Neue A7-Trasse V9: Lkw-Verkehr, Tempo 30 und der nächste Stau

WordPress-Titel WordPress-Auszug Die neue A7-Trasse V9 soll Quickborn entlasten. Doch sie öffnet eine neue Verbindung für Lkw, führt auf weiten Teilen durch Tempo-30-Bereiche und endet an einer bereits überlasteten Anschlussstelle.

24.09.2026 | Thomas Köppl

Der aktuelle Bericht des Quickborner Tageblatts meldet die nächste Verzögerung: Baustart erst im Sommer 2027, Fertigstellung Ende 2029. Die wichtigere Nachricht liegt aber in der Straße selbst. V9 verändert die Verkehrsströme im Osten Quickborns grundlegend. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Punkte: zusätzlicher Lkw-Verkehr, Tempo 30 auf weiten Teilen der Strecke und die Frage, ob sich der nächste Stau lediglich zur Pascalstraße verlagert.

Inhalt

Neue Verbindung für den Schwerverkehr

Die heutige A7-Brücke der Ulzburger Landstraße ist auf 7,5 Tonnen begrenzt. Schwerer Lkw-Verkehr kann sie nicht nutzen.

V9 umgeht diese Brücke vollständig. Die neue Verbindung führt über Ohlmöhlenweg und Halenberg bis zur Pascalstraße. Eine vergleichbare Gewichtsbeschränkung ist in der bisherigen Planung nicht vorgesehen.

Damit entsteht unmittelbar neben der A7 eine neue durchgängige Verbindung auch für den Schwerverkehr.

Das ist besonders bei Stau, Unfall oder Sperrungen auf der Autobahn relevant. Navigationssysteme suchen automatisch nach schnelleren Alternativen. Eine neue leistungsfähige Straße parallel zur A7 kann damit auch für überregionalen Verkehr attraktiv werden.

Die Machbarkeitsstudie selbst geht von einer grundlegenden Veränderung der Verkehrsströme aus. Genau deshalb wurde eine neue großräumige Verkehrsuntersuchung beauftragt.

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Tempo 30 auf weiten Teilen der neuen Trasse

Auch die Geschwindigkeit gehört zu den Besonderheiten der Planung.

V9 nutzt weitgehend den bestehenden Ohlmöhlenweg und den Halenberg. Auf weiten Teilen ist die Geschwindigkeit bereits heute auf 30 km/h reduziert. Diese Geschwindigkeitsreduzierung soll nach den Planunterlagen wegen der engen Kurvenradien ausgeweitet werden.

Die vorhandenen Kurven weisen teilweise Radien von nur rund 50 Metern auf. Für eine übliche außerörtliche Straßenverbindung wären deutlich größere Radien erforderlich.

Das Ergebnis ist ungewöhnlich: Quickborn baut für mehrere Millionen Euro eine neue übergeordnete Verkehrsverbindung, auf der gleichzeitig über weite Strecken nur mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit gefahren werden kann.

Die Gutachter stellen selbst fest, dass die Strecke damit keine typische Charakteristik einer außerörtlichen Landstraße besitzt.

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Wandert der Stau zur Pascalstraße?

V9 soll den heutigen Rückstau im Bereich Ulzburger Landstraße/Friedrichsgaber Straße beseitigen. Das ist ein Vorteil der Planung.

Der Verkehr verschwindet dadurch aber nicht. Er wird künftig über Halenberg zur Pascalstraße geführt – direkt in den Bereich der bereits heute überlasteten Autobahnanschlussstelle Quickborn.

Die bestehenden Verkehrsuntersuchungen bewerten die Anschlussstelle mit der Qualitätsstufe F. Das ist die schlechteste verkehrstechnische Bewertungsstufe. Zusätzlicher Verkehr kann dort kaum noch aufgenommen werden.

Damit besteht die Gefahr, dass Quickborn einen Engpass beseitigt und den nächsten wenige hundert Meter weiter erzeugt.

Der Rückstau wäre dann nicht verschwunden. Er hätte lediglich einen neuen Standort.

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Neue Verkehrsströme durch Quickborn

Hinzu kommt die höhere Attraktivität der gesamten Verbindung.

Eine schnellere und besser ausgebaute Strecke zur A7 verändert Verkehrswege. Davon können auch Verbindungen aus Richtung Norderstedt und Friedrichsgabe betroffen sein.

Verkehr, der heute andere Routen nutzt, könnte künftig über Waldstraße, Harksheider Weg, Mohlstedter Weg oder weitere Quickborner Straßen geführt werden.

Gerade deshalb darf die laufende Verkehrsuntersuchung nicht nur die neue Trasse betrachten. Entscheidend ist das gesamte Straßennetz.

Auch Stau- und Sperrsituationen auf der A7 müssen dabei berücksichtigt werden. Sonst würde ausgerechnet das Szenario fehlen, bei dem eine neue Parallelverbindung zur Autobahn besonders attraktiv wird.

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Auch die Verzögerung kostet

Nach Angaben der Stadt entstehen durch den späteren Baubeginn keine finanziellen Nachteile. Die Haushaltsmittel würden lediglich zeitlich verschoben.

Haushaltsmittel lassen sich verschieben. Baupreise nicht.

Der Straßenbau verteuerte sich zuletzt innerhalb eines Jahres um 6,2 Prozent. Der Baubeginn verschiebt sich um rund neun bis zehn Monate.

Überträgt man diese Preisentwicklung rein rechnerisch auf die Verzögerung, ergibt sich ein Preiseffekt von rund 4,6 bis 5,2 Prozent.

Bei fünf Millionen Euro Baukosten wären das rund 230.000 bis 260.000 Euro.

Bei sechs Millionen Euro wären es rund 280.000 bis 310.000 Euro.

Das ist keine Prognose der späteren Auftragssumme. Die Rechnung zeigt aber die Größenordnung des zusätzlichen Preisrisikos.

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Einordnung von Quickborn Aktuell

Aus Sicht von Quickborn Aktuell steht der Schwerverkehr im Mittelpunkt.

Quickborn schafft unmittelbar neben der A7 eine neue Verbindung, die den heutigen 7,5-Tonnen-Engpass umgeht. Gleichzeitig wird die Strecke attraktiver und führt direkt zu einer Autobahnanschlussstelle, die bereits heute überlastet ist.

Dazu kommt ein ungewöhnlicher planerischer Widerspruch: Für Millionen entsteht eine neue übergeordnete Verkehrsverbindung, auf der wegen der vorhandenen Trassenführung auf weiten Teilen nur Tempo 30 beziehungsweise eine deutlich reduzierte Geschwindigkeit möglich ist.

V9 kann bestehende Straßen entlasten. Gleichzeitig kann die neue Verbindung zusätzlichen Verkehr nach Quickborn ziehen, Verkehrsströme verlagern und den nächsten Engpass an anderer Stelle erzeugen.

Die laufende Verkehrsuntersuchung muss deshalb drei Punkte klar beantworten: Wie viel zusätzlicher Schwerverkehr kommt auf die Strecke? Welche Verkehrsverlagerungen entstehen im Quickborner Straßennetz? Und was passiert an der Pascalstraße und der A7-Anschlussstelle?

Eine Umgehungsstraße ist nur dann eine Entlastung, wenn der Verkehr nicht anschließend an anderer Stelle im Stadtgebiet wieder auftaucht.

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Quellen

Quickborner Tageblatt, 22.09.2026: Neue Straße an A7 in Quickborn – Wieso die Bauarbeiten viel später starten.

Stadt Quickborn: Machbarkeitsuntersuchung zur Ulzburger Landstraße, Variante V9.

Stadt Quickborn: Verkehrstechnische Untersuchungen zur Anschlussstelle Quickborn.

Statistisches Bundesamt: Baupreise für den Straßenbau, Mai 2026.

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