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  • Zehn Monate Wartezeit für Schwerbehindertenausweis – Quickborner Fall im NDR

    Eine 95-jährige Frau aus Quickborn sitzt im Rollstuhl. Damit ihr Sohn für sie einen Behindertenparkplatz nutzen kann, benötigt sie das Merkzeichen „aG“ im Schwerbehindertenausweis. Doch die Bearbeitung eines entsprechenden Antrags könnte bis zu zehn Monate dauern. Der NDR berichtete darüber am Sonntagabend im Schleswig-Holstein Magazin.

    📺 Der dreiminütige Fernsehbeitrag vom 1. November 2026:

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    Ein Quickborner Fall mit landesweiter Bedeutung

    Bernd Weiher holt seine 95-jährige Mutter Irma regelmäßig aus dem Pflegeheim ab. Sie sitzt im Rollstuhl. Weil in ihrem Schwerbehindertenausweis das Merkzeichen „aG“ fehlt, kann er für sie keinen entsprechenden Parkausweis beantragen.

    Auf Nachfrage beim Landesamt für Arbeitsschutz, Soziales und Gesundheit wurde ihm eine mögliche Bearbeitungszeit von bis zu zehn Monaten genannt. Angesichts des Alters seiner Mutter verzichtete er schließlich auf den Antrag.

    Der Fall steht für ein landesweites Problem. Auch Sozialverbände kritisieren die langen Bearbeitungszeiten.

    Nach Angaben des Landesamtes ist die Zahl der Anträge deutlich gestiegen. 2024 waren es fast 70.000. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit lag 2025 bei mehr als sechs Monaten. Angestrebt werden höchstens drei Monate.

    Digitalisierung muss auch in der Verwaltung ankommen

    Das Land hat inzwischen zwölf zusätzliche befristete Stellen geschaffen, um die Rückstände abzubauen. Gleichzeitig sollen die Verwaltungsabläufe stärker digitalisiert werden. Auch der Einsatz künstlicher Intelligenz wird geprüft.

    Dennoch stellt sich die Frage, weshalb solche Verfahren im Jahr 2026 noch immer so zeitaufwendig sind. Medizinische Unterlagen müssen von verschiedenen Stellen angefordert werden. Die Bearbeitung hängt von zahlreichen Beteiligten ab, und viele Arbeitsschritte sind weiterhin aufwendig.

    Schleswig-Holstein hat sich bei der Verwaltungsdigitalisierung eine Vorreiterrolle erarbeitet. Diese gilt es zu erhalten und weiter auszubauen. Verwaltungsverfahren, die noch immer erheblich von manuellen Arbeitsschritten und langwierigen Abstimmungen geprägt sind, passen kaum noch in unsere digitale Zeit.

    Wie die Verfahren modernisiert und beschleunigt werden, ist Aufgabe des Landes. Die technischen Möglichkeiten für erhebliche Verbesserungen sind jedenfalls vorhanden.

    Und eines sollte bei allen organisatorischen Fragen nicht vergessen werden: Für eine 95-jährige Frau sind zehn Monate Wartezeit keine Kleinigkeit.

    Quelle und Fernsehbericht

    NDR Schleswig-Holstein, 1. November 2026:

    Antragsflut: Schwerbehinderte müssen monatelang auf Ausweise warten

    Fernsehbeitrag im Schleswig-Holstein Magazin vom 1. November 2026