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  • Buslinie 594: Kreis Pinneberg plant längst Verbesserungen – Quickborn bleibt erstaunlich zurückhaltend

    Buslinie 594: Kreis Pinneberg plant längst Verbesserungen – Quickborn bleibt erstaunlich zurückhaltend

    Ein 30-Minuten-Takt, eine mögliche Schnellbusverbindung und konkrete Kostenschätzungen: Der Kreis Pinneberg hat für die Buslinie 594 längst Vorschläge auf dem Tisch. Die Stadt Quickborn verweist dagegen auf das nächste Beteiligungsverfahren im Jahr 2027. Dabei stehen die wesentlichen Ansätze bereits seit Jahren im Nahverkehrsplan.

    13. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell | Thomas Köppl

    Fahrgäste warten auf bessere Anschlüsse

    Die Buslinie 594 verbindet Wedel und Pinneberg über Quickborn mit Norderstedt Mitte. Für viele Fahrgäste ist sie eine wichtige Ost-West-Verbindung. Doch wer seinen Anschluss an die S-Bahn in Pinneberg oder die U-Bahn in Norderstedt verpasst, muss teilweise lange warten.

    Auf diese Probleme hatte eine Leserin Quickborn Aktuell bereits im April aufmerksam gemacht. Wir fragten deshalb am 25. April 2026 bei der Stadt nach, ob die Schwierigkeiten bekannt seien, wie die Verwaltung die Situation einschätze und welche Verbesserungen angestrebt würden.

    Nach einer Erinnerung im Mai und einer erneuten Nachfrage im Oktober liegt nun die Antwort vor.

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    Die Stadt verweist auf 2027

    Die Stadt Quickborn bestätigt die Bedeutung der Linie 594. Für die Planung sei allerdings der Kreis Pinneberg zuständig. Der nächste Regionale Nahverkehrsplan werde vorbereitet, das Beteiligungsverfahren sei für das dritte Quartal 2027 vorgesehen.

    Konkrete Aussagen zu Fahrplanänderungen, Taktverdichtungen oder Umsetzungsterminen seien derzeit nicht möglich.

    Was die Stadt selbst verbessern möchte, welche Probleme sie bereits gegenüber dem Kreis angesprochen hat oder welche Forderungen sie in das Verfahren einbringen will, bleibt unbeantwortet.

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    Der Kreis ist planerisch längst weiter

    Dabei lohnt sich ein Blick in genau den Nahverkehrsplan, auf den die Stadt in ihrer Antwort verweist.

    Im 5. Regionalen Nahverkehrsplan für die Jahre 2022 bis 2026 sind bereits konkrete Maßnahmen für die Linie 594 beschrieben.

    Vorgeschlagen wird unter anderem eine Verdichtung auf einen 30-Minuten-Takt von Montag bis Sonnabend. Die geschätzten jährlichen Mehrkosten liegen bei 490.000 Euro. Die Maßnahme ist mit Priorität 2 eingestuft.

    Darüber hinaus enthält der Plan die Prüfung einer neuen Schnellbuslinie X94 zwischen Pinneberg, Quickborn und Norderstedt Mitte, möglicherweise mit Verlängerung Richtung Wedel.

    Die schnellere Verbindung soll mit weniger Zwischenhalten und einer direkteren Streckenführung die Reisezeiten verkürzen. Allerdings müsste zunächst nachgewiesen werden, dass damit tatsächlich ein ausreichender Zeitvorteil entsteht.

    Diese Maßnahme hat Priorität 3. Als Alternative nennt der Nahverkehrsplan ausdrücklich die Stärkung der bestehenden Linie 594.

    Das sind keine verbindlichen Umsetzungsbeschlüsse. Aber es sind konkrete, mit Prioritäten und teilweise auch mit Kosten hinterlegte Verbesserungsvorschläge.

    Den vollständigen Nahverkehrsplan stellt der Kreis Pinneberg öffentlich zur Verfügung:

    5. Regionaler Nahverkehrsplan 2022–2026 (PDF)

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    Und was möchte Quickborn?

    Genau hier liegt der Unterschied zwischen der Planung des Kreises und der Antwort der Stadt.

    Während der Kreis bereits unterschiedliche Verbesserungsmöglichkeiten beschrieben und bewertet hat, beschränkt sich Quickborn auf die Aussage, Hinweise aus der Bevölkerung aufnehmen und weitergeben zu wollen.

    Ob die Stadt den vorgeschlagenen 30-Minuten-Takt unterstützt, eine Schnellbusverbindung bevorzugt oder besonderen Wert auf bessere Anschlüsse legt, erfahren wir nicht.

    Dabei müsste die Stadt keine eigene Buslinie betreiben, um ihre Interessen deutlich zu machen. Auch ohne die formale Zuständigkeit für den Busverkehr kann sie gegenüber dem Kreis konkrete Verbesserungen einfordern.

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    Fünf Monate für einen Verweis auf die Zuständigkeit

    Fast sechs Monate nach unserer ersten Anfrage wissen wir nun, dass der Kreis zuständig ist und die Stadt sich am nächsten Beteiligungsverfahren beteiligen darf.

    Das ist wenig überraschend.

    Überraschender ist, dass die Stadt auf die bereits vorliegenden konkreten Planungen nicht näher eingeht.

    Für die Fahrgäste bleibt damit alles beim Alten. Wann die vorgeschlagenen Verbesserungen umgesetzt werden, ist weiterhin offen.

    Der Kreis Pinneberg hat die möglichen Lösungen längst beschrieben. Jetzt wäre interessant zu erfahren, welche davon die Stadt Quickborn eigentlich haben möchte.

    Denn für einen besseren Busanschluss braucht es nicht nur einen Nahverkehrsplan. Es braucht auch Kommunen, die sich dafür einsetzen.

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