Kategorie: Wetter

  • Freizeitsee mit ungewöhnlich niedrigem Wasserstand – warum der viele Septemberregen nicht reicht

    30. September 2026 | Quickborn Aktuell

    Der Quickborner Freizeitsee zeigt sich Ende September mit einem auffällig niedrigen Wasserstand. An den Ufern sind Bereiche sichtbar, die normalerweise unter Wasser liegen. Der Eindruck vor Ort: So niedrig stand das Wasser seit Jahren nicht mehr. Ein Blick auf die Wetterdaten zeigt, dass dafür zumindest eine plausible Erklärung existiert. Denn obwohl der September ausgesprochen nass war, fehlte Quickborn über weite Teile des Jahres Wasser.

    Der Freizeitsee auf Niedrigstand

    Wer derzeit am Quickborner Freizeitsee unterwegs ist, kann es kaum übersehen: Das Wasser hat sich deutlich zurückgezogen. Teile des Ufers liegen frei, die sonst vom See bedeckt sind.

    Dass ein Gewässer im Laufe eines Sommers Wasser verliert, ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Verdunstung, ausbleibender Niederschlag und die Entwicklung des Grundwasserspiegels können Wasserstände beeinflussen.

    In diesem Jahr fällt der niedrige Stand allerdings besonders auf. Gleichzeitig hat es gerade im September kräftig geregnet. Das wirkt auf den ersten Blick widersprüchlich.

    Die Wetterdaten aus Quickborn zeigen jedoch, warum sich dieser Widerspruch zumindest teilweise erklären lässt.

    ↑ Zurück zum Inhalt

    533 Liter Regen – trotzdem ein Defizit

    An der Wetterstation Quickborn wurden vom 1. Januar bis zum 27. September 2026 insgesamt 533,3 Liter Niederschlag je Quadratmeter gemessen.

    Das klingt zunächst nach einer großen Wassermenge. Im Vergleich mit dem langjährigen Mittel der Jahre 1991 bis 2020 ist es jedoch zu wenig.

    Die bisherige Niederschlagsmenge erreicht lediglich rund 88 Prozent des für diesen Zeitraum üblichen Wertes.

    Oder anders ausgedrückt: Trotz des sehr regenreichen Septembers fehlt Quickborn Ende September gegenüber einem durchschnittlichen Jahr noch immer etwa ein Achtel der üblichen Niederschlagsmenge.

    Die Messwerte stammen von der DWD-Wetterstation Quickborn mit der Stationsnummer 04039.

    ↑ Zurück zum Inhalt

    Fünf entscheidende Monate waren zu trocken

    Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Blick auf die einzelnen Monate.

    Januar und Februar lagen beim Niederschlag noch ungefähr im langjährigen Mittel. Danach begann eine längere trockene Phase.

    • März: 45,2 Liter je Quadratmeter – 78 Prozent des langjährigen Mittels
    • April: 28,5 Liter – 67 Prozent
    • Mai: 40,7 Liter – 69 Prozent
    • Juni: 84,5 Liter – 113 Prozent
    • Juli: 39,2 Liter – nur 45 Prozent
    • August: 50,9 Liter – nur 60 Prozent

    Vor allem Juli und August stechen hervor. Im Juli fiel in Quickborn nicht einmal die Hälfte der üblichen Regenmenge. Im August waren es nur 60 Prozent.

    Damit traf die Trockenheit ausgerechnet auf die Jahreszeit, in der die Verdunstung besonders hoch ist. Bei hohen Temperaturen verdunstet Wasser aus Böden und offenen Gewässern erheblich schneller. Gleichzeitig benötigen Bäume, Sträucher und andere Pflanzen große Mengen Wasser.

    Auch das Frühjahr war bereits deutlich zu trocken gewesen. Von März bis Mai erreichten sämtliche Monate weniger als 80 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge.

    ↑ Zurück zum Inhalt

    Der nasse September täuscht

    Im September änderte sich das Bild schlagartig.

    Bis zum 27. September wurden an der Quickborner Wetterstation 107 Liter Regen je Quadratmeter registriert. Das entspricht rund 152 Prozent des langjährigen Septembermittels.

    Allein am 4. September fielen innerhalb eines Tages 52,8 Liter je Quadratmeter.

    Der September war damit ausgesprochen nass. Trotzdem konnte er das zuvor entstandene Niederschlagsdefizit nicht vollständig beseitigen.

    Denn Wasser, das innerhalb weniger Tage oder Wochen vom Himmel fällt, landet nicht automatisch vollständig im Grundwasser oder in einem See.

    Ein Teil verdunstet. Ein Teil wird von der Vegetation aufgenommen. Ein weiterer Teil kann oberirdisch abfließen. Wie viel tatsächlich versickert und schließlich das Grundwasser erreicht, hängt unter anderem von Boden, Vegetation, Versiegelung und Grundwasserflurabstand ab.

    ↑ Zurück zum Inhalt

    Warum Wasserstände nur langsam reagieren

    Das Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein weist darauf hin, dass die Grundwasserneubildung im Winter deutlich höher ist als in den Sommermonaten.

    Der Grund ist einfach: In der warmen Jahreszeit verdunstet ein großer Teil des Niederschlags bereits an der Oberfläche oder wird von Pflanzen aufgenommen. Im Winter ist die Verdunstung deutlich geringer, sodass mehr Wasser in tiefere Bodenschichten gelangen kann.

    Das bedeutet auch: Ein nasser September kann ein über Monate entstandenes Wasserdefizit nicht zwangsläufig innerhalb kurzer Zeit ausgleichen.

    Ob und in welchem Umfang der aktuelle Wasserstand des Freizeitsee unmittelbar vom Grundwasserstand abhängt, lässt sich allein anhand der Niederschlagswerte allerdings nicht feststellen. Dazu müssten unter anderem die hydrologischen Verhältnisse des Sees, mögliche Zu- und Abflüsse sowie aktuelle Grundwassermessungen berücksichtigt werden.

    Eine direkte Ursache-Wirkungs-Beziehung wäre deshalb ohne weitere Daten zu weitgehend.

    Sehr wohl lässt sich aber feststellen: Die Wetterentwicklung des Jahres liefert einen nachvollziehbaren Hintergrund für niedrige Wasserstände in Böden und Gewässern.

    ↑ Zurück zum Inhalt

    Das Defizit verschwindet nicht mit einigen Regentagen

    Der kräftige Septemberregen verändert den Eindruck schnell. Nach mehreren Regentagen entsteht leicht das Gefühl, die Trockenheit müsse vorbei sein.

    Die Jahresbilanz erzählt eine andere Geschichte.

    Bis Ende September hat Quickborn erst rund 88 Prozent der normalerweise zu erwartenden Niederschlagsmenge erhalten. Besonders Frühjahr, Juli und August waren deutlich zu trocken.

    Der außergewöhnlich nasse September hat dieses Defizit zwar verkleinert – beseitigt hat er es nicht.

    Dass der Freizeitsee derzeit einen ungewöhnlich niedrigen Wasserstand zeigt, lässt sich damit nicht abschließend erklären. Die Wetterdaten machen jedoch deutlich, warum einige Wochen mit viel Regen nicht automatisch bedeuten, dass sich Wasserhaushalt, Grundwasser und Gewässerstände bereits vollständig erholt haben.

    Gerade dafür braucht es vor allem eines: Zeit – und über einen längeren Zeitraum ausreichend Niederschlag.

    Der Freizeitsee macht derzeit sichtbar, was sich in den Wetterstatistiken nur als Zahl findet: Ein nasser September kann mehrere trockene Monate nicht einfach ungeschehen machen.

    ↑ Zurück zum Inhalt


    Quellen:
    Deutscher Wetterdienst (DWD), Messstation Quickborn 04039 – Tages- und Monatswerte 2026
    WetterKontor, Wetterrückblick Quickborn, Datenquelle Deutscher Wetterdienst
    Landesamt für Umwelt Schleswig-Holstein, Grundwasserneubildung und Wasserhaushalt


    Quellengrundlage: DWD-Daten für die Station Quickborn zeigen bis 27. September 533,3 l/m² und 88 Prozent des langjährigen Mittels; Juli erreichte 45 Prozent, August 60 Prozent und September 152 Prozent. Das Landesamt erklärt, dass die Grundwasserneubildung im Winter deutlich höher ist, weil im Sommer mehr Niederschlag verdunstet oder von Pflanzen aufgenommen wird.I

  • Quickborn war im September heißester Ort Schleswig-Holsteins

    Titel:

    WordPress-Auszug:

    30. September 2026 | Quickborn Aktuell

    26,7 Grad am 7. September: Ausgerechnet in Quickborn wurde im September die höchste Temperatur in ganz Schleswig-Holstein gemessen. Der Wert steht zugleich für einen Monat, der landesweit deutlich wärmer ausfiel als im langjährigen Mittel.

    26,7 Grad in Quickborn

    Quickborn hat im September einen bemerkenswerten Wetterwert geliefert. Am 7. September 2026 stieg die Temperatur an der Messstation auf 26,7 Grad Celsius. Nach der Monatsauswertung des Deutschen Wetterdienstes war das der höchste im September gemessene Temperaturwert in Schleswig-Holstein.

    Auch die Stationsdaten bestätigen den Wert. Für Quickborn werden für den 7. September neben einer Höchsttemperatur von 26,7 Grad eine Tiefsttemperatur von 12,3 Grad und eine Tagesmitteltemperatur von 18,4 Grad ausgewiesen.

    Damit war Quickborn an diesem Tag nicht nur ausgesprochen spätsommerlich unterwegs. Die Stadt lieferte zugleich den Temperatur-Spitzenwert des gesamten Monats für Schleswig-Holstein.

    ↑ Zurück zum Inhalt

    September landesweit deutlich zu warm

    Der Quickborner Spitzenwert passt in die landesweite Wetterbilanz. Schleswig-Holstein erreichte im September nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes eine Durchschnittstemperatur von 15,5 Grad Celsius.

    Das langjährige Mittel liegt bei 13,2 Grad. Der September 2026 war damit im Landesmittel 2,3 Grad wärmer als der klimatologische Vergleichswert.

    Bemerkenswert ist dabei, dass der Monat keineswegs von dauerhaftem Sonnenschein geprägt war. Im Gegenteil: Schleswig-Holstein war im September ausgesprochen nass und vergleichsweise trüb.

    Im Landesmittel fielen 99 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. Das langjährige Mittel liegt bei 75 Litern. Damit wurde der übliche Septemberwert um rund 32 Prozent überschritten.

    Gleichzeitig kam Schleswig-Holstein lediglich auf 129 Sonnenstunden. Das war nach Angaben des DWD der niedrigste Wert aller Bundesländer.

    Der September 2026 war damit eine ungewöhnliche Mischung: deutlich zu warm, sehr niederschlagsreich und gleichzeitig vergleichsweise sonnenarm.

    ↑ Zurück zum Inhalt

    26,7 Grad sind meteorologisch noch kein „heißer Tag“

    Bei 26,7 Grad liegt der Begriff „Hitze“ umgangssprachlich nahe. Meteorologisch lohnt sich allerdings eine genauere Unterscheidung.

    Der Deutsche Wetterdienst spricht von einem „Sommertag“, sobald die Tageshöchsttemperatur mindestens 25 Grad erreicht. Ein „heißer Tag“ liegt nach der offiziellen Definition dagegen erst bei einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad vor.

    Der 7. September war in Quickborn damit offiziell ein Sommertag – aber kein heißer Tag im meteorologischen Sinne.

    Für einen Septembertag in Schleswig-Holstein bleibt der Wert dennoch auffällig. Hinzu kommt, dass Quickborn nur acht Tage später, am 15. September, nochmals 26,0 Grad erreichte.

    Der sommerliche Charakter war also nicht auf einen einzigen kurzen Ausschlag beschränkt.

    ↑ Zurück zum Inhalt

    Ein einzelner Tag ist noch kein Klimatrend

    Aus einem einzelnen warmen Septembertag lässt sich noch keine Aussage über den langfristigen Klimawandel ableiten. Wetter beschreibt kurzfristige Ereignisse, Klima dagegen Entwicklungen über viele Jahre und Jahrzehnte.

    Der langfristige Trend für Schleswig-Holstein ist allerdings eindeutig. Nach dem Klimareport des Deutschen Wetterdienstes hat sich die Jahresmitteltemperatur im Land seit 1881 um rund 1,6 Grad Celsius erhöht.

    Gleichzeitig hat die Zahl der Frost- und Eistage abgenommen, während Sommer- und heiße Tage häufiger geworden sind.

    Der Quickborner Wert von 26,7 Grad ist deshalb zunächst eine Wetterbeobachtung. Er fügt sich aber in eine langfristige Entwicklung steigender Temperaturen in Schleswig-Holstein ein.

    Quickborn an der Spitze

    Für Quickborn bleibt am Ende eine ungewöhnliche September-Bilanz: Am 7. September war es hier mit 26,7 Grad wärmer als an jedem anderen Messort Schleswig-Holsteins im gesamten Monat.

    Ein Rekord für die höchste jemals in Quickborn gemessene Septembertemperatur ist damit allerdings nicht belegt. Seriös lässt sich festhalten: Quickborn stellte den landesweiten September-Spitzenwert 2026.

    Und dieser Spitzenwert fällt in einen Monat, der auch insgesamt deutlich wärmer war als das langjährige Mittel.

    ↑ Zurück zum Inhalt


    Quellen:
    Deutscher Wetterdienst (DWD), Wetterbilanz September 2026 für Schleswig-Holstein
    Deutscher Wetterdienst, Klimareport Schleswig-Holstein, 2. Auflage 2023
    Deutscher Wetterdienst, Wetter- und Klimalexikon – Definition „Heißer Tag“ und „Sommertag“
    WetterKontor, Messwerte der Wetterstation Quickborn