Schlagwort: Goetheschule

  • Quickborns Haushalt: Grüne warnen vor Überschuldung und fordern Konsequenzen

    89 Millionen Euro Erträge, mehr als 104 Millionen Euro Aufwendungen und rund 15 Millionen Euro Defizit: Die Grünen in Quickborn warnen vor einer dramatischen Entwicklung der Stadtfinanzen. Sie fordern einen konsequenten Konsolidierungskurs und haben dazu zwei konkrete Anträge gestellt. Unterstützung erhielten sie von der SPD. CDU und FDP tragen den bisherigen Haushaltskurs weiter mit.

    13. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell | Redaktion: Thomas Köppl

    Stadt droht 2030 die Überschuldung

    Die Grünen haben sich in einem aktuellen Facebook-Beitrag deutlich zur finanziellen Lage Quickborns geäußert. Grundlage sind die Haushaltsplanungen für 2027 mit einem vorgesehenen Defizit von rund 15 Millionen Euro.

    Nach den aktuellen Planungen droht der Stadt bis 2030 die bilanzielle Überschuldung. Die Verbindlichkeiten würden dann das gesamte städtische Vermögen übersteigen.

    Hinzu kommen erhebliche neue Investitionskredite und steigende Zinsaufwendungen. Bereits heute schränken die finanziellen Verpflichtungen die Handlungsmöglichkeiten der Stadt zunehmend ein.

    Die Grünen warnen deshalb davor, dass Quickborn in wenigen Jahren finanziell weitgehend handlungsunfähig werden könnte.

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    Zwei Anträge für einen anderen Haushaltskurs

    Die Grünen haben ihre Forderungen bereits mit zwei konkreten Anträgen in die politischen Beratungen eingebracht. Beide Anträge liegen Quickborn Aktuell vor und wurden bereits ausgewertet.

    Der erste Antrag betrifft die geplante Umgehungsstraße V9. Angesichts der angespannten Haushaltslage und des beschlossenen Neubaus der Goetheschule soll die Straßenbaumaßnahme um mehrere Jahre verschoben werden. Außerdem sollen weitere Investitionen auf Einsparmöglichkeiten überprüft werden.

    Die Grünen begründen ihren Vorstoß mit der notwendigen Priorisierung städtischer Investitionen. Für die V9 sind zudem wesentliche Finanzierungsfragen offen. Auch die erforderlichen naturschutzrechtlichen Untersuchungen stehen noch aus.

    Der zweite Antrag setzt bei den laufenden Ausgaben und Einnahmen an. Die Fraktion fordert konkrete Vorschläge zur Senkung der Verwaltungsaufwendungen und zur Verbesserung der Einnahmesituation.

    Damit geht es nicht allein um die Verschiebung einzelner Bauprojekte, sondern auch um die dauerhafte Entlastung des städtischen Haushalts.

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    SPD unterstützt – CDU und FDP folgen nicht

    Die politischen Positionen wurden bereits in den Ausschussberatungen deutlich.

    Die SPD unterstützte beide Anträge der Grünen. Die FDP lehnte sie ab. Die CDU stimmte im Ausschuss für kommunale Dienstleistungen gegen den entsprechenden Vorstoß und enthielt sich im Finanzausschuss.

    Auch bei der Beratung des Haushaltsentwurfs zeigte sich die unterschiedliche Bewertung der Finanzpolitik: Während CDU und FDP den Entwurf unterstützten, lehnten Grüne und SPD ihn ab.

    Damit stehen zwei unterschiedliche politische Ansätze gegenüber. Grüne und SPD fordern stärkere Einschnitte und eine Überprüfung bisheriger Planungen. CDU und FDP halten am eingeschlagenen Haushaltskurs fest.

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    Klimaschutz bleibt auf der Tagesordnung

    Auf einen Kommentar zu den ökologischen Auswirkungen der kommunalen Planungen erklärten die Grünen ergänzend, dass Klimaschutz weiterhin ein wichtiges Element ihrer politischen Entscheidungen sei.

    Der aktuelle Beitrag konzentriere sich bewusst auf die finanziellen Auswirkungen.

    Zugleich verweist die Fraktion darauf, dass zusätzliche Straßen und die geplante Gewerbeentwicklung entlang der V9 auch zu mehr Verkehr führen werden.

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    Die finanzielle Belastung wächst weiter

    Das Haushaltsdefizit von rund 15 Millionen Euro im Jahr 2027 ist nur ein Teil der finanziellen Herausforderungen.

    Die Stadt plant bis 2029 einen Anstieg der Investitionskredite um rund 53,9 Millionen Euro. Gleichzeitig steigen die jährlichen Zinsaufwendungen nach der Finanzplanung von rund 1,65 Millionen Euro im Jahr 2025 auf etwa 3,42 Millionen Euro im Jahr 2030.

    Diese Entwicklung belastet die künftigen Haushalte zusätzlich. Geld, das für Zinsen ausgegeben werden muss, steht für andere kommunale Aufgaben nicht mehr zur Verfügung.

    Die Grünen fordern deshalb einen Kurswechsel, bevor die finanziellen Handlungsspielräume weiter schrumpfen.

    Die entscheidende politische Auseinandersetzung dreht sich inzwischen nicht mehr um die Feststellung der Haushaltsprobleme, sondern um die Konsequenzen daraus. Die Grünen haben dazu konkrete Anträge eingebracht. Die politischen Mehrheiten für einen solchen Kurswechsel fehlen bislang.

    Quellen

  • 15 Millionen Minus: Grüne wollen V9 verschieben – FDP und CDU tragen Haushalt mit

    Quickborn. Rund 15 Millionen Euro Defizit im Jahr, wachsende Schulden und deutlich steigende Zinsausgaben: Bei den Beratungen über den Haushalt 2027 verschieben sich in Quickborn die politischen Rollen.

    Die Grünen legten zwei Anträge zur Haushaltskonsolidierung vor. Die SPD stimmte zu. Die FDP lehnte ab. Die CDU stimmte im Ausschuss für kommunale Dienstleistungen dagegen und enthielt sich später im Finanzausschuss.

    Beim Haushaltsentwurf selbst war die Aufstellung umgekehrt: CDU und FDP dafür, Grüne und SPD dagegen.

    Was ist die V9?

    Die V9 ist die geplante neue Straßenverbindung über Ohlmöhlenweg und Halenberg. Sie soll die problematische Verkehrssituation an der zu schmalen A7-Brücke der Ulzburger Landstraße lösen. Die rund 1,5 Kilometer lange Verbindung soll künftig Quickborn-Heide besser mit dem Stadtgebiet verbinden.

    Genau dort wollen die Grünen jetzt sparen.

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    Goetheschule vor V9

    Der erste Antrag sieht vor, den Bau der V9 um mehrere Jahre zu verschieben. Gleichzeitig soll die Verwaltung weitere Einsparmöglichkeiten bei den Investitionen für 2027 vorlegen.

    Die Begründung: Der Neubau der Goetheschule habe Vorrang. Fast fünf Millionen Euro für den Trassenbau der V9 seien angesichts der Finanzlage derzeit nicht vertretbar. Nach Fertigstellung der Goetheschule soll das Straßenprojekt neu bewertet werden.

    Die SPD unterstützte den Antrag. FDP und CDU nicht.

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    Auch im laufenden Haushalt sparen

    Der zweite Antrag geht weiter. Die Verwaltung soll weitere Einsparungen bei den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen erarbeiten und gleichzeitig Vorschläge vorlegen, wie die Einnahmesituation der Stadt verbessert werden kann.

    Der finanzielle Hintergrund ist deutlich: Für 2027 plant Quickborn ein Defizit von 15,24 Millionen Euro. Auch in den Folgejahren bleibt das jährliche Minus bei knapp 15 Millionen Euro.

    Auch diesen Antrag unterstützte die SPD. Die FDP lehnte ihn ab. Die CDU stimmte im Ausschuss für kommunale Dienstleistungen dagegen und enthielt sich später im Finanzausschuss.

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    132,6 Millionen Euro Investitionskredite

    Noch deutlicher wird die Lage beim Blick auf die Verschuldung.

    Anfang 2026 lag der Bestand der Investitionskredite bei rund 96,98 Millionen Euro. Nach dem aktuellen Haushaltsentwurf sollen weitere Kredite aufgenommen werden. Nach Abzug der vorgesehenen Tilgungen steigt der Bestand bis Ende 2029 rechnerisch auf rund 132,6 Millionen Euro.

    Hinzu kommt der Liquiditätsbedarf.

    Investitionskredite Ende 2029: rund 132,6 Millionen Euro.
    Zusätzlicher Liquiditätsbedarf Ende 2029: rund 42,1 Millionen Euro.

    Die Investitionskredite sind in der Liquiditätsplanung bereits berücksichtigt. Muss die verbleibende Lücke vollständig über Kassenkredite finanziert werden, läge die Verschuldung insgesamt bei rund 174,7 Millionen Euro.

    2030 wächst die Liquiditätslücke um weitere 11,8 Millionen Euro auf knapp 53,9 Millionen Euro.

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    Zinsausgaben mehr als verdoppelt

    Schulden haben Folgekosten.

    2025 lagen die Zinsen und sonstigen Finanzauszahlungen bei rund 1,65 Millionen Euro. Bis 2030 steigen sie nach der Haushaltsplanung auf rund 3,42 Millionen Euro.

    Damit haben sich diese Ausgaben innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt.

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    Neue Rollen beim Sparen

    Gerade vor diesem Hintergrund fällt das Abstimmungsverhalten auf.

    Haushaltskonsolidierung und Ausgabendisziplin gehörten bei FDP und CDU über Jahre zu den zentralen finanzpolitischen Forderungen.

    Jetzt liegen zwei konkrete Vorschläge auf dem Tisch: Investitionen verschieben, weitere Einsparungen bei den Verwaltungsaufwendungen suchen und die Einnahmesituation verbessern.

    Die FDP lehnt beide Anträge ab. Die CDU trägt sie ebenfalls nicht mit.

    Anschließend stimmen CDU und FDP dem Haushaltsentwurf zu. Grüne und SPD lehnen ihn ab.

    Damit kommen die zusätzlichen Konsolidierungsvorschläge diesmal von den Grünen – unterstützt von der SPD.

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    Was muss jetzt sein – was kann warten?

    Bei der V9 wird die Haushaltsdebatte konkret.

    Die Grünen sagen: Goetheschule zuerst, V9 später.

    CDU und FDP gehen einen anderen Weg.

    Und die Zahlen geben der Debatte Gewicht: knapp 15 Millionen Euro jährliches Defizit, rechnerisch 132,6 Millionen Euro Investitionskredite Ende 2029, zusätzlich 42,1 Millionen Euro Liquiditätsbedarf und Zinsausgaben, die sich bis 2030 mehr als verdoppeln.

    Die entscheidende Frage für Quickborn wird damit immer konkreter:

    Was muss jetzt sein – und was kann warten?


    Veröffentlicht am 7. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell | Thomas Köppl