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  • Quickborn trauert um Uwe Langeloh – ein Leben für den Fußball

    Quickborn trauert um Uwe Langeloh – ein Leben für den Fußball

    Uwe Langeloh wurde am 14. Januar 1936 geboren. Am 1. Juli 1947 trat er im Alter von elf Jahren in den damaligen FC Holstein Quickborn ein. 1955 wirkte er am Zusammenschluss von FC Holstein Quickborn und TuS Quickborn zum TuS Holstein Quickborn mit. Damit gehörte er dem Quickborner Fußball nahezu acht Jahrzehnte an.

    Und er war dort weit mehr als nur Mitglied.

    Langeloh spielte selbst Fußball, ließ sich zum Jugendtrainer und Schiedsrichter ausbilden, trainierte Jugendmannschaften und übernahm schon früh Verantwortung. Von 1962 bis 1965 war er Jugendleiter. Danach folgten über Jahrzehnte Aufgaben im Spielausschuss, als Sportwart und mehrfach als Leiter der Fußballabteilung. 1979 begründete er die Quickborner Hallenfußballturniere mit.

    Sein Engagement beschränkte sich nicht auf Vorstandssitzungen und den Spielbetrieb. Langeloh gehörte zu den Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes selbst mit anpackten. Bereits beim Bau des früheren Sportplatzes an der Torfstraße half er mit. Später war er auch beim Aufbau des Holsten-Stadions dabei. Noch 2019 gehörte er zu den Zeitzeugen, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Stadions über dessen Entstehung und die enorme ehrenamtliche Eigenleistung berichteten.

    Das Holsten-Stadion blieb für ihn bis ins hohe Alter ein Herzensprojekt. 2022 wurde dort schließlich ein neues Eingangsschild angebracht – ein Wunsch, den Langeloh lange verfolgt hatte. Auch mit 86 Jahren mischte er sich also noch ein, wenn es um „sein“ Stadion und „seinen“ Fußball ging.

    Engagement weit über den Fußballplatz hinaus

    Uwe Langeloh verstand Vereinsarbeit nicht nur sportlich. Er war 1995 Mitbegründer des Förderkreises Fußballjugend Quickborn. Mit der Altliga wurden Benefizveranstaltungen zugunsten des Quickborner Kinderhilfswerks organisiert. Hinzu kamen zahlreiche Turniere, Veranstaltungen und Initiativen für den Nachwuchs.

    Dieses jahrzehntelange Engagement wurde vielfach gewürdigt.

    Bereits 1997 ehrte ihn die Stadt Quickborn für seine verdienstvolle Tätigkeit im Sport. 1998 erhielt er die Silberne Ehrennadel des Hamburger Fußball-Verbandes, ein Jahr später die Goldene Ehrennadel des TuS Holstein Quickborn. Am 5. Dezember 2003 zeichnete ihn die Stadt Quickborn zudem beim „Tag des Ehrenamtes“ mit einer Urkunde aus.

    Diese Auszeichnungen erzählen allerdings nur einen Teil der Geschichte. Wer Uwe Langeloh kannte, wusste: Ehrenamt bedeutete für ihn nicht, eine Urkunde an die Wand zu hängen. Es bedeutete, etwas zu tun.

    Einer mit klarer Meinung – und klaren Kanten

    Uwe Langeloh hatte eine Meinung.

    Meist eine ziemlich klare.

    Wenn ihm beim TuS Holstein, im Quickborner Sport oder auch im Rathaus etwas nicht gefiel, sagte er es. Gelegentlich sehr deutlich. Er konnte hartnäckig sein, unbequem werden und für seine Position kämpfen, bis andere längst aufgegeben hätten.

    Kompromissbereitschaft gehörte dabei nicht immer zu seinen ausgeprägtesten Eigenschaften. Und auch Zuhören fiel ihm mitunter schwer, wenn er sich seine Meinung bereits gebildet hatte. Wer mit Uwe Langeloh diskutierte, musste damit rechnen, dass aus einem kurzen Gespräch auch einmal eine längere Grundsatzdebatte wurde.

    Das war nicht immer einfach. Aber es war authentisch.

    Langeloh wollte gestalten. Er wollte Dinge voranbringen und war überzeugt von dem, was er tat. Gleichgültigkeit war ihm fremd. Gerade wenn es um den Fußball und den TuS Holstein ging, konnte er leidenschaftlich werden – und gelegentlich auch ziemlich stur.

    Seine Ecken und Kanten gehörten zu ihm genauso wie sein jahrzehntelanges Engagement. Vielleicht war es gerade diese Hartnäckigkeit, die dazu führte, dass manche seiner Projekte überhaupt umgesetzt wurden.

    Fußballgeschichte im Internet bewahrt

    Bemerkenswert früh erkannte Langeloh auch die Möglichkeiten des Internets. Am 23. März 2001 ging unter seiner Verantwortung die erste offizielle Internetseite der Fußballabteilung des TuS Holstein Quickborn online. Später entwickelte sich daraus sein unabhängiges Fan- und Förderkreisportal „Die BlauWeißRoten Kicker“.

    Die Seite war Nachrichtendienst, Ergebnisdienst, Archiv und manchmal auch Kommentarspalte in Personalunion. Vor allem aber wurde sie zu einer umfangreichen Chronik des Quickborner Fußballs.

    Noch im Januar 2026, wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag, veröffentlichte Uwe Langeloh Beiträge über den TuS Holstein.

    Das passt zu ihm.

    Aufhören war offenbar nicht seine Lieblingsdisziplin.

    Ein Stück Quickborner Sportgeschichte

    Mit Uwe Langeloh verliert Quickborn nicht nur einen langjährigen Funktionär des TuS Holstein. Es geht ein Stück lebendige Sportgeschichte verloren.

    Er erlebte den Quickborner Fußball seit den ersten Nachkriegsjahren, spielte selbst, trainierte junge Menschen, führte die Fußballabteilung, organisierte Turniere, half beim Bau von Sportanlagen, sammelte Geld, gründete Förderstrukturen, dokumentierte die Vereinsgeschichte und mischte sich bis ins hohe Alter ein.

    Fast acht Jahrzehnte Verbindung zu einem Verein und zum Sport einer Stadt – das ist außergewöhnlich.

    Viele Menschen haben den Quickborner Sport über die Jahrzehnte begleitet. Uwe Langeloh hat ihn mitgestaltet.

    Mit Ecken und Kanten. Mit Hartnäckigkeit. Mit Leidenschaft. Und mit einer Treue zum Fußball, die ihn praktisch sein gesamtes Leben begleitet hat.

    Der Quickborner Fußball verliert eines seiner Urgesteine. Quickborn verliert einen Mann, der sich über Jahrzehnte ehrenamtlich für seine Stadt eingesetzt hat.

    Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und seinen Freunden.

    Uwe Langeloh wird in Quickborn nicht vergessen werden.