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  • Newsletter Nr. 10 – Quickborns nächste Millionenbaustelle, gute Nachrichten für die Waldschule und Streit um den Haushalt


    Newsletter Nr. 10 – Quickborn Aktuell


    QUICKBORN AKTUELL

    Newsletter Nr. 10

    15. Oktober 2026

    Quickborns nächste Millionenbaustelle, gute Nachrichten
    für die Waldschule und Streit um den Haushalt

    Liebe Leserinnen und Leser,

    die vergangenen Tage haben wieder einmal gezeigt,
    wie dicht gute und weniger gute Nachrichten in
    Quickborn beieinanderliegen.

    Während für die Waldschule eine wichtige Hürde
    bei der Millionenförderung genommen wurde,
    zeichnet sich an der Gronau die nächste
    kostspielige Baustelle ab.
    Die Grünen warnen angesichts der Haushaltslage
    vor einer Überschuldung, und bei der Goethe-Schule
    gibt es neue Erkenntnisse zur geplanten Übergangslösung.

    Dazu kommen eine erstaunlich langwierige Angelegenheit
    vor dem Rathaus, politische Nachrichten und natürlich
    Carla Quickborn.

    15. Oktober 2026

    1. Gronaubrücke: Die nächste Millionenbaustelle wartet schon

    Die geplante Umgehungsstraße V9 soll den Verkehr
    im Bereich der Autobahn A7 neu ordnen.
    Doch auf der vorgesehenen Verkehrsverbindung wartet
    bereits ein Problem: die sanierungsbedürftige Brücke
    über die Gronau an der Feldbehnstraße.

    Eine Instandsetzung könnte nach bisherigen Angaben
    rund 100.000 Euro kosten. Sollte die Brücke wegen
    der künftigen Verkehrsanforderungen ersetzt werden
    müssen, wäre mit einer ganz anderen Größenordnung
    zu rechnen.

    Ein Ersatzneubau könnte nach überschlägiger
    Einschätzung rund zwei Millionen Euro kosten.
    Eine amtliche Kostenberechnung liegt bislang nicht vor.

    Hinzu kommt, dass die Gronau in diesem Bereich
    zu einem europäischen FFH-Schutzgebiet gehört.
    Ein Brückenneubau müsste deshalb auch naturschutz-
    und wasserrechtliche Anforderungen erfüllen.
    Welche zusätzlichen Kosten dadurch entstehen könnten,
    ist noch offen.

    Die Verkehrsuntersuchung für die V9 soll erst 2027
    Ergebnisse liefern. Ob die vorhandene Brücke den
    künftig vorgesehenen Verkehr aufnehmen kann,
    ist daher noch nicht abschließend geklärt.

    Die eigentliche Kostenfrage:
    Was nützt eine neue Umgehungsstraße, wenn ihre
    anschließende Verkehrsinfrastruktur anschließend
    ebenfalls für Millionenbeträge erneuert werden muss?


    Den vollständigen Brückenbericht lesen →

    12. Oktober 2026

    2. Waldschule: Gute Nachrichten bei 4,92 Millionen Euro Förderung

    Für die Waldschule gibt es erfreuliche Nachrichten.
    Die Stadt Quickborn hat für den Ausbau der
    Ganztagsbetreuung rund 4,92 Millionen Euro
    Fördermittel beantragt.

    Eine zentrale Berechnungsgrundlage hat die erste
    Prüfung durch die Investitionsbank Schleswig-Holstein
    (IB.SH) bestanden.

    Die Stadt hat 20,8 Prozent der gesamten Baukosten
    dem Offenen Ganztag zugeordnet.
    Maßgeblich ist der Anteil der Gebäudeflächen,
    der künftig für die Ganztagsbetreuung genutzt werden soll.
    Die Förderbank bewertet diesen Ansatz als
    grundsätzlich nachvollziehbar.

    Das ist ein wichtiger Fortschritt. Denn bei den großen
    Schulprojekten entscheidet nicht allein die Höhe der
    Baukosten, sondern auch, welcher Anteil tatsächlich
    förderfähig ist.

    Eine endgültige Förderzusage ist damit noch nicht
    verbunden. Die erste positive Bewertung schafft aber
    eine deutlich bessere Grundlage für das weitere Verfahren.


    Alle Einzelheiten zur Waldschulförderung →

    12. Oktober 2026

    3. Goethe-Schule: Schulaufsicht begleitet die Übergangslösung

    Rund 260 Kinder der Goethe-Grundschule sollen
    während des geplanten Schulneubaus vorübergehend
    in Räume an der Feldbehnstraße umziehen.
    Dort werden bereits Schulen in freier Trägerschaft betrieben.

    Die Schulaufsicht des Kreises Pinneberg hat nun bestätigt,
    dass sie die Planungen begleitet und bereits konkrete
    Anforderungen an die künftige Unterbringung formuliert hat.

    Noch sind allerdings wichtige Punkte offen.
    Der Mietvertrag zwischen der Stadt und dem privaten
    Schulträger ist nicht abgeschlossen.
    Die Schulkonferenz der Goethe-Grundschule soll bei ihrer
    nächsten Sitzung angehört werden.

    Auch das Bildungsministerium ist eingebunden.
    Es prüft, welche Auswirkungen die Unterbringung einer
    zusätzlichen öffentlichen Grundschule auf die bestehende
    Genehmigung der Freien Gemeinschaftsschule haben könnte.
    Eine Stellungnahme des privaten Schulträgers wurde angefordert.

    Positiv ist, dass die Schulaufsicht frühzeitig beteiligt wurde.
    Jetzt kommt es darauf an, die organisatorischen und
    rechtlichen Voraussetzungen für einen sicheren Schulbetrieb
    rechtzeitig zu klären.


    Zum vollständigen Bericht über die Schulaufsicht →

    13. Oktober 2026

    4. Haushalt: Grüne warnen vor Überschuldung – SPD unterstützt Kurswechsel

    Die Quickborner Grünen schlagen angesichts der
    Finanzplanung Alarm. Für 2027 stehen rund
    89 Millionen Euro Erträge mehr als 104 Millionen Euro
    Aufwendungen gegenüber.

    Das geplante Defizit liegt damit bei etwa
    15 Millionen Euro. Nach der mittelfristigen Planung
    könnte das Eigenkapital der Stadt bis 2030 aufgebraucht sein.

    Die Grünen fordern deshalb, die geplante
    Umgehungsstraße V9 um mehrere Jahre zu verschieben
    und den Neubau der Goethe-Schule zu priorisieren.
    Ein zweiter Antrag verlangt konkrete Vorschläge zur
    Verringerung der Verwaltungsausgaben und zur
    Verbesserung der Einnahmen.

    Die SPD unterstützte beide Anträge.
    Die FDP lehnte sie ab, die CDU stimmte im Ausschuss
    für kommunale Dienstleistungen dagegen und enthielt
    sich im Finanzausschuss.

    Beim Haushaltsentwurf standen schließlich CDU und FDP
    auf der einen sowie SPD und Grüne auf der anderen Seite.
    Damit wird die Auseinandersetzung um Quickborns Finanzen
    zunehmend zu einer Debatte über politische Prioritäten.


    Zum ausführlichen Bericht →

    10. Oktober 2026

    5. 15,2 Millionen Euro Defizit: Wo bleiben die Einsparergebnisse?

    Bereits 2025 hatte das Innenministerium von Quickborn
    Konsolidierungsmaßnahmen im Umfang von mindestens
    2,5 Millionen Euro verlangt.
    Eine aktuelle Anfrage von Quickborn Aktuell sollte klären,
    welche Einsparungen tatsächlich erreicht wurden.

    Das Ministerium bestätigte zwar eingeleitete Maßnahmen,
    nannte aber keine konkreten finanziellen Ergebnisse.
    Ihre Wirkung könne teilweise erst mittel- bis
    langfristig eintreten.

    Unterdessen steigt das geplante Defizit von
    12,5 Millionen Euro für 2026 auf 15,2 Millionen Euro
    im Entwurf für 2027.
    Bis 2030 summieren sich die erwarteten Fehlbeträge
    auf rund 60 Millionen Euro.

    Besonders problematisch ist die Beendigung der
    Verwaltungsgemeinschaften mit Ellerau, Hasloh
    und Bönningstedt.
    Ab 2028 entfallen dadurch rund 3,4 Millionen Euro
    jährliche Einnahmen.
    Gleichzeitig sollen zunächst rund 70 Prozent der
    bislang zugeordneten Personalkosten bestehen bleiben.

    Hinzu kommen weitere Projekte wie der geplante
    Dritte Ort „TO HUUS“, für den noch keine
    Kostenberechnung vorliegt.
    Die finanzielle Gesamtbelastung der Stadt könnte
    daher über die bisherige Planung hinausgehen.


    Die vollständige Haushaltsanalyse lesen →

    12. Oktober 2026

    6. AKN: Wieder Zugverkehr – aber ab 26. Oktober die nächste Sperrung

    Seit dem 10. Oktober fährt die AKN-Linie A1
    nach fast acht Wochen Schienenersatzverkehr
    wieder durch Quickborn.
    Für Pendler und Schüler ist das eine willkommene Erleichterung.

    Allerdings nur vorübergehend:
    Vom 26. Oktober bis zum 12. Dezember 2026
    wird die Strecke zwischen Quickborn und Ulzburg Süd
    erneut gesperrt.
    Grund sind weitere Oberleitungsarbeiten für die künftige S5.
    Während dieser Zeit fahren Ersatzbusse.

    Auch vom 16. bis 21. November sind weitere Arbeiten
    im Bahnhof Quickborn vorgesehen, die zusätzliche
    Einschränkungen mit sich bringen.

    Ab 2028 soll die S5 Quickborn im 15-Minuten-Takt
    mit Hamburg verbinden.
    Bis dahin bleibt der Ausbau für viele Fahrgäste
    eine Geduldsprobe.


    Alle Sperrzeiten und Hintergründe →

    13. Oktober 2026

    7. Rathaus: 48.544 Euro für Poller – und noch immer fehlt die Erklärung

    Vor dem Quickborner Rathaus steht eine hydraulische
    Polleranlage, die 48.544,40 Euro gekostet hat.
    Die Poller können abgesenkt werden, damit Menschen
    mit Gehbehinderung möglichst nah an das Rathaus
    heranfahren können.

    Das ist sinnvoll. Allerdings fehlt weiterhin eine
    verständliche öffentliche Information darüber,
    wie Betroffene diese Möglichkeit nutzen können.

    Bereits im Mai 2025 wurde im zuständigen Ausschuss
    angeregt, die Bedienung beziehungsweise Anmeldung
    auf der städtischen Homepage zu erklären.
    Im Juni 2026 kündigte die Stadt nach unserer Anfrage
    an, die Informationen zeitnah zu veröffentlichen.

    Bei unserer erneuten Prüfung am 12. Oktober
    war der Hinweis auf den naheliegenden Internetseiten
    noch immer nicht auffindbar.

    Fast 17 Monate für eine einfache Information
    zur Barrierefreiheit – ein bemerkenswerter Zeitraum.


    Den vollständigen Bericht lesen →

    12. Oktober 2026

    8. CDU Quickborn: Neuer Vorstand mit fünf statt neun Mitgliedern

    Die CDU Quickborn hat am 7. Oktober ihren
    Ortsvorstand neu gewählt und dabei deutlich verkleinert.

    Mirko Beckmann bleibt Vorsitzender,
    Barbara Peña de Müller seine Stellvertreterin
    und Andi Wendt Schatzmeister.
    Birgit Hanke und Dr. Reinhardt Ax gehören dem Vorstand
    als Beisitzer an.

    Aus neun Vorstandsmitgliedern wurden damit fünf.
    Neue Gesichter gibt es nicht.
    Warum der Vorstand verkleinert wurde, geht aus
    der veröffentlichten Mitteilung nicht hervor.

    Sechs Monate vor der Landtagswahl standen in der
    öffentlichen Berichterstattung vor allem Personalien
    und Ehrungen im Mittelpunkt.
    Konkrete politische Schwerpunkte zu den aktuellen
    Quickborner Problemen wurden nicht vorgestellt.


    Weitere politische Nachrichten →

    14. Oktober 2026

    9. Annabell Krämer: Eine Rede über die Schulden von morgen

    Die FDP-Landtagsabgeordnete Annabell Krämer hat
    im Schleswig-Holsteinischen Landtag vor einer
    zunehmenden kommunalen Verschuldung gewarnt.

    Ihre Aussagen treffen auch in Quickborn einen
    empfindlichen Punkt.
    Die Stadt plant hohe Investitionen, während
    die laufenden Defizite wachsen und die künftigen
    Zinsbelastungen steigen.

    Die Rede wirft damit eine grundsätzliche Frage auf:
    Wie lange können Kommunen ihre notwendigen
    Investitionen über zusätzliche Schulden finanzieren,
    ohne ihre zukünftige Handlungsfähigkeit einzuschränken?

    Wir haben die Rede aufgegriffen, weil sie auch in
    der Quickborner Ratsversammlung eine wichtige
    Diskussion auslösen könnte.


    Zum Beitrag über die Rede →

    15. Oktober 2026

    10. Carla Quickborn: Was bedeutet eigentlich „zeitnah“?

    Unsere Carla hat sich diesmal ein besonders schönes
    Wort aus dem Quickborner Verwaltungsalltag
    vorgenommen: zeitnah.

    Bei den Rathauspollern bedeutet das offenbar,
    dass zwischen Ankündigung und Umsetzung schon einmal
    viele Monate vergehen können.

    Dazu kommen die AKN-Baustellen, ein Silent Book Club
    und natürlich Carlas gewohnt scharfer Blick auf das
    Geschehen in der Stadt.

    Eine unterhaltsame Wochenrückschau, die zeigt,
    dass Quickborn auch abseits der großen politischen
    Debatten genügend Stoff für ein Schmunzeln liefert.


    Die aktuelle Carla-Kolumne lesen →

    Zum Schluss

    Liebe Leserinnen und Leser,

    zwischen Millionenprojekten und Baustellen gibt es
    in Quickborn auch erfreuliche Entwicklungen.
    Die positive Rückmeldung der Förderbank zur Waldschule
    ist dafür ein gutes Beispiel.

    Ebenso wichtig sind die vielen Menschen,
    die sich in Vereinen, Schulen, Unternehmen
    und Nachbarschaften engagieren.

    Wir freuen uns deshalb ausdrücklich auch über Hinweise
    auf Veranstaltungen, Jubiläen, besondere Leistungen
    und gute Nachrichten aus unserer Stadt.

    Empfehlt unseren kostenlosen Newsletter gerne weiter.
    Je mehr Menschen informiert sind, desto lebendiger
    wird die Diskussion über Quickborn.

    Herzliche Grüße
    Thomas Köppl
    Quickborn Aktuell


  • Quickborns nächste Millionenbrücke: Rathaus wirft Nebelkerzen – und verschweigt die Vorgeschichte

    100.000 Euro für die Sanierung einer alten Brücke – oder doch gleich ein millionenschwerer Neubau? Die Stadt Quickborn hat auf eine Anfrage von Quickborn Aktuell zur Feldbehnstraßenbrücke mit einer Bürgerinformation reagiert. Doch statt die entscheidenden Fragen zu beantworten, präsentiert das Rathaus eine freundlich verpackte Zukunftsvision. Die jahrelange Vorgeschichte, frühere Planungsankündigungen und die möglichen Kosten eines Neubaus bleiben weitgehend ausgeblendet. Quickborns Märchenstunde geht weiter.

    15. Oktober 2026 | Thomas Köppl | Quickborn Aktuell

    Nebelkerzen statt Antworten

    QUICKBORN. Bereits am 6. Oktober hatte Quickborn Aktuell die Stadtverwaltung um konkrete Auskünfte zum Zustand der Feldbehnstraßenbrücke, zu Sanierung und Ersatzneubau sowie zu den Auswirkungen der geplanten Umgehungsstraße V9 gebeten. Jetzt hat das Rathaus mit seiner Bürgerinformation Nr. 341 reagiert. Doch die Mitteilung beantwortet nur einen Teil unserer Fragen. Während die Stadt ausführlich über verantwortungsvolle Infrastrukturplanung und Zukunftsperspektiven spricht, fehlen ausgerechnet die entscheidenden Informationen zur bisherigen Planung, den Verkehrsfolgen und den möglichen Millionenbeträgen. Es wird kräftig genebelt.

    Immerhin bestätigt die Verwaltung, dass die 64 Jahre alte Brücke über die Gronau Schäden an Betonflächen, Fugen und Mauerwerken aufweist. Eine Untersuchung vom Juni 2026 habe dies ergeben. Die gute Nachricht: Die Brücke ist bei Einhaltung der bestehenden Gewichtsbeschränkung von 3,5 Tonnen weiterhin tragfähig. Für rund 100.000 Euro einschließlich Ingenieurleistungen und Mehrwertsteuer könnte sie saniert werden. So weit, so erfreulich.

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    100.000 Euro Sanierung – oder gleich eine Millionenbrücke?

    Doch dann kommt die eigentliche Botschaft. Weil für die geplante Radwegeverbindung zwischen Quickborn-Heide und der Innenstadt ohnehin eine zusätzliche Brücke über die Gronau benötigt werde, stellt die Verwaltung plötzlich einen vollständigen Neubau zur Diskussion. Statt die vorhandene Straßenbrücke zu sanieren und daneben eine Radwegbrücke zu errichten, könnte gleich ein gemeinsames Bauwerk für Autos, Fahrräder und Fußgänger entstehen.

    Das mag wirtschaftlich durchaus sinnvoll sein. Nur müsste man dafür die Kosten kennen. Während die Stadt die Sanierung mit 100.000 Euro beziffert, nennt sie für den Neubau keinen einzigen Betrag. Eine überschlägige Betrachtung ergibt für ein solches Bauwerk eine mögliche Größenordnung von 1,5 bis 2,5 Millionen Euro. Das ist ausdrücklich keine amtliche Kostenschätzung, zeigt aber, über welche Dimensionen hier möglicherweise gesprochen wird.

    Die kleine Rechnung wird präsentiert, die große bleibt im Nebel. Dabei wäre gerade angesichts der angespannten städtischen Finanzen eine nachvollziehbare Gegenüberstellung der Varianten erforderlich.

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    Die verschwiegene Vorgeschichte: Im Februar klang alles noch anders

    Besonders bemerkenswert ist der Umgang mit der eigenen Planungsgeschichte. Bereits 2021 beschloss die Stadt ihr Radverkehrskonzept. Im Mai 2025 erklärte sie die Verbindung über Ohlmöhlenweg und Feldbehnstraße zu einem Vorhaben mit höchster Priorität. Und am 19. Februar 2026 kündigte das Rathaus in seiner Pressemitteilung Nr. 040/2026 ausdrücklich an, die Planungen für diese Radwegeverbindung im Frühjahr aufzunehmen. Über die konkrete Umsetzung und den Bau sollte im Rahmen der Haushaltsberatungen 2027 entschieden werden.

    Jetzt haben wir Oktober 2026. Doch plötzlich sollen erst noch Varianten verglichen und Entscheidungsgrundlagen erarbeitet werden. Ein konkreter Zeitplan stehe nicht fest. Was ist aus dem angekündigten Planungsbeginn im Frühjahr geworden? Welche Ergebnisse liegen inzwischen vor? Und weshalb wird der Öffentlichkeit davon nichts berichtet?

    Die Ankündigung vom Februar betraf zwar die Radwegeverbindung und noch keinen vollständigen Ersatzneubau der Straßenbrücke. Gerade deshalb müsste die Verwaltung erklären, wie beide Projekte inzwischen zusammenhängen. Auch die Brückenschäden waren längst bekannt: Bereits am 27. August 2026 wurde im Ausschuss für kommunale Dienstleistungen über stärkere Mängel und Sanierungsbedarf berichtet.

    In der neuesten Bürgerinformation wird diese Vorgeschichte praktisch vollständig ausgeblendet. Stattdessen klingt es, als beginne die Zukunftsplanung gerade erst. Aus einem jahrelang bekannten Vorhaben wird plötzlich eine neue Idee. Das ist bemerkenswerte Öffentlichkeitsarbeit.

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    V9, Verkehrsströme und Naturschutz bleiben außen vor

    Vollständig offen bleibt auch der Zusammenhang mit der geplanten Umgehungsstraße V9. Unser ursprünglicher Bericht beschäftigte sich ausdrücklich mit der Verkehrsführung über den Ohlmöhlenweg, dem Bereich Auf dem Halenberg und den möglichen Folgen für die Gronaubrücke. Wer neue Straßenverbindungen plant, muss schließlich wissen, wohin der Verkehr anschließend fließt. Doch die Stadt erklärt weder, ob die Feldbehnstraßenbrücke in den Verkehrsprognosen berücksichtigt wurde, noch, für welche künftigen Belastungen ein Neubau ausgelegt werden müsste. Die V9 kommt in der Mitteilung nicht einmal vor.

    Auch der Naturschutz bleibt unerwähnt. Die Gronau gehört zu einem ökologisch empfindlichen Gewässersystem im Zusammenhang mit dem FFH-Gebiet Pinnau/Gronau. Im offiziellen Managementplan wird die Feldbehnstraßenbrücke ausdrücklich im Hinblick auf mögliche Verbesserungen für die Durchgängigkeit des Fischotters genannt. Ein Neubau könnte deshalb zusätzliche wasserrechtliche und naturschutzfachliche Anforderungen auslösen – mit entsprechenden Auswirkungen auf Planung und Kosten. Auch hierzu hatten wir ausdrücklich gefragt. Eine konkrete Antwort fehlt.

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    Quickborns Märchenstunde geht weiter

    Quickborn steht finanziell unter erheblichem Druck. Der Haushaltsentwurf 2027 sieht ein Ergebnisdefizit von rund 15 Millionen Euro vor, während Schulen, Feuerwehr und weitere Infrastrukturprojekte bereits erhebliche Investitionen erfordern. Ausgerechnet jetzt wird bei einer weiterhin tragfähigen Brücke, deren Sanierung 100.000 Euro kosten soll, ein möglicherweise millionenschwerer Neubau ins Gespräch gebracht. Ohne Kostenschätzung, ohne Zeitplan und ohne erkennbare Einordnung in die übrigen Investitionsvorhaben.

    Niemand kritisiert, dass die Verwaltung verschiedene Brückenlösungen untersucht. Das ist ihre Aufgabe. Kritikwürdig ist allerdings eine Informationspolitik, die frühere Ankündigungen verschweigt, wesentliche Zusammenhänge ausblendet und selbst auf konkrete Nachfragen nur einen Ausschnitt der Geschichte liefert.

    Das ist der eigentliche Skandal: Die Stadt erzählt nicht unbedingt etwas Falsches. Sie erzählt nur längst nicht die ganze Wahrheit.

    Der Eindruck drängt sich auf, dass die Quickborner vorsichtig auf die nächste Millioneninvestition vorbereitet werden sollen. Erst die beruhigende Nachricht über die tragfähige Brücke, dann die schöne Zukunftsvision und irgendwann vielleicht die Rechnung.

    Quickborns Märchenstunde geht weiter. Diesmal mit einer alten Brücke, einer neuen Zukunftsvision und einer Rechnung, die noch niemand kennt. Die Nebelkerzen über der Gronau sind jedenfalls gezündet.

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  • Umgehungsstraße V9 auf die alte Gronaubrücke: Die nächste Millionenbaustelle wartet schon

    QUICKBORN. Die V9 soll den Verkehr neu ordnen. Über Ohlmöhlenweg und „Auf dem Halenberg“ geht es künftig Richtung Innenstadt.

    Dort wartet bereits das nächste Problem:

    die alte Brücke über die Gronau an der Feldbehnstraße.

    Die Stadt selbst schreibt im Protokoll vom 27. August: stärkere Mängel, sanierungsbedürftig.

    Quickborn Aktuell hat die Stadt um eine Einschätzung gebeten.

    Antwort: bislang keine.

    Also haben wir selbst weiter recherchiert.

    Neue Straße. Mehr Verkehr. Alte Brücke.

    Wie viel Verkehr die V9 künftig in Richtung Feldbehnstraße schiebt, ist noch unbekannt.

    Die große Verkehrsuntersuchung läuft. Ergebnisse erwartet die Stadt erst Anfang des zweiten Quartals 2027.

    Damit trifft eine neue Verkehrsführung auf eine Brücke, die schon heute Probleme macht.

    Und der Standort hat es in sich.

    Mitten im FFH-Gebiet

    Die Gronau gehört zum europäischen Schutzgebiet „Pinnau/Gronau“.

    Noch deutlicher: Im offiziellen Natura-2000-Maßnahmenplan steht die Feldbehnstraße ausdrücklich drin.

    „Quickborn Feldbehnstraße: Brücke prüfen.“

    Es geht dabei um die Durchgängigkeit für den Fischotter. Genannt werden Bermen und andere trockene Querungsmöglichkeiten unter Brücken.

    Ein Ersatzneubau wäre deshalb kein normaler Brückentausch.

    Breitere Fahrbahn. Größerer Gewässerquerschnitt. Trockenberme. Hochwasserschutz. Artenschutz. Baugrund. Neue Widerlager.

    Das summiert sich.

    Mehr Verkehr bringt auch mehr Stickstoff

    Hinzu kommt der Verkehr selbst.

    Mehr Fahrzeuge bedeuten zusätzliche Stickstoffeinträge entlang der Straße. Gerade bei empfindlichen FFH-Lebensräumen spielt das eine wichtige Rolle.

    Bei Straßenprojekten werden zusätzliche Stickstoffeinträge deshalb fachlich geprüft. In der Rechtsprechung spielt dabei unter anderem ein Abschneidekriterium von 0,3 Kilogramm Stickstoff pro Hektar und Jahr eine Rolle.

    Damit gehört nicht nur die Brücke auf den Prüfstand.

    Auch die Verkehrszunahme im unmittelbaren Umfeld des FFH-Gebiets muss betrachtet werden.

    Die V9 soll die Verbindung zwischen Quickborn-Heide und Innenstadt verbessern und attraktiver machen.

    Genau dort liegt der Knackpunkt.

    Und jetzt zum Geld

    Eine belastbare Kostenschätzung der Stadt gibt es bislang nicht.

    Ein Ersatzneubau an der Gronau wäre aber kein kleines Projekt.

    FFH-Gebiet. Fischotterdurchlass. Wasserrecht. Vermutlich größerer Querschnitt. Eine etwa 5,50 Meter breite Fahrbahn. Dazu Planung, Gutachten, Baugrund, Umweltbegleitung und Straßenanschlüsse.

    Unsere realistische Arbeitsgröße:

    rund 1,5 bis 2,5 Millionen Euro.

    Bei schwierigem Baugrund, aufwendiger Wasserhaltung oder zusätzlichen Anforderungen kann die Rechnung weiter steigen.

    Mit rund zwei Millionen Euro sollte man hier eher rechnen als mit einer kleinen sechsstelligen Summe.

    Das ist keine amtliche Kostenschätzung der Stadt. Es ist eine überschlägige Größenordnung auf Basis vergleichbarer Brückenprojekte und der besonderen Bedingungen an diesem Standort.

    V9 hört an der Gronau nicht auf

    Damit wird die Rechnung größer.

    Neue Straße.

    Neue Verkehrsströme.

    Eine bereits sanierungsbedürftige Brücke.

    Ein empfindliches FFH-Gebiet.

    Und möglicherweise das nächste Millionenprojekt.

    Die Stadt hätte uns ihre Einschätzung dazu mitteilen können.

    Sie schweigt.

    Dann schauen wir eben selbst genauer hin.


    Quellen: Stadt Quickborn, Protokoll des Ausschusses für kommunale Dienstleistungen vom 27. August 2026; Natura-2000-Managementplan für das FFH-Gebiet „Pinnau/Gronau“; Bundesverwaltungsgericht zur Bewertung straßenbedingter Stickstoffeinträge; eigene Recherche von Quickborn Aktuell zu vergleichbaren Brückenprojekten.

    Quickborn Aktuell | 12. Oktober 2026

  • Goethe-Schule: Schulaufsicht hat klare Anforderungen für die Feldbehnstraße gestellt

    Goethe-Schule: Schulaufsicht hat klare Anforderungen für die Feldbehnstraße gestellt

    Die Planungen für die vorübergehende Unterbringung der Goethe-Grundschule an der Feldbehnstraße scheinen in die richtige Richtung zu laufen. Die Schulaufsicht des Kreises Pinneberg bestätigt auf Anfrage von Quickborn Aktuell, dass sie bereits frühzeitig klare Anforderungen an den künftigen Schulstandort formuliert hat.

    12. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell | Thomas Köppl

    Rund 260 Schülerinnen und Schüler sollen während des Neubaus ihrer Schule für mehrere Jahre an die Feldbehnstraße umziehen. Dort werden bereits Schulen in freier Trägerschaft betrieben.

    Schulaufsicht hat Anforderungen formuliert

    Positiv ist, dass die Schulaufsicht die Planungen von Anfang an begleitet und ihre Anforderungen deutlich benannt hat. Beim Auftaktgespräch hat die zuständige Schulrätin diese nochmals ausdrücklich hervorgehoben.

    Damit steht fest: Die Schulaufsicht begleitet die Planungen nicht nur beratend, sondern hat auch konkrete Rahmenbedingungen für die Interimslösung formuliert.

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    Mietvertrag und Schulkonferenz: Einige Punkte sind noch offen

    Der Mietvertrag zwischen der Stadt Quickborn und dem privaten Schulträger ist noch nicht abgeschlossen. Das ist allerdings Angelegenheit der Stadt und nicht der Schulaufsicht. Hier besteht somit noch eine gewisse Unsicherheit.

    Die Schulkonferenz der Goethe-Grundschule soll bei ihrer nächsten Sitzung angehört werden. Das erscheint auch sinnvoll, denn zunächst müssen die wesentlichen Rahmenbedingungen der Unterbringung feststehen. Über konkrete organisatorische Anpassungen kann anschließend beraten werden.

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    Bildungsministerium prüft Auswirkungen auf die Freie Gemeinschaftsschule

    Auch das Bildungsministerium ist inzwischen eingebunden. Es hat bei der Geschäftsführung des privaten Schulträgers eine Stellungnahme angefordert.

    Hintergrund ist die Frage, welche Auswirkungen die zusätzliche Unterbringung einer vollständigen öffentlichen Grundschule auf die bestehende Genehmigung der Freien Gemeinschaftsschule haben kann.

    Eine Antwort liegt dem Ministerium nach Auskunft des Kreises noch nicht vor.

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    Es geht in die richtige Richtung

    Insgesamt zeichnet sich eine konstruktive Entwicklung ab. Die Schulaufsicht ist eingebunden, hat ihre Anforderungen formuliert und begleitet die weiteren Abstimmungen.

    Quickborn Aktuell hat den Kreis Pinneberg gebeten, uns diese Anforderungen zur Verfügung zu stellen. Schließlich ist gerade für die Eltern interessant, welche Voraussetzungen für einen sicheren und gut organisierten Schulbetrieb erfüllt werden müssen.

    Wenn die Anforderungen bekannt sind und die offenen Fragen geklärt werden, lässt sich die geplante Interimslösung auch sachlich bewerten.

    Unser Zwischenfazit: Es geht offenbar voran. Noch ist nicht alles geklärt, aber die schulaufsichtliche Begleitung ist ein gutes Zeichen.

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  • Kommentar: Goethe-Schule – hoffentlich geht das gut

    Kommentar: Goethe-Schule – hoffentlich geht das gut

    Kommentar von Thomas Köppl

    Kommentar: Goethe-Schule – hoffentlich geht das gut

    Der Neubau der Goethe-Schule ist beschlossen. Ende 2029 soll er fertig sein. Dafür werden derzeit knapp 30 Millionen Euro veranschlagt – einschließlich Abriss und mehrjähriger Zwischenunterbringung. Schon 2024 bewegte sich die Kostenschätzung für einen Neubau in dieser Größenordnung.

    30 Millionen Euro – und einige Risiken

    Inzwischen sind die Baupreise gestiegen und die Gefahrstoffanalyse der alten Schule weist unter anderem Asbest, PCB, PAK und Schwermetalle in verschiedenen Bauteilen aus. Gerade der Rückbau eines solchen Gebäudes ist kein gewöhnlicher Abriss. In der früheren Kostenprognose waren Spezialabbruch und Entsorgung schadstoffbelasteter Bauteile ausdrücklich noch nicht enthalten.

    Die knapp 30 Millionen Euro müssen sich deshalb erst noch als belastbare Größenordnung erweisen.

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    Die Straßen werden nicht breiter

    Hier beginnt bei mir das Unbehagen. Die Goethestraße und die Kleiststraße werden durch einen politischen Beschluss leider nicht breiter. Natürlich kann man darauf verweisen, dass dort seit Jahrzehnten eine Schule steht. Nur gab es vor 40 oder 50 Jahren erheblich weniger Autos, weniger Bring- und Holverkehr, keinen Ganztag in heutiger Form und längst nicht so viele Fahrräder und Roller.

    Auch die Anforderungen an Schulwegsicherheit, Rettungswege und Verkehrsführung haben sich verändert. Vielleicht hatten wir bislang schlicht Glück. Ich kann mir jedenfalls nur schwer vorstellen, dass ein moderner dreizügiger Ganztagsstandort dauerhaft über dieselben engen Zufahrten funktioniert.

    Ich hoffe, dass die Stadt dafür einen Plan entwickelt hat, der am Ende auch mich überzeugt.

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    Der Blick zurück auf 2024

    Der Blick zurück auf 2024 bleibt trotzdem ärgerlich. Damals lag die Lösung am Elsensee-Gymnasium auf dem Tisch: rund 19,9 Millionen Euro für einen zusätzlichen Gebäuderiegel und etwa 4 Millionen Euro für die Erweiterung der Sporthalle.

    Bei dieser Sporthallenerweiterung wäre eine nachvollziehbare Bedarfsermittlung interessant gewesen. Schließlich gehörte zum Schulzentrum früher zusätzlich die Realschule Heidkamp mit mehreren hundert Schülerinnen und Schülern, die ebenfalls Sportflächen benötigte.

    Bei einer Entscheidung für den Riegel hätte die Goethe-Schule zum Schuljahresbeginn 2027 einziehen können. Das ist inzwischen Schnee von gestern. Die damaligen Entscheidungen lassen sich nicht zurückdrehen. Die finanziellen Folgen bezahlen ohnehin nicht diejenigen persönlich, die sie beschlossen haben. Sie landen bei den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt.

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    Jetzt läuft plötzlich die Zeit davon

    Schwer verständlich bleibt auch der Zeitdruck. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wurde 2021 beschlossen. Das große Investitionsprogramm ist ebenfalls seit Jahren bekannt. Trotzdem sollen nun innerhalb weniger Jahre Planung, Vergabe, Interim, Abriss und Neubau abgewickelt werden.

    Gleichzeitig konkurriert Quickborn mit zahlreichen anderen Kommunen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen um Planungsbüros, Fachkräfte und Bauunternehmen. Wer spät kommt und gleichzeitig einen festen Endtermin einhalten muss, kauft erfahrungsgemäß nicht besonders günstig ein.

    Die Kostenannahmen der Stadt sind deshalb sportlich. Der Zeitplan ist es noch mehr.

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    Das Interim an der Feldbehnstraße

    Und dann ist da die Feldbehnstraße. Dort sollen rund 260 Goethe-Kinder während der Bauzeit untergebracht werden. Einen abgeschlossenen Mietvertrag gibt es bislang nicht. Trotzdem wird die Ausschreibung für Planung und Bau der neuen Goethe-Schule bereits vorbereitet. Na, hoffentlich geht diese Kombination gut.

    Interessant ist auch eine Information aus den inzwischen vorliegenden Unterlagen: Der Stadt wurde am 1. April 2026 ein anderes Schulgebäude zum Kauf angeboten. Das Angebot wurde sehr konkret geprüft. Und dann anscheinend nicht weiterverfolgt.

    Legen wir die bekannten Tatsachen nebeneinander und denken den Gedanken einmal weiter. An der Feldbehnstraße befinden sich heute die Freie Grundschule Quickborn, die Freie Gemeinschaftsschule Quickborn und die Kita CampusEulen. Die Freie Grundschule hatte zuletzt amtlich 148 Schülerinnen und Schüler, die Gemeinschaftsschule rund 160. Mit den Goethe-Kindern wären es ungefähr 570 Schülerinnen und Schüler, dazu kommt die Kita.

    Das wirft ganz praktische Fragen auf. Drei Schulen und eine Kita an einem Standort, zwei unterschiedliche Schulträger, unterschiedliche Verantwortlichkeiten, Aufsichtspflichten und Organisationsstrukturen: Wer trägt wann für wen die Verantwortung? Wie werden Schulhöfe und Gemeinschaftsflächen getrennt oder gemeinsam genutzt? Werden Bereiche durch Zäune geteilt? Wer beaufsichtigt welche Kinder in den Pausen, beim Ganztag und auf gemeinsam genutzten Wegen? Und wer entscheidet im Alltag, wenn Interessen kollidieren?

    Man kann einen Campus gemeinsam nutzen. Aber man sollte vorher ziemlich genau wissen, wie.

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    Was bedeutet das für die Freie Gemeinschaftsschule?

    Für die Freie Gemeinschaftsschule halte ich die Entwicklung wirtschaftlich ebenfalls für schwierig. Sie bietet derzeit keine Oberstufe mehr an. Gleichzeitig lebt eine Privatschule davon, Eltern einen erkennbaren Mehrwert für ihr Schulgeld zu bieten: kleine Strukturen, ein persönliches Umfeld und eine eigene Schulkultur.

    Wenn mehr als 260 Kinder einer öffentlichen Grundschule zusätzlich auf denselben Campus ziehen, verändert sich dieses Angebot erheblich.

    Warum soll ich als Elternteil für ein besonders überschaubares Umfeld bezahlen, wenn genau diese Überschaubarkeit verloren geht? Warum soll ich für eine weiterführende Privatschule zahlen, wenn mein Kind nach Klasse 10 ohnehin die Schule wechseln muss?

    Ich hoffe, dass diese Einschätzung falsch ist. Sollte die Freie Gemeinschaftsschule diese Entwicklung wirtschaftlich nicht überstehen, wäre das sehr bedauerlich – für die Beschäftigten, die Schülerinnen und Schüler und die Schule selbst. Für die Stadt würde sich allerdings eine ganz neue Situation ergeben.

    Die Goethe-Schule wäre dann bereits an der Feldbehnstraße. Dort stehen Schulräume, Mensa und Sporthalle bereit, dazu kommen große Außenanlagen und Ganztagsflächen. Für die Kita müsste ein neuer Betreiber gefunden werden. Die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule müssten andere weiterführende Schulen besuchen.

    Und dann würde zwangsläufig gerechnet: Was kostet der Erwerb dieses vorhandenen Campus – und was kostet der Neubau an der Goethestraße?

    Auf dem Gelände der Freien Gemeinschaftsschule sind Schadstoffe im Boden bekannt. Für einen möglichen Erwerb wäre das kein nebensächlicher Punkt und dürfte den Wert des Grundstücks deutlich beeinflussen. Liegt ein Kaufpreis am Ende erheblich unter den Kosten eines Neubaus, wird diese Variante wirtschaftlich ausgesprochen interessant.

    Dann könnte die Geschichte am Ende ganz anders ausgehen: Die Goethe-Schule zieht zunächst als Interim an die Feldbehnstraße – und findet dort schließlich ihren neuen dauerhaften Standort.

    Ob es so kommt, weiß heute niemand. Aber angesichts der bekannten Fakten ist die Frage längst nicht mehr abwegig.

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    Am Ende zählt die beste Lösung für Quickborn

    Ich hoffe weiterhin, dass die Stadt einen überzeugenden Plan für die Goethestraße hat, dass die Erschließung funktioniert, das Interim organisatorisch und vertraglich trägt und am Ende eine gute neue Goethe-Schule entsteht.

    Entscheidend ist aber, dass man anschließend nicht feststellen muss, dass bessere Lösungen für die Schülerinnen und Schüler und zugleich für den Haushalt der Stadt auf dem Tisch lagen, aber nicht ernsthaft verfolgt wurden, weil sie politisch nicht in den eingeschlagenen Kurs passten.

    Das wäre schade – nicht für einzelne handelnde Personen, sondern für Quickborn. Denn bezahlen muss es am Ende die Stadt. Und damit wir Bürgerinnen und Bürger.

    Und am Ende sitzen unsere Kinder in einer spröden, kostenoptimiert gebauten Schule auf belastetem Grund, weil man auf die Taube auf dem Dach schaute und dabei den Spatz in der Hand fliegen ließ.

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