Quickborn setzt im Oktober und November sein Asphaltprogramm fort. Auf mehreren Straßen werden die Fahrbahndecken unterhalten. Insgesamt sollen 2026 rund 15.000 Quadratmeter neue Asphaltdecken aufgebracht werden. Für die jetzt angekündigten Arbeiten nennt die Stadt Kosten von rund 790.000 Euro.
Die Straßenunterhaltung ist sinnvoll und notwendig. Der Blick auf die Finanzierung zeigt allerdings das inzwischen bekannte Quickborner Problem: Geld auszugeben, ist in einer Stadt selten die Schwierigkeit. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, auch die Einnahmen zu erzielen, mit denen diese Ausgaben bezahlt werden können.
Diese Straßen sind betroffen
Im zweiten Bauabschnitt sind mehrere Straßen und Straßenabschnitte betroffen. Während der Arbeiten sind jeweils Vollsperrungen vorgesehen.
- Kurzer Kamp: Zwischen Langenkamp und Querkamp vom 5. bis 9. Oktober 2026.
- Langenkamp: Vom Harksheider Weg einschließlich des Kreisverkehrs vom 12. bis 20. Oktober 2026.
- Querkamp: Zwischen Langenkamp und Kurzer Kamp vom 19. bis 23. Oktober 2026.
- Klingenberg/Himmelmoorchaussee: Zwischen Heinrich-Hertz-Straße und Himmelmoorchaussee bis Hausnummer 16 vom 26. bis 30. Oktober 2026.
- Heidkampstraße: Zwischen Hausnummer 20 und dem Bahnübergang der AKN vom 29. Oktober bis 30. November 2026.
- Harksheider Weg: Zwischen Kugelfang und Kurzer Weg einschließlich der Zufahrt zum Parkplatz des Sporthotels vom 2. bis 6. November 2026.
- Klaus-Groth-Straße: Zwischen Ulzburger Landstraße und Kiefernhain vom 9. bis 13. November 2026.
Umleitungen werden ausgeschildert. Die angegebenen Zeiträume können sich nach Angaben der Stadt aufgrund der Witterung oder unvorhergesehener Störungen im Bauablauf noch verändern.
1,5 Millionen Euro jährlich für Asphaltarbeiten
Die Asphaltarbeiten gehören zur Straßenunterhaltung. Im Haushalt sind dafür jährlich 1,5 Millionen Euro eingeplant.
Dass verschlissene Fahrbahndecken unterhalten werden, ist richtig. Wer notwendige Straßenunterhaltung immer weiter aufschiebt, riskiert größere Schäden und am Ende höhere Kosten.
Das Problem liegt deshalb nicht in den Arbeiten selbst, sondern in ihrer Finanzierung.
12,5 Millionen Euro Defizit
Der Haushalt 2026 ist mit einem Defizit von rund 12,5 Millionen Euro hochdefizitär. Das entspricht rund 558 Euro pro Einwohner und Jahr.
Quickborn kann seine laufenden Ausgaben derzeit nur mit zusätzlicher Kreditaufnahme vollständig finanzieren.
Geld auszugeben, ist in einer Stadt selten das Problem. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, auch das Geld einzunehmen, mit dem die vielen beschlossenen Leistungen und Projekte bezahlt werden können. Genau dort liegt inzwischen die entscheidende Baustelle des Quickborner Haushalts.
Die Rechnung verschwindet nicht
790.000 Euro für Straßenunterhaltung sind schnell beschlossen und ausgegeben. Eine überzeugende Geschichte wäre es, wenn die Stadt gleichzeitig einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen könnte und diejenigen, die die Leistungen heute nutzen, dafür auch heute die Rechnung bezahlen.
Bei einem Defizit von rund 12,5 Millionen Euro funktioniert dieses Prinzip derzeit nicht. Ein Teil der heutigen Ausgaben wird damit in zukünftige Haushalte verschoben.
Die Straßen werden heute unterhalten und heute genutzt. Bezahlen müssen die Folgen der heutigen Finanzierung jedoch auch kommende Generationen – unsere Kinder, Enkel und möglicherweise noch deren Kinder.
Haushaltsausgleich ist kein neuer Gedanke
Dabei ist der Grundsatz keineswegs neu. Bereits seit den Anfangsjahren der schleswig-holsteinischen Gemeindeordnung gehört eine geordnete Haushaltswirtschaft zu den zentralen Pflichten der Kommunen.
§ 75 der Gemeindeordnung Schleswig-Holstein formuliert den Grundsatz heute eindeutig: Der Haushaltsausgleich hat Vorrang vor allen anderen finanzpolitischen Erwägungen.
Straßenunterhaltung bleibt notwendig. Nachhaltige Finanzpolitik bedeutet aber mehr, als sinnvolle Ausgaben zu beschließen. Sie bedeutet auch, die Einnahmen zu erwirtschaften, mit denen diese Ausgaben bezahlt werden.
Genau das dürfte für Quickborn die deutlich schwierigere Aufgabe werden.