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  • SPD fordert Kurswechsel: Quickborns Haushaltsprobleme verschärfen die politische Debatte

    SPD fordert Verantwortung statt Wunschdenken

    Die Diskussion über die finanzielle Zukunft Quickborns verschärft sich. In einer ausführlichen Stellungnahme vom 26. Oktober 2026 fordert die SPD einen konsequenten Konsolidierungskurs und wirft insbesondere CDU und FDP vor, weiterhin zu stark auf künftiges Wirtschaftswachstum und steigende Einnahmen zu setzen.

    Unter der Überschrift „Quo vadis, Quickborn? Verantwortung statt Wunschdenken“ erinnert die SPD daran, dass sie bereits im November 2024 eine deutliche Reduzierung des Haushaltsdefizits gefordert hatte. Damals sollte der erwartete Fehlbetrag von rund zehn auf sechs Millionen Euro gesenkt werden. Der entsprechende Antrag fand keine Mehrheit.

    Heute ist die finanzielle Situation wesentlich schwieriger.

    Die Zahlen zeigen den Handlungsbedarf

    Die SPD spricht in ihrer aktuellen Veröffentlichung von rund 17 Millionen Euro Defizit. Der erste Haushaltsentwurf für 2027 vom August 2026 weist einen Fehlbetrag von 15,24 Millionen Euro aus. Aus der SPD-Veröffentlichung geht nicht hervor, ob ihre höhere Angabe auf einer inzwischen aktualisierten Planung beruht.

    Die Entwicklung ist unabhängig davon besorgniserregend.

    Haushaltskennzahl 2027 – erster Entwurf
    Geplante Erträge 89,06 Mio. Euro
    Geplante Aufwendungen 104,30 Mio. Euro
    Jahresfehlbetrag 15,24 Mio. Euro
    Liquiditätsdefizit im laufenden Betrieb 9,22 Mio. Euro
    Geplante Fehlbeträge 2027–2030 59,77 Mio. Euro

    Bereits eine Analyse von Quickborn Aktuell vom 21. Oktober zeigte, dass die städtischen Aufwendungen zwischen 2024 und 2027 um rund 18,3 Millionen Euro steigen sollen. Die Erträge wachsen im gleichen Zeitraum lediglich um rund 4,3 Millionen Euro.

    Damit wird deutlich: Die finanziellen Schwierigkeiten lassen sich nicht allein mit fehlenden Gewerbesteuereinnahmen erklären. Auch die Ausgabenentwicklung muss überprüft werden.

    SPD und Grüne fordern einen anderen Haushaltskurs

    Politisch haben sich inzwischen zwei unterschiedliche Positionen herausgebildet.

    SPD und Grüne drängen auf zusätzliche Einsparungen und eine stärkere Priorisierung der städtischen Vorhaben. CDU und FDP unterstützen dagegen bislang den eingeschlagenen Haushaltskurs.

    Bereits Anfang Oktober hatten die Grünen zwei Anträge zur Haushaltskonsolidierung eingebracht. Einer davon sah vor, die geplante Umgehungsstraße V9 zunächst um mehrere Jahre zu verschieben und dem Neubau der Goetheschule Vorrang einzuräumen.

    Der zweite Antrag forderte zusätzliche Einsparvorschläge bei den Verwaltungsaufwendungen sowie eine Überprüfung der Einnahmemöglichkeiten.

    Die SPD unterstützte beide Anträge. CDU und FDP folgten dieser Linie in den Ausschussberatungen nicht.

    Die SPD erinnert an ihre Warnungen von 2024

    In ihrer aktuellen Veröffentlichung kritisiert die SPD, dass frühere Warnungen nicht ausreichend berücksichtigt worden seien.

    Zugleich wehrt sie sich gegen den Vorwurf, ein Sparkurs bedeute zwangsläufig die Schließung sozialer Einrichtungen oder den Abbau wichtiger kommunaler Leistungen.

    Die Sozialdemokraten verweisen auf die Bedeutung von Kinderbetreuung, Schulen, Jugendarbeit, Vereinen und kulturellen Angeboten. Gerade diese Bereiche könnten langfristig gefährdet werden, wenn die Stadt ihre finanzielle Handlungsfähigkeit verliere.

    Darin liegt allerdings auch die Schwierigkeit der anstehenden Haushaltsberatungen: Wer wichtige Leistungen erhalten will, muss an anderer Stelle entsprechende Einsparungen erreichen.

    Wo sollen die Millionen eingespart werden?

    So deutlich die SPD ihre Kritik formuliert, so offen bleibt im aktuellen Beitrag die praktische Umsetzung.

    Die Sozialdemokraten erinnern an ihre frühere Forderung, das Defizit um mehrere Millionen Euro zu reduzieren. Einen aktuellen, nach Einzelmaßnahmen und finanziellen Auswirkungen aufgeschlüsselten Konsolidierungsplan enthält ihre Stellungnahme jedoch nicht.

    Die politischen Positionen unterscheiden sich damit bereits bei der Frage, wie dringend zusätzliche Einsparungen notwendig sind. Noch schwieriger dürfte die Verständigung darüber werden, welche Ausgaben tatsächlich reduziert werden sollen.

    Dabei reichen kleinere Kürzungen bei freiwilligen Zuschüssen kaum aus, um ein jährliches Defizit in zweistelliger Millionenhöhe auszugleichen.

    Auch die Verschiebung von Investitionen kann zwar den künftigen Kreditbedarf und die damit verbundenen Finanzierungskosten reduzieren. Die laufenden Ausgaben der Stadt werden dadurch aber nicht automatisch im erforderlichen Umfang gesenkt.

    Ein wirksames Konsolidierungsprogramm müsste deshalb insbesondere die dauerhaften Aufwendungen und die Organisation der kommunalen Leistungen einbeziehen.

    Entscheidend sind die nächsten Haushaltsberatungen

    Mit ihrer Veröffentlichung macht die SPD deutlich, dass sie den bisherigen finanzpolitischen Kurs nicht mittragen will.

    Damit wächst der politische Druck auf alle Fraktionen, konkrete Alternativen zu benennen.

    Denn letztlich muss die Ratsversammlung entscheiden, welche Leistungen und Investitionen Vorrang haben, welche Vorhaben verschoben werden können und an welchen Stellen die Stadt dauerhaft wirtschaftlicher arbeiten muss.

    Die zentrale Frage lautet deshalb nicht mehr, ob Quickborn ein erhebliches Haushaltsproblem hat. Das zeigen bereits die Zahlen.

    Entscheidend ist, welche politischen Mehrheiten sich für nachvollziehbare und finanziell wirksame Maßnahmen finden lassen.

    Weitere Beiträge zu Haushalt und Finanzen

    Quickborn Aktuell begleitet die Haushaltsentwicklung mit eigenen Analysen, Berichten über die politischen Beratungen und Untersuchungen einzelner Ausgabenbereiche.

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    Quellen und weiterführende Informationen

  • Diese Rede gehört in die Quickborner Ratsversammlung. Chapeau, Annabell Krämer!

    Diese Rede gehört in die Quickborner Ratsversammlung. Chapeau, Annabell Krämer!

    Quickborn Aktuell | 13. Oktober 2026 | Thomas Köppl

    In Kiel warnt die FDP vor immer neuen kommunalen Schulden. In Quickborn trägt die Partei den finanzpolitischen Kurs der CDU mit. Eine Landtagsrede, die auch vor Ort zu denken geben sollte.

    Klare Worte aus dem Landtag

    Manchmal hört man eine politische Rede und denkt: Genau das müsste jetzt auch einmal in Quickborn gesagt werden.

    Am 7. Oktober 2026 hat die FDP-Landtagsabgeordnete Annabell Krämer im Schleswig-Holsteinischen Landtag eine bemerkenswerte Rede gehalten. Thema war die geplante Erleichterung der Kreditaufnahme für finanziell angeschlagene Kommunen.

    Krämer fand deutliche Worte gegen eine Politik, die Haushaltsprobleme mit immer neuen Schulden beantwortet.

    „Die Entscheidung über einen Kredit fällt heute. Zinsen und Tilgung zahlen die Haushalte von morgen.“

    Ein Satz, der genauso gut über der nächsten Quickborner Ratsversammlung stehen könnte.

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    Quickborn liefert das passende Beispiel

    Denn während Annabell Krämer in Kiel vor einer kommunalen Schuldenspirale warnt, entwickelt sich der Quickborner Haushalt in genau diese Richtung.

    Der Haushaltsentwurf 2027 weist ein Defizit von rund 15,24 Millionen Euro aus. Bis 2030 summieren sich die geplanten Fehlbeträge auf rund 59,77 Millionen Euro.

    Neue Investitionskredite treiben die Verschuldung weiter nach oben. Gleichzeitig steigen die Zinsausgaben. Von rund 1,65 Millionen Euro im Jahr 2025 auf voraussichtlich 3,42 Millionen Euro im Jahr 2030.

    Geld, das dann weder für Schulen noch für Straßen, Vereine oder andere kommunale Aufgaben zur Verfügung steht.

    Und die großen Investitionen der kommenden Jahre sind längst nicht alle vollständig finanziell berücksichtigt.

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    In Kiel warnen, in Quickborn mittragen?

    Besonders interessant wird Krämers Rede beim Blick auf die Quickborner FDP.

    Während ihre Parteifreundin im Landtag die Verschuldungspolitik von CDU und Grünen scharf kritisiert, trägt die FDP in Quickborn den finanzpolitischen Kurs der CDU mit.

    Dabei sind die Haushaltsprobleme bekannt. Die Defizite wachsen, die Kreditbelastung steigt und eine belastbare Sparbilanz der Stadtverwaltung liegt weiterhin nicht vor.

    Natürlich brauchen Kommunen Investitionen. Schulen müssen gebaut, Straßen erhalten und gesetzliche Aufgaben erfüllt werden.

    Aber nicht jede Investition ist deshalb automatisch wirtschaftlich. Und nicht jedes politisch gewünschte Projekt wird dadurch finanzierbar, dass sich die Stadt weiteres Geld leiht.

    Genau davor warnt Annabell Krämer.

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    Eine Rede mit Wirkung – hoffentlich auch in Quickborn

    Krämer beschreibt einen einfachen Zusammenhang: Wer dauerhaft mehr ausgibt, als er einnimmt, löst seine Probleme nicht durch zusätzliche Kredite.

    Das gilt für das Land Schleswig-Holstein. Und selbstverständlich auch für die Stadt Quickborn.

    Bemerkenswert ist dabei, dass Annabell Krämer als finanzpolitische Sprecherin ihrer Fraktion nicht irgendeine Stimme innerhalb der FDP ist. Sie gehört zu denjenigen, die den finanzpolitischen Kurs ihrer Partei maßgeblich prägen.

    Vielleicht lohnt es sich deshalb, ihre Rede auch innerhalb der Quickborner FDP einmal gründlich zu lesen.

    Denn die entscheidende Frage lautet nicht, wie viel Geld eine Stadt noch leihen darf.

    Die entscheidende Frage lautet, wie viel Verschuldung sie ihren Bürgerinnen und Bürgern und den kommenden Generationen noch zumuten kann.

    Annabell Krämer hat dazu in Kiel eine klare Haltung gezeigt.

    Chapeau!

    Diese Rede gehört in die Quickborner Ratsversammlung. Am besten noch vor der nächsten Haushaltsentscheidung.

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