Schlagwort: Ohlmöhlenweg

  • Quickborn rechnet mit Millionen aus neuen Gewerbeflächen – Landesplanung weiß von nichts

    Die Flächen liegen südlich des Ohlmöhlenwegs, beidseits der Straßen Halenberg und Auf dem Halenberg. Sie gehören nicht zu den bisher im regionalen Gewerbeflächenkonzept A7-Süd vorgesehenen Erweiterungsflächen.

    Das Ministerium verweist auf die grundsätzlich günstigen Voraussetzungen Quickborns als Gewerbestandort auf der Siedlungsachse Hamburg–Norderstedt–Kaltenkirchen. Gegen eine gewerbliche Entwicklung innerhalb dieser Achse bestehen aus landesplanerischer Sicht nicht grundsätzlich Bedenken.

    Doch die konkrete Planung entlang der V9 ist der Landesplanung bisher nicht bekannt.

    Gewerbeflächen für die Straßenfinanzierung

    Bemerkenswert ist vor allem die Reihenfolge: Die Stadt kalkuliert bereits mit Millionen aus Grundstücksverkäufen, obwohl die dafür vorgesehenen zusätzlichen Gewerbeflächen noch gar nicht planungsrechtlich entwickelt sind.

    Dabei verfügt Quickborn bereits über erhebliche Gewerbeflächenpotenziale.

    Nach Informationen von Quickborn Aktuell hat die Stadt inzwischen Grundstücke für rund vier Millionen Euro erworben, um das Gewerbegebiet Nord weiterzuentwickeln.

    Diese Grundstücke liegen nicht an der geplanten V9, sondern im Erweiterungsbereich des Gewerbegebiets Nord in Richtung Ellerau. Auch die im regionalen Gewerbeflächenkonzept ausgewiesenen weiteren 8,5 Hektar befinden sich auf der anderen Seite der Autobahn. Die jetzt zur Finanzierung der V9 vorgesehenen 3,2 Hektar gehören nicht zu diesen abgestimmten Potenzialflächen.

    Auch im bestehenden EQ Businesspark ist die Vermarktung noch nicht abgeschlossen. Die Stadt und die Wirtschaftsförderung WEP wählen dort gezielt Unternehmen aus, die zum Standortkonzept passen. Ende 2025 waren von 20 Grundstücken erst vier verkauft.

    Nun sollen weitere 3,2 Hektar hinzukommen – diesmal im Zusammenhang mit einer geplanten Straße, deren Finanzierung auf die erwarteten Verkaufserlöse angewiesen ist.

    Kurzfristige Einnahmen, langfristige Stadtentwicklung

    Damit stellt sich eine grundsätzliche Frage: Soll die Gewerbeentwicklung dem langfristigen Bedarf der Stadt folgen oder kurzfristig eine Finanzierungslücke beim Straßenbau schließen?

    Neue Gewerbegebiete verändern Verkehrsströme, Landschaft und Stadtstruktur dauerhaft. Die erwarteten Verkaufserlöse fließen dagegen nur einmal.

    Dass die Landesplanung von dieser konkreten Erweiterung bislang nichts weiß, macht deutlich, wie früh die Stadt bereits mit Einnahmen aus diesen Flächen rechnet.

    Eine Straße über Grundstücksverkäufe finanzieren zu wollen, ist das eine. Eine langfristig sinnvolle Gewerbeentwicklung sicherzustellen, das andere. Beides muss zusammenpassen.

    Quickborn Aktuell bedankt sich ausdrücklich bei der Landesplanungsbehörde des schleswig-holsteinischen Innenministeriums für die schnelle, ausführliche und hilfreiche Beantwortung der Anfrage.


    Quelle: Innenministerium Schleswig-Holstein, Antwort auf Anfrage von Quickborn Aktuell, Oktober 2026; Gewerbeflächenkonzept A7-Süd; Angaben der Stadt Quickborn und der WEP zum EQ Businesspark.

  • Umgehungsstraße V9 auf die alte Gronaubrücke: Die nächste Millionenbaustelle wartet schon

    QUICKBORN. Die V9 soll den Verkehr neu ordnen. Über Ohlmöhlenweg und „Auf dem Halenberg“ geht es künftig Richtung Innenstadt.

    Dort wartet bereits das nächste Problem:

    die alte Brücke über die Gronau an der Feldbehnstraße.

    Die Stadt selbst schreibt im Protokoll vom 27. August: stärkere Mängel, sanierungsbedürftig.

    Quickborn Aktuell hat die Stadt um eine Einschätzung gebeten.

    Antwort: bislang keine.

    Also haben wir selbst weiter recherchiert.

    Neue Straße. Mehr Verkehr. Alte Brücke.

    Wie viel Verkehr die V9 künftig in Richtung Feldbehnstraße schiebt, ist noch unbekannt.

    Die große Verkehrsuntersuchung läuft. Ergebnisse erwartet die Stadt erst Anfang des zweiten Quartals 2027.

    Damit trifft eine neue Verkehrsführung auf eine Brücke, die schon heute Probleme macht.

    Und der Standort hat es in sich.

    Mitten im FFH-Gebiet

    Die Gronau gehört zum europäischen Schutzgebiet „Pinnau/Gronau“.

    Noch deutlicher: Im offiziellen Natura-2000-Maßnahmenplan steht die Feldbehnstraße ausdrücklich drin.

    „Quickborn Feldbehnstraße: Brücke prüfen.“

    Es geht dabei um die Durchgängigkeit für den Fischotter. Genannt werden Bermen und andere trockene Querungsmöglichkeiten unter Brücken.

    Ein Ersatzneubau wäre deshalb kein normaler Brückentausch.

    Breitere Fahrbahn. Größerer Gewässerquerschnitt. Trockenberme. Hochwasserschutz. Artenschutz. Baugrund. Neue Widerlager.

    Das summiert sich.

    Mehr Verkehr bringt auch mehr Stickstoff

    Hinzu kommt der Verkehr selbst.

    Mehr Fahrzeuge bedeuten zusätzliche Stickstoffeinträge entlang der Straße. Gerade bei empfindlichen FFH-Lebensräumen spielt das eine wichtige Rolle.

    Bei Straßenprojekten werden zusätzliche Stickstoffeinträge deshalb fachlich geprüft. In der Rechtsprechung spielt dabei unter anderem ein Abschneidekriterium von 0,3 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr eine Rolle.

    Damit gehört nicht nur die Brücke auf den Prüfstand.

    Auch die Verkehrszunahme im unmittelbaren Umfeld des FFH-Gebiets muss betrachtet werden.

    Die V9 soll die Verbindung zwischen Quickborn-Heide und Innenstadt verbessern und attraktiver machen.

    Genau dort liegt der Knackpunkt.

    Und jetzt zum Geld

    Eine belastbare Kostenschätzung der Stadt gibt es bislang nicht.

    Ein Ersatzneubau an der Gronau wäre aber kein kleines Projekt.

    FFH-Gebiet. Fischotterdurchlass. Wasserrecht. Vermutlich größerer Querschnitt. Eine etwa 5,50 Meter breite Fahrbahn. Dazu Planung, Gutachten, Baugrund, Umweltbegleitung und Straßenanschlüsse.

    Unsere realistische Arbeitsgröße:

    rund 1,5 bis 2,5 Millionen Euro.

    Bei schwierigem Baugrund, aufwendiger Wasserhaltung oder zusätzlichen Anforderungen kann die Rechnung weiter steigen.

    Mit rund zwei Millionen Euro sollte man hier eher rechnen als mit einer kleinen sechsstelligen Summe.

    Das ist keine amtliche Kostenschätzung der Stadt. Es ist eine überschlägige Größenordnung auf Basis vergleichbarer Brückenprojekte und der besonderen Bedingungen an diesem Standort.

    V9 hört an der Gronau nicht auf

    Damit wird die Rechnung größer.

    Neue Straße.

    Neue Verkehrsströme.

    Eine bereits sanierungsbedürftige Brücke.

    Ein empfindliches FFH-Gebiet.

    Und möglicherweise das nächste Millionenprojekt.

    Die Stadt hätte uns ihre Einschätzung dazu mitteilen können.

    Sie schweigt.

    Dann schauen wir eben selbst genauer hin.


    Quellen: Stadt Quickborn, Protokoll des Ausschusses für kommunale Dienstleistungen vom 27. August 2026; Natura-2000-Managementplan für das FFH-Gebiet „Pinnau/Gronau“; Bundesverwaltungsgericht zur Bewertung straßenbedingter Stickstoffeinträge; eigene Recherche von Quickborn Aktuell zu vergleichbaren Brückenprojekten.

    Quickborn Aktuell | 12. Oktober 2026

  • Neue Umgehungsstraße an der A7: Baubeginn soll 2027 sein – aber die Trasse steht noch nicht fest

    QUICKBORN. Die Stadt will westlich der A7 eine neue Straßenverbindung bauen. Sie soll über den Ohlmöhlenweg und „Auf dem Halenberg“ führen und die problematische Verkehrsführung an der Ulzburger Landstraße entlasten.

    Das Projekt heißt in den Planungen kurz V9.

    Und der Zeitplan ist sportlich:

    Baubeginn soll im Juni oder Juli 2027 sein.

    Nur: Die Trasse steht noch gar nicht endgültig fest.

    Das zeigt ein Protokoll des Ausschusses für kommunale Dienstleistungen vom 27. August 2026, das Quickborn Aktuell vorliegt.

    Verkehrsuntersuchung läuft noch

    Die große Verkehrsuntersuchung wurde erst am 27. Juli 2026 vergeben. Eine großräumige Verkehrserhebung soll noch im Laufe dieses Jahres stattfinden.

    Mit den Ergebnissen rechnet die Stadt nach eigener Aussage erst Anfang des zweiten Quartals 2027.

    Auch die konkrete Trassenführung war Ende August noch nicht abgeschlossen. Im Protokoll heißt es, diese werde derzeit durch das beauftragte Ingenieurbüro erarbeitet und sei von den Ergebnissen der Artenschutzuntersuchung abhängig.

    Und trotzdem soll schon ausgeschrieben werden

    Gleichzeitig soll bereits Anfang 2027 ausgeschrieben und vergeben werden.

    Da stellt sich eine ziemlich einfache Frage:

    Was genau soll ausgeschrieben werden, wenn wesentliche Planungsgrundlagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen sind?

    Auch die Abstimmungen mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Forstbehörde sind Teil des weiteren Verfahrens.

    Die Verwaltung selbst hält im Protokoll fest, dass ein Maßnahmenbeschluss erst auf Grundlage der Untersuchungen und Abstimmungen vorbereitet werden soll.

    Gewerbeflächen werden schon mitgedacht

    Parallel wird bereits über neue Gewerbeflächen entlang der geplanten Straße gesprochen. Deren spätere Verkaufserlöse sollen zur Finanzierung der V9 beitragen.

    Nur sind diese Flächen bislang noch gar nicht als Gewerbegebiet ausgewiesen.

    Damit ergibt sich ein bemerkenswertes Bild:

    Die Trasse ist noch nicht fertig geplant. Die Verkehrsuntersuchung läuft. Die Behördenabstimmungen laufen. Die Gewerbeflächen gibt es planungsrechtlich noch nicht. Aber der Baubeginn soll schon im Juni oder Juli 2027 sein.

    Das Rathaus plant weit voraus.

    Sehr weit.


    Quelle: Protokoll der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für kommunale Dienstleistungen der Stadt Quickborn vom 27. August 2026.

    Veröffentlicht am 6. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell

  • V9: Neue Gewerbeflächen sollen die Straße bezahlen /Landschaftsschutzgebiet soll planiert werden.

    Die V9 ist mehr als eine neue Straße. Südlich des Ohlmöhlenwegs sollen beidseits von Halenberg und Auf dem Halenberg rund 3,2 Hektar neue Gewerbeflächen entstehen. Der Verkauf soll drei bis 4,5 Millionen Euro bringen. Dieses Geld wird für die Finanzierung der V9 gebraucht.

    Damit liegt jetzt offen auf dem Tisch, wie eng Straßenbau und zusätzliche Gewerbeentwicklung zusammengehören.

    Für die V9 sind bis 2029 rund 5,63 Millionen Euro eingeplant. Die Straße soll über Ohlmöhlenweg, Halenberg und Auf dem Halenberg bis zur Pascalstraße führen. Genau an diesem Korridor sollen die neuen Gewerbeflächen entstehen.

    Millionen aus Grundstücksverkäufen

    Die Rechnung der Stadt ist einfach.

    Für die eingeschränkt nutzbare Fläche werden 75 bis 100 Euro pro Quadratmeter angesetzt. Für die besser nutzbare Fläche 140 bis 170 Euro. Am Ende sollen drei bis 4,5 Millionen Euro in die Kasse kommen.

    Das Geld ist aber noch nicht da.

    Die höheren Grundstückspreise lassen sich nach der im Ausschuss vorgestellten Rechnung erst erzielen, wenn die Flächen durch die neue Straße erschlossen sind.

    Das bedeutet: Quickborn baut und finanziert zunächst. Verkauft wird später.

    Vier von 20 Grundstücken verkauft

    Wie lange „später“ dauern kann, zeigt der EQ Businesspark. Er wurde im April 2023 eröffnet. Ende 2025 waren von 20 Grundstücken vier verkauft.

    Ein kalkulierter Grundstückserlös ist deshalb noch lange kein Geld auf dem Konto.

    Die 1,9 Millionen Euro sind weg

    Zur bisherigen V9-Rechnung gehörten außerdem 1,9 Millionen Euro aus den Infrastrukturmitteln und weitere 430.000 Euro aus der Radverkehrsförderung.

    Nur: Die 1,9 Millionen Euro wurden im Ausschuss inzwischen der Goethe-Grundschule zugeschlagen. Acht Mitglieder stimmten dafür, eines enthielt sich.

    Bleibt es dabei, fehlen diese 1,9 Millionen Euro bei der V9.

    Dann sieht die Rechnung deutlich anders aus.

    Bei drei Millionen Euro Grundstückserlös und 430.000 Euro Radverkehrsförderung fehlen gegenüber den 5,63 Millionen Euro Baukosten rund 2,2 Millionen Euro.

    Selbst beim höchsten angenommenen Grundstückserlös von 4,5 Millionen Euro bleibt noch eine Lücke von rund 700.000 Euro.

    Und die Stadt muss die Grundstückserlöse erst einmal tatsächlich erzielen.

    FDP: Grundstücksverkäufe waren von Anfang an eingeplant

    Besonders interessant war in der Beratung die Aussage der FDP.

    Nach ihrer Darstellung war die Querfinanzierung der V9 durch Grundstücksverkäufe von Anfang an Bestandteil des Projektes. Der Trassenbau sollte also schon immer durch die Entwicklung und den Verkauf zusätzlicher Gewerbeflächen mitfinanziert werden.

    Das ist eine wichtige Information.

    Denn öffentlich wurde die V9 bislang vor allem als neue Straßenverbindung diskutiert: Ersatz für die problematische Autobahnquerung, bessere Verbindung zwischen Quickborn-Ort und Quickborn-Heide, Entlastung des Verkehrs.

    Dass gleichzeitig Millionenerlöse aus neuen Gewerbeflächen fest zur Finanzierung gehören, wurde öffentlich nicht mit derselben Klarheit dargestellt.

    Wenn die FDP recht hat, war dieser Zusammenhang politisch längst bekannt.

    Jetzt ist er auch öffentlich sichtbar.

    SPD wird deutlich skeptischer

    Die SPD hat die V9 bislang grundsätzlich mitgetragen. Bei der neuen Finanzierungsrechnung wächst aber der Widerstand.

    Im Ausschuss wurden die erwarteten Grundstückserlöse angezweifelt. Auch die angespannte Finanzlage der Stadt spielte eine Rolle. Die Sorge: Am Ende bleibt Quickborn auf einem erheblichen Teil der Kosten sitzen.

    Grüne geben das Geld lieber der Schule

    Die Grünen setzten einen anderen Schwerpunkt.

    Sie beantragten, die 1,9 Millionen Euro Infrastrukturmittel nicht für die V9, sondern für die Goethe-Grundschule zu verwenden. Dieser Teil des Antrags bekam eine Mehrheit.

    Damit ist die bisherige Finanzierungsrechnung der Straße zunächst auseinandergerissen.

    CDU hält an Straße und Schule fest

    Die CDU will weder die V9 noch den Schulneubau aufgeben. In der Beratung wurde deutlich: Aus ihrer Sicht geht es vor allem darum, die vorhandenen Mittel zwischen den Projekten richtig zuzuordnen.

    Die Grundrichtung bleibt damit: V9 bauen, Schule bauen, Finanzierung neu sortieren.

    Und noch mehr Gewerbe

    Die neuen 3,2 Hektar kommen nicht allein.

    Der bestehende Gewerbestandort Nord ist schon heute der größte Gewerbestandort Quickborns. Direkt daneben liegt der EQ Businesspark.

    Zusätzlich steht nach dem letzten bekannten Stand eine weitere westliche Erweiterung des Gewerbegebietes im Raum. Auch dort geht es um Grundstücke und Investitionen in Millionenhöhe.

    Quickborn setzt also weiter auf zusätzliches Gewerbe.

    Das kann Arbeitsplätze und Gewerbesteuer bringen.

    Es bringt aber auch Verkehr.

    Die A7-Anschlussstelle ist schon voll

    Und genau dort liegt das nächste Problem.

    Die von Quickborn selbst beauftragte Verkehrsuntersuchung kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Autobahnanschlussstelle Quickborn hat keine Reserven für zusätzlichen Kfz-Verkehr mehr. Bereits zusätzliche 30 bis 35 Lkw pro Stunde verschärfen die Überlastung.

    Die Stadt selbst spricht von Qualitätsstufe F. Das ist die schlechteste Stufe.

    Genau diese Überlastung war eines der Hauptargumente Quickborns gegen zusätzlichen Lkw-Verkehr aus dem geplanten Logistikstandort in Ellerau.

    Nun plant Quickborn selbst zusätzliche Gewerbeflächen.

    Auch deren Pkw und Lkw verschwinden nicht an der Grundstücksgrenze. Ein erheblicher Teil des Verkehrs wird über dieselbe Anschlussstelle zur A7 fahren.

    V9 wird zur Gewerbeachse

    Damit verändert sich auch der Charakter der V9.

    Sie verbindet nicht nur Quickborn-Ort und Quickborn-Heide. Sie erschließt zugleich vorhandenes und neues Gewerbe.

    Und sie ist keine klassische schnelle Umgehungsstraße. Die vorhandene Trasse über Halenberg hat enge Kurven. Teile sind bereits geschwindigkeitsreduziert. Die Machbarkeitsstudie sieht eine Ausweitung dieser geschwindigkeitsreduzierten Bereiche vor.

    V9 wird damit zunehmend zur Erschließungsachse eines wachsenden Gewerbestandortes.

    Und dann ist da noch der Landschaftsschutz

    Südlich und westlich des Ohlmöhlenwegs beginnt nach den bestehenden Planungsunterlagen Landschaftsschutzgebiet.

    Für eine Straße auf einer weitgehend vorhandenen Trasse ist das eine Sache.

    Für mehrere Hektar neues Gewerbe mit Hallen, Zufahrten, Stellplätzen und versiegelten Flächen eine andere.

    Damit spielt auch der Kreis Pinneberg eine wichtige Rolle. Er ist als untere Naturschutzbehörde für den Landschaftsschutz zuständig.

    Aus einer Straße wird ein Millionenprojekt für die Stadtentwicklung

    Das Bild ist jetzt klarer.

    5,63 Millionen Euro für die V9.

    3,2 Hektar neues Gewerbe.

    Drei bis 4,5 Millionen Euro erhoffter Grundstückserlös.

    1,9 Millionen Euro Infrastrukturmittel inzwischen bei der Goethe-Schule.

    Ein EQ Businesspark, bei dem nach fast drei Jahren vier von 20 Grundstücken verkauft waren.

    Weitere Gewerbeentwicklung im Norden der Stadt.

    Und eine Autobahnanschlussstelle, die laut Quickborns eigener Verkehrsuntersuchung schon heute keine zusätzlichen Verkehrsreserven mehr hat.

    Die V9 ist damit längst keine reine Straßenbaumaßnahme mehr.

    Sie ist ein großes Gewerbe- und Stadtentwicklungsprojekt. Und die Stadt setzt darauf, dass neue Gewerbegrundstücke einen erheblichen Teil der Rechnung bezahlen.