Auf dem Papier bleibt der Stellenplan der Stadt Quickborn 2027 unverändert. Rund 288 Vollzeitäquivalente sind vorgesehen. Tatsächlich besetzt waren Mitte 2026 allerdings nur rund 282 Stellen.
Gleichzeitig passen einige Zahlen im Haushaltsentwurf nicht zusammen.
Innerhalb von zwei Jahren steigen die Personalkosten von 2025 bis 2027 um rund 3,4 Millionen Euro beziehungsweise gut 15 Prozent. Die Steigerung von 2026 auf 2027 beträgt rund 700.000 Euro.
Tatsächlich steigen die auszahlungswirksamen Personalaufwendungen aber nur um rund 300.000 Euro. Der Rest entfällt auf höhere Rückstellungen.
Bei den Tarifbeschäftigten praktisch keine Steigerung
Auffällig ist vor allem die Entwicklung bei den tariflich Beschäftigten. Dort ist für 2027 praktisch keine Steigerung vorgesehen. Das überrascht schon deshalb, weil die Tariferhöhung von 2,8 Prozent aus dem Jahr 2026 im Jahr 2027 erstmals ganzjährig wirkt.
Hinzu kommt: Rund sechs Vollzeitstellen waren Mitte 2026 rechnerisch nicht besetzt. Gleichzeitig sollen zwei länger unbesetzte Stellen neu genutzt werden. Eine volle Stelle geht an die Feuerwache, eine halbe Stelle an Social Media im Büro des Bürgermeisters. Dadurch entstehen natürlich zusätzliche Personalkosten.
Zahlreiche Höherbewertungen
Hinzu kommt eine Reihe von Höherbewertungen. Mehrere Stellen werden in höhere Entgeltgruppen eingestuft. Ob es später auch entsprechende Herabstufungen geben wird, wenn ein erheblicher Teil der Aufgaben aus den Verwaltungsgemeinschaften wegfällt, bleibt offen.
Verwaltungsgemeinschaften: Weniger Personalaufwand trotz voller Leistung?
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Bönningstedt, Hasloh und Ellerau.
Quickborn muss für diese drei Gemeinden die vereinbarten Verwaltungsleistungen noch bis Ende 2027 erbringen. Trotzdem sinken die dafür eingeplanten Personalaufwendungen bereits 2027 um rund neun Prozent.
Genau hier stellt sich die zentrale Frage: Warum veranschlagt die Stadt für die drei Gemeinden deutlich weniger Personalaufwand, obwohl die Verwaltungsleistungen im Jahr 2027 weiterhin insgesamt erbracht werden müssen?
Eine Erklärung liefert die Vorlage nicht.
Und was passiert ab 2028?
Auch für die Zeit ab 2028 bleibt vieles offen. Dann entfallen die Verwaltungsgemeinschaften mit Bönningstedt, Hasloh und Ellerau. Die Stadt rechnet bislang nur mit einer pauschalen Reduzierung der bisherigen Personalkosten um 30 Prozent.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Ein erheblicher Teil der bisherigen Personalkosten soll offenbar bestehen bleiben, obwohl ein großer Aufgabenblock wegfällt.
Das kann sinnvoll sein, wenn Beschäftigte andere notwendige Aufgaben übernehmen und dadurch Neueinstellungen vermieden werden. Eine konkrete Personalstrategie dazu ist in der Vorlage aber nicht erkennbar.
Für diese Größenordnung ist die Begründung sehr knapp
Gerade deshalb ist die Begründung des Stellenplans erstaunlich dünn.
Die Vorlage umfasst nur zwei Seiten. Erläutert werden im Wesentlichen die beiden neu genutzten Stellen für Feuerwehr und Social Media. Zu den zahlreichen Höherbewertungen heißt es lediglich, sie beruhten auf externen Stellenbewertungen. Zu den finanziellen Auswirkungen steht nur, die erforderlichen Personalaufwendungen seien im Haushaltsentwurf berücksichtigt.
Bei Personalkosten von rund 26 Millionen Euro, einem Haushaltsdefizit von mehr als 15 Millionen Euro und dem bevorstehenden Wegfall eines erheblichen Teils der Verwaltungsleistungen für andere Gemeinden ist das wenig.
Diese Fragen bleiben offen
- Wie viele der 288 Stellen sollen 2027 tatsächlich besetzt sein?
- Mit welchen Vakanzen rechnet die Stadt?
- Welche Tarifentwicklung ist einkalkuliert?
- Welche zusätzlichen Kosten entstehen durch die Höherbewertungen?
- Warum sinken die Personalaufwendungen für Bönningstedt, Hasloh und Ellerau bereits 2027 um rund neun Prozent?
- Wie sieht die Personalstruktur ab 2028 tatsächlich aus?
Der Stellenplan selbst gibt darauf bislang kaum Antworten. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Zahlen.
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