Schlagwort: Schulbau

  • Mühlenberg: Millionen-Förderung auf dem Prüfstand

    Quickborn hat für den Ausbau der Mühlenberg-Grundschule kräftig Fördermittel beantragt. Bürgermeister Thomas Beckmann rechnet inzwischen offenbar nur noch mit rund der Hälfte. Nach Akteneinsicht bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein wird deutlich, wo das Problem liegt.

    Quickborn Aktuell hat die Förderakten für die drei Grundschulen bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein eingesehen. Bei der Mühlenberg-Grundschule fällt dabei eines besonders auf: Die Stadt hat zahlreiche Räume mit sehr hohen Ganztagsanteilen angesetzt. Die Förderbank wollte dafür Belege.

    Der Antrag war Ende Juli noch nicht bewilligungsreif. Es ging nicht um fehlende Unterschriften oder Kleinigkeiten. Die IB.SH stellte Fragen zur Nutzung von Räumen, zu den angesetzten Quoten und damit unmittelbar zur Höhe der Förderung.

    100 Prozent für einen Bewegungsraum

    Ein Beispiel ist der geplante Bewegungsraum.

    Quickborn rechnete ihn vollständig dem Offenen Ganztag zu – 100 Prozent. Die Investitionsbank fragte nach: Wird dieser Raum wirklich nicht für regulären Schulsport oder andere Zwecke genutzt?

    Zum Vergleich verwies die Förderbank für Sportflächen auf einen Orientierungswert von lediglich 35 Prozent Ganztagsnutzung. Wer deutlich darüber liegt, muss das nachvollziehbar begründen.

    Auch bei Gruppenräumen, Lernlandschaften und Fachräumen schaute die IB.SH genau hin. Für Räume, die Schule und Ganztag gemeinsam nutzen, ist regelmäßig eine deutlich niedrigere Förderquote anzusetzen.

    Mensa und Küche ebenfalls voll angesetzt

    Dasselbe Bild bei Mensa und Schulküche.

    Auch diese Bereiche wurden nach den Unterlagen vollständig dem Ganztag zugerechnet. Die Förderbank wollte wissen, ob dort tatsächlich ausschließlich Ganztagskinder versorgt werden – oder ob Mensa und Küche auch während des normalen Schulbetriebs, bei Veranstaltungen oder für andere Zwecke genutzt werden.

    Das klingt technisch. Ist es aber nur auf den ersten Blick.

    Denn jeder Prozentpunkt entscheidet darüber, welcher Teil der Baukosten überhaupt förderfähig ist. Bei einem Millionenprojekt können aus unterschiedlichen Nutzungsquoten schnell Millionenbeträge werden.

    Beckmann rechnet nur noch mit rund der Hälfte

    Bürgermeister Thomas Beckmann hat inzwischen selbst deutlich gemacht, dass Quickborn bei der Mühlenberg-Grundschule wohl nicht mehr mit der ursprünglich erhofften Förderung rechnen kann. Im Raum stehen nur noch etwa 50 Prozent der beantragten Summe.

    Nach der Akteneinsicht überrascht das nicht.

    Der Antrag wurde Ende 2025 fristgerecht gestellt. Doch noch sieben Monate später musste die Stadt wesentliche Nutzungsanteile gegenüber der Förderbank näher erklären. Die IB.SH hatte die Anträge aller drei Schulen am 30. Juli noch nicht als bewilligungsreif eingestuft.

    Jetzt zählt, was anerkannt wird

    Für Quickborn geht es damit um viel Geld.

    Die Stadt hatte für den Ausbau der Mühlenberg-Grundschule mit erheblichen Zuschüssen gerechnet. Entscheidend ist jetzt aber nicht mehr, was beantragt wurde.

    Entscheidend ist, was die Investitionsbank am Ende anerkennt.

    Und gerade bei der Mühlenberg-Grundschule zeigt die Akte: Bei mehreren großen Flächen wollte die Förderbank genauer wissen, ob tatsächlich 100 Prozent Ganztag drinstecken, wo Quickborn 100 Prozent Ganztag draufgeschrieben hat.

    Wenn am Ende tatsächlich nur ungefähr die Hälfte der beantragten Förderung übrig bleibt, wäre das kein kleiner Abschlag. Es ginge um mehrere Millionen Euro.

    Und genau deshalb lohnt sich der Blick in die Akten.

  • Hoffentlich klappt das mit den Fördergeldern: Goethe-Neubau weicht grundlegend vom Antrag ab

    Drei Millionen Euro sind kein Pappenstiel. Quickborn hofft beim Neubau der Goethe-Schule weiter auf eine Millionenförderung aus dem Ganztagsprogramm. Das Problem: Beantragt wurde Ende 2025 ein anderes Projekt.

    Der Förderantrag für die Goethe-Schule stammt aus einer Planung, die inzwischen überholt ist. Ende 2025 beantragte die Stadt rund sechs Millionen Euro für den Ganztagsausbau auf Grundlage einer Erweiterungs- und Sanierungsplanung.

    Seit dem 23. September steht dagegen fest: Die Goethe-Schule soll vollständig neu gebaut werden.

    Wie viel Förderung bleibt?

    Damit stellt sich eine entscheidende Frage: Wie viel Förderung lässt sich aus dem ursprünglichen Antrag noch für den Neubau nutzen?

    Nach den inzwischen bekannten Rahmenbedingungen wird offenbar nur noch mit rund drei Millionen Euro aus dem Ganztagsprogramm gerechnet. Auch das wäre eine erhebliche Summe.

    Dass Änderungen am Projekt für die Förderung eine Rolle spielen können, war der Verwaltung bereits vor der Neubauentscheidung bewusst. Noch am 7. September fragte die Stadt bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein nach, ob der beantragte Baukörper auf dem Grundstück verschoben und in seiner Ausführung verändert werden könne.

    Der ursprüngliche Antrag war sehr konkret

    Die Förderbank prüfte einzelne Räume, Nutzungsanteile und Kostenpositionen. Bei Gruppenräumen, Mensa, Küche, Außenanlagen und Ausstattung verlangte sie weitere Nachweise. Entscheidend ist dabei jeweils, welche Flächen tatsächlich dem Ganztag dienen.

    Nun wird nicht mehr erweitert und saniert, sondern neu gebaut. Damit können sich Raumprogramm, Flächen, Kosten und die Zuordnung einzelner Bereiche zum Ganztag grundlegend verändern.

    Änderungen sind nicht beliebig möglich

    Wie sensibel größere Änderungen im Förderverfahren sein können, zeigt ein anderer Vorgang aus demselben Programm. Als Quickborn im Frühjahr prüfen ließ, ob bereits beantragte Fördermittel auf ein zum Kauf angebotenes anderes Schulgebäude übertragen werden könnten, stellte die Förderbank klar: Das wäre ein Neuantrag. Die Antragsfrist war allerdings bereits Ende 2025 abgelaufen.

    Der Neubau am bisherigen Standort ist damit nicht automatisch vergleichbar. Klar ist aber: Das Projekt, das Quickborn heute bauen will, unterscheidet sich in wesentlichen Punkten von dem Projekt, für das Ende 2025 Förderung beantragt wurde.

    Fördermillionen bleiben wichtig

    Für den Neubau wurden im Sommer rund 26,35 Millionen Euro kalkuliert. Spezialabriss und Entsorgung schadstoffbelasteter Bauteile waren darin noch nicht enthalten. Im Haushaltsentwurf sind inzwischen rund 1,8 Millionen Euro allein für den Abbruch des Bestandsgebäudes vorgesehen.

    Umso wichtiger sind die Fördermittel.

    Hoffentlich klappt es. Drei Millionen Euro sind kein Pappenstiel. Entscheidend wird sein, ob und in welchem Umfang die Förderbank den ursprünglichen Antrag auch für den nun beschlossenen Neubau akzeptiert.