechen. Andere ziehen sich zunächst zurück. Wieder andere funktionieren im Alltag scheinbar ganz normal und spüren die Belastung erst später.

    Auch das Umfeld ist manchmal unsicher. Was sagt man einem Menschen, der gerade seinen Partner verloren hat? Soll man den Verstorbenen ansprechen oder lieber schweigen? Wie begegnet man Eltern, die um ein Kind trauern?

    Solche Fragen zeigen, wie wichtig es ist, Trauer nicht aus dem gesellschaftlichen Alltag zu verdrängen.

    Die geplanten Workshops können dazu beitragen, diesem Thema künftig mehr Raum zu geben. Welche konkreten Inhalte und Termine vorgesehen sind, soll im Rahmen der Vorstellung erläutert werden.

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    Ein persönlicher Abschied und bleibende Erinnerungen

    Auch die individuelle Gestaltung eines Abschieds spielt beim Tag der offenen Tür eine Rolle.

    In der Werkstatt können Besucher Särge und Urnen bemalen und kreativ gestalten.

    Was auf den ersten Blick ungewohnt erscheinen mag, hat einen ernsten und sehr persönlichen Hintergrund. Ein Abschied muss nicht ausschließlich nach traditionellen Vorstellungen gestaltet werden.

    Für manche Familien kann es hilfreich sein, selbst etwas beizutragen. Vielleicht ein Motiv, das an einen gemeinsamen Urlaub erinnert. Eine Lieblingsfarbe, ein Symbol oder eine persönliche Botschaft.

    Auch Kinder können das Bedürfnis haben, ihre Gefühle auf kreative Weise auszudrücken. Dabei kommt es darauf an, dass eine solche Beteiligung freiwillig erfolgt und den Bedürfnissen der Betroffenen entspricht.

    Eine weitere Möglichkeit, Erinnerungen zu bewahren, wird an der Hobelbank in der Ausstellung vorgestellt.

    Dort können Besucher einen eigenen Fingerabdruck anfertigen. Dieser kann beispielsweise als Vorlage für ein persönliches Schmuckstück dienen.

    Solche Erinnerungsstücke ersetzen keinen Menschen. Sie können aber helfen, ein Stück persönlicher Verbundenheit im Alltag zu bewahren.

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    Neue Räume und Begegnungen

    Der Tag der offenen Tür steht zugleich im Zeichen der umgebauten Räumlichkeiten des Unternehmens.

    Besucher können sich die neu gestalteten Bereiche ansehen und erfahren, welche Überlegungen hinter dem Umbau stehen.

    Ab 12:30 Uhr sind zudem gemeinsame Rundgänge durch die neuen Bereiche vorgesehen.

    Die Begrüßung übernimmt um 11:30 Uhr Alicia Ahrens. Dabei soll es auch um die Unternehmensgeschichte, die Veränderungen im Bestattungshaus und den Ablauf des Tages gehen.

    Für Essen und Getränke ist gesorgt. Über den Tag verteilt wird es außerdem Live-Musik geben.

    Damit soll auch Raum für Begegnungen entstehen, die nicht ausschließlich von ernsten Gesprächen geprägt sein müssen.

    Denn zur Erinnerung an Verstorbene gehören nicht nur Schmerz und Traurigkeit. Oft sind es auch die gemeinsamen Erlebnisse, liebevollen Eigenheiten und schönen Erinnerungen, über die Menschen miteinander ins Gespräch kommen.

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    Das Programm am Samstag, 10. Oktober 2026

    11:00 Uhr – Beginn des Tags der offenen Tür
    Besichtigung der Räume und Gelegenheit zu ersten Gesprächen.

    11:30 Uhr – Offizielle Begrüßung
    Alicia Ahrens stellt das Unternehmen, seine Geschichte, den Umbau und den Ablauf des Tages vor.

    12:00 Uhr – Imke Turau
    Einblicke in ihre Arbeit und Vorstellung der künftig geplanten Workshops zu Trauer, Abschied und schwierigen Lebenssituationen.

    Ab 12:30 Uhr – Rundgänge
    Gemeinsame Besichtigungen der neuen Unternehmensbereiche.

    13:45 Uhr – Einblicke in das Krematorium
    Vorstellung der Arbeit eines Krematoriums mit Gelegenheit für Fragen.

    15:30 Uhr – Fragen an das Bestattungsteam
    Offenes Gespräch über den Beruf, Bestattungen, den Umbau und weitere Themen.

    17:00 Uhr – Ende der Veranstaltung

    Während des gesamten Tages: Besichtigung der neuen Räume, kreatives Gestalten von Särgen und Urnen, Anfertigung eines persönlichen Fingerabdrucks, Essen, Getränke und Live-Musik.

    Veranstaltungsort und Kontakt

    Timm Westphalen – Bestattungswesen seit 1920
    Kieler Straße 115
    25451 Quickborn

    Samstag, 10. Oktober 2026, 11:00 bis 17:00 Uhr

    Telefon: 04106 2294
    Internet: www.bestattungswesen-timm.de

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    Warum sich ein Besuch lohnen kann

    Ein Bestattungshaus gehört zu den Orten, die viele Menschen lieber nicht betreten möchten, solange es keinen zwingenden Anlass dafür gibt.

    Das ist verständlich. Niemand setzt sich gerne mit dem Gedanken auseinander, einen geliebten Menschen zu verlieren oder selbst einmal Abschied nehmen zu müssen.

    Gleichzeitig ist der Tod ein Teil des Lebens, der jede Familie irgendwann betrifft.

    Wer sich frühzeitig informiert, kann Ängste abbauen und eigene Vorstellungen entwickeln. Wer über seine Wünsche spricht, erleichtert möglicherweise eines Tages auch seinen Angehörigen schwierige Entscheidungen.

    Der Tag der offenen Tür bei Timm Westphalen bietet dafür eine besondere Gelegenheit. Ohne einen persönlichen Trauerfall als Anlass können Besucher Fragen stellen, die Arbeit eines Bestattungsunternehmens kennenlernen und sich mit Themen beschäftigen, die sonst häufig ausgeklammert werden.

    Einblicke in das Krematorium, Gespräche über Trauer und die Möglichkeiten eines persönlichen Abschieds machen deutlich, wie vielfältig die Aufgaben hinter den Türen eines Bestattungshauses sind.

    Vielleicht verändert ein solcher Besuch auch den Blick auf die Menschen, die diesen Beruf ausüben. Auf Menschen, die anderen gerade dann zur Seite stehen, wenn Worte oft nur schwer zu finden sind.

    Es ist ein ungewöhnlicher Tag der offenen Tür. Und gerade deshalb eine Gelegenheit, die Aufmerksamkeit verdient.

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  • Quickborn trauert um Uwe Langeloh – ein Leben für den Fußball

    Quickborn trauert um Uwe Langeloh – ein Leben für den Fußball

    Uwe Langeloh wurde am 14. Januar 1936 geboren. Am 1. Juli 1947 trat er im Alter von elf Jahren in den damaligen FC Holstein Quickborn ein. 1955 wirkte er am Zusammenschluss von FC Holstein Quickborn und TuS Quickborn zum TuS Holstein Quickborn mit. Damit gehörte er dem Quickborner Fußball nahezu acht Jahrzehnte an.

    Und er war dort weit mehr als nur Mitglied.

    Langeloh spielte selbst Fußball, ließ sich zum Jugendtrainer und Schiedsrichter ausbilden, trainierte Jugendmannschaften und übernahm schon früh Verantwortung. Von 1962 bis 1965 war er Jugendleiter. Danach folgten über Jahrzehnte Aufgaben im Spielausschuss, als Sportwart und mehrfach als Leiter der Fußballabteilung. 1979 begründete er die Quickborner Hallenfußballturniere mit.

    Sein Engagement beschränkte sich nicht auf Vorstandssitzungen und den Spielbetrieb. Langeloh gehörte zu den Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes selbst mit anpackten. Bereits beim Bau des früheren Sportplatzes an der Torfstraße half er mit. Später war er auch beim Aufbau des Holsten-Stadions dabei. Noch 2019 gehörte er zu den Zeitzeugen, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Stadions über dessen Entstehung und die enorme ehrenamtliche Eigenleistung berichteten.

    Das Holsten-Stadion blieb für ihn bis ins hohe Alter ein Herzensprojekt. 2022 wurde dort schließlich ein neues Eingangsschild angebracht – ein Wunsch, den Langeloh lange verfolgt hatte. Auch mit 86 Jahren mischte er sich also noch ein, wenn es um „sein“ Stadion und „seinen“ Fußball ging.

    Engagement weit über den Fußballplatz hinaus

    Uwe Langeloh verstand Vereinsarbeit nicht nur sportlich. Er war 1995 Mitbegründer des Förderkreises Fußballjugend Quickborn. Mit der Altliga wurden Benefizveranstaltungen zugunsten des Quickborner Kinderhilfswerks organisiert. Hinzu kamen zahlreiche Turniere, Veranstaltungen und Initiativen für den Nachwuchs.

    Dieses jahrzehntelange Engagement wurde vielfach gewürdigt.

    Bereits 1997 ehrte ihn die Stadt Quickborn für seine verdienstvolle Tätigkeit im Sport. 1998 erhielt er die Silberne Ehrennadel des Hamburger Fußball-Verbandes, ein Jahr später die Goldene Ehrennadel des TuS Holstein Quickborn. Am 5. Dezember 2003 zeichnete ihn die Stadt Quickborn zudem beim „Tag des Ehrenamtes“ mit einer Urkunde aus.

    Diese Auszeichnungen erzählen allerdings nur einen Teil der Geschichte. Wer Uwe Langeloh kannte, wusste: Ehrenamt bedeutete für ihn nicht, eine Urkunde an die Wand zu hängen. Es bedeutete, etwas zu tun.

    Einer mit klarer Meinung – und klaren Kanten

    Uwe Langeloh hatte eine Meinung.

    Meist eine ziemlich klare.

    Wenn ihm beim TuS Holstein, im Quickborner Sport oder auch im Rathaus etwas nicht gefiel, sagte er es. Gelegentlich sehr deutlich. Er konnte hartnäckig sein, unbequem werden und für seine Position kämpfen, bis andere längst aufgegeben hätten.

    Kompromissbereitschaft gehörte dabei nicht immer zu seinen ausgeprägtesten Eigenschaften. Und auch Zuhören fiel ihm mitunter schwer, wenn er sich seine Meinung bereits gebildet hatte. Wer mit Uwe Langeloh diskutierte, musste damit rechnen, dass aus einem kurzen Gespräch auch einmal eine längere Grundsatzdebatte wurde.

    Das war nicht immer einfach. Aber es war authentisch.

    Langeloh wollte gestalten. Er wollte Dinge voranbringen und war überzeugt von dem, was er tat. Gleichgültigkeit war ihm fremd. Gerade wenn es um den Fußball und den TuS Holstein ging, konnte er leidenschaftlich werden – und gelegentlich auch ziemlich stur.

    Seine Ecken und Kanten gehörten zu ihm genauso wie sein jahrzehntelanges Engagement. Vielleicht war es gerade diese Hartnäckigkeit, die dazu führte, dass manche seiner Projekte überhaupt umgesetzt wurden.

    Fußballgeschichte im Internet bewahrt

    Bemerkenswert früh erkannte Langeloh auch die Möglichkeiten des Internets. Am 23. März 2001 ging unter seiner Verantwortung die erste offizielle Internetseite der Fußballabteilung des TuS Holstein Quickborn online. Später entwickelte sich daraus sein unabhängiges Fan- und Förderkreisportal „Die BlauWeißRoten Kicker“.

    Die Seite war Nachrichtendienst, Ergebnisdienst, Archiv und manchmal auch Kommentarspalte in Personalunion. Vor allem aber wurde sie zu einer umfangreichen Chronik des Quickborner Fußballs.

    Noch im Januar 2026, wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag, veröffentlichte Uwe Langeloh Beiträge über den TuS Holstein.

    Das passt zu ihm.

    Aufhören war offenbar nicht seine Lieblingsdisziplin.

    Ein Stück Quickborner Sportgeschichte

    Mit Uwe Langeloh verliert Quickborn nicht nur einen langjährigen Funktionär des TuS Holstein. Es geht ein Stück lebendige Sportgeschichte verloren.

    Er erlebte den Quickborner Fußball seit den ersten Nachkriegsjahren, spielte selbst, trainierte junge Menschen, führte die Fußballabteilung, organisierte Turniere, half beim Bau von Sportanlagen, sammelte Geld, gründete Förderstrukturen, dokumentierte die Vereinsgeschichte und mischte sich bis ins hohe Alter ein.

    Fast acht Jahrzehnte Verbindung zu einem Verein und zum Sport einer Stadt – das ist außergewöhnlich.

    Viele Menschen haben den Quickborner Sport über die Jahrzehnte begleitet. Uwe Langeloh hat ihn mitgestaltet.

    Mit Ecken und Kanten. Mit Hartnäckigkeit. Mit Leidenschaft. Und mit einer Treue zum Fußball, die ihn praktisch sein gesamtes Leben begleitet hat.

    Der Quickborner Fußball verliert eines seiner Urgesteine. Quickborn verliert einen Mann, der sich über Jahrzehnte ehrenamtlich für seine Stadt eingesetzt hat.

    Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und seinen Freunden.

    Uwe Langeloh wird in Quickborn nicht vergessen werden.