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  • Neue Umgehungsstraße an der A7: Baubeginn soll 2027 sein – aber die Trasse steht noch nicht fest

    QUICKBORN. Die Stadt will westlich der A7 eine neue Straßenverbindung bauen. Sie soll über den Ohlmöhlenweg und „Auf dem Halenberg“ führen und die problematische Verkehrsführung an der Ulzburger Landstraße entlasten.

    Das Projekt heißt in den Planungen kurz V9.

    Und der Zeitplan ist sportlich:

    Baubeginn soll im Juni oder Juli 2027 sein.

    Nur: Die Trasse steht noch gar nicht endgültig fest.

    Das zeigt ein Protokoll des Ausschusses für kommunale Dienstleistungen vom 27. August 2026, das Quickborn Aktuell vorliegt.

    Verkehrsuntersuchung läuft noch

    Die große Verkehrsuntersuchung wurde erst am 27. Juli 2026 vergeben. Eine großräumige Verkehrserhebung soll noch im Laufe dieses Jahres stattfinden.

    Mit den Ergebnissen rechnet die Stadt nach eigener Aussage erst Anfang des zweiten Quartals 2027.

    Auch die konkrete Trassenführung war Ende August noch nicht abgeschlossen. Im Protokoll heißt es, diese werde derzeit durch das beauftragte Ingenieurbüro erarbeitet und sei von den Ergebnissen der Artenschutzuntersuchung abhängig.

    Und trotzdem soll schon ausgeschrieben werden

    Gleichzeitig soll bereits Anfang 2027 ausgeschrieben und vergeben werden.

    Da stellt sich eine ziemlich einfache Frage:

    Was genau soll ausgeschrieben werden, wenn wesentliche Planungsgrundlagen zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen sind?

    Auch die Abstimmungen mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Forstbehörde sind Teil des weiteren Verfahrens.

    Die Verwaltung selbst hält im Protokoll fest, dass ein Maßnahmenbeschluss erst auf Grundlage der Untersuchungen und Abstimmungen vorbereitet werden soll.

    Gewerbeflächen werden schon mitgedacht

    Parallel wird bereits über neue Gewerbeflächen entlang der geplanten Straße gesprochen. Deren spätere Verkaufserlöse sollen zur Finanzierung der V9 beitragen.

    Nur sind diese Flächen bislang noch gar nicht als Gewerbegebiet ausgewiesen.

    Damit ergibt sich ein bemerkenswertes Bild:

    Die Trasse ist noch nicht fertig geplant. Die Verkehrsuntersuchung läuft. Die Behördenabstimmungen laufen. Die Gewerbeflächen gibt es planungsrechtlich noch nicht. Aber der Baubeginn soll schon im Juni oder Juli 2027 sein.

    Das Rathaus plant weit voraus.

    Sehr weit.


    Quelle: Protokoll der öffentlichen Sitzung des Ausschusses für kommunale Dienstleistungen der Stadt Quickborn vom 27. August 2026.

    Veröffentlicht am 6. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell

  • V9: Kreis bestätigt Abstimmungen seit 2025 – FFH-Prüfung wird zum Knackpunkt


    QUICKBORN. Die sogenannte V9 ist die derzeit diskutierte neue Umgehungsstraße für den Bereich der Ulzburger Landstraße. Sie soll zusätzlichen Verkehr aufnehmen und eine neue Verbindung schaffen. Ein wesentlicher Teil der Strecke würde dabei durch einen naturschutzrechtlich besonders empfindlichen Bereich rund um die Gronau führen.

    Jetzt bestätigt der Kreis Pinneberg auf Anfrage von Quickborn Aktuell: Bereits seit Mitte 2025 wird die Planung mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Dabei geht es um verschiedene Trassenführungen, die Minimierung von Eingriffen, den Artenschutz und die mögliche Betroffenheit des europäischen FFH-Gebiets „Pinnau/Gronau“.

    Auch die zuständige Forstbehörde des Landes ist beteiligt.

    Veröffentlicht: 7. Oktober 2026 | Autor: Thomas Köppl, Quickborn Aktuell

    Noch keine Genehmigung

    Die V9 befindet sich weiterhin in der Vorplanung. Eine endgültige Trasse steht noch nicht fest, ein formales Genehmigungsverfahren läuft noch nicht.

    Für eine Straße im Landschaftsschutzgebiet ist nach Angaben des Kreises eine Genehmigung nach der Landschaftsschutzgebietsverordnung erforderlich. Zusätzlich müssen die Eingriffe nach Bundes- und Landesnaturschutzrecht geprüft werden.

    Welche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen notwendig werden, lässt sich erst beurteilen, wenn die konkrete Planung vorliegt.

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    FFH-Gebiet wird zum wichtigen Prüfpunkt

    Besondere Bedeutung hat das FFH-Gebiet „Pinnau/Gronau“. Der Kreis bestätigt, dass dessen mögliche Betroffenheit bereits Gegenstand der Abstimmungen mit der Stadt Quickborn ist.

    Dazu gehören fachliche Untersuchungen zum Artenschutz und eine FFH-Vorprüfung.

    Ein wichtiger Prüfpunkt dürfte auch der zusätzliche Straßenverkehr sein. Besonders im Bereich der geplanten Gronauquerung kann eine deutliche Zunahme des Lkw-Verkehrs zu zusätzlichen verkehrsbedingten Stickstoffeinträgen in empfindliche Lebensräume führen.

    Ob dadurch geschützte Lebensräume erheblich beeinträchtigt werden können, muss im weiteren Verfahren untersucht werden.

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    Gewerbeflächen offenbar außerhalb des Landschaftsschutzgebietes

    Nach den Informationen des Kreises ist kein Gewerbe innerhalb des Landschaftsschutzgebietes vorgesehen.

    Die geplanten Gewerbeflächen könnten insbesondere im Bereich zwischen Am Hahlenberg und dem Schmalmoorweg liegen.

    Die rund 3,2 Hektar Gewerbeflächen sollen nach den bisher bekannten Planungen einen erheblichen Beitrag zur Finanzierung der V9 leisten.

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    Naturschutzrechtlich noch nichts entschieden

    Die Antwort des Kreises zeigt: Die Planungen laufen bereits seit Mitte 2025, naturschutzrechtlich entschieden ist aber noch nichts.

    Die endgültige Trasse steht nicht fest. Die konkreten Eingriffe sind noch nicht abschließend bewertet. Auch die erforderlichen Genehmigungen liegen noch nicht vor.

    Vor allem die geplante Querung des Naturraums rund um die Gronau und die mögliche Belastung des FFH-Gebiets werden damit zu wichtigen Punkten der weiteren Planung.

    Die V9 ist naturschutzrechtlich noch keineswegs durchgewunken. Die entscheidenden Prüfungen stehen erst bevor.

  • V9: Neue Gewerbeflächen sollen die Straße bezahlen /Landschaftsschutzgebiet soll planiert werden.

    Die V9 ist mehr als eine neue Straße. Südlich des Ohlmöhlenwegs sollen beidseits von Halenberg und Auf dem Halenberg rund 3,2 Hektar neue Gewerbeflächen entstehen. Der Verkauf soll drei bis 4,5 Millionen Euro bringen. Dieses Geld wird für die Finanzierung der V9 gebraucht.

    Damit liegt jetzt offen auf dem Tisch, wie eng Straßenbau und zusätzliche Gewerbeentwicklung zusammengehören.

    Für die V9 sind bis 2029 rund 5,63 Millionen Euro eingeplant. Die Straße soll über Ohlmöhlenweg, Halenberg und Auf dem Halenberg bis zur Pascalstraße führen. Genau an diesem Korridor sollen die neuen Gewerbeflächen entstehen.

    Millionen aus Grundstücksverkäufen

    Die Rechnung der Stadt ist einfach.

    Für die eingeschränkt nutzbare Fläche werden 75 bis 100 Euro pro Quadratmeter angesetzt. Für die besser nutzbare Fläche 140 bis 170 Euro. Am Ende sollen drei bis 4,5 Millionen Euro in die Kasse kommen.

    Das Geld ist aber noch nicht da.

    Die höheren Grundstückspreise lassen sich nach der im Ausschuss vorgestellten Rechnung erst erzielen, wenn die Flächen durch die neue Straße erschlossen sind.

    Das bedeutet: Quickborn baut und finanziert zunächst. Verkauft wird später.

    Vier von 20 Grundstücken verkauft

    Wie lange „später“ dauern kann, zeigt der EQ Businesspark. Er wurde im April 2023 eröffnet. Ende 2025 waren von 20 Grundstücken vier verkauft.

    Ein kalkulierter Grundstückserlös ist deshalb noch lange kein Geld auf dem Konto.

    Die 1,9 Millionen Euro sind weg

    Zur bisherigen V9-Rechnung gehörten außerdem 1,9 Millionen Euro aus den Infrastrukturmitteln und weitere 430.000 Euro aus der Radverkehrsförderung.

    Nur: Die 1,9 Millionen Euro wurden im Ausschuss inzwischen der Goethe-Grundschule zugeschlagen. Acht Mitglieder stimmten dafür, eines enthielt sich.

    Bleibt es dabei, fehlen diese 1,9 Millionen Euro bei der V9.

    Dann sieht die Rechnung deutlich anders aus.

    Bei drei Millionen Euro Grundstückserlös und 430.000 Euro Radverkehrsförderung fehlen gegenüber den 5,63 Millionen Euro Baukosten rund 2,2 Millionen Euro.

    Selbst beim höchsten angenommenen Grundstückserlös von 4,5 Millionen Euro bleibt noch eine Lücke von rund 700.000 Euro.

    Und die Stadt muss die Grundstückserlöse erst einmal tatsächlich erzielen.

    FDP: Grundstücksverkäufe waren von Anfang an eingeplant

    Besonders interessant war in der Beratung die Aussage der FDP.

    Nach ihrer Darstellung war die Querfinanzierung der V9 durch Grundstücksverkäufe von Anfang an Bestandteil des Projektes. Der Trassenbau sollte also schon immer durch die Entwicklung und den Verkauf zusätzlicher Gewerbeflächen mitfinanziert werden.

    Das ist eine wichtige Information.

    Denn öffentlich wurde die V9 bislang vor allem als neue Straßenverbindung diskutiert: Ersatz für die problematische Autobahnquerung, bessere Verbindung zwischen Quickborn-Ort und Quickborn-Heide, Entlastung des Verkehrs.

    Dass gleichzeitig Millionenerlöse aus neuen Gewerbeflächen fest zur Finanzierung gehören, wurde öffentlich nicht mit derselben Klarheit dargestellt.

    Wenn die FDP recht hat, war dieser Zusammenhang politisch längst bekannt.

    Jetzt ist er auch öffentlich sichtbar.

    SPD wird deutlich skeptischer

    Die SPD hat die V9 bislang grundsätzlich mitgetragen. Bei der neuen Finanzierungsrechnung wächst aber der Widerstand.

    Im Ausschuss wurden die erwarteten Grundstückserlöse angezweifelt. Auch die angespannte Finanzlage der Stadt spielte eine Rolle. Die Sorge: Am Ende bleibt Quickborn auf einem erheblichen Teil der Kosten sitzen.

    Grüne geben das Geld lieber der Schule

    Die Grünen setzten einen anderen Schwerpunkt.

    Sie beantragten, die 1,9 Millionen Euro Infrastrukturmittel nicht für die V9, sondern für die Goethe-Grundschule zu verwenden. Dieser Teil des Antrags bekam eine Mehrheit.

    Damit ist die bisherige Finanzierungsrechnung der Straße zunächst auseinandergerissen.

    CDU hält an Straße und Schule fest

    Die CDU will weder die V9 noch den Schulneubau aufgeben. In der Beratung wurde deutlich: Aus ihrer Sicht geht es vor allem darum, die vorhandenen Mittel zwischen den Projekten richtig zuzuordnen.

    Die Grundrichtung bleibt damit: V9 bauen, Schule bauen, Finanzierung neu sortieren.

    Und noch mehr Gewerbe

    Die neuen 3,2 Hektar kommen nicht allein.

    Der bestehende Gewerbestandort Nord ist schon heute der größte Gewerbestandort Quickborns. Direkt daneben liegt der EQ Businesspark.

    Zusätzlich steht nach dem letzten bekannten Stand eine weitere westliche Erweiterung des Gewerbegebietes im Raum. Auch dort geht es um Grundstücke und Investitionen in Millionenhöhe.

    Quickborn setzt also weiter auf zusätzliches Gewerbe.

    Das kann Arbeitsplätze und Gewerbesteuer bringen.

    Es bringt aber auch Verkehr.

    Die A7-Anschlussstelle ist schon voll

    Und genau dort liegt das nächste Problem.

    Die von Quickborn selbst beauftragte Verkehrsuntersuchung kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Die Autobahnanschlussstelle Quickborn hat keine Reserven für zusätzlichen Kfz-Verkehr mehr. Bereits zusätzliche 30 bis 35 Lkw pro Stunde verschärfen die Überlastung.

    Die Stadt selbst spricht von Qualitätsstufe F. Das ist die schlechteste Stufe.

    Genau diese Überlastung war eines der Hauptargumente Quickborns gegen zusätzlichen Lkw-Verkehr aus dem geplanten Logistikstandort in Ellerau.

    Nun plant Quickborn selbst zusätzliche Gewerbeflächen.

    Auch deren Pkw und Lkw verschwinden nicht an der Grundstücksgrenze. Ein erheblicher Teil des Verkehrs wird über dieselbe Anschlussstelle zur A7 fahren.

    V9 wird zur Gewerbeachse

    Damit verändert sich auch der Charakter der V9.

    Sie verbindet nicht nur Quickborn-Ort und Quickborn-Heide. Sie erschließt zugleich vorhandenes und neues Gewerbe.

    Und sie ist keine klassische schnelle Umgehungsstraße. Die vorhandene Trasse über Halenberg hat enge Kurven. Teile sind bereits geschwindigkeitsreduziert. Die Machbarkeitsstudie sieht eine Ausweitung dieser geschwindigkeitsreduzierten Bereiche vor.

    V9 wird damit zunehmend zur Erschließungsachse eines wachsenden Gewerbestandortes.

    Und dann ist da noch der Landschaftsschutz

    Südlich und westlich des Ohlmöhlenwegs beginnt nach den bestehenden Planungsunterlagen Landschaftsschutzgebiet.

    Für eine Straße auf einer weitgehend vorhandenen Trasse ist das eine Sache.

    Für mehrere Hektar neues Gewerbe mit Hallen, Zufahrten, Stellplätzen und versiegelten Flächen eine andere.

    Damit spielt auch der Kreis Pinneberg eine wichtige Rolle. Er ist als untere Naturschutzbehörde für den Landschaftsschutz zuständig.

    Aus einer Straße wird ein Millionenprojekt für die Stadtentwicklung

    Das Bild ist jetzt klarer.

    5,63 Millionen Euro für die V9.

    3,2 Hektar neues Gewerbe.

    Drei bis 4,5 Millionen Euro erhoffter Grundstückserlös.

    1,9 Millionen Euro Infrastrukturmittel inzwischen bei der Goethe-Schule.

    Ein EQ Businesspark, bei dem nach fast drei Jahren vier von 20 Grundstücken verkauft waren.

    Weitere Gewerbeentwicklung im Norden der Stadt.

    Und eine Autobahnanschlussstelle, die laut Quickborns eigener Verkehrsuntersuchung schon heute keine zusätzlichen Verkehrsreserven mehr hat.

    Die V9 ist damit längst keine reine Straßenbaumaßnahme mehr.

    Sie ist ein großes Gewerbe- und Stadtentwicklungsprojekt. Und die Stadt setzt darauf, dass neue Gewerbegrundstücke einen erheblichen Teil der Rechnung bezahlen.