Kommunale Wärmeplanung in Quickborn: Was die neue Analyse über Wärmepumpen, Wärmenetze und einzelne Wohngebiete zeigt

Stand: 18. September 2026 Die kommunale Wärmeplanung in Quickborn wird konkreter. Die inzwischen veröffentlichte Präsentation von HIC Consulting enthält deutlich mehr Informationen als die bisherige Zusammenfassung der Stadt. Erstmals wird sichtbar, wie hoch der Wärmeverbrauch in Quickborn aktuell angesetzt wird, welche Gebiete für Wärmenetze interessant sein könnten und wie groß das Potenzial für Wärmepumpen eingeschätzt…

Stand: 18. September 2026

Die kommunale Wärmeplanung in Quickborn wird konkreter. Die inzwischen veröffentlichte Präsentation von HIC Consulting enthält deutlich mehr Informationen als die bisherige Zusammenfassung der Stadt. Erstmals wird sichtbar, wie hoch der Wärmeverbrauch in Quickborn aktuell angesetzt wird, welche Gebiete für Wärmenetze interessant sein könnten und wie groß das Potenzial für Wärmepumpen eingeschätzt wird.

Für Hauseigentümer ist dabei vor allem eines wichtig: Noch wird kein einzelnes Grundstück verbindlich einer bestimmten Wärmeversorgung zugeordnet. Aber die Richtung wird erkennbarer. In großen Teilen Quickborns dürften dezentrale Wärmepumpen eine wichtige Rolle spielen. In dichter bebauten Bereichen werden gleichzeitig erhebliche Potenziale für Wärmenetze gesehen.

Wir haben die 30-seitige Präsentation ausgewertet und mit den bisherigen Quickborner Unterlagen, dem Klimaschutzkonzept, den Angaben der Stadtwerke und der bisherigen Berichterstattung von Quickborn Aktuell verglichen.


Inhaltsverzeichnis


1. Wo steht die Wärmeplanung derzeit?

Die kommunale Wärmeplanung besteht aus mehreren Stufen. Bestandsanalyse und Potenzialanalyse sind inzwischen weitgehend bearbeitet. Genau diese Ergebnisse wurden bei der Informationsveranstaltung am 9. September vorgestellt.

Die wirklich entscheidenden Schritte kommen allerdings erst jetzt.

Auf Grundlage der bisherigen Daten soll HIC zunächst ein Zielszenario entwickeln. Danach folgt die eigentliche Wärmewendestrategie mit Maßnahmenkatalog.

Erst dabei wird konkreter festgelegt, welche Teile Quickborns voraussichtlich für Wärmenetze infrage kommen und wo eher dezentrale Heizungen die langfristige Lösung darstellen.

Der kommunale Wärmeplan selbst ist dabei eine strategische Fachplanung. Er verpflichtet einen Hauseigentümer nicht dazu, eine funktionierende Heizung auszutauschen oder sich an ein Wärmenetz anzuschließen. Auch eine spätere Einstufung als mögliches Wärmenetzgebiet bedeutet für sich genommen weder eine Anschlussverpflichtung für den Eigentümer noch eine Garantie, dass dort tatsächlich ein Netz gebaut wird.

Wer sich ausführlicher mit der Rechtslage, den Fristen und den Folgen für Eigentümer beschäftigen möchte, findet unsere bisherige Zusammenstellung hier:

Kommunale Wärmeplanung in Quickborn – Hintergründe, Rechtslage und praktische Folgen

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis


2. Ein digitaler Zwilling für jedes Gebäude

Technische Grundlage der neuen Untersuchung ist ein digitaler Zwilling der Stadt.

Nach Angaben von HIC bildet dieses Modell jedes Gebäude in Quickborn ab. Grundlage ist zunächst das Wärmebedarfsmodell des Kreises Pinneberg. Dieses wurde anschließend mit Daten der Stadtwerke Quickborn und der Schornsteinfegerinnung ergänzt. Außerdem wurden reale Verbrauchsdaten in das Gebäudemodell eingearbeitet.

Damit lassen sich unter anderem Gebäudestruktur, Wärmeverbrauch und Energiebedarf räumlich darstellen.

Das ist wesentlich genauer als eine reine Gesamtstatistik für Quickborn. Trotzdem bedeutet ein digitaler Zwilling nicht automatisch, dass für jedes einzelne Haus bereits eine vollständige individuelle Energieberatung durchgeführt worden wäre.

Teilweise handelt es sich weiterhin um Modelle, Gebäudedaten und daraus abgeleitete Annahmen. Für den Eigentümer ersetzt der kommunale Wärmeplan deshalb keine konkrete Heizlastberechnung oder individuelle energetische Beratung.

Für die Stadtplanung ist dieses Modell dennoch entscheidend. Erst damit lässt sich erkennen, wo besonders viel Wärme auf engem Raum benötigt wird, wo eine Wärmepumpe aufgestellt werden könnte und wo der Bau eines Wärmenetzes wirtschaftlich interessant werden kann.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis


3. Wie viel Wärme verbraucht Quickborn?

Die neue Bestandsanalyse nennt für Quickborn einen jährlichen Endenergieverbrauch für die dargestellte Wärmeversorgung von insgesamt rund 192.400 MWh beziehungsweise 192,4 GWh.

Davon entfallen nach der Präsentation:

  • 130.700 MWh pro Jahr auf Erdgas
  • 10.000 MWh pro Jahr auf Wärmenetze
  • 51.700 MWh pro Jahr auf nicht leitungsgebundene Energieträger

Unter den nicht leitungsgebundenen Anlagen befinden sich nach HIC derzeit rund 400 Wärmepumpen.

Die mit dieser Wärmeversorgung verbundenen Emissionen einschließlich der Vorketten werden mit insgesamt rund 51.000 Tonnen CO₂ pro Jahr angegeben.

Die zentrale Feststellung der Gutachter überrascht dabei nicht: Die Wärmeversorgung Quickborns wird weiterhin deutlich von fossilen Energieträgern geprägt.

Genau diese Struktur soll sich in den kommenden Jahren verändern.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis


4. „Jedes Gebäude für Wärmepumpen geeignet“ – was bedeutet das?

Eine der auffälligsten Aussagen der gesamten Präsentation steht auf Seite 25:

„Jedes Gebäude in Quickborn für Wärmepumpen geeignet.“

Das klingt zunächst ziemlich eindeutig.

Bei genauerem Hinsehen muss die Aussage allerdings etwas differenzierter gelesen werden.

HIC hat für jedes Gebäude eine sogenannte 360-Grad-Standortanalyse durchgeführt. Dabei wurde vor allem untersucht, ob rund um ein Gebäude unter Berücksichtigung der notwendigen Abstände ein geeigneter Aufstellort für eine Luft-Wärmepumpe vorhanden ist.

Im Vordergrund steht damit zunächst die schalltechnische Eignung des Standortes.

Bei dichter bebauten Reihenhausgebieten gibt es Einschränkungen. HIC nennt ausdrücklich Bereiche an der Lornsenstraße und Berliner Straße als nur bedingt geeignet.

Die Untersuchung bedeutet dagegen nicht automatisch, dass für jedes einzelne Gebäude bereits geprüft wurde, welche Vorlauftemperatur die vorhandene Heizungsanlage benötigt, wie groß die Heizkörper sind, welche Heizlast vorliegt und ob zuvor energetische Maßnahmen am Gebäude sinnvoll wären.

Die Aussage lässt sich deshalb eher so verstehen:

Nach der räumlichen und schalltechnischen Untersuchung lässt sich offenbar für praktisch jedes Quickborner Gebäude grundsätzlich eine Möglichkeit für den Einsatz einer Luft-Wärmepumpe finden.

Ob sie für das konkrete Haus technisch und wirtschaftlich die sinnvollste Lösung ist, bleibt eine individuelle Frage.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis


5. Bis zu 81 GWh: großes Potenzial für Wärmenetze

Noch interessanter wird die Präsentation beim Thema Wärmenetze.

HIC untersucht dafür die sogenannte Wärmeliniendichte. Sie beschreibt vereinfacht, wie viel Wärmebedarf entlang eines bestimmten Leitungsabschnitts vorhanden ist.

Je mehr Wärme auf möglichst kurzer Leitungslänge abgenommen werden kann, desto eher kann ein Wärmenetz wirtschaftlich interessant werden.

HIC setzt als Orientierungswert eine Wärmeliniendichte von mindestens 2 MWh je Meter und Jahr an.

Die Untersuchung kommt dabei auf folgende Größenordnungen:

  • Gebiete mit einer Wärmeliniendichte zwischen 2 und 4 MWh/m*a: rund 50 GWh Wärmebedarf pro Jahr
  • Gebiete mit mehr als 4 MWh/m*a: rund 31 GWh Wärmebedarf pro Jahr

Zusammen sind das rund 81 GWh pro Jahr.

Wichtig ist allerdings: HIC bezeichnet dies ausdrücklich als obere Potenzialgrenze. Die 81 GWh sind nicht gleichbedeutend mit einem geplanten Wärmenetz dieser Größe.

Entscheidend ist die Anschlussquote.

Wenn in einer Straße theoretisch 100 Gebäude angeschlossen werden könnten, tatsächlich aber nur 20 Eigentümer mitmachen, verändert sich die Wirtschaftlichkeit eines Netzes erheblich.

Die Karte zeigt die interessantesten Gebiete erwartungsgemäß vor allem in dichter bebauten zentralen Bereichen Quickborns.

Die Größenordnung ist trotzdem bemerkenswert: Das heute ausgewiesene Wärmenetz kommt laut Bestandsanalyse auf rund 10 GWh jährlich. Das von HIC identifizierte theoretische Wärmenetzpotenzial entspricht damit mehr als dem Achtfachen dieses derzeitigen Wärmenetzverbrauchs.

Das bedeutet nicht, dass das bestehende Netz um den Faktor acht erweitert wird. Es zeigt aber, dass Wärmenetze in der weiteren Quickborner Planung keineswegs nur eine kleine Nebenrolle spielen.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis


6. Das bestehende Fernwärmenetz wird wichtig

Quickborn startet beim Thema Wärmenetz nicht bei null.

Das bestehende Fernwärmenetz liegt nach den Unterlagen vor allem im Stadtzentrum westlich der Bahnstrecke. Hinzu kommen zwei weitere Gebäudenetze.

In der Potenzialkarte wird außerdem ein separates Quartiersnetz dargestellt.

Damit wird eine der entscheidenden Fragen des nächsten Planungsschrittes sein:

Wo lässt sich das bestehende Netz wirtschaftlich erweitern – und wo wäre möglicherweise ein eigenes Quartiersnetz sinnvoller?

Gleichzeitig darf bei der Diskussion über Fernwärme ein anderer Punkt nicht vergessen werden: Ein Wärmenetz ist nicht automatisch klimaneutral.

Die Stadtwerke Quickborn weisen für ihre Fernwärme 2026 einen Anteil erneuerbarer Energien von 39 Prozent Biomethan aus. Für 2025 werden Netzverluste von 1.637,6 MWh genannt.

Wenn das Fernwärmenetz künftig deutlich größer werden sollte, muss deshalb auch beantwortet werden, wie die dafür benötigte Wärme langfristig erzeugt werden soll.

Die Frage lautet also nicht nur:

Wo können neue Fernwärmeleitungen gebaut werden?

Sondern ebenso:

Woher kommt die Wärme, die künftig durch diese Leitungen fließen soll?

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis


7. Marienhöhe, Friedlandstraße und Bungalows fallen auf

Interessant ist auch die Karte zum spezifischen Wärmebedarf der Gebäude.

HIC nutzt den spezifischen Wärmebedarf als Hinweis auf den energetischen Zustand eines Gebäudes beziehungsweise eines Gebietes.

Besonders hervorgehoben werden dabei:

  • Marienhöhe
  • Friedlandstraße
  • Bungalowsiedlungen

Dort werden vergleichsweise hohe spezifische Wärmebedarfe festgestellt.

Das heißt nicht, dass jedes einzelne Haus in diesen Bereichen energetisch schlecht ist. Die Auswertung erfolgt teilweise auf Baublockebene und auf Grundlage eines Modells.

Die Karten zeigen aber durchaus, wo energetische Sanierungsmaßnahmen oder quartiersbezogene Beratungsangebote künftig besonders interessant sein könnten.

Gerade ältere Bungalows haben häufig ein ungünstiges Verhältnis zwischen beheizter Wohnfläche und Außenfläche. Dach, Bodenplatte und Außenwände ergeben im Verhältnis zur Wohnfläche große wärmeübertragende Flächen.

Deshalb können sich energetische Verbesserungen dort besonders deutlich auf den Heizenergiebedarf auswirken.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis


8. Sanierung allein löst die Wärmewende nicht

HIC hat auch modelliert, wie stark sich der Wärmebedarf durch Gebäudesanierungen reduzieren könnte.

Angenommen wird eine jährliche Sanierungsrate von 1,5 Prozent des Gebäudebestandes. Dabei verfolgt die Modellrechnung einen sogenannten „Worst-first“-Ansatz: Gebäude mit besonders hohem spezifischem Wärmebedarf werden zuerst berücksichtigt.

Das Ergebnis ist überraschend überschaubar.

Gegenüber 2026 sinkt der modellierte Wärmebedarf:

  • bis 2030 um rund 3,6 Prozent
  • bis 2040 um rund 8,8 Prozent

Anders gesagt: Selbst bei einer kontinuierlichen Sanierung bleibt nach dieser Modellrechnung 2040 noch mehr als 90 Prozent des heutigen Wärmebedarfs bestehen.

Die eigentliche Wärmewende wird deshalb nicht allein dadurch erreicht, dass Häuser weniger Energie benötigen.

Mindestens ebenso entscheidend ist, wie diese verbleibende Wärme erzeugt wird.

Genau deshalb spielen Wärmepumpen und klimafreundlich betriebene Wärmenetze in der HIC-Untersuchung eine so große Rolle.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis


9. Bei einigen Zahlen besteht noch Klärungsbedarf

Die Präsentation liefert viele neue Daten. Einige davon werfen allerdings auch Fragen auf.

Unterschied zum Klimaschutzkonzept

HIC kommt bei der aktuellen Bestandsanalyse auf rund 192,4 GWh Wärme-Endenergie pro Jahr.

Das Quickborner Klimaschutzkonzept arbeitete für das Referenzjahr 2021 noch mit einer deutlich höheren Größenordnung. Dort entfielen rund 52 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs von etwa 525 GWh auf Wärme beziehungsweise Prozesswärme. Allein für Erdgas wurden rund 210 GWh beziehungsweise etwa 77,5 Prozent der damaligen Wärmeversorgung ausgewiesen.

HIC nennt jetzt für Erdgas noch 130,7 GWh.

Das ist ein erheblicher Unterschied.

Er muss nicht bedeuten, dass eine der beiden Berechnungen falsch ist. Möglich sind unterschiedliche Bezugsjahre, andere Datengrundlagen, Witterungseffekte oder unterschiedliche Abgrenzungen der betrachteten Sektoren. Das Klimaschutzkonzept berücksichtigt beispielsweise ausdrücklich auch Prozesswärme.

Gerade weil die weitere Planung auf diesen Zahlen aufbaut, wäre eine nachvollziehbare Erläuterung der unterschiedlichen Datengrundlagen sinnvoll.

165 MWh oder 165 GWh?

Auch auf der Wärmepumpenfolie fällt eine Einheit auf.

Dort heißt es:

„Gut bis sehr gut geeignet: 165 MWh“
„Wahrscheinlich geeignet: 10 MWh“

Die Potenzialgrafik der vorhergehenden Folien arbeitet dagegen mit Größenordnungen im Bereich von rund 175 GWh für dezentrale Umgebungsluft.

165 MWh plus 10 MWh wären lediglich 0,175 GWh und damit um den Faktor 1.000 kleiner.

Es spricht deshalb viel dafür, dass auf dieser Folie nicht MWh, sondern GWh gemeint sind.

Für die grundsätzliche Aussage der Analyse verändert dieser mutmaßliche Einheitenfehler wenig. In einer technischen Unterlage, die Grundlage weiterer Entscheidungen werden soll, sollte er aber korrigiert beziehungsweise erläutert werden.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis


10. Was bedeutet das jetzt für Hauseigentümer?

Für Immobilieneigentümer ist die wichtigste Botschaft zunächst beruhigend:

Der kommunale Wärmeplan zwingt niemanden dazu, eine funktionierende Heizung auszutauschen.

Er entscheidet auch nicht individuell darüber, welche Heizung in einem bestimmten Haus eingebaut werden muss.

Der Wärmeplan soll vielmehr Orientierung geben.

Für einen Eigentümer, dessen Heizung noch viele Jahre zuverlässig funktioniert, besteht deshalb aufgrund der kommunalen Wärmeplanung kein unmittelbarer Handlungsdruck.

Wer dagegen in absehbarer Zeit eine neue Heizungsanlage benötigt, sollte genauer hinschauen.

Besonders interessant wird der fertige Wärmeplan für Eigentümer in dichter bebauten Bereichen und in der Nähe bestehender oder möglicher Wärmenetze. Dort kann es sinnvoll sein, vor einer langfristigen Investition zu prüfen, ob für das eigene Quartier eine realistische Wärmenetzperspektive besteht.

Umgekehrt zeigt die bisherige Untersuchung bereits deutlich, dass die Wärmepumpe für weite Teile Quickborns grundsätzlich eine wichtige Option sein dürfte.

Wer eine konkrete Investition plant, sollte trotzdem nicht allein auf eine farbige Karte im kommunalen Wärmeplan schauen.

Wichtig bleiben unter anderem:

  • der tatsächliche Wärmebedarf des Hauses
  • die erforderliche Vorlauftemperatur
  • der Zustand von Dach, Fenstern und Außenwänden
  • die vorhandenen Heizflächen
  • die elektrische Anschlussleistung
  • die Investitionskosten
  • mögliche Förderungen
  • und die langfristigen Betriebskosten

Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein empfiehlt deshalb ebenfalls, größere Investitionen sorgfältig vorzubereiten und unabhängige Beratung zu nutzen.

Auch das Thema Gas bleibt vorerst relevant. Quickborn Aktuell hatte bereits bei den Stadtwerken nachgefragt. Mit Q-Gas Bio 15 existiert derzeit ein Tarif mit 15 Prozent bilanziell zugeordnetem Biomethan.

Unseren Beitrag dazu findet Ihr hier:

Stadtwerke Quickborn: Q-Gas Bio 15 setzt auf bilanzielles Biomethan

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis


11. Wärmeplan soll bis Februar 2027 fertig sein

Nach der aktuellen HIC-Präsentation soll die kommunale Wärmeplanung bis Februar 2027 abgeschlossen sein.

Die Stadt hat angekündigt, den Entwurf anschließend noch einmal vier Wochen öffentlich auszulegen. Bürgerinnen und Bürger sollen dann zu den konkreten Maßnahmenvorschlägen Stellung nehmen können. Danach soll der Wärmeplan beschlossen werden.

Der Zeitplan hat sich damit gegenüber früheren Ankündigungen verändert.

Bereits am 1. November 2023 hatten Stadt und Stadtwerke im Artur-Grenz-Saal öffentlich über die kommunale Wärmeplanung informiert. Damals kamen knapp 300 Menschen. Die Stadt erklärte zu diesem Zeitpunkt, die eigentliche Wärmeplanung solle im zweiten Quartal 2025 beginnen und bis Mitte 2026 abgeschlossen werden.

Inzwischen ist Februar 2027 vorgesehen.

Die gesetzliche Frist wird damit weiterhin eingehalten. Gegenüber der öffentlichen Planung von 2023 ergibt sich aber eine Verschiebung um mehrere Monate.

Bemerkenswert ist auch die Bezeichnung der Veranstaltung vom 9. September 2026 als „erste öffentliche Informationsveranstaltung“.

Eine öffentliche Veranstaltung zur kommunalen Wärmeplanung mit knapp 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern hatte es bereits 2023 gegeben. Vermutlich versteht die Stadt die Veranstaltung 2026 als erste Informationsveranstaltung innerhalb des inzwischen konkret laufenden HIC-Planungsverfahrens.

Für den Inhalt ist diese Zählweise nicht entscheidend. Für die Chronologie sollte sie trotzdem richtig eingeordnet werden.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis


12. Unser Fazit

Die kommunale Wärmeplanung ist noch nicht fertig. Trotzdem lässt die neue Präsentation erstmals recht deutlich erkennen, wohin die Reise gehen könnte.

Quickborn wird voraussichtlich keine einheitliche Wärmelösung bekommen.

In vielen Einfamilienhausgebieten spricht derzeit vieles für dezentrale Lösungen und insbesondere Wärmepumpen. In dichter bebauten Bereichen können Wärmenetze dagegen eine wichtige Rolle spielen.

Das theoretische Potenzial dafür ist erheblich.

Entscheidend wird jetzt das Zielszenario. Dann muss aus den vielen technischen Möglichkeiten eine nachvollziehbare räumliche Strategie werden:

Wo lohnt sich der Ausbau des bestehenden Fernwärmenetzes?

Wo sind eigene Quartiersnetze sinnvoll?

Wo bleibt die individuelle Wärmeversorgung die bessere Lösung?

Wie soll ein größeres Wärmenetz künftig klimafreundlich mit Wärme versorgt werden?

Und wie belastbar sind die wirtschaftlichen Annahmen dahinter?

Für Hauseigentümer wird der Wärmeplan deshalb vor allem dann wertvoll, wenn er am Ende mehr liefert als allgemeine Potenzialkarten.

Wer mehrere zehntausend Euro in eine neue Heizungsanlage investieren soll, braucht möglichst konkrete Orientierung für das eigene Wohngebiet.

Die Grundlage dafür ist inzwischen vorhanden.

Der entscheidende Teil der Arbeit beginnt aber eigentlich erst jetzt.

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis


13. Quellen und weitere Informationen

Stadt Quickborn – Kommunale Wärmeplanung
https://www.quickborn.de/waermeplanung.html

HIC Consulting – Präsentation „Kommunale Wärmeplanung Quickborn“, 9. September 2026
Veröffentlicht als Anlage auf der Internetseite der Stadt Quickborn.

Stadt Quickborn – Wärmeplanung in Quickborn: Großes Interesse am Bürgerdialog, 16. September 2026
https://www.quickborn.de/Ver%C3%B6ffentlichungen/Quickborn/Pressemitteilungen/PM%2B2026-276_2.html

Stadt Quickborn – Veranstaltung zur Wärmewende und kommunalen Wärmeplanung vom 1. November 2023
https://www.quickborn.de/Ver%C3%B6ffentlichungen/Quickborn/Pressemitteilungen/PM%2B2023-295.html

Stadt Quickborn – Integriertes Klimaschutzkonzept
Klimaschutzkonzept der Stadt Quickborn

Stadtwerke Quickborn – Fernwärme, Preise und Energiedaten 2026
https://www.stadtwerke-quickborn.de/de/Energie-Wasser/Fernwaerme/Aktuelle-Preise/

Wärmeplanungsgesetz – § 23 Wärmeplan
https://www.gesetze-im-internet.de/wpg/__23.html

Quickborn Aktuell – bisherige Informationen für Eigentümer
https://quickbornaktuell.de/kommunale-waermeplanung-in-quickborn-was-eigentuemer-jetzt-wissen-sollten/

Quickborn Aktuell – Hintergründe, Rechtslage und praktische Folgen
https://quickbornaktuell.de/kommunale-waermeplanung-in-quickborn-die-erste-informationsveranstaltung-gibt-es-jetzt-zum-zweiten-mal/

↑ Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert