Der Preis ist beachtlich. Denn es geht um einen einzelnen Baumstandort. Und gerade angesichts der angespannten Haushaltslage stellt sich die Frage, ob diese Ausgabe derzeit tatsächlich die richtige Priorität ist.
Brandkrustenpilz am bisherigen Standort
Am bisherigen Standort wurde Brandkrustenpilz festgestellt. Deshalb soll dort nicht unmittelbar wieder gepflanzt werden. Die Stadt plant eine einjährige Pflanzpause. Ursprünglich war zudem ein deutlich aufwendigerer Bodenaustausch vorgesehen.
Eine Pflanzung bereits 2026 hätte nach Angaben der Verwaltung zusätzliche Kosten von rund 10.000 Euro verursacht. Durch die Verschiebung soll dieser Aufwand vermieden werden.
Im Bebauungsplan ist bereits eine Pflanzqualität von 3xv 18/20 vorgesehen. Damit geht es nicht um einen außergewöhnlich großen oder besonders exklusiven Baum. Der wesentliche Aufwand dürfte vielmehr in der Herstellung eines geeigneten Standortes und der anschließenden Pflege liegen.
Wie setzen sich die 10.000 Euro zusammen?
Mit rund 10.000 Euro einschließlich fünfjähriger Pflege bleibt die geplante Neupflanzung dennoch teuer. Entscheidend ist deshalb, wie sich dieser Betrag konkret zusammensetzt.
Interessant wäre insbesondere, welcher Anteil auf den Baum selbst, die Pflanzgrube, möglichen Bodenaustausch, Substrat, Einbau, Bewässerung und die Pflege entfällt.
Gerade der Brandkrustenpilz macht die Sache komplizierter. Er kann über Wurzelreste und belastetes Pflanzenmaterial im Boden verbleiben. Entscheidend wird daher sein, wie der vorhandene Boden und alte Wurzelreste behandelt werden und ob der Standort nach nur einem Jahr Pause tatsächlich wieder dauerhaft für einen neuen Baum geeignet ist.
Muss der Standort kurzfristig wieder bepflanzt werden?
Damit stellt sich aber noch eine andere Frage: Muss dieser Standort überhaupt kurzfristig wieder bepflanzt werden?
Ein neuer Baum ist grundsätzlich sinnvoll. Trotzdem muss eine Stadt auch bei ökologisch gewünschten Maßnahmen Kosten und Nutzen abwägen. Wenn ein einzelner Baumstandort nur mit erheblichem Aufwand wiederhergestellt werden kann, sollte geprüft werden, ob die Pflanzung verschoben, der Standort zunächst aufgegeben oder eine kostengünstigere Lösung gewählt werden kann.
Gerade in einer finanziell angespannten Situation reicht es nicht aus, dass eine Maßnahme grundsätzlich sinnvoll ist. Es muss auch geprüft werden, ob sie zu diesem Zeitpunkt notwendig und wirtschaftlich ist.
Denkbar wäre etwa, den Standort länger ruhen zu lassen, eine einfachere technische Lösung zu wählen oder das Baumquartier erst dann grundlegend neu aufzubauen, wenn dafür ohnehin Arbeiten im Straßenraum anstehen. Auch ein alternativer Pflanzstandort könnte geprüft werden, sofern dort mit geringerem Aufwand dauerhaft ein Baum wachsen kann.
Auch der Schutz des neuen Baumes gehört dazu
Soll die Bahnhofstraße an dieser Stelle wieder einen Baum bekommen, sollte außerdem ein wirksamer Anfahrschutz berücksichtigt werden. Gerade bei einer Investition von rund 10.000 Euro wäre es wenig sinnvoll, wenn der neue Baum anschließend durch Fahrzeuge beschädigt wird.
Quickborn Aktuell bittet um konkrete Auskunft
Am Ende geht es deshalb nicht um die Frage „Baum oder kein Baum“, sondern um Wirtschaftlichkeit und Prioritäten. Bei einer Ausgabe von rund 10.000 Euro für einen einzelnen Baumstandort sollte die Entscheidung transparent und nachvollziehbar sein.
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