Geschichte der Goetheschule

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Die Geschichte der Goethe-Schule reicht über sechs Jahrzehnte zurück. Gleichzeitig ist die Geschichte des Schulstandortes auch ein Stück Quickborner Stadtentwicklung.

Aus einer neuen Schule für eine stark wachsende Stadt wurde ein immer wieder veränderter und modernisierter Schulstandort. Über viele Jahre wurde über Sanierung, Umbau und schließlich sogar einen vollständigen Umzug diskutiert. Heute steht erneut ein Neubau am alten Standort im Raum.

Diese Chronologie versucht, die Entwicklung nachvollziehbar zusammenzuführen.

Ende der 1950er-Jahre – Quickborn wächst

Ende der 1950er-Jahre entstand im Dichterviertel die Oelting-Siedlung. Zahlreiche junge Familien zogen nach Quickborn. Mit der wachsenden Bevölkerung stieg auch die Zahl der schulpflichtigen Kinder.

Die vorhandenen Schulen reichten nicht mehr aus. Im Süden Quickborns sollte deshalb ein neuer Schulstandort entstehen.

1962 – Planungsrecht für die neue Schule

1962 wurden mit der Bauleitplanung die Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Gebietes und den neuen Schulstandort geschaffen.

Damit begann die konkrete Vorbereitung für eine zusätzliche Schule im Süden Quickborns.

1965 – Architektenwettbewerb und Planung

1965 wurde ein Architektenwettbewerb für die neue Schule durchgeführt.

Der Entwurf des Architekten Richard Jannasch setzte sich durch.

Geplant wurde eine für damalige Verhältnisse moderne Schulanlage mit zwölf Klassenräumen, Verwaltungs- und Fachräumen, einer Turnhalle und einer Hausmeisterwohnung.

Die Schule war damit von Anfang an nicht lediglich als einzelnes Schulgebäude, sondern als vollständiger Schulstandort konzipiert.

1966 – Die Schule wird eröffnet

Im April 1966 nahm die neue Schule ihren Betrieb auf.

Im November 1966 erhielt sie schließlich den Namen Goethe-Schule.

Damit begann die Geschichte eines Schulstandortes, der Generationen von Quickborner Kindern begleiten sollte.

Die folgenden Jahrzehnte

Die Anforderungen an Schule veränderten sich in den folgenden Jahrzehnten erheblich.

Pädagogische Konzepte entwickelten sich weiter, Schülerzahlen veränderten sich und technische sowie gesetzliche Anforderungen an Schulgebäude stiegen.

Aus dem modernen Schulbau der 1960er-Jahre wurde nach und nach ein älterer Gebäudebestand, der regelmäßig unterhalten, angepasst und modernisiert werden musste.

2006/2007 – Der Zustand der Schule wird zum Thema

Spätestens 2006 und 2007 wurde der bauliche Zustand der Goethe-Schule auch politisch zunehmend zum Thema.

Der Begriff „baufällig“ tauchte in der Diskussion auf. Damit begann eine Debatte, die sich – mit unterschiedlichen Lösungsansätzen – über viele Jahre fortsetzen sollte.

Die entscheidende Frage lautete schon damals:

Wie soll mit dem inzwischen mehrere Jahrzehnte alten Schulgebäude langfristig umgegangen werden?

2008/2009 – Untersuchungen und Brandschutz

In den Jahren 2008 und 2009 wurden weitere Untersuchungen und Maßnahmen erforderlich.

Dabei spielte unter anderem der Brandschutz eine Rolle. Eine zusätzliche Fluchttreppe wurde geschaffen.

Schon zu diesem Zeitpunkt wurde deutlich, dass der Erhalt des Gebäudes nicht allein aus normalen Unterhaltungsmaßnahmen bestehen würde.

2010/2011 – Geld für die Sanierung

Auch in den folgenden Haushaltsjahren wurden Mittel für Sanierungs- und Erhaltungsmaßnahmen vorgesehen.

Die Goethe-Schule blieb damit zunächst ein Standort, in den weiter investiert wurde.

Von einem kurzfristigen Ende des Schulgebäudes konnte keine Rede sein.

2012/2013 – Neue Raumkonzepte

Mit der weiteren Entwicklung der Quickborner Schullandschaft wurden auch neue Raumkonzepte für den Süden der Stadt diskutiert.

Die Überlegungen standen dabei nicht isoliert für die Goethe-Schule. Veränderungen anderer Schulen und Schulstandorte beeinflussten unmittelbar die Frage, welche Gebäude künftig von wem genutzt werden sollten.

Planungen verschoben sich und ursprünglich vorgesehene Zeitabläufe konnten nicht eingehalten werden.

2014 bis 2017 – Die Standortfrage wird grundsätzlicher

Zwischen 2014 und 2017 wurde die Diskussion über die Zukunft der Goethe-Schule zunehmend grundsätzlicher.

Es ging nicht mehr nur darum, einzelne Gebäudeteile zu reparieren.

Sanierung, Umbau und alternative Standorte wurden gegeneinander abgewogen.

Dabei entstanden unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie viel Geld noch in den vorhandenen Standort investiert werden sollte und welche langfristige Lösung wirtschaftlich und pädagogisch sinnvoll wäre.

2015 – Millionenbetrag für eine Sanierung

2015 stand für die Sanierung der Goethe-Schule ein Ansatz von rund 3,4 Millionen Euro im Raum.

Das ist für die heutige Diskussion ein wichtiger Punkt.

Denn die Frage, ob der vorhandene Gebäudebestand saniert werden kann und soll, beschäftigt Quickborn nicht erst seit wenigen Jahren. Bereits damals wurden erhebliche Investitionen in den Bestand diskutiert.

2017/2018 – Arbeiten an den Sanitärbereichen

Auch die Sanitäranlagen waren bereits Gegenstand von Sanierungsmaßnahmen.

2017 und 2018 wurden entsprechende Arbeiten vorgenommen.

Das Thema sollte Jahre später erneut aktuell werden.

2019/2020 – Der Umzug wird konkret

In den Haushaltsplanungen 2019 und 2020 wurde eine andere Lösung zunehmend konkret:

Die Goethe-Schule sollte ihren bisherigen Standort verlassen.

Als neuer Standort rückte das Gelände der ehemaligen Heidkamp-Realschule in den Mittelpunkt.

Für den notwendigen Umbau wurden Planungen und Haushaltsmittel vorgesehen. Zeitweise wurde mit einer Fertigstellung beziehungsweise einem Umzug im Jahr 2021 gerechnet.

Damit schien die jahrzehntelange Geschichte der Goethe-Schule an der Goethestraße ihrem Ende entgegenzugehen.

Die Heidkamp-Schule wird vorbereitet

Am ehemaligen Heidkamp-Standort wurden Räume umgebaut und für eine weitere schulische Nutzung vorbereitet.

Die Entwicklung muss dabei im Zusammenhang mit den Veränderungen der gesamten Quickborner Schullandschaft betrachtet werden.

Schulräume wurden neu zugeordnet, Übergangslösungen geschaffen und Gebäude für andere Nutzungen vorbereitet.

Der geplante Umzug der Goethe-Schule war Teil dieser größeren Umstrukturierung.

2021 bis 2023 – Weiter investieren trotz Umzugsplanung

Bemerkenswert ist, dass gleichzeitig weiterhin in den bestehenden Standort der Goethe-Schule investiert wurde.

Unter anderem wurden raumlufttechnische Anlagen eingebaut. Hinzu kamen weitere Maßnahmen am Gebäude und an seiner technischen Ausstattung.

Damit entstand eine Situation, die die weitere Geschichte der Schule prägt:

Einerseits sollte der Standort perspektivisch aufgegeben werden. Andererseits floss weiterhin Geld in das bestehende Gebäude.

Sommer 2023 – Der geplante Umzug wird verworfen

Im Sommer 2023 kam es schließlich zu einer grundlegenden Veränderung.

Die bisherigen Überlegungen für einen Umzug an den Heidkamp-Standort wurden nicht weiterverfolgt.

Damit war die Frage wieder offen:

Was geschieht langfristig mit der Goethe-Schule an der Goethestraße?

Nach Jahren der Planung eines anderen Standortes rückte plötzlich wieder das vorhandene Schulgelände in den Mittelpunkt.

2024 – Sanierung oder Neubau?

2024 wurden unterschiedliche Varianten für die Zukunft der Schule untersucht.

Dabei ging es unter anderem um eine Lösung mit einem neuen Gebäuderiegel beziehungsweise einer weitreichenden Entwicklung des vorhandenen Standortes.

Für eine der untersuchten Varianten standen Größenordnungen von rund 19,9 Millionen Euro im Raum. Hinzu kamen weitere rund 4 Millionen Euro für eine Sporthalle.

Parallel wurde die Möglichkeit eines vollständigen Neubaus betrachtet.

Damit hatte sich die Diskussion endgültig verschoben:

Nicht mehr der Umzug an einen anderen Schulstandort, sondern die grundlegende Neugestaltung des Standortes Goethestraße stand im Mittelpunkt.

Ende 2024 – Die Richtung geht zum Neubau

Ende 2024 sprach sich der zuständige Ausschuss für einen Neubau der Goethe-Schule aus.

Damit wurde eine politische Richtung vorgegeben, die weit über eine normale Sanierung des vorhandenen Schulgebäudes hinausgeht.

Die Schule sollte am bisherigen Standort bleiben – aber perspektivisch in einem neuen Gebäude.

Februar 2025 – Bebauungsplan Nr. 114

Anfang Februar 2025 folgte ein weiterer wichtiger Schritt.

Die Ratsversammlung beschloss die Aufstellung des Bebauungsplans Nr. 114 „Goetheschule“.

Damit sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die zukünftige Entwicklung des Schulgeländes geschaffen werden.

Geplant ist eine dreizügige Grundschule, die auch die Anforderungen des Ganztagsbetriebes erfüllen soll.

Neben den eigentlichen Klassenräumen werden deshalb zusätzliche Fach-, Gruppen- und Betreuungsräume benötigt. Hinzu kommen unter anderem eine Mensa, Räume für die Musikschule und entsprechende Sportflächen.

Auch eine Zweifeld-Sporthalle gehört zu den bisherigen Überlegungen.

Neubau während des laufenden Schulbetriebs

Eine besondere Herausforderung ist die Lage des Neubaus.

Nach den bisherigen Überlegungen soll das neue Schulgebäude zunächst auf der heutigen Sportfläche entstehen.

Der Gedanke dahinter:

Die vorhandene Goethe-Schule könnte während der Bauzeit zunächst weiter genutzt werden.

Erst nach Fertigstellung des Neubaus könnten weitere Veränderungen auf dem Gelände erfolgen.

Damit würde allerdings über einen längeren Zeitraum auf einem gleichzeitig als Schule genutzten Gelände gebaut.

Die Organisation des Schulbetriebes, Baustellenverkehr, Sicherheit, Außenflächen und die Belastung für Schülerinnen, Schüler und Beschäftigte werden deshalb wichtige Bestandteile der weiteren Planung sein.

2025 – Die Planungen laufen weiter

Für die weitere Planung wurden 2025 Mittel bereitgestellt.

Dabei ging es zunächst noch nicht um den eigentlichen Bau, sondern um die planerische Vorbereitung des Projektes.

Die Anforderungen an eine moderne Ganztagsgrundschule unterscheiden sich erheblich von denen, die beim Bau der Goethe-Schule Mitte der 1960er-Jahre zugrunde gelegt wurden.

Deshalb geht es nicht nur um die Frage, wie ein neues Gebäude aussehen könnte.

Zu klären sind unter anderem Raumbedarf, pädagogisches Konzept, Ganztagsbetreuung, Mensa, Sport, Außenanlagen, Verkehrserschließung und die Organisation der Bauphase.

2026 – Leistungsphase 0 und noch viele offene Fragen

2026 befindet sich das Projekt weiterhin in einer frühen Planungsphase.

Im Mittelpunkt steht zunächst die sogenannte Leistungsphase 0. Dabei werden die grundlegenden Anforderungen an das Projekt ermittelt, bevor die eigentliche Gebäudeplanung weit fortgeschritten ist.

Gerade bei einem Schulprojekt ist diese Phase wichtig. Denn bevor Grundrisse und Gebäudeformen festgelegt werden, muss geklärt sein, welche pädagogischen und funktionalen Anforderungen die Schule künftig erfüllen soll.

Ein belastbarer endgültiger Kostenrahmen für das Gesamtprojekt liegt damit noch nicht vor.

Rund 60 Jahre nach der Eröffnung

Damit steht die Goethe-Schule rund 60 Jahre nach ihrer Eröffnung erneut an einem Wendepunkt.

Die Geschichte zeigt allerdings auch, dass die Diskussion über die bauliche Zukunft des Standortes keineswegs neu ist.

Seit mindestens zwei Jahrzehnten beschäftigen sich Verwaltung und Politik immer wieder mit dem Zustand des Gebäudes.

Es wurde untersucht, saniert und investiert. Es wurden Millionenbeträge für Sanierungen diskutiert. Ein vollständiger Umzug wurde vorbereitet und später wieder verworfen. Anschließend wurden erneut Varianten für den bestehenden Standort untersucht.

Heute lautet die politische Zielrichtung Neubau.

Ob, wann und zu welchen Gesamtkosten dieser Neubau tatsächlich realisiert wird und wie sich die Planungen bis dahin verändern, wird Teil der nächsten Kapitel dieser inzwischen langen Geschichte sein.

Hinweise, Korrekturen und Ergänzungen willkommen

Diese Chronologie wird fortlaufend ergänzt. Gerade bei einer Geschichte, die inzwischen rund sechs Jahrzehnte umfasst, können Unterlagen oder Ereignisse fehlen oder einzelne Angaben im Zuge weiterer Recherchen ergänzt oder korrigiert werden müssen.

Falls wir an einer Stelle nicht richtig liegen, Du Dich an weitere Details zur Geschichte der Goethe-Schule erinnerst oder über alte Unterlagen, Fotos, Zeitungsberichte oder andere Dokumente verfügst: Melde Dich gerne bei uns.

Besonders interessant sind auch Erinnerungen ehemaliger Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und anderer Menschen, die die Entwicklung der Goethe-Schule selbst miterlebt haben.

Wir freuen uns über Hinweise, Korrekturen, Dokumente und Ergänzungen.

Die Chronologie wird aktualisiert, sobald neue Erkenntnisse vorliegen.

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