Jugendarbeit in Quickborn: Warum die Stadt bei Prävention hervorragend aufgestellt ist
Quickborn verfügt über ein ungewöhnlich dichtes Netz für Kinder und Jugendliche. Neben der städtischen Jugendarbeit tragen Sportvereine, Hilfsorganisationen, Jugendfeuerwehr, Kirchen, Beratungsstellen, das Kinderhilfswerk und zahlreiche Ehrenamtliche dazu bei, junge Menschen frühzeitig zu erreichen. Ein wichtiger Baustein gehört ebenfalls dazu: Quickborn hilft e.V. Der Verein unterstützt seit mehr als 20 Jahren Kinder und Jugendliche – durch finanzielle Förderung von Projekten, Unterstützung von Organisationen und ganz konkrete Hilfe im Einzelfall.
Gerade für die Prävention ist dieses breite Netzwerk von besonderer Bedeutung. Denn Prävention beginnt nicht erst dann, wenn Probleme bereits entstanden sind. Sie beginnt viel früher: mit Ansprechpartnern, Gemeinschaft, Freizeitangeboten, Sport, persönlicher Zuwendung und der Möglichkeit, Unterstützung zu bekommen, bevor aus einem kleinen Problem ein großes wird.
Städtische Jugendarbeit als wichtiger Mittelpunkt
Eine zentrale Rolle spielt die städtische Kinder- und Jugendarbeit. Mit Birgit Hesse und ihrem Team verfügt Quickborn über erfahrene Ansprechpartner, die Kinder und Jugendliche kennen, begleiten und häufig auch Entwicklungen frühzeitig wahrnehmen.
Jugendarbeit bedeutet dabei weit mehr als Freizeitgestaltung. Sie schafft Räume, in denen junge Menschen außerhalb von Elternhaus und Schule andere Erwachsene kennenlernen, Vertrauen aufbauen und Hilfe bekommen können. Gerade Jugendliche suchen sich ihre Ansprechpartner häufig selbst. Nicht immer ist das zunächst eine Beratungsstelle. Manchmal ist es eine Mitarbeiterin der Jugendarbeit, ein Trainer, eine Betreuerin oder jemand aus einem Verein.
Diese niedrigschwelligen Kontakte sind für Prävention besonders wertvoll.
Vereine leisten einen großen Teil der Präventionsarbeit
Ein wesentlicher Teil der Kinder- und Jugendarbeit in Quickborn findet außerhalb städtischer Einrichtungen statt.
Sportvereine erreichen Woche für Woche eine große Zahl von Kindern und Jugendlichen. Trainerinnen und Trainer erleben junge Menschen regelmäßig und über längere Zeiträume. Sie bemerken häufig früh, wenn sich Verhalten verändert, jemand plötzlich nicht mehr erscheint oder offensichtlich Unterstützung braucht.
Dabei geht es nicht darum, aus Übungsleitern Sozialarbeiter zu machen. Entscheidend ist vielmehr, dass Kinder und Jugendliche verlässliche Bezugspersonen haben und in stabile soziale Strukturen eingebunden sind.
Sport vermittelt zudem Regeln, Gemeinschaft, Verantwortung, Erfolg und Niederlage. Gerade für Kinder und Jugendliche, die an anderer Stelle Schwierigkeiten erleben, kann ein Verein ein wichtiger stabiler Bezugspunkt sein.
Jugendfeuerwehr, DLRG und Hilfsorganisationen
Ähnlich wichtig sind Jugendfeuerwehr, DLRG und weitere Hilfsorganisationen.
Hier lernen junge Menschen nicht nur technische Fähigkeiten. Sie übernehmen Verantwortung und erleben, dass ihr eigener Beitrag für eine Gemeinschaft zählt.
Teamarbeit, Zuverlässigkeit und gegenseitige Unterstützung gehören ganz selbstverständlich dazu. Gleichzeitig entstehen häufig über Jahre enge Kontakte zwischen Jugendlichen und erwachsenen Betreuern.
Auch das ist Jugendarbeit – und ebenfalls Prävention.
Kinderhilfswerk und weitere Angebote
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist das Kinderhilfswerk. Hinzu kommen kirchliche Angebote, Beratungsstellen, soziale Einrichtungen und zahlreiche kleinere Initiativen.
Die Stärke liegt gerade darin, dass Kinder und Jugendliche auf sehr unterschiedlichen Wegen erreicht werden.
Nicht jedes Kind geht in einen Jugendtreff. Nicht jeder Jugendliche spielt Fußball. Andere engagieren sich bei der Feuerwehr, besuchen kirchliche Angebote, sind bei einer Hilfsorganisation aktiv oder werden über Schule, Familie oder soziale Einrichtungen erreicht.
Je breiter dieses Netz ist, desto größer ist die Chance, dass jemand hinsieht, zuhört und bei Bedarf Unterstützung vermittelt.
Quickborn hilft: Unterstützung seit mehr als 20 Jahren
Ein wichtiger Baustein dieses Netzwerkes wird leicht übersehen, weil er nicht unmittelbar als klassische Jugendarbeit wahrgenommen wird: Quickborn hilft e.V.
Die Initiative entstand am 13. Januar 2005 nach der verheerenden Tsunami-Katastrophe in Südostasien vom Dezember 2004. Aus einer spontanen Hilfsaktion entwickelte sich dauerhaftes ehrenamtliches Engagement. Seit 2010 besteht Quickborn hilft als eingetragener Verein.
Damit engagiert sich die Initiative inzwischen seit mehr als zwei Jahrzehnten für Menschen, die Unterstützung benötigen.
Ein Schwerpunkt liegt dabei immer wieder auf Kindern und Jugendlichen.
Nicht nur Projekte – auch Hilfe im Einzelfall
Quickborn hilft betreibt keine klassische Jugendeinrichtung und organisiert nicht täglich eigene Jugendgruppen. Die Bedeutung des Vereins liegt an einer anderen Stelle.
Er unterstützt dort, wo finanzielle Mittel fehlen.
Das können größere Projekte sein. Es können Anschaffungen für Vereine oder Einrichtungen sein. Es kann aber ebenso um ganz konkrete Unterstützung einzelner Kinder oder Familien gehen.
Gerade solche Hilfen sind für ein funktionierendes soziales Netzwerk besonders wichtig. Denn nicht jedes Problem lässt sich durch ein großes Förderprogramm lösen.
Manchmal fehlt Geld für eine Teilnahme, eine Ausstattung oder eine konkrete Unterstützung. Dann kann schnelle und unbürokratische Hilfe entscheidend sein.
Unterstützung für zahlreiche Quickborner Einrichtungen
Quickborn hilft hat über die Jahre zahlreiche Einrichtungen und Organisationen unterstützt, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.
Dazu gehören unter anderem die Stadtjugendpflege, das Kinderhilfswerk, die Jugendfeuerwehr, die DLRG, die Johanniter sowie weitere Vereine, Initiativen und Projekte.
Damit wirkt der Verein vielfach im Hintergrund.
Ein Angebot, das öffentlich als Projekt eines Vereins, einer Jugendorganisation oder einer sozialen Einrichtung wahrgenommen wird, kann teilweise erst dadurch möglich werden, dass an anderer Stelle finanzielle Unterstützung bereitgestellt wird.
Auch diese Form des Engagements gehört deshalb zur Jugendarbeit in Quickborn.
Prävention findet nicht nur in Beratungsstellen statt
Bei Diskussionen über Jugendhilfe und Prävention entsteht gelegentlich der Eindruck, wirkungsvolle Prävention müsse vor allem aus zusätzlichen professionellen Angeboten bestehen.
Professionelle Hilfen sind unverzichtbar. Aber Prävention beginnt wesentlich früher.
Sie findet auf dem Fußballplatz statt. In der Sporthalle. Bei der Jugendfeuerwehr. Beim Schwimmtraining. Im Jugendzentrum. In Vereinen. Bei Ferienangeboten. In sozialen Einrichtungen. Und überall dort, wo Erwachsene regelmäßig Kontakt zu Kindern und Jugendlichen haben.
Genau diese Vielzahl von Kontaktpunkten ist eine der großen Stärken Quickborns.
Frühe Ansprache statt spätes Eingreifen
Das Grundprinzip guter Präventionsarbeit ist einfach: Je früher Schwierigkeiten erkannt werden, desto größer ist die Chance, rechtzeitig gegenzusteuern.
Ein Jugendlicher, der sich zurückzieht, plötzlich nicht mehr zum Training kommt oder sein Verhalten deutlich verändert, fällt möglicherweise einem Trainer auf.
Ein Kind, das Unterstützung benötigt, wird vielleicht über das Kinderhilfswerk erreicht.
Ein Jugendlicher vertraut sich möglicherweise einer Mitarbeiterin der Stadtjugendpflege an.
Eine Familie benötigt kurzfristig finanzielle Unterstützung und bekommt sie über eine Organisation wie Quickborn hilft.
Keiner dieser Bausteine kann allein alle Probleme lösen. Gemeinsam ergeben sie jedoch ein belastbares Netzwerk.
Ehrenamt ist keine Ergänzung – sondern ein wesentlicher Bestandteil
Vereine und Verbände sind deshalb nicht lediglich eine nette Ergänzung professioneller Jugendarbeit.
Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Präventionsstruktur einer Stadt.
Ohne die zahlreichen Ehrenamtlichen würde ein erheblicher Teil der regelmäßigen Kontakte zu Kindern und Jugendlichen schlicht fehlen.
Die Bedeutung dieser Arbeit lässt sich kaum allein in Teilnehmerzahlen oder Projektberichten ausdrücken. Entscheidend sind die Beziehungen, die dabei entstehen.
Ein Trainer, der ein Kind seit fünf Jahren kennt, besitzt einen völlig anderen Zugang als eine Institution, mit der erstmals Kontakt entsteht, wenn bereits ein Problem vorliegt.
Dasselbe gilt für Betreuer in der Jugendfeuerwehr, Ehrenamtliche in Hilfsorganisationen oder Menschen, die Kinder und Jugendliche über viele Jahre in Vereinen begleiten.
Quickborn verfügt bereits über ein starkes Fundament
Das bedeutet nicht, dass es in Quickborn keine Probleme gibt oder zusätzliche Angebote grundsätzlich überflüssig wären.
Kinder- und Jugendarbeit muss sich ständig verändern, weil sich auch die Lebenswelt junger Menschen verändert.
Soziale Medien, psychische Belastungen, familiäre Probleme, schulischer Druck, Gewalt, Sucht und soziale Ausgrenzung stellen Jugendarbeit immer wieder vor neue Herausforderungen.
Entscheidend ist jedoch, welche Strukturen bereits vorhanden sind.
Und hier verfügt Quickborn über ein starkes Fundament.
Städtische Jugendarbeit, Vereine, Verbände, Hilfsorganisationen, Kinderhilfswerk, Beratungsstellen, Kirchen, Ehrenamtliche und Unterstützer wie Quickborn hilft bilden gemeinsam ein ausgesprochen breites Netzwerk.
Fazit: Ein Netzwerk, das erhalten und gestärkt werden sollte
Die Stärke der Quickborner Jugendarbeit liegt nicht in einer einzelnen Einrichtung und auch nicht in einem einzelnen Projekt.
Sie liegt in der Vielfalt.
Kinder und Jugendliche haben an vielen Stellen die Möglichkeit, Menschen zu begegnen, die sie kennen, ernst nehmen und bei Schwierigkeiten reagieren können.
Genau das ist wirksame Prävention.
Quickborn hilft gehört dabei ausdrücklich mit in dieses Bild. Seit mehr als 20 Jahren unterstützt die Initiative Kinder und Jugendliche, Einrichtungen und Vereine – häufig dort, wo Hilfe schnell und unkompliziert gebraucht wird.
Dieses Zusammenspiel aus professioneller Arbeit und ehrenamtlichem Engagement ist eine Stärke, die Quickborn bereits besitzt.
Die Aufgabe für die Zukunft sollte deshalb nicht nur darin bestehen, immer neue Strukturen zu schaffen. Ebenso wichtig ist es, die vorhandenen Strukturen zu erhalten, miteinander zu vernetzen und dort gezielt zu stärken, wo tatsächlich Lücken bestehen.
Denn gute Jugendarbeit zeigt ihren Erfolg häufig gerade dort, wo nichts passiert: weil ein Problem früh erkannt wurde, weil jemand zugehört hat – oder weil im richtigen Moment jemand geholfen hat.
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