Rathaus spielt Verstecken – und die Antwort ist immer noch weg

Seit Mai wartet Quickborn Aktuell auf eine Antwort der Stadt zu den Spielplätzen. Dabei wäre die Sache eigentlich ganz einfach. Eine Glosse über Fragen, Schweigen und eine Antwort, die offenbar selbst Verstecken spielt.

Eigentlich wollten wir nur etwas über Spielplätze wissen.

Keine Staatsaffäre. Kein Untersuchungsausschuss. Keine geheime Verschlusssache.

Spielplätze.

Und das Beste vorweg: Wir finden die Quickborner Spielplätze eigentlich ziemlich ordentlich.

Natürlich ist Quickborn nicht der Heide Park. Colossos steht noch nicht am Harksheider Weg, eine Wildwasserbahn wurde entlang der Ulzburger Landstraße bislang ebenfalls nicht gesichtet und für den freien Fall ist weiterhin höchstens die Schaukel zuständig.

Aber grundsätzlich?

Die Anlagen wirken vielerorts gepflegt. Die Spielgeräte sind ordentlich. Und Kinder können dort – man glaubt es kaum – tatsächlich ziemlich gut spielen.

Eine kleine Frage im Mai

Nur hatten Bürgerinnen und Bürger Fragen. Also haben wir Fragen gestellt.

Am 17. Mai 2026 wollten wir von der Stadt wissen, wie sie selbst die Versorgung mit öffentlichen Spielplätzen in Quickborn einschätzt.

Konkret ging es unter anderem um den Harksheider Weg und die Ulzburger Landstraße.

Unsere Fragen waren überschaubar:

  • Sind dort neue Spielplätze geplant?
  • Sollen bestehende Anlagen erweitert werden?
  • Gibt es Modernisierungspläne?
  • Und wie bewertet die Stadt die Versorgung insgesamt?

Also Fragen, für die man vermutlich weder einen Krisenstab einberufen noch das Landesarchiv öffnen muss.

Dann kam …

nichts.

Klopf, klopf …

Am 9. Juni haben wir freundlich erinnert.

Klopf, klopf.

Hallo Rathaus, unsere Spielplatzfrage wäre noch da.

Auch darauf:

nichts.

Nun haben wir Oktober.

Und langsam drängt sich der Eindruck auf, dass auf den Quickborner Spielplätzen nicht nur Kinder Verstecken spielen.

Unsere Antwort spielt offenbar mit.

Heute geht die nächste Runde los

Mit heutiger Post geht deshalb eine weitere freundliche Erinnerung ins Rathaus.

„Was macht denn unsere Anfrage bezüglich der Spielplätze?“

Vielleicht hilft es ja.

Vielleicht liegt die Anfrage inzwischen unter einer Rutsche.

Vielleicht wurde sie im Sandkasten verbuddelt.

Oder sie sitzt seit Mai auf dem Verwaltungskarussell und wartet darauf, dass endlich jemand sagt:

„So, letzte Runde!“

Es könnte wirklich ganz einfach sein

Dabei wäre eine Antwort erstaunlich unkompliziert.

Zum Beispiel:

„Wir halten die Versorgung mit Spielplätzen für gut.“

Oder:

„Wir sehen Verbesserungsbedarf.“

Oder:

„Neue Anlagen sind derzeit nicht geplant.“

Oder meinetwegen sogar:

„Entschuldigung, wir schaffen es gerade nicht.“

Ganz ehrlich: Selbst ein gepflegtes „Nö“ hätte inzwischen fast schon Informationswert.

Aber monatelanges Schweigen?

Das schafft etwas, was unsere ursprüngliche Anfrage niemals geschafft hätte:

Es macht aus einer ziemlich normalen Spielplatzfrage plötzlich eine Geschichte.

Vielleicht löst sich die Frage ja von selbst auf?

Möglicherweise existiert irgendwo die Hoffnung, unbeantwortete Anfragen würden sich nach einer gewissen Zeit biologisch abbauen.

So wie Laub.

Oder Brausetabletten.

Oder Wahlversprechen – aber lassen wir das.

Bei Quickborn Aktuell funktioniert dieses Prinzip jedenfalls nicht.

Bei uns passiert eher das Gegenteil:

Je länger eine Antwort ausbleibt, desto interessanter wird irgendwann die Frage, warum eigentlich keine kommt.

Ja, wir nerven

Und bevor jetzt jemand im Rathaus denkt:

„Meine Güte, Quickborn Aktuell nervt aber.“

Ja.

Tun wir manchmal.

Und wisst Ihr was?

Uns nervt es auch.

Wir hätten nämlich überhaupt kein Problem damit, einfach zu schreiben:

„Die Stadt Quickborn teilt dazu mit …“

Das wäre sogar ausgesprochen angenehm.

Dann könnten wir unseren Leserinnen und Lesern erklären, wie die Stadt die Lage beurteilt, was geplant ist und was nicht.

Genau deshalb stellt man schließlich Fragen.

Nur eines funktioniert nicht

Was wir eher nicht machen werden:

Eine Frage stellen.

Keine Antwort bekommen.

Noch einmal fragen.

Wieder keine Antwort bekommen.

Und dann irgendwann sagen:

„Ach komm, vergessen wir es.“

Nö.

Diese Hoffnung wäre ungefähr so belastbar wie ein Sandkuchen bei norddeutschem Dauerregen.

Wir werden darüber berichten.

Und wenn weiterhin keine Antwort kommt, berichten wir eben auch darüber, dass keine Antwort kommt.

Nicht, weil uns das besonderen Spaß macht.

Nicht, weil wir morgens aufstehen und überlegen:

„Womit können wir heute das Rathaus beschäftigen?“

Sondern weil hinter solchen Fragen Hinweise aus der Bevölkerung stehen.

Und weil Bürgerinnen und Bürger durchaus erfahren dürfen, wie ihre Stadt die öffentlichen Spielplätze einschätzt, was geplant ist und was eben nicht.

Unser Zwischenfazit

Die Quickborner Spielplätze machen auf uns weiterhin einen ziemlich guten Eindruck.

Die Geräte funktionieren.

Die Schaukeln schaukeln.

Die Rutschen rutschen.

Nur beim Informationsfluss aus dem Rathaus scheint noch etwas Sand im Getriebe zu sein.

Vielleicht braucht es dort ebenfalls einmal eine neue Rutsche.

Am besten eine mit ordentlich Gefälle – direkt vom Schreibtisch in unser Postfach.

Und falls unsere Anfrage tatsächlich irgendwann auftaucht: Wir freuen uns.

Ganz wirklich.

Denn nach fünf Monaten ist uns bei der Sache eigentlich eher zum Weinen.

Aber wir lachen lieber. 😂😂

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