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  • Goethe-Schule: Schulaufsicht hat klare Anforderungen für die Feldbehnstraße gestellt

    Goethe-Schule: Schulaufsicht hat klare Anforderungen für die Feldbehnstraße gestellt

    Die Planungen für die vorübergehende Unterbringung der Goethe-Grundschule an der Feldbehnstraße scheinen in die richtige Richtung zu laufen. Die Schulaufsicht des Kreises Pinneberg bestätigt auf Anfrage von Quickborn Aktuell, dass sie bereits frühzeitig klare Anforderungen an den künftigen Schulstandort formuliert hat.

    12. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell | Thomas Köppl

    Rund 260 Schülerinnen und Schüler sollen während des Neubaus ihrer Schule für mehrere Jahre an die Feldbehnstraße umziehen. Dort werden bereits Schulen in freier Trägerschaft betrieben.

    Schulaufsicht hat Anforderungen formuliert

    Positiv ist, dass die Schulaufsicht die Planungen von Anfang an begleitet und ihre Anforderungen deutlich benannt hat. Beim Auftaktgespräch hat die zuständige Schulrätin diese nochmals ausdrücklich hervorgehoben.

    Damit steht fest: Die Schulaufsicht begleitet die Planungen nicht nur beratend, sondern hat auch konkrete Rahmenbedingungen für die Interimslösung formuliert.

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    Mietvertrag und Schulkonferenz: Einige Punkte sind noch offen

    Der Mietvertrag zwischen der Stadt Quickborn und dem privaten Schulträger ist noch nicht abgeschlossen. Das ist allerdings Angelegenheit der Stadt und nicht der Schulaufsicht. Hier besteht somit noch eine gewisse Unsicherheit.

    Die Schulkonferenz der Goethe-Grundschule soll bei ihrer nächsten Sitzung angehört werden. Das erscheint auch sinnvoll, denn zunächst müssen die wesentlichen Rahmenbedingungen der Unterbringung feststehen. Über konkrete organisatorische Anpassungen kann anschließend beraten werden.

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    Bildungsministerium prüft Auswirkungen auf die Freie Gemeinschaftsschule

    Auch das Bildungsministerium ist inzwischen eingebunden. Es hat bei der Geschäftsführung des privaten Schulträgers eine Stellungnahme angefordert.

    Hintergrund ist die Frage, welche Auswirkungen die zusätzliche Unterbringung einer vollständigen öffentlichen Grundschule auf die bestehende Genehmigung der Freien Gemeinschaftsschule haben kann.

    Eine Antwort liegt dem Ministerium nach Auskunft des Kreises noch nicht vor.

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    Es geht in die richtige Richtung

    Insgesamt zeichnet sich eine konstruktive Entwicklung ab. Die Schulaufsicht ist eingebunden, hat ihre Anforderungen formuliert und begleitet die weiteren Abstimmungen.

    Quickborn Aktuell hat den Kreis Pinneberg gebeten, uns diese Anforderungen zur Verfügung zu stellen. Schließlich ist gerade für die Eltern interessant, welche Voraussetzungen für einen sicheren und gut organisierten Schulbetrieb erfüllt werden müssen.

    Wenn die Anforderungen bekannt sind und die offenen Fragen geklärt werden, lässt sich die geplante Interimslösung auch sachlich bewerten.

    Unser Zwischenfazit: Es geht offenbar voran. Noch ist nicht alles geklärt, aber die schulaufsichtliche Begleitung ist ein gutes Zeichen.

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  • V9: Neue Gewerbeflächen sollen die Straße bezahlen /Landschaftsschutzgebiet soll planiert werden.

    Die V9 ist mehr als eine neue Straße. Südlich des Ohlmöhlenwegs sollen beidseits von Halenberg und Auf dem Halenberg rund 3,2 Hektar neue Gewerbeflächen entstehen. Der Verkauf soll drei bis 4,5 Millionen Euro bringen. Dieses Geld wird für die Finanzierung der V9 gebraucht.

    Damit liegt jetzt offen auf dem Tisch, wie eng Straßenbau und zusätzliche Gewerbeentwicklung zusammengehören.

    Für die V9 sind bis 2029 rund 5,63 Millionen Euro eingeplant. Die Straße soll über Ohlmöhlenweg, Halenberg und Auf dem Halenberg bis zur Pascalstraße führen. Genau an diesem Korridor sollen die neuen Gewerbeflächen entstehen.

    Millionen aus Grundstücksverkäufen

    Die Rechnung der Stadt ist einfach.

    Für die eingeschränkt nutzbare Fläche werden 75 bis 100 Euro pro Quadratmeter angesetzt. Für die besser nutzbare Fläche 140 bis 170 Euro. Am Ende sollen drei bis 4,5 Millionen Euro in die Kasse kommen.

    Das Geld ist aber noch nicht da.

    Die höheren Grundstückspreise lassen sich nach der im Ausschuss vorgestellten Rechnung erst erzielen, wenn die Flächen durch die neue Straße erschlossen sind.

    Das bedeutet: Quickborn baut und finanziert zunächst. Verkauft wird später.

    Vier von 20 Grundstücken verkauft

    Wie lange „später“ dauern kann, zeigt der EQ Businesspark. Er wurde im April 2023 eröffnet. Ende 2025 waren von 20 Grundstücken vier verkauft.

    Ein kalkulierter Grundstückserlös ist deshalb noch lange kein Geld auf dem Konto.

    Die 1,9 Millionen Euro sind weg

    Zur bisherigen V9-Rechnung gehörten außerdem 1,9 Millionen Euro aus den Infrastrukturmitteln und weitere 430.000 Euro aus der Radverkehrsförderung.

    Nur: Die 1,9 Millionen Euro wurden im Ausschuss inzwischen der Goethe-Grundschule zugeschlagen. Acht Mitglieder stimmten dafür, eines enthielt sich.

    Bleibt es dabei, fehlen diese 1,9 Millionen Euro bei der V9.

    Dann sieht die Rechnung deutlich anders aus.

    Bei drei Millionen Euro Grundstückserlös und 430.000 Euro Radverkehrsförderung fehlen gegenüber den 5,63 Millionen Euro Baukosten rund 2,2 Millionen Euro.

    Selbst beim höchsten angenommenen Grundstückserlös von 4,5 Millionen Euro bleibt noch eine Lücke von rund 700.000 Euro.

    Und die Stadt muss die Grundstückserlöse erst einmal tatsächlich erzielen.

    FDP: Grundstücksverkäufe waren von Anfang an eingeplant

    Besonders interessant war in der Beratung die Aussage der FDP.

    Nach ihrer Darstellung war die Querfinanzierung der V9 durch Grundstücksverkäufe von Anfang an Bestandteil des Projektes. Der Trassenbau sollte also schon immer durch die Entwicklung und den Verkauf zusätzlicher Gewerbeflächen mitfinanziert werden.

    Das ist eine wichtige Information.

    Denn öffentlich wurde die V9 bislang vor allem als neue Straßenverbindung diskutiert: Ersatz für die problematische Autobahnquerung, bessere Verbindung zwischen Quickborn-Ort und Quickborn-Heide, Entlastung des Verkehrs.

    Dass gleichzeitig Millionenerlöse aus neuen Gewerbeflächen fest zur Finanzierung gehören, wurde öffentlich nicht mit derselben Klarheit dargestellt.

    Wenn die FDP recht hat, war dieser Zusammenhang politisch längst bekannt.

    Jetzt ist er auch öffentlich sichtbar.

    SPD wird deutlich skeptischer

    Die SPD hat die V9 bislang grundsätzlich mitgetragen. Bei der neuen Finanzierungsrechnung wächst aber der Widerstand.

    Im Ausschuss wurden die erwarteten Grundstückserlöse angezweifelt. Auch die angespannte Finanzlage der Stadt spielte eine Rolle. Die Sorge: Am Ende bleibt Quickborn auf einem erheblichen Teil der Kosten sitzen.

    Grüne geben das Geld lieber der Schule

    Die Grünen setzten einen anderen Schwerpunkt.

    Sie beantragten, die 1,9 Millionen Euro Infrastrukturmittel nicht für die V9, sondern für die Goethe-Grundschule zu verwenden. Dieser Teil des Antrags bekam eine Mehrheit.

    Damit ist die bisherige Finanzierungsrechnung der Straße zunächst auseinandergerissen.

    CDU hält an Straße und Schule fest

    Die CDU will weder die V9 noch den Schulneubau aufgeben. In der Beratung wurde deutlich: Aus ihrer Sicht geht es vor allem darum, die vorhandenen Mittel zwischen den Projekten richtig zuzuordnen.

    Die Grundrichtung bleibt damit: V9 bauen, Schule bauen, Finanzierung neu sortieren.

    Und noch mehr Gewerbe

    Die neuen 3,2 Hektar kommen nicht allein.

    Der bestehende Gewerbestandort Nord ist schon heute der größte Gewerbestandort Quickborns. Direkt daneben liegt der EQ Businesspark.

    Zusätzlich steht nach dem letzten bekannten Stand eine weitere westliche Erweiterung des Gewerbegebietes im Raum. Auch dort geht es um Grundstücke und Investitionen in Millionenhöhe.

    Quickborn setzt also weiter auf zusätzliches Gewerbe.

    Das kann Arbeitsplätze und Gewerbesteuer bringen.

    Es bringt aber auch Verkehr.

    Die A7-Anschlussstelle ist schon voll

    Und genau dort liegt das nächste Problem.

    Die von Quickborn selbst beauftragte Verkehrsuntersuchung kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Autobahnanschlussstelle Quickborn hat keine Reserven für zusätzlichen Kfz-Verkehr mehr. Bereits zusätzliche 30 bis 35 Lkw pro Stunde verschärfen die Überlastung.

    Die Stadt selbst spricht von Qualitätsstufe F. Das ist die schlechteste Stufe.

    Genau diese Überlastung war eines der Hauptargumente Quickborns gegen zusätzlichen Lkw-Verkehr aus dem geplanten Logistikstandort in Ellerau.

    Nun plant Quickborn selbst zusätzliche Gewerbeflächen.

    Auch deren Pkw und Lkw verschwinden nicht an der Grundstücksgrenze. Ein erheblicher Teil des Verkehrs wird über dieselbe Anschlussstelle zur A7 fahren.

    V9 wird zur Gewerbeachse

    Damit verändert sich auch der Charakter der V9.

    Sie verbindet nicht nur Quickborn-Ort und Quickborn-Heide. Sie erschließt zugleich vorhandenes und neues Gewerbe.

    Und sie ist keine klassische schnelle Umgehungsstraße. Die vorhandene Trasse über Halenberg hat enge Kurven. Teile sind bereits geschwindigkeitsreduziert. Die Machbarkeitsstudie sieht eine Ausweitung dieser geschwindigkeitsreduzierten Bereiche vor.

    V9 wird damit zunehmend zur Erschließungsachse eines wachsenden Gewerbestandortes.

    Und dann ist da noch der Landschaftsschutz

    Südlich und westlich des Ohlmöhlenwegs beginnt nach den bestehenden Planungsunterlagen Landschaftsschutzgebiet.

    Für eine Straße auf einer weitgehend vorhandenen Trasse ist das eine Sache.

    Für mehrere Hektar neues Gewerbe mit Hallen, Zufahrten, Stellplätzen und versiegelten Flächen eine andere.

    Damit spielt auch der Kreis Pinneberg eine wichtige Rolle. Er ist als untere Naturschutzbehörde für den Landschaftsschutz zuständig.

    Aus einer Straße wird ein Millionenprojekt für die Stadtentwicklung

    Das Bild ist jetzt klarer.

    5,63 Millionen Euro für die V9.

    3,2 Hektar neues Gewerbe.

    Drei bis 4,5 Millionen Euro erhoffter Grundstückserlös.

    1,9 Millionen Euro Infrastrukturmittel inzwischen bei der Goethe-Schule.

    Ein EQ Businesspark, bei dem nach fast drei Jahren vier von 20 Grundstücken verkauft waren.

    Weitere Gewerbeentwicklung im Norden der Stadt.

    Und eine Autobahnanschlussstelle, die laut Quickborns eigener Verkehrsuntersuchung schon heute keine zusätzlichen Verkehrsreserven mehr hat.

    Die V9 ist damit längst keine reine Straßenbaumaßnahme mehr.

    Sie ist ein großes Gewerbe- und Stadtentwicklungsprojekt. Und die Stadt setzt darauf, dass neue Gewerbegrundstücke einen erheblichen Teil der Rechnung bezahlen.