Sanierungen und bauliche Entwicklung

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Die Goethe-Schule ist seit ihrer Eröffnung 1966 immer wieder verändert, instand gehalten und an neue Anforderungen angepasst worden. Die Entwicklung des Gebäudes lässt sich deshalb nicht auf die einfache Frage „sanieren oder neu bauen?“ reduzieren.

Über viele Jahre wurde in den bestehenden Standort investiert. Gleichzeitig veränderten sich Schülerzahlen, pädagogische Anforderungen, technische Standards und die Erwartungen an eine moderne Grundschule erheblich.

Diese Seite zeichnet die wichtigsten baulichen Entwicklungen, Investitionen und Planungsentscheidungen nach.

Ein Schulgebäude aus den 1960er-Jahren

Die Goethe-Schule wurde Mitte der 1960er-Jahre für die damaligen Anforderungen einer wachsenden Stadt geplant.

Was seinerzeit als moderner Schulbau entstand, musste in den folgenden Jahrzehnten immer wieder angepasst werden. Anforderungen an Brandschutz, Elektrik, Sanitäranlagen, Raumklima, Barrierefreiheit, Digitalisierung und pädagogische Nutzung haben sich seitdem grundlegend verändert.

Hinzu kommt inzwischen der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Eine heutige Grundschule benötigt deshalb deutlich mehr als Klassenräume und eine Turnhalle.

2006/2007 – Der Gebäudezustand wird zum politischen Thema

Spätestens 2006 und 2007 wurde der Zustand der Goethe-Schule auch politisch verstärkt diskutiert.

Dabei fiel zeitweise sogar der Begriff „baufällig“. Gleichzeitig wurden konkrete Maßnahmen vorbereitet, um den Standort weiter nutzen zu können.

Unter anderem wurden zusätzliche Fluchtmöglichkeiten geschaffen. Brandschutz und Sicherheit gehörten damit schon früh zu den Themen, die bauliche Eingriffe notwendig machten.

Untersuchungen und weitere Sanierungsmaßnahmen

In den folgenden Jahren wurden Gebäude und technische Anlagen weiter untersucht und Maßnahmen zur Unterhaltung und Verbesserung vorgenommen.

Dabei ging es unter anderem um technische Anlagen, Elektrik, Brandschutz und den allgemeinen Gebäudezustand.

Hier zeigt sich ein Muster, das sich über viele Jahre fortsetzte: Der Standort wurde nicht einfach aufgegeben, sondern laufend instand gehalten und an neue Anforderungen angepasst.

Die Schülerzahlen entwickeln sich nach oben

Auch die Entwicklung der Schülerzahlen beeinflusst die Anforderungen an die Goethe-Schule erheblich.

2016 besuchten insgesamt 209 Kinder die Schule. Sie verteilten sich damals auf die vier Jahrgangsstufen mit 62, 41, 39 und 67 Schülerinnen und Schülern.

In den folgenden Jahren bewegte sich die Gesamtzahl zunächst relativ stabil um etwas mehr als 200 Schülerinnen und Schüler:

2018/2019: 211 Schülerinnen und Schüler
2019/2020: 217 Schülerinnen und Schüler
2020/2021: 218 Schülerinnen und Schüler
2021/2022: 207 Schülerinnen und Schüler
2022/2023: 222 Schülerinnen und Schüler
2023/2024: 224 Schülerinnen und Schüler

Inzwischen ist die Zahl nochmals deutlich gestiegen. Aktuell besuchen rund 259 Schülerinnen und Schüler die Goethe-Schule.

Damit hat die Schule gegenüber dem Schuljahr 2021/2022 innerhalb weniger Jahre um rund 50 Schülerinnen und Schüler zugelegt.

Die Entwicklung zeigt, warum eine langfristige Schulplanung nicht allein auf früheren Schülerzahlen beruhen kann. Neben der allgemeinen Bevölkerungsentwicklung können Zuzüge und andere Veränderungen innerhalb kurzer Zeit zusätzlichen Raumbedarf auslösen.

Ab 2015 spielte dabei auch die Aufnahme geflüchteter Familien eine Rolle. Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine 2022 kamen weitere Kinder hinzu.

Ein neues Schulgebäude muss deshalb nicht nur den aktuellen Bedarf erfüllen, sondern auch ausreichende Reserven für zukünftige Entwicklungen vorsehen.

2015 – Millionenbetrag für eine umfassendere Sanierung

2015 wurde für die Sanierung der Goethe-Schule bereits ein Betrag von rund 3,4 Millionen Euro diskutiert.

Das ist für die heutige Betrachtung wichtig. Die Frage nach größeren Investitionen in den Standort ist keineswegs erst mit den aktuellen Neubauplanungen entstanden.

Bereits vor mehr als zehn Jahren war erkennbar, dass einzelne Reparaturen langfristig nicht ausreichen würden.

Trotzdem wurde der Schulbetrieb fortgeführt und der Standort weiter unterhalten.

2017/2018 – Sanierung der Schülertoiletten

2017 und 2018 wurden auch die Sanitärbereiche der Schule bearbeitet.

Unter anderem wurden die Schülertoiletten saniert.

Dass die Sanitärbereiche einige Jahre später erneut größere Aufmerksamkeit erhielten, zeigt zugleich, wie schwierig die dauerhafte Unterhaltung eines älteren und intensiv genutzten Schulgebäudes sein kann.

Parallel entsteht die Umzugsplanung

Während weiter in die Goethe-Schule investiert wurde, entwickelte sich gleichzeitig die Überlegung, den bisherigen Standort langfristig aufzugeben.

Die Goethe-Schule sollte nach damaligen Planungen an das Schulzentrum Süd beziehungsweise in den Bereich der ehemaligen Heidkamp-Realschule verlagert werden.

In den Haushaltsplanungen 2019 und 2020 wurde diese Entwicklung bereits konkret berücksichtigt.

Damit entstand eine ungewöhnliche Situation:

Auf der einen Seite wurde ein Umzug vorbereitet. Auf der anderen Seite musste die vorhandene Goethe-Schule weiterhin zuverlässig betrieben und entsprechend instand gehalten werden.

Investitionen trotz geplanter Standortaufgabe

Auch während der Jahre, in denen ein Umzug erwartet wurde, konnten notwendige Investitionen am bestehenden Standort nicht einfach eingestellt werden.

Die Schule musste sicher, funktionsfähig und für Schülerinnen, Schüler und Beschäftigte nutzbar bleiben.

Dazu gehörten neben normalen Unterhaltungsmaßnahmen auch technische Verbesserungen und eine kontinuierliche Anpassung der Ausstattung.

Insbesondere die Digitalisierung der Schulen führte zu neuen Anforderungen an Netzwerk, Stromversorgung und technische Infrastruktur.

Raumlufttechnik und Pandemie

Während der Corona-Pandemie rückte die Luftqualität in Schulen besonders in den Mittelpunkt.

Auch an der Goethe-Schule wurden raumlufttechnische Anlagen eingebaut.

Diese Investitionen verbesserten die technische Ausstattung des bestehenden Gebäudes und waren zum Zeitpunkt ihrer Umsetzung für den weiteren Schulbetrieb erforderlich.

Sie zeigen zugleich ein grundsätzliches Problem langfristiger Schulplanung:

Auch wenn über einen späteren Neubau oder einen anderen Standort diskutiert wird, muss ein vorhandenes Schulgebäude bis zu einer tatsächlichen Veränderung funktionsfähig bleiben.

Untersuchungen auf mögliche Schadstoffe

Bei Gebäuden aus den 1960er- und 1970er-Jahren gehören Untersuchungen auf mögliche Schadstoffe heute zu einer verantwortungsvollen Gebäudeunterhaltung und Bauplanung.

Das gilt insbesondere vor Eingriffen in ältere Bauteile.

Auch bei der Goethe-Schule wurden entsprechende Fragen untersucht beziehungsweise Gefährdungs- und Schadstoffbewertungen vorgenommen.

Dabei ist wichtig, zwischen einem Verdacht aufgrund des Gebäudealters und einem tatsächlich festgestellten Problem zu unterscheiden.

Materialien, die zum Zeitpunkt des Baus üblich und zulässig waren, können Jahrzehnte später besondere Anforderungen an Untersuchung, Arbeitsschutz, Rückbau und Entsorgung auslösen.

Die Einzelheiten zu Schadstoffen, Untersuchungen und Gutachten dokumentieren wir deshalb auf einer eigenen Themenseite.

2023 – Die bisherige Umzugsplanung wird verworfen

Im Sommer 2023 änderte sich die grundlegende Planung erneut.

Der über Jahre vorbereitete Umzug der Goethe-Schule an den Heidkamp-Standort wurde in der bisherigen Form nicht weiterverfolgt.

Damit musste die Zukunft des Standortes an der Goethestraße neu bewertet werden.

Die jahrelange Übergangssituation endete – allerdings ohne bereits eine fertige neue Lösung zu haben.

2024 – Zwei grundlegend unterschiedliche Lösungen

2024 wurde die Zukunft der Goethe-Schule erneut grundsätzlich diskutiert. Dabei standen zwei sehr unterschiedliche Lösungen gegenüber.

Der erste Lösungsansatz hielt im Kern an der Verlagerung der Goethe-Schule zum Schulzentrum Süd fest. Da inzwischen sowohl die Goethe-Schule als auch das Elsensee-Gymnasium zusätzlichen Raumbedarf hatten, sollte das Elsensee-Gymnasium auf seiner Nordostseite durch einen neuen Gebäuderiegel erweitert werden.

Vorgesehen waren dort zwölf Klassenräume sowie zusätzliche Gruppen- und Nebenräume und eine weitere Mensa. Die Kosten wurden damals grob auf 19,9 Millionen Euro geschätzt.

Hinzu kamen weitere rund 4 Millionen Euro für die notwendige Erweiterung der Sporthalle Heidkamp.

Der zweite Lösungsansatz bedeutete einen grundlegenden Kurswechsel: Die Goethe-Schule sollte nicht mehr zum Schulzentrum Süd umziehen, sondern als eigenständige Grundschule am bisherigen Standort an der Goethestraße erhalten und dort neu gebaut werden.

Für diesen Neubau wurden damals rund 15 Millionen Euro höhere Kosten als für die Gebäuderiegel-Lösung genannt. Damit lag die erste grobe Größenordnung für den Neubau bei etwa 35 Millionen Euro.

Dabei handelte es sich noch nicht um eine belastbare Kostenberechnung, sondern um eine frühe Kostengrößenordnung für den Variantenvergleich.

Der Neubau sollte dafür zusätzliche Möglichkeiten bieten. Neben den erforderlichen Schulräumen waren zusätzliche Räume für die Ganztagsbetreuung sowie für Drittnutzungen, beispielsweise durch die Musikschule, vorgesehen.

Damit standen 2024 nicht einfach zwei verschiedene Bauvarianten am selben Standort zur Wahl. Es ging um zwei grundsätzlich unterschiedliche Konzepte:

Verlagerung der Goethe-Schule an das Schulzentrum Süd mit Erweiterung des Elsensee-Gymnasiums – oder Erhalt der eigenständigen Goethe-Schule durch einen Neubau an der Goethestraße.

Politisch setzte sich schließlich die zweite Richtung durch.

Dauerhafte Dreizügigkeit

Eine wesentliche Grundlage der weiteren Planung ist die Entscheidung, die Goethe-Schule dauerhaft dreizügig auszulegen.

Die Entwicklung der Schülerzahlen unterstreicht die Bedeutung ausreichender Kapazitäten. Während die Schule über viele Jahre von etwas mehr als 200 Kindern besucht wurde, liegt die Zahl inzwischen bei rund 259 Schülerinnen und Schülern.

Schulgebäude werden für mehrere Jahrzehnte errichtet. Eine Planung ausschließlich auf den heutigen Bedarf würde deshalb wenig Spielraum für steigende Schülerzahlen, veränderte Einzugsbereiche, zusätzliche pädagogische Anforderungen oder andere Entwicklungen lassen.

Mit der Dreizügigkeit soll ein Schulstandort entstehen, der langfristig ausreichend Kapazitäten bietet.

Ende 2024 – Entscheidung in Richtung Neubau

Ende 2024 sprach sich der zuständige politische Ausschuss für einen Neubau der Goethe-Schule am bisherigen Standort aus.

Damit veränderte sich die Perspektive grundlegend.

Nach Jahrzehnten mit Reparaturen, Sanierungsüberlegungen, technischen Verbesserungen und einer zeitweise weit fortgeschrittenen Umzugsplanung sollte die Schule nun an der Goethestraße bleiben – allerdings perspektivisch in einem neuen Gebäude.

Februar 2025 – Planungsrecht für den neuen Schulstandort

Im Februar 2025 beschloss die Ratsversammlung die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 114 „Goetheschule“.

Damit sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für eine umfassende Neuordnung des Geländes geschaffen werden.

Vorgesehen ist eine moderne dreizügige Grundschule mit den zusätzlichen Flächen, die ein heutiger Ganztagsbetrieb benötigt.

Dazu gehören neben Klassenräumen unter anderem Gruppen- und Differenzierungsräume, Betreuungsbereiche, Fachräume, eine Mensa sowie weitere gemeinschaftlich nutzbare Flächen.

Auch die Sportinfrastruktur soll neu geordnet werden.

Verkehr und Erschließung als Herausforderung

Ein Neubau am bestehenden Standort hat einen großen Vorteil: Die Goethe-Schule bleibt in ihrem bisherigen Einzugsbereich.

Gleichzeitig entsteht daraus eine besondere planerische Herausforderung.

Bereits der tägliche Schulverkehr muss sicher organisiert werden. Schülerinnen und Schüler kommen zu Fuß, mit dem Fahrrad oder werden mit dem Auto gebracht und abgeholt.

Während einer mehrjährigen Bauphase kommen zusätzlich Baustellenfahrzeuge, Lieferverkehr und möglicherweise veränderte Wegeführungen hinzu.

Gerade deshalb müssen Verkehr und Erschließung frühzeitig Bestandteil der Planung sein.

Kinder und Baustellenverkehr müssen während des laufenden Schulbetriebs zuverlässig voneinander getrennt werden.

Bauen bei laufendem Schulbetrieb

Nach den bisherigen Überlegungen soll der Neubau zunächst auf einem anderen Teil des vorhandenen Schulgeländes entstehen.

Damit könnte das heutige Schulgebäude zunächst weiter genutzt werden.

Erst nach Fertigstellung und Umzug in den Neubau könnten die bestehenden Gebäude zurückgebaut und die übrigen Flächen neu gestaltet werden.

Dieses Vorgehen vermeidet zwar einen vollständigen Zwischenumzug der Schule, bringt aber andere Herausforderungen mit sich.

Über einen längeren Zeitraum würden Schulbetrieb und Großbaustelle unmittelbar nebeneinander stattfinden.

Lärm, Staub, Baustellenverkehr, Sicherheit, Pausenflächen, Sportmöglichkeiten und Schulwege müssen deshalb von Beginn an mitgedacht werden.

Außenanlagen, Sport und Ausstattung

Bei den Gesamtkosten einer neuen Schule geht es nicht allein um das eigentliche Schulgebäude.

Hinzu kommen unter anderem:

  • Außenanlagen und Schulhof
  • Sportflächen
  • Sporthalle
  • Erschließung und Verkehrsflächen
  • technische Infrastruktur
  • Ausstattung und Möblierung
  • Küche und Mensa
  • digitale Ausstattung
  • Umzüge und Übergangslösungen

Gerade bei großen kommunalen Bauprojekten können diese zusätzlichen Kosten einen erheblichen Anteil an den Gesamtkosten ausmachen.

Ein Vergleich verschiedener Planungsvarianten ist deshalb nur sinnvoll, wenn tatsächlich sämtliche notwendigen Kosten einbezogen werden.

2026 – Noch am Anfang der konkreten Planung

2026 befindet sich das Projekt weiterhin in einer frühen Planungsphase.

Zunächst müssen die tatsächlichen Anforderungen an Schule, Ganztagsbetreuung, Sport, Musikschule, Verkehrserschließung und Außenanlagen konkretisiert werden.

Erst danach lässt sich seriös bestimmen, wie groß das Gebäude werden muss, welche Bauform sinnvoll ist und mit welchen Gesamtkosten gerechnet werden muss.

Die im Jahr 2024 genannten rund 35 Millionen Euro für den Neubau waren deshalb eine frühe Größenordnung aus dem Variantenvergleich und keine abschließende Kostenberechnung.

Auch deshalb sind frühe Kostenschätzungen mit Vorsicht zu betrachten.

Vom Sanierungsfall zum Neubauprojekt

Die bauliche Geschichte der Goethe-Schule zeigt vor allem eines:

Die Entscheidung für einen Neubau ist nicht plötzlich entstanden.

Über viele Jahre wurde immer wieder in das bestehende Gebäude investiert. Sanierungen wurden geplant, Millionenbeträge diskutiert, technische Anlagen erneuert und schließlich sogar ein Umzug an einen anderen Standort vorbereitet.

Anschließend wurden zwei grundsätzlich unterschiedliche Zukunftsmodelle gegenübergestellt: die Verlagerung an das Schulzentrum Süd mit einem neuen Gebäuderiegel am Elsensee-Gymnasium oder der Neubau einer eigenständigen Goethe-Schule am bisherigen Standort.

Politisch fiel die Entscheidung zugunsten des Neubaus an der Goethestraße.

Damit ist aus einer jahrzehntelangen Sanierungs- und Standortdiskussion eines der größeren kommunalen Bauprojekte Quickborns geworden.

Hinweise und Ergänzungen willkommen

Diese Dokumentation wird fortlaufend ergänzt.

Falls wir an einer Stelle nicht richtig liegen, Angaben fehlen oder Du weitere Informationen, Unterlagen, Fotos oder Erinnerungen zur baulichen Entwicklung der Goethe-Schule hast, melde Dich gerne bei uns.

Wir freuen uns über Hinweise, Korrekturen und Ergänzungen.