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  • Quickborn Aktuell – Newsletter Nr. 13: Finanzkrise, Millionenprojekte und Nachrichten aus unserer Stadt

    QUICKBORN AKTUELL – NEWSLETTER NR. 13
    4. November 2026

    Quickborns Finanzkrise verschärft sich – und die nächsten Millionenprojekte warten schon.

    Neue Haushaltsberatungen, zusätzliche Ausgaben für Schulen und Himmelmoor, Fragen zur Kita Nordlicht und lange Wartezeiten beim Schwerbehindertenausweis. Dazu aktuelle Verkehrsregeln, eine neue Hochspannungsleitung und ein Laternenumzug für die ganze Familie.

    Liebe Leserinnen und Leser,

    eigentlich sollte man meinen, dass ein Haushaltsdefizit von rund 17 Millionen Euro für genügend Gesprächsstoff sorgt. In Quickborn ist das offenbar nicht unbedingt der Fall.

    Der Finanzausschuss hat erneut über die städtischen Finanzen beraten. Die Probleme sind bekannt, die Zahlen liegen auf dem Tisch. Was weiterhin fehlt, ist ein überzeugender Weg, wie die Stadt ihre Einnahmen und Ausgaben dauerhaft wieder ins Gleichgewicht bringen will.

    Dabei geht es längst nicht mehr nur um den Haushalt 2027. Die Stadt steht vor Entscheidungen, die über Jahrzehnte Geld kosten werden. Schulen, öffentliche Gebäude und Investitionen im Himmelmoor müssen nicht nur gebaut oder angeschafft, sondern anschließend auch unterhalten und finanziert werden.

    Und während im Rathaus über Millionen gesprochen wird, beschäftigen die Menschen ganz andere Fragen: Warum dauert die Bearbeitung eines Schwerbehindertenausweises bis zu zehn Monate? Wer bezahlt die Klimatisierung einer angemieteten Kita? Und welche Regeln gelten eigentlich für E-Scooter und Elektrofahrräder?

    Es ist also wieder einiges zusammengekommen. Hier ist unser Newsletter Nr. 13.

    1. Finanzausschuss: Finanzkrise erkannt, Auftrag nicht erfüllt

    Der Quickborner Finanzausschuss hat sich erneut mit dem Haushalt 2027 beschäftigt. Inzwischen liegt bereits ein zweiter Haushaltsentwurf vor. Die finanzielle Situation hat sich dadurch nicht verbessert.

    Das Defizit bewegt sich in einer Größenordnung von rund 17 Millionen Euro. Bei einem Haushaltsvolumen von etwa 89 Millionen Euro fehlt damit rechnerisch fast ein Fünftel der benötigten Einnahmen.

    Das ist kein kleines Warnsignal mehr.

    Die Mitglieder des Finanzausschusses haben die Aufgabe, die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt zu sichern und die Haushaltsplanung kritisch zu begleiten. Dazu gehört insbesondere, Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung zu prüfen und entsprechende Entscheidungen vorzubereiten.

    Doch selbst zusätzliche Prüfaufträge, mit denen weitere Einsparmöglichkeiten und höhere Einnahmen untersucht werden sollten, fanden keine Mehrheit.

    Natürlich lassen sich die Finanzprobleme nicht in einer einzigen Sitzung lösen. Aber wenn die Ausgaben dauerhaft deutlich über den Einnahmen liegen, muss die Politik zumindest ernsthaft untersuchen, wie diese Lücke geschlossen werden kann.

    Wer Ausgaben nicht reduzieren will oder kann, muss sich auch mit zusätzlichen Einnahmen beschäftigen. Beides auszuschließen, ist keine Haushaltsstrategie.

    Die redaktionelle Bewertung von Quickborn Aktuell fällt deshalb deutlich aus: Der Finanzausschuss hat seinen eigentlichen Auftrag bislang nicht erfüllt.

    Zum vollständigen Bericht über den Finanzausschuss

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    2. Schulhaushalt: Krisenvorsorge ist sinnvoll – aber wer bezahlt sie?

    Im Ausschuss für Bildung, Kultur und Freizeit geht es auch um die Frage, wie Schulen im Krisenfall technisch ausgestattet werden sollen.

    Dabei steht insbesondere die Notstromversorgung im Mittelpunkt.

    Grundsätzlich ist es sinnvoll, dass sich eine Stadt mit Stromausfällen und anderen Krisensituationen beschäftigt. Allerdings muss klar sein, welche Einrichtungen tatsächlich dauerhaft funktionsfähig bleiben müssen.

    Eine Schule kann bei einem länger andauernden Stromausfall zunächst geschlossen werden. Sicherheitsrelevante Einrichtungen wie Feuerwehr, Rettungsdienst oder zentrale Stellen der öffentlichen Gefahrenabwehr haben dagegen andere Anforderungen.

    Soll ein Schulzentrum zusätzlich als Krisenstützpunkt dienen, ist das eine eigenständige Aufgabe der öffentlichen Sicherheit. Dann müssen auch die Anforderungen und Kosten entsprechend eingeordnet werden.

    Denn mit der Anschaffung eines Notstromaggregats ist es nicht getan. Hinzu kommen elektrische Anpassungen, Umschalttechnik, Wartung, regelmäßige Prüfungen und die Sicherstellung der Kraftstoffversorgung.

    Positiv fällt auf, dass die CDU im Ausschuss kritische Nachfragen gestellt hat. Genau diese Prüfung ist bei der gegenwärtigen Haushaltslage erforderlich.

    Krisenvorsorge ist wichtig. Aber auch sie muss sich eine Stadt leisten können.

    Zum vollständigen Bericht über Schulhaushalt und Krisenvorsorge

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    3. Himmelmoor: 1,2 Millionen Euro für Waagehaus und Nissenhütte

    Das Himmelmoor ist eines der schönsten und beliebtesten Ausflugsziele in Quickborn. Die historische Torfbahn, die Moorlandschaft und die alten Gebäude ziehen zahlreiche Besucher an.

    Jetzt möchte die Stadt rund 1,2 Millionen Euro investieren.

    Etwa 500.000 Euro sind für die Weiterentwicklung des Waagehauses vorgesehen. Es soll künftig als Besucherzentrum dienen und die Angebote besser miteinander verbinden.

    Weitere rund 700.000 Euro sind für die historische Nissenhütte geplant. Dort sollen unter anderem digitale Projektionen, Klanginstallationen und weitere moderne Ausstellungselemente entstehen.

    Für beide Vorhaben erhofft sich die Stadt erhebliche Fördermittel. Insgesamt stehen Zuschüsse von fast 960.000 Euro im Raum. Bei vollständiger Bewilligung bliebe ein städtischer Eigenanteil von rund 240.000 Euro.

    Das klingt zunächst günstig. Allerdings müssen Fördermittel erst tatsächlich bewilligt werden. Und auch geförderte Investitionen verursachen später laufende Kosten.

    Hinzu kommt ein ungelöstes Problem: Schon heute sind Parkplätze und Verkehrswege bei größeren Veranstaltungen stark belastet. Eine vernünftige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr fehlt.

    Die Stadt selbst weist darauf hin, dass das Gebiet und die dort aktiven Vereine bereits an ihre Belastungsgrenzen stoßen.

    Das Waagehaus weiterzuentwickeln, ist nachvollziehbar. Ob die Nissenhütte für 700.000 Euro zu einer modernen Erlebniswelt umgebaut werden muss, verdient dagegen eine besonders sorgfältige Prüfung.

    Zum vollständigen Bericht über die Himmelmoor-Projekte

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    4. Kita Nordlicht: Bis zu 35 Grad – und viele offene Fragen

    Die AWO-Kita Nordlicht in Quickborn-Heide wurde 2019 als ökologisches Vorzeigeprojekt eröffnet.

    Heute gibt es dort offenbar erhebliche Probleme mit sommerlicher Hitze.

    Nach Angaben der Stadt sollen in den Gruppenräumen Temperaturen von bis zu 35 Grad erreicht worden sein. Im vergangenen Sommer mussten Eltern ihre Kinder teilweise vorzeitig abholen.

    Jetzt stehen technische Maßnahmen zur Diskussion, darunter eine Kühlung der Räume und eine Photovoltaikanlage.

    Dass Kinder und Beschäftigte vor übermäßiger Hitze geschützt werden müssen, steht außer Frage.

    Ungewöhnlich ist allerdings die Finanzierung: Das Gebäude gehört nicht der Stadt, sondern wird angemietet. Deshalb stellt sich die Frage, weshalb die Stadt die baulichen Verbesserungen vollständig bezahlen soll und welche Verpflichtungen der Eigentümer hat.

    Hinzu kommt ein weiteres Problem. Nach den vorliegenden Unterlagen wurden Durchlauferhitzer wegen einer möglichen Legionellengefahr entfernt. Eine Warmwasseraufbereitung ist deshalb nicht mehr vorhanden.

    Warum die Geräte ausgebaut werden mussten und wie die Warmwasserversorgung künftig sichergestellt werden soll, ist bislang nicht ausreichend erläutert.

    Auch die Kosten der geplanten technischen Maßnahmen waren in der veröffentlichten Beschlussvorlage nicht beziffert.

    Quickborn Aktuell hat deshalb bei der Stadt nachgefragt.

    Zum vollständigen Bericht über die Kita Nordlicht

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    5. Schwerbehindertenausweis: Zehn Monate Wartezeit für eine 95-Jährige

    Ein Bericht des NDR über eine 95-jährige Quickbornerin zeigt, wie belastend lange Verwaltungsverfahren sein können.

    Irma Weiher sitzt im Rollstuhl. Ihr Sohn Bernd holt sie regelmäßig aus dem Pflegeheim ab und unternimmt mit ihr kleine Ausflüge.

    Für die Nutzung eines Behindertenparkplatzes benötigt er einen entsprechenden Parkausweis. Voraussetzung dafür ist in diesem Fall das Merkzeichen „aG“ im Schwerbehindertenausweis seiner Mutter.

    Doch die Bearbeitung eines entsprechenden Antrags könnte bis zu zehn Monate dauern.

    Angesichts des hohen Alters seiner Mutter hat der Sohn schließlich auf den Antrag verzichtet.

    Der Fall steht für ein größeres Problem in Schleswig-Holstein. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit lag 2025 bei mehr als sechs Monaten. Das Land möchte sie auf höchstens drei Monate reduzieren.

    Zwölf zusätzliche befristete Stellen sollen helfen, die Rückstände abzubauen. Gleichzeitig werden weitere Möglichkeiten zur Digitalisierung der Verfahren geprüft.

    Das ist dringend notwendig.

    Denn zehn Monate sind für eine Verwaltung möglicherweise nur eine Bearbeitungszeit. Für eine 95-jährige Frau können sie einen erheblichen Teil ihrer verbleibenden Lebenszeit bedeuten.

    Quickborn Aktuell hat den Fall und die Hintergründe ausführlich dargestellt. Dort ist auch der Fernsehbeitrag des NDR verlinkt.

    Zum vollständigen Bericht mit NDR-Fernsehbeitrag

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    6. E-Scooter, Pedelec oder E-Bike: Was darf eigentlich auf die Straße?

    Eine aktuelle Polizeimeldung war für uns Anlass, die Verkehrsregeln für elektrisch unterstützte Zweiräder einmal verständlich zusammenzustellen.

    Denn längst nicht alles, was wie ein Fahrrad aussieht, ist rechtlich auch eines.

    Ein gewöhnliches Pedelec, dessen Motor nur beim Treten unterstützt und bei 25 km/h abschaltet, gilt grundsätzlich als Fahrrad. Dafür sind weder ein Versicherungskennzeichen noch ein Führerschein erforderlich.

    Anders sieht es bei schnellen S-Pedelecs aus, die bis zu 45 km/h unterstützen. Sie gehören zu den Kleinkrafträdern. Hier gelten unter anderem eine Versicherungs- und Fahrerlaubnispflicht.

    Auch E-Scooter benötigen eine eigene Haftpflichtversicherung und eine gültige Versicherungsplakette. Sie dürfen grundsätzlich ab 14 Jahren gefahren werden.

    Während gewöhnliche Pedelecs die für Fahrräder geltenden Regeln nutzen, dürfen S-Pedelecs nicht einfach auf normalen Radwegen fahren. Für E-Scooter gelten wiederum besondere Vorschriften.

    Wir haben die wichtigsten Regeln zu Alter, Versicherung, Führerschein und erlaubten Verkehrsflächen übersichtlich zusammengestellt.

    Zum ausführlichen Ratgeber über E-Scooter und Elektrofahrräder

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    7. Neue Hochspannungsleitung am Rantzauer Forst

    Auch beim Ausbau des Stromnetzes gibt es Neuigkeiten.

    Eine neue 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung soll den Nordosten Quickborns berühren. Der Rantzauer Forst soll dabei vollständig überspannt werden.

    Der Baubeginn ist nach der bisherigen Planung für 2028 vorgesehen.

    Hintergrund ist der notwendige Ausbau der Stromnetze. Die Elektrifizierung von Verkehr und Wärmeversorgung sowie die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien verändern die Anforderungen an die Infrastruktur.

    Die geplante Trassenführung ist deshalb nicht nur für die Energieversorgung interessant, sondern auch für den Natur- und Landschaftsschutz.

    Quickborn Aktuell hat die Planungen und ihre Bedeutung für unsere Stadt zusammengefasst.

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    8. Samstag wird es gemütlich: Großer Laternenumzug bei famila

    Nach so vielen Haushaltszahlen und politischen Diskussionen gibt es zum Abschluss noch einen schönen Veranstaltungstipp.

    Am Samstag, 7. November, lädt famila Quickborn zum großen Laternenumzug auf dem Gelände an der Pascalstraße ein.

    Bereits ab 16 Uhr beginnt das Familienprogramm mit Feuerwehrfahrzeugen, Kinderschminken, Hüpfburg und weiteren Aktionen.

    Um 18.30 Uhr startet der Laternenumzug. Für die musikalische Begleitung sorgt der Spielmannszug Klein Nordende-Lieth.

    Auch die Quickborner Feuerwehr ist dabei. Ein großes Feuerwerk gehört ebenfalls zum angekündigten Programm.

    Gerade für Familien mit Kindern ist das eine schöne Gelegenheit, gemeinsam einen herbstlichen Abend zu verbringen.

    Also Laternen herausholen, warme Jacken anziehen und auf nach Quickborn!

    Alle Informationen zum famila-Laternenumzug

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    Zum Schluss

    Liebe Leserinnen und Leser,

    die vergangenen Tage zeigen wieder einmal, wie eng die großen politischen Entscheidungen mit dem Alltag in unserer Stadt verbunden sind.

    Wenn die Stadt zusätzliche Millionen ausgeben möchte, geht es nicht nur um Haushaltszahlen. Es geht um die Frage, welche Aufgaben künftig noch finanziert werden können und welche Belastungen auf die Bürgerinnen und Bürger zukommen.

    Gleichzeitig darf bei allen Sparbemühungen nicht vergessen werden, dass es um Menschen geht: um Kinder in Kindertagesstätten, um ältere Menschen, die auf schnelle Verwaltungsentscheidungen angewiesen sind, und um Familien, die eine lebenswerte Stadt erwarten.

    Wir werden die weiteren Haushaltsberatungen kritisch begleiten und auch künftig genau hinschauen, wenn öffentliche Gelder ausgegeben werden sollen.

    Und selbstverständlich berichten wir weiterhin über das, was Quickborn lebendig macht: Vereine, Veranstaltungen, ehrenamtliches Engagement und die vielen Menschen, die sich für unsere Stadt einsetzen.

    Wenn Ihr Hinweise, Anregungen oder interessante Nachrichten habt, schreibt uns gerne.

    Und wenn Euch unser Newsletter gefällt, empfehlt ihn weiter. Er ist kostenlos und soll möglichst viele Menschen in Quickborn erreichen.

    Herzliche Grüße

    Thomas Köppl
    Quickborn Aktuell

    Quickborn Aktuell – unabhängig, kritisch und nah dran.

    Homepage: quickbornaktuell.de

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  • Quickborns Finanzausschuss: Finanzkrise erkannt, Auftrag nicht erfüllt

    Rund 15 Millionen Euro Defizit jährlich, wachsende Kreditabhängigkeit und ein nach damaliger Planung bis 2030 aufgezehrtes Eigenkapital: Schon die Unterlagen für Quickborns Finanzausschuss am 6. Oktober ließen an der ernsten Lage keinen Zweifel. Mittlerweile liegt ein zweiter Haushaltsentwurf vor, der die finanzielle Situation noch schlechter darstellt. Doch bereits in der ersten Beratungsrunde fanden nicht einmal zwei Aufträge eine Mehrheit, weitere Einsparungen und Einnahmeverbesserungen auszuarbeiten.

    Die Haushaltsansätze seines Zuständigkeitsbereichs empfahl der Ausschuss dagegen mit fünf gegen drei Stimmen. Ein zusätzlicher Beitrag zur dauerhaften Stabilisierung des Haushalts ist im dokumentierten Beratungsergebnis nicht erkennbar.

    Die Warnung stammt aus der Verwaltung

    Der erste Haushaltsentwurf für 2027 sah Erträge von rund 89,06 Millionen Euro und Aufwendungen von 104,30 Millionen Euro vor. Daraus ergab sich ein Fehlbetrag von 15,24 Millionen Euro. Auch für die drei folgenden Jahre waren jeweils annähernd 15 Millionen Euro Defizit eingeplant.

    Für 2027 bis 2030 summierten sich die vorgesehenen Verluste auf 59,77 Millionen Euro. Zusammen mit dem geplanten Fehlbetrag 2026 würde nach Darstellung der Verwaltung das Ende 2025 ausgewiesene Eigenkapital von rund 68,71 Millionen Euro bis 2030 aufgezehrt.

    Das war keine Warnung einer oppositionellen Fraktion, sondern die Aussage der städtischen Haushaltsvorlage. Und diese Zahlen stammen noch aus dem ersten Entwurf. Der inzwischen vorliegende zweite Entwurf verschärft das Bild.

    Selbst für den laufenden Betrieb fehlt Geld

    Die Schwierigkeiten beschränken sich nicht auf Abschreibungen und andere rechnerische Belastungen. Bereits im ersten Entwurf fehlten im laufenden Zahlungsverkehr 2027 rund 9,22 Millionen Euro. Hinzu kamen rund 3,83 Millionen Euro Kredittilgung. Zusammen mussten damit etwa 13,06 Millionen Euro finanziert werden, bevor neue Investitionen berücksichtigt wurden.

    Der vorgesehene Höchstbetrag der Kassenkredite sollte von 15 auf 30 Millionen Euro steigen. Für Investitionen waren 2027 zusätzlich Kreditaufnahmen von rund 16,59 Millionen Euro eingeplant.

    Die Vorlage beschrieb damit eine Stadt, die ihren laufenden Betrieb und die Tilgung bestehender Investitionskredite nicht mehr aus ihren laufenden Einzahlungen finanzieren konnte.

    In der Sitzung verwies die Verwaltung auf weiter verschärfte Rahmenbedingungen. Insbesondere Kreisumlage und Finanzausgleichsumlage sollten gegenüber dem Vorjahr zusammen um rund 1,4 Millionen Euro steigen. Die Möglichkeiten zur Verbesserung im zweiten Haushaltsentwurf wurden als begrenzt eingeschätzt.

    Nicht einmal weitere Vorschläge werden eingefordert

    Die Grünen beantragten, die Verwaltung mit weiteren Vorschlägen zur Haushaltskonsolidierung zu beauftragen. Geprüft werden sollten zusätzliche Einsparungen bei den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen und Möglichkeiten, die Einnahmesituation zu verbessern.

    Der Antrag erhielt drei Ja-Stimmen bei drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Damit fand er keine Mehrheit.

    Ebenso erging es einem zweiten Prüfauftrag. Die Verwaltung sollte Vorschläge zur Kürzung weiterer Investitionsmittel vorlegen, insbesondere beim allgemeinen Grunderwerb und bei der Gestaltung von Außenanlagen. Weitgehend förderfinanzierte Vorhaben sollten dabei ausgenommen werden. Auch hier lautete das Ergebnis: drei Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen.

    Damit scheiterten keine abschließend ausgearbeiteten Kürzungen einzelner Leistungen. Nicht einmal der Auftrag, weitere Möglichkeiten zu erarbeiten und zur politischen Beratung vorzulegen, setzte sich durch.

    Die Verwaltung erklärte, bereits vor dem ersten Entwurf sei die Planung einem sehr kritischen Prozess unterzogen worden. Welche zusätzlichen Handlungsmöglichkeiten der Ausschuss selbst sah, welche Alternativen er verlangte oder welche konkreten Konsolidierungsziele er setzen wollte, ist der Niederschrift nicht zu entnehmen. Sie vermerkt eine „rege Diskussion“, gibt deren wesentliche Argumente aber nicht wieder.

    Welche Fraktionen für oder gegen die Anträge stimmten, lässt sich ebenfalls nicht sicher feststellen. Das Protokoll nennt nur die Stimmenzahlen.

    Der Umgang mit der V9 bleibt offen

    Der beigefügte ursprüngliche Investitionsantrag der Grünen enthielt außerdem die Forderung, den Bau der V9 um mehrere Jahre zu verschieben und nach Fertigstellung der Goetheschule neu zu bewerten.

    Im protokollierten Abstimmungstext erscheint diese Forderung jedoch nicht. Dort geht es nur um weitere Investitionskürzungen. Eine gesonderte Entscheidung über die Verschiebung der V9 ist in dieser Niederschrift nicht dokumentiert. Der Umgang mit diesem Teil des ursprünglichen Antrags bleibt damit offen.

    320.530 Euro zusätzlich für Gebäude am Himmelmoor

    Einstimmig empfahl der Ausschuss der Ratsversammlung, 320.530 Euro zusätzlich für die Gebäude Himmelmoorstraße 4 bis 6 bereitzustellen. Hintergrund waren erhebliche Sicherheitsmängel an den elektrischen Anlagen. Betroffen sind unter anderem die Nissenhütte mit Werkstatt, das Henri-Goldstein-Haus und weitere Gebäudeteile einschließlich einer Mietwohnung.

    Die Vorlage nennt beschädigte Leitungsisolierungen, unsachgerechte Leitungsverlegung, offene oder unzureichend verschlossene Klemmdosen und fehlenden Schutz gegen elektrischen Schlag. Nach Darstellung der Verwaltung drohte ohne kurzfristige Abhilfe die Stilllegung des Stromanschlusses.

    Die Dringlichkeit der Arbeiten ist damit nachvollziehbar. Trotzdem wäre eine nähere Betrachtung der Kosten, der bisherigen Kontrollen und der Abgrenzung zu bereits laufenden Sanierungen naheliegend gewesen. Das Protokoll hält zu diesem Tagesordnungspunkt ausdrücklich fest: „Es gibt keine Anmerkungen vom Ausschuss.“

    Finanziert werden soll die Maßnahme unter anderem aus nicht benötigten oder 2026 nicht mehr umsetzbaren Ansätzen für Grundstückserwerb, Schulen und Brandschutz sowie einer zusätzlichen Förderzahlung für das Haus der Jugend. Eine dauerhafte Haushaltsentlastung entsteht daraus überwiegend nicht. Mehrere andere Arbeiten werden lediglich später ausgeführt.

    Besonders deutlich wird der personelle Engpass beim Brandschutz: Planung und Herstellung einer Garage für die mobile Netzersatzanlage an der Feuerwache Quickborn-Heide konnten laut Vorlage 2026 nicht mehr realisiert werden, weil die verfügbaren Personalkapazitäten nun für die sicherheitsrelevanten Arbeiten an der Himmelmoorstraße gebunden waren.

    Günstigere Notstromlösung angekündigt

    Eine mögliche Entlastung wurde unter den Unterrichtungen angekündigt. Für die Notstromversorgung am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium sollte eine mobile Station anstelle einer fest installierten Anlage vorgesehen werden. Dadurch sollte der Kostenansatz von ursprünglich 800.000 auf 200.000 Euro sinken.

    Die Differenz beträgt 600.000 Euro. Ein entsprechender neuer Beschluss wurde jedoch erst angekündigt. Welche Leistungen die mobile Lösung gegenüber der ursprünglich vorgesehenen Anlage bietet, erläutert der kurze Protokollvermerk nicht.

    Redaktionelle Einordnung: Auftrag nicht erfüllt

    Die gewählten Vertreter tragen die Verantwortung dafür, die Finanzen der Stadt solide und dauerhaft aufzustellen. Der Finanzausschuss hat dabei eine zentrale Aufgabe. Er muss Ausgaben prüfen, Prioritäten setzen und dafür sorgen, dass Einnahmen und Ausgaben wieder zusammenpassen.

    Wer zu dem Ergebnis kommt, die Ausgaben ließen sich nicht ausreichend senken, muss sich mit höheren Einnahmen befassen. Wer höhere Einnahmen ablehnt, muss entsprechend stärker an die Ausgaben heran. Beides zugleich für weitgehend unveränderbar zu erklären, ist keine tragfähige Haushaltspolitik.

    Das Grundprinzip kennen schon Kinder beim Taschengeld: Wer dauerhaft mehr ausgibt, als hereinkommt, muss etwas ändern. Kredite verschieben die Rechnung und machen sie durch Zinsen größer.

    Schon im ersten Entwurf hätten die Erträge um gut 17 Prozent steigen müssen, um die vorgesehenen Aufwendungen zu decken. Beim inzwischen schlechteren zweiten Entwurf verschärft sich der Handlungsdruck weiter. Eine Einnahmelücke in Richtung eines Fünftels ist kein kleines Alarmsignal. Das ist ein ganzes Feuerwerk der Sirenen.

    An diesem Maßstab muss sich die Arbeit des Finanzausschusses messen lassen. Das dokumentierte Ergebnis vom 6. Oktober fällt ernüchternd aus: Die Haushaltsansätze wurden empfohlen, zusätzliche Prüfaufträge fanden keine Mehrheit, ein eigener bezifferter Konsolidierungsschritt ist nicht erkennbar.

    Der Auftrag lautet, den Haushalt dauerhaft ins Gleichgewicht zu bringen. Der dokumentierte zusätzliche Beitrag dieser Sitzung dazu: null. Auftrag nicht erfüllt.

    Quellen

    Stadt Quickborn: Öffentliches Protokoll des Finanzausschusses vom 6. Oktober 2026; Haushaltsvorlage VO/2026/Q/82 mit erstem Haushaltsentwurf 2027 ff.; Vorlagen VO/2026/Q/1115, VO/2026/Q/1135 und VO/2026/Q/1136 einschließlich der beigefügten Anträge. Ergänzend: zweiter Haushaltsentwurf 2027 ff.

  • Himmelmoor: Fördermillionen locken – doch wer zahlt am Ende?

    Himmelmoor: Fördermillionen locken – doch wer zahlt am Ende?

    Quickborn will rund 1,2 Millionen Euro in das Himmelmoor investieren. Das Waagehaus soll zum Besucherzentrum werden, die historische Nissenhütte eine moderne Ausstellung erhalten. Die Fördergelder locken. Doch die Verkehrsprobleme sind ungelöst, der städtische Haushalt ist tief im Minus. Und selbst die Verwaltung räumt ein: Das Himmelmoor ist bereits am Limit.

    Das Himmelmoor ist längst ein Besuchermagnet. Die historische Torfbahn, die alten Gebäude und die besondere Moorlandschaft ziehen Menschen aus der gesamten Region an. Bei Veranstaltungen sind die Parkplätze regelmäßig knapp. Eine vernünftige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr fehlt.

    Schon heute wird in Quickborn die Frage gestellt, ob der Tourismus im Himmelmoor nicht langsam seine Grenzen erreicht hat.

    Ausgerechnet die Stadtverwaltung bestätigt diese Sorge. In ihrer Beschlussvorlage zur Nissenhütte heißt es, man wolle ausdrücklich keine zusätzlichen Besucher gewinnen, weil das Gebiet und die Vereine bereits am Limit seien. Wenige Seiten später erwartet dieselbe Verwaltung allerdings steigende Besucherzahlen und zusätzliche wirtschaftliche Impulse.

    Waagehaus sinnvoll – Nissenhütte fragwürdig?

    Für den Ausbau des Waagehauses sind rund 500.000 Euro vorgesehen. Das Gebäude soll Besucher empfangen, informieren und die Angebote im Himmelmoor besser miteinander verbinden. Ein nachvollziehbares Vorhaben, das auch der Besucherlenkung dient. Die beantragte Förderung von knapp 400.000 Euro hat bereits die erste Auswahlhürde genommen.

    Bei der Nissenhütte sieht es anders aus. Rund 700.000 Euro sollen in ihre Restaurierung und touristische Aufwertung fließen. Geplant sind unter anderem Touchscreens, digitale Projektionen und Klanginstallationen.

    Die historische Nissenhütte zu erhalten, steht außer Frage. Aber muss aus jedem alten Gebäude gleich eine moderne Erlebniswelt werden? Gerade der ursprüngliche Charakter, die Gebrauchsspuren und die Geschichte dieser Gebäude machen den besonderen Reiz des Himmelmoores aus. Nicht jede technische Spielerei macht ein Denkmal interessanter.

    Hinzu kommt ein merkwürdiger Zeitplan: Die Stadt stellt erst für 2027 Planungskosten zur Erreichung der Leistungsphase 3 bereit. Diese Planung muss für den Förderantrag aber bereits am 30. November 2026 fertig sein. Wie das funktionieren soll, bleibt offen.

    Fördergeld ist nicht kostenlos

    Für beide Projekte rechnet Quickborn mit insgesamt fast 960.000 Euro Zuschüssen. Bei vollständiger Bewilligung blieben rund 240.000 Euro Eigenanteil. Dazu kommen Zinsen, Betrieb, Unterhaltung und irgendwann die Erneuerung der technischen Ausstattung.

    Und das bei einem Stadthaushalt, der schon heute erhebliche Defizite aufweist.

    Vor allem aber fehlt eine überzeugende Antwort auf die Verkehrsfrage. Zusätzliche Attraktionen schaffen zusätzliche Besuchsanreize. Wo die Menschen parken und wie das empfindliche Moor vor einer Überlastung geschützt werden soll, ist weiterhin ungeklärt.

    Nicht jeder Fördertopf muss ausgeschöpft werden

    Manchmal erinnert kommunale Förderpolitik an ein Kind im Süßwarenladen: Jeder Lolli sieht verlockend aus, also muss man ihn unbedingt haben. Über die Bauchschmerzen wundert man sich erst hinterher.

    Für Quickborn heißt das: Nur weil Land oder EU 80 Prozent einer Investition übernehmen könnten, muss die Stadt nicht automatisch die restlichen 20 Prozent ausgeben – und sich die Folgekosten für viele Jahre ans Bein binden.

    Der Erhalt der historischen Gebäude ist unbestritten. Auch das Waagehaus als zentraler Anlaufpunkt hat seinen Sinn. Bei der geplanten Erlebniswelt in der Nissenhütte darf man dagegen fragen, ob weniger nicht mehr wäre.

    Fördermittel ersetzen keine klugen Entscheidungen. Schon gar nicht, wenn das Geld knapp ist, die Verkehrsprobleme ungelöst sind und die Natur längst an ihre Belastungsgrenzen stößt.

    Quellen