Schlagwort: Comenius-Schule

  • Newsletter Nr. 8 – Schulen, Bürgerrechte, Digitalisierung und ein trockener Freizeitsee

    Liebe Leserinnen und Leser,

    seit Newsletter Nr. 7 ist noch keine Woche vergangen.

    Für Quickborn reicht das locker.

    Diesmal geht es vor allem um eine Frage: Welche Möglichkeiten lagen bei wichtigen Entscheidungen eigentlich auf dem Tisch – und welche davon waren öffentlich bekannt?

    Das betrifft besonders die Schulen. Die Stadt hat den Kauf eines bestehenden Schulgebäudes konkret geprüft. Gleichzeitig ist der Neubau der Goethe-Schule beschlossen. Unser Kommentar dazu fällt bewusst nicht euphorisch aus.

    Dazu kommen Bürgerrechte in Ausschusssitzungen, Digitalisierung und KI im Rathaus, die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge und einige erfreulichere Themen.

    Los geht’s.


    🏫 Die Stadt prüfte den Kauf eines Schulgebäudes – warum das wichtig ist

    Das ist mehr als eine kleine Randnotiz aus einer Verwaltungsakte.

    Die Stadt Quickborn hatte ein konkretes Angebot zum Kauf eines bestehenden Schulgebäudes auf dem Tisch. Die Verwaltung prüfte das Angebot und zog einen Erwerb ernsthaft in Erwägung.

    Welches Gebäude angeboten wurde, wie hoch der Kaufpreis war und für welche Schule es genutzt werden sollte, geht aus den bisher vorliegenden Unterlagen nicht hervor.

    Problematisch ist dabei nicht, dass die Stadt einen Kauf geprüft hat.

    Im Gegenteil. Genau solche Alternativen müssen geprüft werden.

    Problematisch ist etwas anderes: Während öffentlich über Sanierungen, Erweiterungen und millionenschwere Neubauten diskutiert wurde, existierte offenbar noch eine weitere mögliche Lösung.

    Aus den bislang bekannten Unterlagen ist nicht erkennbar, dass diese Variante im öffentlichen Entscheidungsprozess mit den anderen Möglichkeiten umfassend verglichen wurde.

    Gerade bei Schulprojekten mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe müssen aber alle ernsthaften Alternativen auf den Tisch.

    Dazu gehören Kaufpreis, Umbaukosten, Folgekosten, Lage, Schulweg, vorhandene Räume, pädagogische Eignung und die Frage, welche Investitionen dadurch möglicherweise entfallen wären.

    Erst dann lässt sich beurteilen, ob ein Kauf sinnvoll gewesen wäre.

    Die entscheidende Frage lautet deshalb:

    Welche Alternativen zur heutigen Schulplanung wurden tatsächlich geprüft – und wer wusste wann davon?

    Wir bleiben an dem Vorgang dran.

    Stadt Quickborn erwog Kauf eines Schulgebäudes



    🏫 Goethe-Schule: Beschlossen ist beschlossen – trotzdem bleiben Zweifel

    Der Neubau der Goethe-Schule ist politisch beschlossen.

    Mit 19 zu 8 Stimmen fiel die Entscheidung deutlich aus.

    Damit könnte man das Thema eigentlich abhaken.

    Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

    Unser Kommentar beschäftigt sich deshalb weniger mit der Frage, ob ein Neubau grundsätzlich eine gute Schule hervorbringen kann. Natürlich kann er das.

    Es geht darum, wie Quickborn zu dieser Entscheidung gekommen ist.

    Noch vor wenigen Jahren gab es andere Varianten. Ein Erweiterungsriegel an einem anderen Standort lag in einer Größenordnung von rund 19 Millionen Euro. Der Neubau an der Goethestraße bewegt sich inzwischen in einer Größenordnung von rund 30 Millionen Euro.

    Dazu kommen Fragen der Erschließung und des Schulwegs, Fördermittel, der Baugrund und ein sehr enger Zeitplan.

    Ein Neubau bietet Chancen.

    Aber eine Entscheidung wird nicht automatisch besser, nur weil sie am Ende deutlich beschlossen wurde.

    Unser Kommentar fragt deshalb, ob Quickborn bei der Suche nach der besten Lösung vielleicht zu früh auf die große Lösung gesetzt und andere Möglichkeiten aus dem Blick verloren hat.

    Hoffentlich geht das gut. Vor allem für die Kinder – und für diejenigen, die die Rechnung am Ende bezahlen.

    Kommentar: Goethe-Schule – hoffentlich geht das gut



    🗣️ Einwohnerfragestunde: Fragen stellen braucht keine persönliche Betroffenheit

    Auch diese Geschichte klingt zunächst ziemlich klein.

    Ist sie aber nicht.

    In einer Ausschusssitzung wurden Fragen von Einwohnern eingeschränkt. Dabei spielte unter anderem die Auffassung eine Rolle, Bürger müssten von einem Thema persönlich betroffen sein.

    Inzwischen hat die Stadt selbst im Protokoll einer Ratsversammlung die Rechtslage klargestellt.

    Für die Einwohnerfragestunde ist keine besondere persönliche Betroffenheit erforderlich.

    Einwohner dürfen Fragen stellen und zu Beratungsgegenständen Vorschläge und Anregungen vorbringen.

    Eine persönliche Betroffenheit spielt erst bei einer förmlichen Anhörung eine andere Rolle.

    Damit ist die Rechtslage deutlich klarer als die damalige Sitzungsführung.

    Warum die Fragen seinerzeit trotzdem eingeschränkt wurden, bleibt offen.

    Bürgerbeteiligung ist kein Störfaktor einer Ausschusssitzung. Sie gehört zum Verfahren.

    Einwohnerfragestunde in Quickborn: Erst eingeschränkt, später anders erklärt



    💻 Digitalisierung und KI: Gute Richtung – jetzt fehlen die Zahlen

    Quickborn will digitaler werden.

    Die neue Strategie der Stadt verbindet erstmals Digitalisierung, Organisation, Automatisierung und Künstliche Intelligenz deutlich miteinander.

    Das ist richtig.

    Digitale Anträge, weniger Medienbrüche, automatisierte Abläufe und KI können Verwaltungsarbeit erheblich vereinfachen.

    Aber Digitalisierung ist kein Selbstzweck.

    Wenn ein Vorgang nachher schneller bearbeitet wird, muss irgendwann auch messbar sein, wie viele Arbeitsstunden und Kosten tatsächlich eingespart werden.

    Genau diese Zahlen fehlen bislang.

    Es gibt noch keinen belastbaren Kostenrahmen, keine konkreten Einsparziele und keinen klaren Zeitplan, wann sich die Investitionen wirtschaftlich bemerkbar machen sollen.

    Gerade KI eröffnet inzwischen große Möglichkeiten bei wiederkehrender Verwaltungsarbeit: Texte vorbereiten, Unterlagen zusammenfassen, Dokumente sortieren, Informationen suchen oder Standardvorgänge bearbeiten.

    Das kann Verwaltung schneller und bürgerfreundlicher machen.

    Langfristig muss es aber auch Auswirkungen auf den Personalbedarf haben.

    Ein Online-Formular allein ist noch keine Digitalisierung.

    Die spannende Frage lautet deshalb nicht, wie viele Digitalprojekte Quickborn beginnt.

    Sondern: Was wird danach tatsächlich schneller, einfacher und günstiger?

    Digitalisierung in Quickborn: Gute Ansätze – aber Zahlen, Kosten und Einsparziele fehlen



    🚧 Straßenausbaubeiträge fallen weg – die Rechnung bleibt

    Für Grundstückseigentümer ist die Entscheidung zunächst eine gute Nachricht.

    Quickborn schafft die Straßenausbaubeiträge ab.

    Wer künftig an einer Straße wohnt, die grundlegend erneuert wird, soll nicht mehr mit teilweise erheblichen Beiträgen belastet werden.

    Das kann man politisch so entscheiden.

    Nur verschwindet dadurch kein einziger Euro der Kosten.

    Straßen müssen weiterhin geplant, gebaut und bezahlt werden.

    Künftig trägt diese Kosten stärker der allgemeine städtische Haushalt – und damit letztlich die Gesamtheit der Steuerzahler.

    Bei einem annähernd ausgeglichenen Haushalt wäre das vor allem eine politische Entscheidung darüber, wie Kosten verteilt werden.

    Quickborn hat allerdings keinen annähernd ausgeglichenen Haushalt.

    Die eigentliche Herausforderung lautet deshalb nicht, Geld auszugeben.

    Die Herausforderung lautet, genug Geld für all die beschlossenen Ausgaben einzunehmen.

    Und genau darüber wird in Quickborn erstaunlich wenig gesprochen.


    📚 Comenius-Schule: Lernen und Verantwortung verbinden

    Zwischendurch ausdrücklich etwas Positives.

    Die Comenius-Schule ist jetzt LdE-Netzwerkschule.

    LdE steht für „Lernen durch Engagement“.

    Die Klasse 8f hat mit ihrem Projekt „Read & Share“ gezeigt, wie das funktionieren kann.

    Die Schülerinnen und Schüler haben nicht einfach nur im Unterricht über Leseförderung gesprochen. Sie haben selbst Projekte entwickelt und umgesetzt.

    Dazu gehörten Vorlesen im Kindergarten, ein „Buch der Woche“, ein Büchertauschregal und ein Buchclub.

    Das Projekt verbindet Unterricht mit Verantwortung für andere.

    Schülerinnen und Schüler lernen zu planen, Entscheidungen zu treffen, Schwierigkeiten zu lösen und etwas für ihre Gemeinschaft zu tun.

    Eine schöne Auszeichnung für eine ziemlich gute Idee.

    Comenius-Schule wird LdE-Netzwerkschule – Lesen, lernen und Verantwortung übernehmen



    🌡️💧 Warmer September – und das Niederschlagsdefizit ist noch nicht aufgeholt

    Quickborn hat im September einen ungewöhnlichen Wetterwert geliefert.

    Am 7. September wurden 26,7 Grad gemessen.

    Damit stellte Quickborn den höchsten Septemberwert 2026 in Schleswig-Holstein.

    Meteorologisch war das übrigens ein Sommertag – ein „heißer Tag“ beginnt offiziell erst bei 30 Grad.

    Gleichzeitig zeigt der Quickborner Freizeitsee, dass der Wasserhaushalt des Jahres weiterhin angespannt ist.

    Der See hatte Ende September einen ungewöhnlich niedrigen Wasserstand.

    Das wirkt zunächst erstaunlich, denn der September war ausgesprochen nass.

    Die Erklärung liegt im ganzen Jahr.

    Bis zum 27. September wurden in Quickborn rund 533 Liter Niederschlag je Quadratmeter gemessen. Das waren nur etwa 88 Prozent der für diesen Zeitraum üblichen Niederschlagsmenge.

    Der kräftige Septemberregen hat also einen Teil aufgeholt.

    Das Defizit der trockeneren Vormonate konnte er noch nicht vollständig ausgleichen.

    Der Freizeitsee macht damit ziemlich anschaulich sichtbar, was Wetterstatistiken sonst nur in Zahlen ausdrücken.

    Quickborn war im September heißester Ort Schleswig-Holsteins


    Freizeitsee mit ungewöhnlich niedrigem Wasserstand – warum der viele Septemberregen nicht reicht



    🍂 Herbstferien: Programmieren, tüfteln und ein bisschen schlauer zurückkommen

    Die Herbstferien stehen vor der Tür.

    Vom 12. bis 24. Oktober haben die Quickborner Schülerinnen und Schüler frei.

    Die Stadtbücherei nutzt einen Teil dieser Zeit für die Code Week.

    Am 16. Oktober können Kinder mit LEGO Education Spike bauen und programmieren.

    Am 17. Oktober öffnet ein Roboter-Labor mit BeeBot, Ozobot und Robo Wunderkind.

    Am 19. Oktober geht es mit Scratch Junior um eigene Geschichten und Minispiele. Für ältere Kinder gibt es außerdem einen Workshop zum digitalen Zeichnen.

    Weitere Angebote folgen während der Code Week.

    Also durchaus eine Möglichkeit, in den Ferien einmal nicht nur auf ein Display zu schauen – sondern herauszufinden, warum auf dem Display eigentlich etwas passiert.

    Code Week in Quickborn: Spielerisch programmieren, tüfteln und Technik verstehen


    Weitere Veranstaltungen von VHS und Stadtbücherei:

    Quickborn kompakt: Das ist in den kommenden Wochen bei VHS und Stadtbücherei los



    ✍️ Carla Quickborn: Diesmal alles XXL

    Natürlich war auch Carla wieder unterwegs.

    Ihre Woche stand diesmal unter dem Motto „Quickborn XXL“.

    26,7 Grad im September. Große Schulprojekte. Schwere Millionen. Ein neuer Fachbereichsleiter mit einer ziemlich großen Aktentasche.

    Und zum Schluss fährt bei der Quickborner Speeldeel auch noch „kein Zug nach Irgendwo“.

    Carla findet deshalb:

    Mehr Quickborn bekommt man in eine Woche kaum hinein.

    Nur bei einer Sache bleibt sie optimistisch:

    Wenn schon kein Zug nach Irgendwo fährt, sollte wenigstens bei der Speeldeel der Vorhang pünktlich aufgehen.

    🚂🦉

    Carla Quickborn: Quickborn XXL – ganz cool bleiben, schwere Euros und ein Zug nach Irgendwo



    📌 Kurz gesagt

    Diese Woche zeigt ziemlich gut, warum es sich lohnt, bei kommunalen Entscheidungen genauer hinzusehen.

    Ein Schulgebäude wurde als Kaufoption geprüft, ohne dass diese Möglichkeit bislang erkennbar Teil der großen öffentlichen Schuldiskussion war.

    Bei der Goethe-Schule ist die Entscheidung gefallen – die offenen Fragen verschwinden dadurch nicht.

    Bei Einwohnerfragen musste die Stadt später selbst klarstellen, dass Bürger mehr dürfen, als ihnen zunächst zugestanden wurde.

    Und bei Digitalisierung und Straßenausbaubeiträgen zeigt sich wieder das gleiche Grundproblem:

    Gute Ideen brauchen irgendwann auch eine belastbare Rechnung.

    Zum Glück besteht Quickborn aber nicht nur aus Rechnungen.

    Es gibt engagierte Schülerinnen und Schüler, Ferienangebote, Roboter, Bücher – und Carla.

    So lässt sich das Wochenende doch ganz gut beginnen.


    Impressum

    Quickborn Aktuell
    Herausgeber und Redaktion: Thomas Köppl
    Jahnstraße 72
    25451 Quickborn

    E-Mail:

    redaktion@quickbornaktuell.de

    Internet:

    Willkommen bei Quickborn Aktuell


    Verantwortlich für die journalistisch-redaktionellen Inhalte:
    Thomas Köppl