Bei der Goethe-Schule ist in den vergangenen zwei Wochen einiges passiert. Einzelne Punkte wirken zunächst klein. Zusammengenommen verändern sie die Diskussion über die Zukunft der Schule deutlich.
Aus 275.000 Euro wurden 31.000 Euro
Die ursprünglich geplante umfassende Sanierung der Schüler-WCs wurde aufgegeben. Nach der Ausschreibung hätte sie mehr als 275.000 Euro gekostet.
Stattdessen investiert die Stadt jetzt rund 31.000 Euro in einfachere Renovierungsarbeiten ohne wesentliche Eingriffe in die Bausubstanz. Die Jungen-WCs sind fertig. Seit dem 24. August laufen die Arbeiten bei den Mädchen. Sie sollen bis 11. September abgeschlossen sein.
Begründung der Stadt: Die Zukunft des Gebäudes ist weiterhin offen. Eine große Investition sei deshalb derzeit nicht wirtschaftlich.
Das ist bemerkenswert. Noch vor wenigen Monaten war der Neubau am heutigen Standort die klare politische Richtung. Jetzt ist ausdrücklich wieder offen, ob neu gebaut oder der Bestand grundlegend saniert wird.
Das Schadstoffgutachten ist jetzt vollständig bewertet
Das Gutachten liegt bereits seit Längerem vor. Inzwischen haben wir es vollständig ausgewertet – soweit das auf Grundlage der vorliegenden Unterlagen und ohne fachgutachterliche Spezialkenntnisse laienhaft möglich ist.
Es zeigt nicht nur den bereits bekannten hohen PCP-Wert. Gefunden wurden unter anderem Asbest, PCB, PAK, alte Mineralfasern, PCP, Lindan und hohe Bleigehalte.
Besonders auffällig sind einzelne sehr hohe PCB-Konzentrationen in Bauteilen.
Das bedeutet keine automatische Gefährdung des laufenden Schulbetriebs. Viele Stoffe sind gebunden. Für eine umfassende Bestandssanierung ist der Befund aber von erheblicher Bedeutung.
Weitere Untersuchungen und Raumluftmessungen sind deshalb wichtig.
Auch die Kosten sehen inzwischen anders aus
Die Machbarkeitsstudie setzt derzeit rund 25,2 Millionen Euro für die Bestandssanierung an.
Ein dreizügiger Neubau einschließlich Zweifeldhalle soll rund 26,35 Millionen Euro kosten. Mit Erweiterung auf vier Züge werden rund 28,7 Millionen Euro genannt.
Diese Beträge sind allerdings nur frühe Kostenansätze. Die Studie selbst nennt eine Schwankungsbreite von plus/minus 40 Prozent.
Noch wichtiger: Spezialrückbau und Entsorgung schadstoffbelasteter Bauteile sind nicht enthalten.
Wir halten insbesondere die Neubaukosten nach dem Vergleich mit tatsächlich realisierten Schulprojekten für deutlich zu niedrig angesetzt. Das werden wir gesondert aufarbeiten.
Interim kann weitere Millionen kosten
Soll die Schule für einen Neubau vollständig ausgelagert werden, wird es teuer.
Die Machbarkeitsstudie nennt für eine Containerschule über etwa dreieinhalb Jahre allein 5,7 Millionen Euro reine Mietkosten.
Grundstück, Vorbereitung und Erschließung kommen noch hinzu.
Damit wird deutlich: Ein vollständiger Kostenvergleich zwischen Bestandssanierung und Neubau liegt noch nicht vor.
Jetzt sind es 263 Schülerinnen und Schüler
Auch bei den Schülerzahlen gibt es einen neuen Stand.
66 Kinder wurden in diesem Schuljahr an der Goethe-Schule eingeschult. Sie verteilen sich auf drei erste Klassen.
Insgesamt besuchen jetzt 263 Schülerinnen und Schüler die Goethe-Schule. Damit ist die Dreizügigkeit längst Realität. (quickborn.de)
Im September muss die Politik Farbe bekennen
Die Stadt hat angekündigt, die weitere Zukunft der Goethe-Schule im September erneut politisch zu beraten. (quickborn.de)
Dann müssen Neubau und Bestandssanierung sauber gegenübergestellt werden.
Mit vollständigen Kosten. Mit Schadstoffsanierung. Mit Interim. Mit Sporthalle. Mit Fördermitteln. Und mit einem realistischen Zeitplan.
Die vergangenen zwei Wochen haben eines gezeigt: Die Entscheidung über die Goethe-Schule ist wieder völlig offen – und deutlich komplizierter geworden.

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