Kategorie: Kommentar

  • Kommentar: Baustellen, Brücken und ein bisschen mehr Abstimmung

    Kommentar: Baustellen, Brücken und ein bisschen mehr Abstimmung

    Eigentlich funktioniert der Verkehr in Quickborn gar nicht so schlecht. Wer durch vergleichbare Städte in Schleswig-Holstein fährt, erlebt dort ebenfalls Staus, Baustellen und Umleitungen. Normalerweise kommt man bei uns ziemlich ordentlich von A nach B.

    Interessant wird es erst, wenn wir anfangen, unsere Hauptverbindungen gleichzeitig zu sperren.

    Ein Stadtplan und ein Kalender würden manchmal reichen

    Der Harksheider Weg wird wegen Arbeiten an der Autobahnbrücke vom 2. bis 6. November vollständig gesperrt. Gleichzeitig ist die Achse Heidkampstraße/Goethestraße eingeschränkt. Eine Abstimmung über solche größeren Verkehrsmaßnahmen wäre ausgesprochen hilfreich.

    Manchmal reichen für Verkehrsplanung tatsächlich ein Stadtplan und ein Kalender.

    Unsere geschätzte Nachbargemeinde Ellerau weiß ungefähr, was damit gemeint ist. Dort gab es im vergangenen Jahr Phasen, in denen man vor der Abfahrt besser noch einmal nachgesehen hat, welcher Bahnübergang und welche Straße gerade geschlossen oder geöffnet waren. Sehr spannend. Man kam meistens ans Ziel – gelegentlich eben auf einem Weg, den man vorher noch gar nicht kannte.

    Klingenberg: Die Baustelle ist noch da, die Schilder schon weg

    Auch in Quickborn gibt es derzeit kleinere Beispiele.

    Im Klingenberg besteht die Baustelle noch, die Schilder hat man vorsichtshalber aber schon einmal abgebaut. Das hat einen gewissen Optimismus, zeugt allerdings eher von ziemlich schlechter Abstimmung.

    Die Autofahrer fahren hinein, stehen irgendwann vor der Baustelle und absolvieren eine kleine Wendeübung.

    Vielleicht wird die Baustelle in den nächsten Tagen tatsächlich aufgelöst. Vielleicht stellt man auch die Schilder wieder auf. So wie es jetzt läuft, ist es jedenfalls nicht besonders optimal.

    Bahnstraße: Für Fußgänger wird es gefährlich

    Weniger lustig ist die Situation in der Bahnstraße. Dort ist an einer Baustelle der Gehweg vollständig gesperrt, ohne dass für Fußgänger eine vernünftige Alternative ausgeschildert ist. Die Bahnstraße hat nun wahrlich kein geringes Verkehrsaufkommen.

    Fußgänger einfach auf die Fahrbahn zu schicken? Echt jetzt?

    Das ist wirklich gefährlich.

    Eine Hauptverbindung eine Woche dicht – aber kaum Hinweise

    Auch die Vollsperrung der Brücke im Harksheider Weg kommt nicht völlig überraschend. Die Asphaltarbeiten an den Brückenrampen waren planbar.

    Vielleicht hätte man ein oder zwei Wochen vorher auch einmal ein paar Schilder aufstellen können, dass eine der wichtigsten Hauptverbindungen Quickborns für eine komplette Woche geschlossen wird.

    Heute, einen Tag vor Beginn der Sperrung, stehen dort jedenfalls noch keine entsprechenden Hinweisschilder.

    Natürlich kann man davon ausgehen, dass sich so etwas irgendwie herumspricht. Über soziale Medien, Zeitung, Internetseiten oder Gespräche. Nur erreichen all diese Wege eben nie alle Menschen. Und nicht jeder schaltet wie ich vorsichtshalber das Navi ein, wenn er einfach nur durch Quickborn fahren möchte.

    Tatsächlich ist das inzwischen gar keine schlechte Idee. Nicht weil die Sperrungen überhaupt nicht bekannt gemacht würden, sondern weil man schon ziemlich genau wissen muss, wo man gerade nach den Informationen suchen soll.

    Eine zentrale aktuelle Übersicht über alle größeren Sperrungen gibt es auf der städtischen Homepage so nicht. Quickborn Aktuell hat deshalb versucht, die derzeit bekannten Maßnahmen in einer gemeinsamen Übersicht zusammenzutragen.

    Es geht mir dabei nicht um irgendeine kleine Nebenstraße. Gerade bei unseren Hauptverbindungen sollte man wissen, welche andere Hauptverbindung gleichzeitig eingeschränkt ist.

    Und wer bezahlt das alles?

    Quickborn hat in den vergangenen Jahren klare finanzielle Prioritäten gesetzt. Viel Geld floss in Schulen und Kindertagesstätten. Das war politisch gewollt.

    In den öffentlich zugänglichen Unterlagen habe ich keinen grundlegenden Antrag einer in der Ratsversammlung vertretenen Partei gefunden, diese Priorität damals umzudrehen und stattdessen erheblich mehr Geld für Straßen und Brücken bereitzustellen.

    Falls mir beim digitalen Blättern etwas durchgerutscht ist, freue ich mich über einen Hinweis.

    Wer das aktuelle Investitionsprogramm bezahlen soll, steht allerdings ein wenig in den Quickborner Sternen. Politik und Verwaltungsspitze haben da noch Hausaufgaben vor sich.

    Schienenersatzverkehr: Reden wäre hilfreich

    Ähnlich pragmatisch könnte man beim Schienenersatzverkehr vorgehen. Wenn man wirklich etwas bewegen will, muss derjenige, der betroffen ist und etwas ändern soll, natürlich auch davon erfahren.

    In diesem Fall wäre es also hilfreich, mit der AKN zu sprechen.

    Nur Forderungen per Pressemitteilung und in den sozialen Medien zu verbreiten, ohne mit demjenigen zu reden, der sie umsetzen soll, wirkt auf mich wie billige Wahlwerbung.

    Wenn man wirklich etwas verändern möchte, sollte man miteinander reden.

    Ulzburger Landstraße: Muss es wirklich die große Lösung sein?

    Und dann wäre da noch unsere alte Bekannte: die Brücke der Ulzburger Landstraße über die Autobahn.

    Schon früher wurde dort eine Einbahnstraßenlösung untersucht. Der Grundgedanke war einfach: Die vorhandene Brücke bleibt bestehen und wird nur noch in einer Richtung befahren. In der Gegenrichtung Richtung Quickborn läuft der Verkehr über das vorhandene Straßennetz und den Kreisel.

    Dazu müsste man vor allem an einer Stelle etwas Asphalt spendieren: auf dem Ohlmöhlenweg zwischen Schmalmoorweg und Ulzburger Landstraße.

    Ein kostengünstiger Ausbau dieser Verbindung wäre jedenfalls eine Alternative, die man noch einmal sehr nüchtern gegen die geplante neue Trasse rechnen sollte.

    Früher wurde bei den Planungen öffentlich mit einer Förderung von bis zu 75 Prozent gerechnet. Das war wohl mehr Hoffnung als Aussicht. Von einer gesicherten Förderung ist heute nur noch rudimentär etwas übrig.

    Selbst der damals genannte Quickborner Eigenanteil von rund 1,1 Millionen Euro wäre viel Geld gewesen. Gegenüber inzwischen knapp sechs Millionen Euro für eine neue Straßenführung wirkt diese Größenordnung allerdings fast nostalgisch.

    Und dafür soll nun eine neue Verbindung entstehen, die sich im Zickzackkurs ihrem Ziel nähert.

    Aus meiner Sicht sind knapp sechs Millionen Euro für den zusätzlichen Nutzen sehr viel Holz.

    Vielleicht macht es deshalb tatsächlich Sinn, einmal in sich zu gehen und in Ruhe darüber nachzudenken, ob es wirklich diese Lösung sein muss.

    Heute komme ich gut durch

    Bei den Baustellen wäre etwas mehr Nachdenken vor dem Aufstellen der ersten Bake ebenfalls nicht verkehrt.

    Dann könnte man morgens aus dem Haus gehen, ins Auto steigen und einfach feststellen:

    Heute komme ich gut durch.

  • 🍬 Süße Bonbons heute – bittere Pillen für morgen?

    🍬 Süße Bonbons heute – bittere Pillen für morgen?

    Ein Kommentar von Thomas Köppl – Quickborn Aktuell

    Liebe Quickbornerinnen und Quickborner,

    es ist mal wieder Zeit für einen kurzen, prägnanten Kommentar. Zumindest aus meiner Sicht ist der jetzt kurz und prägnant. 😉

    Süße Bonbons verkaufen sich besser als bittere Pillen. Das gilt offenbar auch für Verwaltung und Kommunalpolitik. Über Feste, Veranstaltungen und schöne Projekte lässt sich wunderbar sprechen. Über die eigene Haushaltsmisere dagegen deutlich weniger.

    Dabei wurden die politisch Verantwortlichen nicht als Entertainment-Team gewählt, sondern um die Probleme unserer Stadt zu lösen. Für die Verwaltungsführung gilt dieselbe Verantwortung.

    Die Quickborner Haushaltsmisere ist hausgemacht. Es gab keinen dramatischen Einbruch der Steuereinnahmen und keine Katastrophe. Die Einnahmen steigen sogar weiter. Trotzdem plant unsere Stadt Jahr für Jahr Millionendefizite. Das ist das Ergebnis eigener Entscheidungen und einer Prioritätensetzung, die sich weit von unseren finanziellen Möglichkeiten entfernt hat.

    Bund und Land setzen finanzielle Rahmenbedingungen. Innerhalb dieser muss eine Stadt wirtschaften.

    Dass dies nicht immer einfach ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Auch früher hätten wir gerne mehr in Schulen, Straßen und andere Infrastruktur investiert. Aber nicht alles war bezahlbar.

    Ich erinnere mich noch gut an das Jahr 2009. Damals haben wir die Grundsteuer B um satte 51,1 Prozent erhöht, von 225 auf 340 Hebesatzpunkte. Unter anderem, um die Belastungen durch Schulneubauten und Schulsanierungen finanzieren zu können. Das war wahrlich kein Zuckerschlecken, aber eine schwierige Entscheidung mit einem klaren finanziellen Ziel.

    Über viele Jahre konnte Quickborn so eine erhebliche finanzielle Substanz bewahren. 2023 erreichte das Eigenkapital mit rund 73 Millionen Euro seinen Höchststand innerhalb der vorliegenden Vergleichsjahre. Ende 2025 waren davon noch rund 68,7 Millionen Euro vorhanden. Nach der aktuellen Haushaltsplanung könnte das gesamte Eigenkapital bereits 2030 vollständig aufgebraucht sein.

    Ein Vergleich macht die Dimension deutlich: Die Stadtwerke Quickborn haben seit 1928 ein Unternehmen mit zuletzt rund 24 Millionen Euro Eigenkapital aufgebaut. Die Stadt plant allein für 2026 und 2027 Defizite von insgesamt rund 27,8 Millionen Euro. Zwei unterschiedliche Rechnungen, aber ein bemerkenswerter Größenvergleich.

    Das ist unser Vermögen! Über Generationen erarbeitet, erwirtschaftet und bewahrt. Und jetzt droht es innerhalb weniger Jahre verjubelt zu werden.

    Für mich ist das keine Petitesse, sondern ein politischer Skandal, über den viel zu wenig gesprochen wird.

    Ich könnte zahlreiche konkrete Entscheidungen und Fehlentwicklungen benennen. Das würde hier allerdings jeden Rahmen sprengen. Wer es genauer wissen möchte, findet auf unserer Homepage unter Haushalt und Finanzen zahlreiche Berichte und Analysen:

    👉 Alle Berichte und Analysen zum Quickborner Haushalt und den Stadtfinanzen

    Natürlich sind Eulenfest, Weihnachtsmarkt und ein lebendiges Stadtleben wichtig. Aber die Qualität einer Stadtführung misst sich nicht an Besucherzahlen, sondern daran, wie gut Schulen, Straßen, Verwaltung und öffentliche Einrichtungen funktionieren – und ob wir uns das alles dauerhaft leisten können.

    Teuer und ineffektiv kann jeder. Verantwortungsbewusst wirtschaften ist die eigentliche Kunst.

    Unsere Kinder und Enkel dürfen nicht diejenigen sein, die die heute großzügig verteilten Sahnebonbons später ein Leben lang als bittere Pillen bezahlen müssen.

    Quickborn braucht weniger schöne Verpackung, mehr finanzielle Vernunft und endlich eine Verwaltung und Kommunalpolitik, die ihre Prioritäten an dem ausrichten, was unsere Stadt tatsächlich bezahlen kann.

    Es geht um unser Geld, unser Vermögen und die Zukunft unserer Stadt. ❤️

    Thomas Köppl
    Quickborn Aktuell

  • Kommentar: Goethe-Schule – hoffentlich geht das gut

    Kommentar: Goethe-Schule – hoffentlich geht das gut

    Kommentar von Thomas Köppl

    Kommentar: Goethe-Schule – hoffentlich geht das gut

    Der Neubau der Goethe-Schule ist beschlossen. Ende 2029 soll er fertig sein. Dafür werden derzeit knapp 30 Millionen Euro veranschlagt – einschließlich Abriss und mehrjähriger Zwischenunterbringung. Schon 2024 bewegte sich die Kostenschätzung für einen Neubau in dieser Größenordnung.

    30 Millionen Euro – und einige Risiken

    Inzwischen sind die Baupreise gestiegen und die Gefahrstoffanalyse der alten Schule weist unter anderem Asbest, PCB, PAK und Schwermetalle in verschiedenen Bauteilen aus. Gerade der Rückbau eines solchen Gebäudes ist kein gewöhnlicher Abriss. In der früheren Kostenprognose waren Spezialabbruch und Entsorgung schadstoffbelasteter Bauteile ausdrücklich noch nicht enthalten.

    Die knapp 30 Millionen Euro müssen sich deshalb erst noch als belastbare Größenordnung erweisen.

    ↑ Zurück zum Anfang

    Die Straßen werden nicht breiter

    Hier beginnt bei mir das Unbehagen. Die Goethestraße und die Kleiststraße werden durch einen politischen Beschluss leider nicht breiter. Natürlich kann man darauf verweisen, dass dort seit Jahrzehnten eine Schule steht. Nur gab es vor 40 oder 50 Jahren erheblich weniger Autos, weniger Bring- und Holverkehr, keinen Ganztag in heutiger Form und längst nicht so viele Fahrräder und Roller.

    Auch die Anforderungen an Schulwegsicherheit, Rettungswege und Verkehrsführung haben sich verändert. Vielleicht hatten wir bislang schlicht Glück. Ich kann mir jedenfalls nur schwer vorstellen, dass ein moderner dreizügiger Ganztagsstandort dauerhaft über dieselben engen Zufahrten funktioniert.

    Ich hoffe, dass die Stadt dafür einen Plan entwickelt hat, der am Ende auch mich überzeugt.

    ↑ Zurück zum Anfang

    Der Blick zurück auf 2024

    Der Blick zurück auf 2024 bleibt trotzdem ärgerlich. Damals lag die Lösung am Elsensee-Gymnasium auf dem Tisch: rund 19,9 Millionen Euro für einen zusätzlichen Gebäuderiegel und etwa 4 Millionen Euro für die Erweiterung der Sporthalle.

    Bei dieser Sporthallenerweiterung wäre eine nachvollziehbare Bedarfsermittlung interessant gewesen. Schließlich gehörte zum Schulzentrum früher zusätzlich die Realschule Heidkamp mit mehreren hundert Schülerinnen und Schülern, die ebenfalls Sportflächen benötigte.

    Bei einer Entscheidung für den Riegel hätte die Goethe-Schule zum Schuljahresbeginn 2027 einziehen können. Das ist inzwischen Schnee von gestern. Die damaligen Entscheidungen lassen sich nicht zurückdrehen. Die finanziellen Folgen bezahlen ohnehin nicht diejenigen persönlich, die sie beschlossen haben. Sie landen bei den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt.

    ↑ Zurück zum Anfang

    Jetzt läuft plötzlich die Zeit davon

    Schwer verständlich bleibt auch der Zeitdruck. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wurde 2021 beschlossen. Das große Investitionsprogramm ist ebenfalls seit Jahren bekannt. Trotzdem sollen nun innerhalb weniger Jahre Planung, Vergabe, Interim, Abriss und Neubau abgewickelt werden.

    Gleichzeitig konkurriert Quickborn mit zahlreichen anderen Kommunen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen um Planungsbüros, Fachkräfte und Bauunternehmen. Wer spät kommt und gleichzeitig einen festen Endtermin einhalten muss, kauft erfahrungsgemäß nicht besonders günstig ein.

    Die Kostenannahmen der Stadt sind deshalb sportlich. Der Zeitplan ist es noch mehr.

    ↑ Zurück zum Anfang

    Das Interim an der Feldbehnstraße

    Und dann ist da die Feldbehnstraße. Dort sollen rund 260 Goethe-Kinder während der Bauzeit untergebracht werden. Einen abgeschlossenen Mietvertrag gibt es bislang nicht. Trotzdem wird die Ausschreibung für Planung und Bau der neuen Goethe-Schule bereits vorbereitet. Na, hoffentlich geht diese Kombination gut.

    Interessant ist auch eine Information aus den inzwischen vorliegenden Unterlagen: Der Stadt wurde am 1. April 2026 ein anderes Schulgebäude zum Kauf angeboten. Das Angebot wurde sehr konkret geprüft. Und dann anscheinend nicht weiterverfolgt.

    Legen wir die bekannten Tatsachen nebeneinander und denken den Gedanken einmal weiter. An der Feldbehnstraße befinden sich heute die Freie Grundschule Quickborn, die Freie Gemeinschaftsschule Quickborn und die Kita CampusEulen. Die Freie Grundschule hatte zuletzt amtlich 148 Schülerinnen und Schüler, die Gemeinschaftsschule rund 160. Mit den Goethe-Kindern wären es ungefähr 570 Schülerinnen und Schüler, dazu kommt die Kita.

    Das wirft ganz praktische Fragen auf. Drei Schulen und eine Kita an einem Standort, zwei unterschiedliche Schulträger, unterschiedliche Verantwortlichkeiten, Aufsichtspflichten und Organisationsstrukturen: Wer trägt wann für wen die Verantwortung? Wie werden Schulhöfe und Gemeinschaftsflächen getrennt oder gemeinsam genutzt? Werden Bereiche durch Zäune geteilt? Wer beaufsichtigt welche Kinder in den Pausen, beim Ganztag und auf gemeinsam genutzten Wegen? Und wer entscheidet im Alltag, wenn Interessen kollidieren?

    Man kann einen Campus gemeinsam nutzen. Aber man sollte vorher ziemlich genau wissen, wie.

    ↑ Zurück zum Anfang

    Was bedeutet das für die Freie Gemeinschaftsschule?

    Für die Freie Gemeinschaftsschule halte ich die Entwicklung wirtschaftlich ebenfalls für schwierig. Sie bietet derzeit keine Oberstufe mehr an. Gleichzeitig lebt eine Privatschule davon, Eltern einen erkennbaren Mehrwert für ihr Schulgeld zu bieten: kleine Strukturen, ein persönliches Umfeld und eine eigene Schulkultur.

    Wenn mehr als 260 Kinder einer öffentlichen Grundschule zusätzlich auf denselben Campus ziehen, verändert sich dieses Angebot erheblich.

    Warum soll ich als Elternteil für ein besonders überschaubares Umfeld bezahlen, wenn genau diese Überschaubarkeit verloren geht? Warum soll ich für eine weiterführende Privatschule zahlen, wenn mein Kind nach Klasse 10 ohnehin die Schule wechseln muss?

    Ich hoffe, dass diese Einschätzung falsch ist. Sollte die Freie Gemeinschaftsschule diese Entwicklung wirtschaftlich nicht überstehen, wäre das sehr bedauerlich – für die Beschäftigten, die Schülerinnen und Schüler und die Schule selbst. Für die Stadt würde sich allerdings eine ganz neue Situation ergeben.

    Die Goethe-Schule wäre dann bereits an der Feldbehnstraße. Dort stehen Schulräume, Mensa und Sporthalle bereit, dazu kommen große Außenanlagen und Ganztagsflächen. Für die Kita müsste ein neuer Betreiber gefunden werden. Die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule müssten andere weiterführende Schulen besuchen.

    Und dann würde zwangsläufig gerechnet: Was kostet der Erwerb dieses vorhandenen Campus – und was kostet der Neubau an der Goethestraße?

    Auf dem Gelände der Freien Gemeinschaftsschule sind Schadstoffe im Boden bekannt. Für einen möglichen Erwerb wäre das kein nebensächlicher Punkt und dürfte den Wert des Grundstücks deutlich beeinflussen. Liegt ein Kaufpreis am Ende erheblich unter den Kosten eines Neubaus, wird diese Variante wirtschaftlich ausgesprochen interessant.

    Dann könnte die Geschichte am Ende ganz anders ausgehen: Die Goethe-Schule zieht zunächst als Interim an die Feldbehnstraße – und findet dort schließlich ihren neuen dauerhaften Standort.

    Ob es so kommt, weiß heute niemand. Aber angesichts der bekannten Fakten ist die Frage längst nicht mehr abwegig.

    ↑ Zurück zum Anfang

    Am Ende zählt die beste Lösung für Quickborn

    Ich hoffe weiterhin, dass die Stadt einen überzeugenden Plan für die Goethestraße hat, dass die Erschließung funktioniert, das Interim organisatorisch und vertraglich trägt und am Ende eine gute neue Goethe-Schule entsteht.

    Entscheidend ist aber, dass man anschließend nicht feststellen muss, dass bessere Lösungen für die Schülerinnen und Schüler und zugleich für den Haushalt der Stadt auf dem Tisch lagen, aber nicht ernsthaft verfolgt wurden, weil sie politisch nicht in den eingeschlagenen Kurs passten.

    Das wäre schade – nicht für einzelne handelnde Personen, sondern für Quickborn. Denn bezahlen muss es am Ende die Stadt. Und damit wir Bürgerinnen und Bürger.

    Und am Ende sitzen unsere Kinder in einer spröden, kostenoptimiert gebauten Schule auf belastetem Grund, weil man auf die Taube auf dem Dach schaute und dabei den Spatz in der Hand fliegen ließ.

    ↑ Zurück zum Anfang