Schlagwort: Kommunalpolitik

  • Junge Stimmen für Quickborn – Demokratie beginnt nicht erst mit 18!

    In Quickborn dürfen bereits Siebenjährige wählen! Vom 24. bis 26. November 2026 wird der Kinder- und Jugendbeirat neu gewählt. Junge Menschen zwischen sieben und 21 Jahren können darüber entscheiden, wer in den kommenden zwei Jahren ihre Interessen gegenüber Politik und Verwaltung vertritt.

    Das ist eine ausgesprochen gute Sache! Denn wer möchte, dass sich junge Menschen für Demokratie, gesellschaftliche Verantwortung und ihre Heimatstadt interessieren, muss ihnen auch die Möglichkeit geben, tatsächlich mitzubestimmen.

    Genau das geschieht in Quickborn.

    Nicht nur mitreden, sondern wirklich mitgestalten

    Der Kinder- und Jugendbeirat ist weit mehr als eine Einrichtung, in der Jugendliche gelegentlich ihre Wünsche äußern dürfen.

    Seine Mitglieder können eigene Vorschläge entwickeln, in den zuständigen politischen Ausschüssen das Wort verlangen und Anträge stellen. Sie können damit unmittelbar Einfluss auf kommunalpolitische Entscheidungen nehmen.

    Dass dieses Engagement konkrete Ergebnisse bringt, hat der bisherige Beirat bereits bewiesen.

    Die Outdoor-Fitnessgeräte am Prophetensee gehen auf eine Initiative des Kinder- und Jugendbeirates zurück. Auch für die Öffnung von Schulhöfen und Sportflächen außerhalb der Unterrichtszeiten hat er sich erfolgreich eingesetzt. Im Mai 2025 startete dazu ein Pilotprojekt an drei Quickborner Schulen und am Sportplatz Banck’sche Kuhle.

    Hinzu kommen Aktionen für Artenvielfalt sowie Veranstaltungen für Demokratie und gegen Extremismus.

    Das zeigt: Junge Menschen haben nicht nur Ideen. Sie sind auch bereit, Verantwortung zu übernehmen und etwas für ihre Stadt zu bewegen.

    Ein großes Dankeschön an die bisherigen Mitglieder

    Dieses ehrenamtliche Engagement verdient ausdrückliche Anerkennung.

    Wer sich bereits in jungen Jahren mit kommunalpolitischen Fragen beschäftigt, unterschiedliche Interessen miteinander in Einklang bringt und sich für andere einsetzt, leistet einen wertvollen Beitrag für unsere Stadtgesellschaft.

    Dazu gehört auch, sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen, Kompromisse zu finden und gelegentlich einen langen Atem zu beweisen. Wer Kommunalpolitik kennt, weiß: Das ist nicht immer ganz einfach. 😉

    Unser ausdrücklicher Dank gilt deshalb allen bisherigen Mitgliedern des Kinder- und Jugendbeirates und der Stadtjugendpflege, die diese wichtige Arbeit begleitet und unterstützt.

    Jetzt sind die jungen Quickborner gefragt!

    Die Wahl findet vom 24. bis 26. November 2026 an verschiedenen Quickborner Schulen statt.

    Zusätzlich können Wahlberechtigte am Dienstag, 24. November, und Mittwoch, 25. November, jeweils von 15 bis 19 Uhr im Kinder- und Jugendbüro Haus 25, Am Freibad 25, ihre Stimme abgeben.

    Wahlberechtigt sind junge Menschen zwischen sieben und 21 Jahren, die die Voraussetzungen der Wahlordnung erfüllen. Dazu gehören insbesondere ein Hauptwohnsitz in Quickborn und die Eintragung in das Wählerverzeichnis.

    Jede wahlberechtigte Person hat bis zu fünf Stimmen. Pro Kandidatin oder Kandidat darf höchstens eine Stimme vergeben werden.

    Unsere Bitte: Geht wählen – und bitte weitersagen!

    Wir von Quickborn Aktuell finden es großartig, dass Kinder und Jugendliche in unserer Stadt diese Möglichkeit der demokratischen Mitgestaltung haben.

    Wir wünschen uns eine möglichst hohe Wahlbeteiligung und viele junge Menschen, die Lust haben, Verantwortung zu übernehmen.

    Deshalb unsere Bitte: Sagt es weiter! Sprecht mit Euren Kindern, Enkelkindern, Freunden und Mitschülern über die Wahl. Teilt die Information in Euren Familien, Vereinen, Schulgruppen und Freundeskreisen.

    Auch Eltern, Großeltern, Lehrkräfte und Vereine können dazu beitragen, junge Menschen auf diese Wahl aufmerksam zu machen und sie zu ermutigen, ihre Stimme zu nutzen.

    Denn Demokratie lebt nicht allein davon, dass Menschen wählen dürfen. Sie lebt davon, dass Menschen auch wählen gehen und sich einbringen.

    Wir wünschen allen Kandidatinnen und Kandidaten viel Erfolg und dem neuen Kinder- und Jugendbeirat Freude, Mut und Durchsetzungsvermögen für seine wichtige Aufgabe.

    Weitere Informationen zur Wahl

    Die Stadt Quickborn informiert auf ihrer Internetseite über die Wahl, die Wahlorte und die Stimmabgabe. Wer sich darüber hinaus über die Kandidaturen informieren möchte, kann sich an die Stadtjugendpflege wenden.

    Hier geht es zur offiziellen Information der Stadt Quickborn.

    Stadtjugendpflege Quickborn:
    Telefon: 04106 / 611-244
    E-Mail: jugend@quickborn.de


    Quelle: Stadt Quickborn, Pressemitteilung vom 19. Oktober 2026.

  • Quickborns Haushalt: 18 Millionen Euro mehr Ausgaben – wo bleibt die Gegensteuerung?

    Die Einnahmen der Stadt Quickborn sind seit 2024 gestiegen. Trotzdem wächst das Haushaltsdefizit dramatisch. Der Grund liegt vor allem auf der Ausgabenseite: Während die Erträge um gut fünf Prozent zulegen, steigen die Aufwendungen um mehr als 21 Prozent. Die allgemeine Preissteigerung erklärt diese Entwicklung nicht. Eine Analyse des Haushaltsentwurfs 2027 zeigt, wie groß die finanzielle Schieflage inzwischen ist – und welche Antworten die Stadt noch schuldig bleibt.

    Quickborn Aktuell | Haushaltsanalyse | Stand: 18. Oktober 2026

    Aus 1,3 Millionen Euro Defizit werden 15,2 Millionen

    Der Jahresabschluss 2024 ist der Ausgangspunkt unserer Betrachtung. Damals erzielte Quickborn Erträge von 84,72 Millionen Euro. Dem standen Aufwendungen von 85,99 Millionen Euro gegenüber. Das Jahr endete mit einem Fehlbetrag von 1,27 Millionen Euro.

    Drei Jahre später sieht die Planung völlig anders aus.

    Für 2027 rechnet die Stadt mit Erträgen von 89,06 Millionen Euro und Aufwendungen von 104,30 Millionen Euro. Das ergibt ein geplantes Defizit von 15,24 Millionen Euro.

    Haushaltskennzahl 2024 Ist 2027 Plan Veränderung
    Gesamterträge 84,72 Mio. € 89,06 Mio. € +5,1 %
    Gesamtaufwendungen 85,99 Mio. € 104,30 Mio. € +21,3 %
    Jahresfehlbetrag 1,27 Mio. € 15,24 Mio. € +13,97 Mio. €

    Die Aufwendungen steigen damit prozentual mehr als viermal so schnell wie die Erträge.

    Natürlich gibt es auch auf der Einnahmenseite Schwankungen. 2025 erzielte Quickborn sogar 91,02 Millionen Euro und damit mehr als für 2027 geplant. Die Einnahmen bleiben also keineswegs jedes Jahr gleich hoch.

    Trotzdem ist die Entwicklung eindeutig: Gegenüber 2024 stehen für 2027 gut 4,3 Millionen Euro zusätzliche Erträge im Haushalt. Gleichzeitig wachsen die Aufwendungen um 18,3 Millionen Euro.

    Die Verschlechterung des Haushalts lässt sich deshalb nicht mit einem allgemeinen Einbruch der Einnahmen erklären.

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    Die Inflation erklärt den Kostenanstieg nicht

    Alles wird teurer. Das gilt für private Haushalte ebenso wie für Städte und Gemeinden. Doch wie groß ist der Einfluss der Inflation tatsächlich?

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024 um 2,2 Prozent. Im September 2026 betrug die Inflationsrate gegenüber dem Vorjahresmonat 3,3 Prozent. Vor allem gestiegene Energiepreise trieben sie zuletzt nach oben.

    Das sind erhebliche Belastungen. Aber sie stehen in keinem direkten Verhältnis zu einem Anstieg der städtischen Aufwendungen um 21,3 Prozent zwischen dem Jahresabschluss 2024 und dem Haushaltsansatz 2027.

    Dabei ist zu berücksichtigen, dass kommunale Kosten nicht dem allgemeinen Verbraucherpreisindex folgen. Tarifabschlüsse, Bauleistungen, Sozialausgaben und gesetzliche Standards können sich anders entwickeln.

    Gerade deshalb müsste die Stadt erklären, welcher Teil ihrer Mehraufwendungen tatsächlich auf Preissteigerungen zurückgeht – und welcher auf zusätzliche Leistungen, höhere Standards, neue Investitionen oder eigene Entscheidungen.

    Eine solche Gesamtbetrachtung enthält der erste Haushaltsentwurf 2027 nicht.

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    Wo die zusätzlichen 18 Millionen Euro bleiben

    Die Haushaltszahlen zeigen, welche Ausgabenbereiche besonders stark wachsen.

    Aufwandsart 2024 Ist 2027 Plan Zunahme
    Personal 22,20 Mio. € 25,99 Mio. € +3,80 Mio. €
    Sach- und Dienstleistungen 13,65 Mio. € 18,69 Mio. € +5,04 Mio. €
    Transferaufwendungen 34,82 Mio. € 39,77 Mio. € +4,94 Mio. €
    Sonstige Aufwendungen 6,54 Mio. € 8,23 Mio. € +1,70 Mio. €
    Abschreibungen 5,83 Mio. € 7,49 Mio. € +1,65 Mio. €
    Zinsen und Finanzaufwendungen 1,28 Mio. € 2,61 Mio. € +1,33 Mio. €

    Hinzu kommen Versorgungsaufwendungen, die im Vergleichszeitraum um rund 156.000 Euro sinken.

    Die größten Veränderungen liegen damit bei den Sach- und Dienstleistungen, den Transferleistungen und dem Personal.

    Allein diese drei Bereiche verursachen zusätzliche jährliche Aufwendungen von zusammen rund 13,8 Millionen Euro.

    Das sind nicht ausschließlich neue Ausgaben. Ein Teil entfällt auf allgemeine Kostensteigerungen, ein anderer auf veränderte Aufgaben und höhere Ansätze. Bei der Goethe-Schule kommen beispielsweise außergewöhnliche Ausgaben für Abriss und Zwischenunterbringung hinzu.

    Diese Unterscheidung ist wichtig. Einmalige Aufwendungen belasten den Haushalt anders als dauerhaft steigende Personalkosten, Betriebsausgaben oder Zuschüsse.

    Umso wichtiger wäre eine klare Darstellung, welche Kosten nach Abschluss einzelner Maßnahmen wieder entfallen und welche dauerhaft bestehen bleiben.

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    Einzelne Begründungen ersetzen keine Haushaltsanalyse

    Die Verwaltung erläutert in ihrer Haushaltsvorlage zahlreiche Veränderungen. Sie nennt unter anderem Tarif- und Besoldungsanpassungen, höhere Kita-Zuschüsse, zusätzliche Kosten für Schulprojekte sowie steigende Zinsbelastungen.

    Bei den Zuschüssen an freie Kita-Träger verweist sie beispielsweise auf deren Wirtschaftspläne. Bei anderen Konten werden Ansätze an frühere Jahresergebnisse oder den bisherigen Haushaltsverlauf angepasst.

    Das erklärt, wie einzelne Beträge zustande kommen sollen. Es beantwortet aber noch nicht die entscheidenden Fragen.

    Warum steigen die Kosten einer bestimmten Leistung deutlich stärker als die allgemeinen Preise? Haben sich die Fallzahlen, die betreuten Personen oder die tatsächlich erbrachten Leistungen verändert? Welche Ausgaben entstehen durch neue gesetzliche Verpflichtungen? Welche Alternativen wurden geprüft?

    Und vor allem: Wo wird gegengesteuert, wenn die finanziellen Möglichkeiten der Stadt nicht mehr ausreichen?

    Im ersten Haushaltsentwurf finden sich durchaus einzelne Kürzungen. Der Hauptausschuss hat beispielsweise die jährlichen Zuschüsse an Vereine und Verbände auf 300.000 Euro begrenzt. Auch bei der Tiefbauunterhaltung sind gegenüber der Planung 2026 geringere Ansätze vorgesehen.

    Doch diesen Einzelmaßnahmen steht ein Gesamthaushalt gegenüber, dessen jährlicher Fehlbetrag auf mehr als 15 Millionen Euro anwächst.

    Ein beziffertes Konsolidierungsprogramm, das diese Lücke schließen soll, ist aus der Vorlage nicht ersichtlich.

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    Der Haushalt ist auch ohne neue Investitionen nicht ausgeglichen

    Besonders deutlich wird die Lage beim Blick auf den Finanzplan.

    Dort werden nur tatsächliche Ein- und Auszahlungen berücksichtigt. Buchhalterische Aufwendungen wie Abschreibungen bleiben außen vor.

    Für 2027 erwartet die Stadt aus ihrer laufenden Verwaltungstätigkeit Einzahlungen von 85,42 Millionen Euro. Gleichzeitig plant sie Auszahlungen von 94,65 Millionen Euro.

    Damit fehlen bereits im laufenden Zahlungsverkehr 9,22 Millionen Euro.

    Das ist der entscheidende Befund: Quickborn hat nicht nur ein Problem mit bilanziellen Abschreibungen oder zukünftigen Baukosten. Schon die laufenden Zahlungen übersteigen die laufenden Einnahmen erheblich.

    Hinzu kommen die Tilgungen bestehender Investitionskredite. Dafür sind 2027 weitere 3,83 Millionen Euro vorgesehen.

    Wenn eine Stadt aus ihrem laufenden Geschäft weder ihre Auszahlungen noch ihre Kredittilgungen finanzieren kann, bleibt für neue Investitionen kein selbst erwirtschafteter finanzieller Spielraum.

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    Trotzdem werden weitere Millionen investiert

    Für die Jahre 2027 bis 2030 enthält der Haushaltsentwurf Investitionsauszahlungen von insgesamt rund 72,15 Millionen Euro.

    Der Finanzierungsbedarf ist erheblich. Die Stadt plant deshalb in diesen vier Jahren neue Investitionskredite von zusammen 44,07 Millionen Euro.

    Das bedeutet nicht, dass die Verschuldung um exakt diesen Betrag steigt. Bestehende Kredite werden gleichzeitig getilgt. Nach Abzug der geplanten Tilgungen wächst die Investitionsverschuldung rechnerisch dennoch um rund 29 Millionen Euro.

    Die Zinsbelastung steigt ebenfalls.

    2024 betrugen die Zinsen und sonstigen Finanzaufwendungen 1,28 Millionen Euro. Für 2027 sind 2,61 Millionen Euro vorgesehen, für 2030 bereits 3,42 Millionen Euro.

    Immer mehr Geld wird damit für die Finanzierung früherer und neuer Kreditaufnahmen benötigt – Geld, das für andere Aufgaben nicht mehr zur Verfügung steht.

    Dabei reichen die Folgekosten großer Investitionen über das Jahr 2030 hinaus.

    Neue Schulen, öffentliche Gebäude, Straßen und andere Einrichtungen verursachen nach ihrer Fertigstellung weitere Aufwendungen für Unterhaltung, Reinigung, Energie, Versicherungen und Personal. Auch Abschreibungen belasten den Ergebnishaushalt über viele Jahre.

    Wer eine Investition beschließt, muss deshalb nicht nur ihre Baukosten kennen. Er muss auch nachweisen können, dass die Stadt die laufenden Kosten dauerhaft tragen kann.

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    Bis 2030 droht der vollständige Verbrauch des Eigenkapitals

    Die Stadt selbst beschreibt in der Haushaltsvorlage, welche Folgen ihre Finanzplanung hätte.

    Für 2027 bis 2030 werden zusammen Fehlbeträge von rund 59,77 Millionen Euro erwartet. Einschließlich des geplanten Defizits 2026 beläuft sich die Summe auf mehr als 72 Millionen Euro.

    Ende 2025 verfügte Quickborn laut Haushaltsvorlage noch über Eigenkapital von 68,71 Millionen Euro.

    Daraus zieht die Verwaltung eine bemerkenswerte Schlussfolgerung: Bei Eintritt der geplanten Ergebnisse wäre das Eigenkapital der Stadt im Jahr 2030 aufgebraucht.

    Das ist keine Prognose über einen unmittelbar bevorstehenden Zahlungsausfall. Es ist aber ein deutliches Warnsignal für die langfristige Entwicklung der städtischen Finanzen.

    Dasselbe gilt für die Liquidität. Der bisherige Höchstbetrag für Kassenkredite soll von 15 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2026 auf 30 Millionen Euro im Jahr 2027 angehoben werden.

    Die Stadt benötigt damit einen erheblich größeren finanziellen Spielraum, um ihre laufenden Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können.

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    Mehr staatliche Aufgaben – aber welche Kosten entstehen wirklich?

    Bund und Land haben den Kommunen in den vergangenen Jahren zusätzliche Aufgaben übertragen. Der schrittweise Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab dem Schuljahr 2026/2027 ist ein konkretes Beispiel.

    Solche Verpflichtungen können erhebliche Mehrkosten verursachen. Hinzu kommen bestehende gesetzliche Aufgaben, etwa in der Kinderbetreuung und im Sozialbereich.

    Allerdings erhalten Kommunen für verschiedene Aufgaben auch Finanzierungsbeiträge und Zuweisungen.

    Für die Beurteilung des Quickborner Haushalts reicht deshalb der allgemeine Hinweis auf zusätzliche staatliche Verpflichtungen nicht aus.

    Entscheidend wäre eine Aufstellung, welche Aufgaben seit 2024 neu hinzugekommen sind, wie hoch deren Kosten ausfallen und welche Erstattungen oder Fördermittel dagegenstehen.

    Erst daraus ließe sich ablesen, welcher Teil des gewachsenen Defizits auf ungedeckte staatliche Vorgaben zurückzuführen ist.

    Eine solche nachvollziehbare Gesamtrechnung enthält der Haushaltsentwurf nicht.

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    Was jetzt fehlt: Eine Rechnung, wie Quickborn wieder aus den roten Zahlen kommt

    Der erste Haushaltsentwurf 2027 ist in vielen Bereichen detailliert. Er enthält zahlreiche Produktkonten, Planwerte, Erläuterungen und langfristige Prognosen.

    Was fehlt, ist eine überzeugende Verbindung zwischen der dokumentierten Kostenentwicklung und einem finanziellen Gegenkonzept.

    Die Stadt müsste darlegen, welche Aufwendungen dauerhaft steigen, welche Mehrkosten nach Abschluss einzelner Projekte entfallen und wie viel Geld sich durch organisatorische Veränderungen, andere Prioritäten oder den Verzicht auf Vorhaben einsparen ließe.

    Auch die städtischen Aufgaben gehören auf den Prüfstand. Nicht jede Leistung und nicht jeder bisherige Standard muss für alle Zukunft unverändert fortgeführt werden. Dabei sind gesetzliche Pflichten von freiwilligen Leistungen zu unterscheiden.

    Die bisherigen Haushaltszahlen zeigen, dass sich die finanzielle Entwicklung nicht allein mit Inflation oder sinkenden Einnahmen erklären lässt.

    Gleichzeitig steht Quickborn vor einem umfangreichen Investitionsprogramm, das die finanziellen Belastungen der kommenden Jahre weiter erhöhen wird.

    Der Haushalt 2027 wirft deshalb eine einfache Frage auf: Wie will die Stadt ihre laufenden Ausgaben und ihre neuen Investitionen bezahlen, wenn bereits heute jedes Jahr Millionen fehlen?

    Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Was fehlt, ist die Antwort, wie Quickborn seine Finanzen wieder dauerhaft ins Gleichgewicht bringen will.

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    Datengrundlage: Jahresabschluss 2024 der Stadt Quickborn, Haushaltsunterlagen 2026 mit dem Ist-Ergebnis 2024 sowie erster Haushaltsentwurf 2027 einschließlich Finanzplanung bis 2030. Preisentwicklung nach Angaben des Statistischen Bundesamtes. Die Werte für 2027 bis 2030 sind Planansätze, keine bereits eingetretenen Ergebnisse.

    Redaktion: Quickborn Aktuell

    Die Inflationswerte sind mit den Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamts vom Januar und Oktober 2026 abgeglichen.

  • 🍬 Süße Bonbons heute – bittere Pillen für morgen?

    🍬 Süße Bonbons heute – bittere Pillen für morgen?

    Ein Kommentar von Thomas Köppl – Quickborn Aktuell

    Liebe Quickbornerinnen und Quickborner,

    es ist mal wieder Zeit für einen kurzen, prägnanten Kommentar. Zumindest aus meiner Sicht ist der jetzt kurz und prägnant. 😉

    Süße Bonbons verkaufen sich besser als bittere Pillen. Das gilt offenbar auch für Verwaltung und Kommunalpolitik. Über Feste, Veranstaltungen und schöne Projekte lässt sich wunderbar sprechen. Über die eigene Haushaltsmisere dagegen deutlich weniger.

    Dabei wurden die politisch Verantwortlichen nicht als Entertainment-Team gewählt, sondern um die Probleme unserer Stadt zu lösen. Für die Verwaltungsführung gilt dieselbe Verantwortung.

    Die Quickborner Haushaltsmisere ist hausgemacht. Es gab keinen dramatischen Einbruch der Steuereinnahmen und keine Katastrophe. Die Einnahmen steigen sogar weiter. Trotzdem plant unsere Stadt Jahr für Jahr Millionendefizite. Das ist das Ergebnis eigener Entscheidungen und einer Prioritätensetzung, die sich weit von unseren finanziellen Möglichkeiten entfernt hat.

    Bund und Land setzen finanzielle Rahmenbedingungen. Innerhalb dieser muss eine Stadt wirtschaften.

    Dass dies nicht immer einfach ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Auch früher hätten wir gerne mehr in Schulen, Straßen und andere Infrastruktur investiert. Aber nicht alles war bezahlbar.

    Ich erinnere mich noch gut an das Jahr 2009. Damals haben wir die Grundsteuer B um satte 51,1 Prozent erhöht, von 225 auf 340 Hebesatzpunkte. Unter anderem, um die Belastungen durch Schulneubauten und Schulsanierungen finanzieren zu können. Das war wahrlich kein Zuckerschlecken, aber eine schwierige Entscheidung mit einem klaren finanziellen Ziel.

    Über viele Jahre konnte Quickborn so eine erhebliche finanzielle Substanz bewahren. 2023 erreichte das Eigenkapital mit rund 73 Millionen Euro seinen Höchststand innerhalb der vorliegenden Vergleichsjahre. Ende 2025 waren davon noch rund 68,7 Millionen Euro vorhanden. Nach der aktuellen Haushaltsplanung könnte das gesamte Eigenkapital bereits 2030 vollständig aufgebraucht sein.

    Ein Vergleich macht die Dimension deutlich: Die Stadtwerke Quickborn haben seit 1928 ein Unternehmen mit zuletzt rund 24 Millionen Euro Eigenkapital aufgebaut. Die Stadt plant allein für 2026 und 2027 Defizite von insgesamt rund 27,8 Millionen Euro. Zwei unterschiedliche Rechnungen, aber ein bemerkenswerter Größenvergleich.

    Das ist unser Vermögen! Über Generationen erarbeitet, erwirtschaftet und bewahrt. Und jetzt droht es innerhalb weniger Jahre verjubelt zu werden.

    Für mich ist das keine Petitesse, sondern ein politischer Skandal, über den viel zu wenig gesprochen wird.

    Ich könnte zahlreiche konkrete Entscheidungen und Fehlentwicklungen benennen. Das würde hier allerdings jeden Rahmen sprengen. Wer es genauer wissen möchte, findet auf unserer Homepage unter Haushalt und Finanzen zahlreiche Berichte und Analysen:

    👉 Alle Berichte und Analysen zum Quickborner Haushalt und den Stadtfinanzen

    Natürlich sind Eulenfest, Weihnachtsmarkt und ein lebendiges Stadtleben wichtig. Aber die Qualität einer Stadtführung misst sich nicht an Besucherzahlen, sondern daran, wie gut Schulen, Straßen, Verwaltung und öffentliche Einrichtungen funktionieren – und ob wir uns das alles dauerhaft leisten können.

    Teuer und ineffektiv kann jeder. Verantwortungsbewusst wirtschaften ist die eigentliche Kunst.

    Unsere Kinder und Enkel dürfen nicht diejenigen sein, die die heute großzügig verteilten Sahnebonbons später ein Leben lang als bittere Pillen bezahlen müssen.

    Quickborn braucht weniger schöne Verpackung, mehr finanzielle Vernunft und endlich eine Verwaltung und Kommunalpolitik, die ihre Prioritäten an dem ausrichten, was unsere Stadt tatsächlich bezahlen kann.

    Es geht um unser Geld, unser Vermögen und die Zukunft unserer Stadt. ❤️

    Thomas Köppl
    Quickborn Aktuell

  • CDU Quickborn: Vorstand schrumpft – politische Botschaft Fehlanzeige

    CDU Quickborn: Vorstand schrumpft – politische Botschaft Fehlanzeige

    12. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell

    Sechs Monate vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat die CDU Quickborn ihren Vorstand neu gewählt. Aus neun Mitgliedern werden fünf. Neue Gesichter gibt es nicht. Politische Botschaften? Fehlanzeige.

    Vorstand von neun auf fünf verkleinert

    Am 7. Oktober traf sich die CDU Quickborn zur Mitgliederversammlung. Mirko Beckmann bleibt Vorsitzender, Barbara Peña de Müller seine Stellvertreterin. Andi Wendt ist weiterhin Schatzmeister. Birgit Hanke und Dr. Reinhardt Ax komplettieren als Beisitzer den Vorstand.

    Damit wurde das Führungsgremium von neun auf fünf Mitglieder verkleinert. Warum, erklärt die CDU nicht. Ob weniger Kandidaten zur Verfügung standen oder die Verkleinerung bewusst beschlossen wurde, bleibt offen.

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    Landtagswahl? War da noch etwas?

    Am 18. April 2027 wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Die CDU-Landtagskandidatin Jennifer Drews leitete die Vorstandswahl.

    Eigentlich ein guter Zeitpunkt, um politische Schwerpunkte zu setzen. Schließlich gibt es in Quickborn genügend Gesprächsstoff.

    Ein Haushaltsdefizit von rund 15 Millionen Euro. Millioneninvestitionen in Schulen. Eine umstrittene Verkehrsplanung rund um die A7. Dazu eine ganze Reihe offener Finanzierungsfragen.

    Doch davon ist in der veröffentlichten CDU-Mitteilung nichts zu lesen.

    Stattdessen: Vorstandswahlen, Ehrungen langjähriger Mitglieder und ein gemütliches Beisammensein.

    Auch Quickborn1 berichtet über die Mitgliederversammlung. Viel mehr politische Substanz findet sich dort allerdings ebenfalls nicht.

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    Zwei Berichte, wenig Politik

    Natürlich wissen wir nicht, ob hinter verschlossenen Türen über politische Themen gesprochen wurde. Die öffentliche Darstellung lässt jedenfalls wenig davon erkennen.

    Gerade sechs Monate vor einer Landtagswahl wäre interessant gewesen, welche Ziele die CDU Quickborn verfolgt, welche Antworten sie auf die Probleme der Stadt hat und welche politischen Akzente sie setzen möchte.

    Doch die veröffentlichte Bilanz beschränkt sich weitgehend auf Personalien und Ehrungen.

    Immerhin: Der neue Vorstand steht. Und er ist deutlich kleiner.

    Wir hätten gerne mehr über die politische Arbeit der CDU Quickborn berichtet. Aber selbst die CDU hatte offenbar nicht mehr zu schreiben.

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