Himmelmoor: Fördermillionen locken – doch wer zahlt am Ende?
Quickborn will rund 1,2 Millionen Euro in das Himmelmoor investieren. Das Waagehaus soll zum Besucherzentrum werden, die historische Nissenhütte eine moderne Ausstellung erhalten. Die Fördergelder locken. Doch die Verkehrsprobleme sind ungelöst, der städtische Haushalt ist tief im Minus. Und selbst die Verwaltung räumt ein: Das Himmelmoor ist bereits am Limit.
Das Himmelmoor ist längst ein Besuchermagnet. Die historische Torfbahn, die alten Gebäude und die besondere Moorlandschaft ziehen Menschen aus der gesamten Region an. Bei Veranstaltungen sind die Parkplätze regelmäßig knapp. Eine vernünftige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr fehlt.
Schon heute wird in Quickborn die Frage gestellt, ob der Tourismus im Himmelmoor nicht langsam seine Grenzen erreicht hat.
Ausgerechnet die Stadtverwaltung bestätigt diese Sorge. In ihrer Beschlussvorlage zur Nissenhütte heißt es, man wolle ausdrücklich keine zusätzlichen Besucher gewinnen, weil das Gebiet und die Vereine bereits am Limit seien. Wenige Seiten später erwartet dieselbe Verwaltung allerdings steigende Besucherzahlen und zusätzliche wirtschaftliche Impulse.
Waagehaus sinnvoll – Nissenhütte fragwürdig?
Für den Ausbau des Waagehauses sind rund 500.000 Euro vorgesehen. Das Gebäude soll Besucher empfangen, informieren und die Angebote im Himmelmoor besser miteinander verbinden. Ein nachvollziehbares Vorhaben, das auch der Besucherlenkung dient. Die beantragte Förderung von knapp 400.000 Euro hat bereits die erste Auswahlhürde genommen.
Bei der Nissenhütte sieht es anders aus. Rund 700.000 Euro sollen in ihre Restaurierung und touristische Aufwertung fließen. Geplant sind unter anderem Touchscreens, digitale Projektionen und Klanginstallationen.
Die historische Nissenhütte zu erhalten, steht außer Frage. Aber muss aus jedem alten Gebäude gleich eine moderne Erlebniswelt werden? Gerade der ursprüngliche Charakter, die Gebrauchsspuren und die Geschichte dieser Gebäude machen den besonderen Reiz des Himmelmoores aus. Nicht jede technische Spielerei macht ein Denkmal interessanter.
Hinzu kommt ein merkwürdiger Zeitplan: Die Stadt stellt erst für 2027 Planungskosten zur Erreichung der Leistungsphase 3 bereit. Diese Planung muss für den Förderantrag aber bereits am 30. November 2026 fertig sein. Wie das funktionieren soll, bleibt offen.
Fördergeld ist nicht kostenlos
Für beide Projekte rechnet Quickborn mit insgesamt fast 960.000 Euro Zuschüssen. Bei vollständiger Bewilligung blieben rund 240.000 Euro Eigenanteil. Dazu kommen Zinsen, Betrieb, Unterhaltung und irgendwann die Erneuerung der technischen Ausstattung.
Und das bei einem Stadthaushalt, der schon heute erhebliche Defizite aufweist.
Vor allem aber fehlt eine überzeugende Antwort auf die Verkehrsfrage. Zusätzliche Attraktionen schaffen zusätzliche Besuchsanreize. Wo die Menschen parken und wie das empfindliche Moor vor einer Überlastung geschützt werden soll, ist weiterhin ungeklärt.
Nicht jeder Fördertopf muss ausgeschöpft werden
Manchmal erinnert kommunale Förderpolitik an ein Kind im Süßwarenladen: Jeder Lolli sieht verlockend aus, also muss man ihn unbedingt haben. Über die Bauchschmerzen wundert man sich erst hinterher.
Für Quickborn heißt das: Nur weil Land oder EU 80 Prozent einer Investition übernehmen könnten, muss die Stadt nicht automatisch die restlichen 20 Prozent ausgeben – und sich die Folgekosten für viele Jahre ans Bein binden.
Der Erhalt der historischen Gebäude ist unbestritten. Auch das Waagehaus als zentraler Anlaufpunkt hat seinen Sinn. Bei der geplanten Erlebniswelt in der Nissenhütte darf man dagegen fragen, ob weniger nicht mehr wäre.
Fördermittel ersetzen keine klugen Entscheidungen. Schon gar nicht, wenn das Geld knapp ist, die Verkehrsprobleme ungelöst sind und die Natur längst an ihre Belastungsgrenzen stößt.
Quellen
Stadt Quickborn: Beschlussvorlage VO/2026/Q/1139 – Nissenhütte im Himmelmoor, 9. Oktober 2026.
Stadt Quickborn: Zweiter Haushaltsentwurf 2027, VO/2026/Q/82-01.
Die Sachkosten der Stadt Quickborn haben sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdoppelt. 2022 waren es 9,2 Millionen Euro, für 2027 sind 18,3 Millionen Euro eingeplant. Offenbar fällt es leichter, Geld auszugeben, als Ausgaben wieder zu reduzieren.
Quickborn Aktuell hat den Jahresabschluss 2022 mit dem zweiten Haushaltsentwurf 2027 verglichen. Selbst unter Berücksichtigung der Preissteigerungen liegt der neue Ansatz um rund 7,6 Millionen Euro höher.
Darin enthalten sind 1,8 Millionen Euro für den einmaligen Abriss der Goethe-Schule. Auch ohne diese Kosten bleibt eine Differenz von rund 5,8 Millionen Euro gegenüber dem inflationsbereinigten Aufwand von 2022.
Wo ist dieses Geld geblieben? Was bekommt die Stadt dafür zusätzlich?
In der Verwaltung verdreifacht, bei den Straßen auch
Einige Beispiele aus den Haushaltsunterlagen:
Bereich
2022
Plan 2027
Innere Verwaltung
288.000 €
858.000 €
Gemeindestraßen
583.000 €
1.756.000 €
Freibad
259.000 €
527.000 €
Kulturpflege
90.000 €
181.000 €
Es geht ausschließlich um Sach- und Dienstleistungen. Personalaufwendungen kommen hinzu.
Allein für Fortbildung stehen 147.200 Euro im Haushalt 2027. Hinzu kommen Mittel für externe Beratung. Bei den Gemeindestraßen wurden die Unterhaltungsansätze im zweiten Haushaltsentwurf immerhin um 200.000 Euro gekürzt.
Dass Straßen, Gebäude und Einrichtungen Geld kosten, ist keine neue Erkenntnis. Die Frage ist, warum die Ausgaben so viel schneller steigen als die allgemeinen Preise.
Goethe-Schule: Was wird eigentlich eingespart?
Für den Abriss der Goethe-Schule sind 1,8 Millionen Euro vorgesehen. Diese einmalige Belastung erklärt einen Teil des Anstiegs.
Hinzu kommen 550.000 Euro Miete und 120.000 Euro Bewirtschaftung für den Interimsstandort.
Das sind laufende Kosten für den Schulbetrieb während der Bauzeit, keine Herstellungskosten des neuen Schulgebäudes.
Aber wenn die Schule vollständig auszieht, müssten doch wenigstens die bisherigen Kosten für Heizung, Reinigung und Betrieb am alten Standort weitgehend entfallen.
Wo sind diese Einsparungen berücksichtigt?
352.000 Euro weniger. Reicht das?
Im zweiten Haushaltsentwurf hat die Verwaltung die Sachkosten gegenüber der ersten Fassung um 352.000 Euro reduziert.
Das ist immerhin ein Anfang. Bei 18,3 Millionen Euro Sachaufwendungen und einem geplanten Gesamtdefizit von 16,5 Millionen Euro bleibt es allerdings bescheiden.
Die Verwaltung verweist darauf, dass sie die Mittelanforderungen bereits kritisch geprüft habe. Trotzdem wachsen die Ausgaben weiter.
Vielleicht müsste man weniger darüber reden, warum alles teurer geworden ist, und mehr darüber, weshalb einmal erhöhte Ausgabenansätze nicht wieder zurückgeführt werden.
Personal, Sachkosten, externe Dienstleistungen und die Organisation der Verwaltung gehören dabei zusammen. Wer Arbeit anders organisiert, kann möglicherweise Personal sparen. Wer Leistungen auslagert, muss dafür an anderer Stelle bezahlen.
Politik und Verwaltungsführung müssen die Zügel wieder aufnehmen
Eine Verwaltung kann leicht ins Galoppieren geraten. Nicht aus Bösartigkeit oder Verschwendungssucht. Im Gegenteil: Die Beschäftigten stehen hinter ihren Aufgaben und wollen sie möglichst gut erfüllen. Das ist ihnen nicht vorzuwerfen.
Nur: Das Bestmögliche kann sich keine Stadt auf Dauer leisten.
Jeder Fachbereich hat gute Gründe für seine Wünsche. Hier eine bessere Ausstattung, dort zusätzliche Leistungen, mehr Personal oder höhere Standards. Für sich betrachtet mag vieles sinnvoll sein. Zusammengerechnet wird es unbezahlbar.
Genau deshalb gibt es politische Verantwortung und Verwaltungsführung. Sie müssen Prioritäten setzen, Grenzen ziehen und auch einmal Nein sagen.
Am 3. November berät der Finanzausschuss erneut über den Haushalt 2027.
Was 2022 noch mit 9,2 Millionen Euro möglich war, soll 2027 rund 18,3 Millionen Euro kosten. Diesen Anstieg kann man nicht allein mit Inflation erklären.
Politik und Verwaltungsführung müssen die Zügel wieder in die Hand nehmen. Sonst galoppiert der Haushalt weiter davon – und die Rechnung bezahlen am Ende die Bürger und die kommenden Generationen.
Quellen und Berechnungsgrundlagen
Stadt Quickborn: Jahresabschluss 2022, Anlage 3, Gesamtrechnung lang, Kontengruppe 52 – Sach- und Dienstleistungen.
Stadt Quickborn: Zweiter Haushaltsentwurf 2027, Beschlussvorlage VO/2026/Q/82-01 vom 22. Oktober 2026, einschließlich Ergebnisplan und Veränderungsübersicht.
Statistisches Bundesamt: Verbraucherpreisindex 2023 bis 2025.
Bundesregierung: Herbstprojektion vom 8. Oktober 2026 für die Jahre 2026 und 2027.
Die Einnahmen der Stadt Quickborn sind seit 2024 gestiegen. Trotzdem wächst das Haushaltsdefizit dramatisch. Der Grund liegt vor allem auf der Ausgabenseite: Während die Erträge um gut fünf Prozent zulegen, steigen die Aufwendungen um mehr als 21 Prozent. Die allgemeine Preissteigerung erklärt diese Entwicklung nicht. Eine Analyse des Haushaltsentwurfs 2027 zeigt, wie groß die finanzielle Schieflage inzwischen ist – und welche Antworten die Stadt noch schuldig bleibt.
Quickborn Aktuell | Haushaltsanalyse | Stand: 18. Oktober 2026
Aus 1,3 Millionen Euro Defizit werden 15,2 Millionen
Der Jahresabschluss 2024 ist der Ausgangspunkt unserer Betrachtung. Damals erzielte Quickborn Erträge von 84,72 Millionen Euro. Dem standen Aufwendungen von 85,99 Millionen Euro gegenüber. Das Jahr endete mit einem Fehlbetrag von 1,27 Millionen Euro.
Drei Jahre später sieht die Planung völlig anders aus.
Für 2027 rechnet die Stadt mit Erträgen von 89,06 Millionen Euro und Aufwendungen von 104,30 Millionen Euro. Das ergibt ein geplantes Defizit von 15,24 Millionen Euro.
Haushaltskennzahl
2024 Ist
2027 Plan
Veränderung
Gesamterträge
84,72 Mio. €
89,06 Mio. €
+5,1 %
Gesamtaufwendungen
85,99 Mio. €
104,30 Mio. €
+21,3 %
Jahresfehlbetrag
1,27 Mio. €
15,24 Mio. €
+13,97 Mio. €
Die Aufwendungen steigen damit prozentual mehr als viermal so schnell wie die Erträge.
Natürlich gibt es auch auf der Einnahmenseite Schwankungen. 2025 erzielte Quickborn sogar 91,02 Millionen Euro und damit mehr als für 2027 geplant. Die Einnahmen bleiben also keineswegs jedes Jahr gleich hoch.
Trotzdem ist die Entwicklung eindeutig: Gegenüber 2024 stehen für 2027 gut 4,3 Millionen Euro zusätzliche Erträge im Haushalt. Gleichzeitig wachsen die Aufwendungen um 18,3 Millionen Euro.
Die Verschlechterung des Haushalts lässt sich deshalb nicht mit einem allgemeinen Einbruch der Einnahmen erklären.
Alles wird teurer. Das gilt für private Haushalte ebenso wie für Städte und Gemeinden. Doch wie groß ist der Einfluss der Inflation tatsächlich?
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024 um 2,2 Prozent. Im September 2026 betrug die Inflationsrate gegenüber dem Vorjahresmonat 3,3 Prozent. Vor allem gestiegene Energiepreise trieben sie zuletzt nach oben.
Das sind erhebliche Belastungen. Aber sie stehen in keinem direkten Verhältnis zu einem Anstieg der städtischen Aufwendungen um 21,3 Prozent zwischen dem Jahresabschluss 2024 und dem Haushaltsansatz 2027.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass kommunale Kosten nicht dem allgemeinen Verbraucherpreisindex folgen. Tarifabschlüsse, Bauleistungen, Sozialausgaben und gesetzliche Standards können sich anders entwickeln.
Gerade deshalb müsste die Stadt erklären, welcher Teil ihrer Mehraufwendungen tatsächlich auf Preissteigerungen zurückgeht – und welcher auf zusätzliche Leistungen, höhere Standards, neue Investitionen oder eigene Entscheidungen.
Eine solche Gesamtbetrachtung enthält der erste Haushaltsentwurf 2027 nicht.
Die Haushaltszahlen zeigen, welche Ausgabenbereiche besonders stark wachsen.
Aufwandsart
2024 Ist
2027 Plan
Zunahme
Personal
22,20 Mio. €
25,99 Mio. €
+3,80 Mio. €
Sach- und Dienstleistungen
13,65 Mio. €
18,69 Mio. €
+5,04 Mio. €
Transferaufwendungen
34,82 Mio. €
39,77 Mio. €
+4,94 Mio. €
Sonstige Aufwendungen
6,54 Mio. €
8,23 Mio. €
+1,70 Mio. €
Abschreibungen
5,83 Mio. €
7,49 Mio. €
+1,65 Mio. €
Zinsen und Finanzaufwendungen
1,28 Mio. €
2,61 Mio. €
+1,33 Mio. €
Hinzu kommen Versorgungsaufwendungen, die im Vergleichszeitraum um rund 156.000 Euro sinken.
Die größten Veränderungen liegen damit bei den Sach- und Dienstleistungen, den Transferleistungen und dem Personal.
Allein diese drei Bereiche verursachen zusätzliche jährliche Aufwendungen von zusammen rund 13,8 Millionen Euro.
Das sind nicht ausschließlich neue Ausgaben. Ein Teil entfällt auf allgemeine Kostensteigerungen, ein anderer auf veränderte Aufgaben und höhere Ansätze. Bei der Goethe-Schule kommen beispielsweise außergewöhnliche Ausgaben für Abriss und Zwischenunterbringung hinzu.
Diese Unterscheidung ist wichtig. Einmalige Aufwendungen belasten den Haushalt anders als dauerhaft steigende Personalkosten, Betriebsausgaben oder Zuschüsse.
Umso wichtiger wäre eine klare Darstellung, welche Kosten nach Abschluss einzelner Maßnahmen wieder entfallen und welche dauerhaft bestehen bleiben.
Einzelne Begründungen ersetzen keine Haushaltsanalyse
Die Verwaltung erläutert in ihrer Haushaltsvorlage zahlreiche Veränderungen. Sie nennt unter anderem Tarif- und Besoldungsanpassungen, höhere Kita-Zuschüsse, zusätzliche Kosten für Schulprojekte sowie steigende Zinsbelastungen.
Bei den Zuschüssen an freie Kita-Träger verweist sie beispielsweise auf deren Wirtschaftspläne. Bei anderen Konten werden Ansätze an frühere Jahresergebnisse oder den bisherigen Haushaltsverlauf angepasst.
Das erklärt, wie einzelne Beträge zustande kommen sollen. Es beantwortet aber noch nicht die entscheidenden Fragen.
Warum steigen die Kosten einer bestimmten Leistung deutlich stärker als die allgemeinen Preise? Haben sich die Fallzahlen, die betreuten Personen oder die tatsächlich erbrachten Leistungen verändert? Welche Ausgaben entstehen durch neue gesetzliche Verpflichtungen? Welche Alternativen wurden geprüft?
Und vor allem: Wo wird gegengesteuert, wenn die finanziellen Möglichkeiten der Stadt nicht mehr ausreichen?
Im ersten Haushaltsentwurf finden sich durchaus einzelne Kürzungen. Der Hauptausschuss hat beispielsweise die jährlichen Zuschüsse an Vereine und Verbände auf 300.000 Euro begrenzt. Auch bei der Tiefbauunterhaltung sind gegenüber der Planung 2026 geringere Ansätze vorgesehen.
Doch diesen Einzelmaßnahmen steht ein Gesamthaushalt gegenüber, dessen jährlicher Fehlbetrag auf mehr als 15 Millionen Euro anwächst.
Ein beziffertes Konsolidierungsprogramm, das diese Lücke schließen soll, ist aus der Vorlage nicht ersichtlich.
Der Haushalt ist auch ohne neue Investitionen nicht ausgeglichen
Besonders deutlich wird die Lage beim Blick auf den Finanzplan.
Dort werden nur tatsächliche Ein- und Auszahlungen berücksichtigt. Buchhalterische Aufwendungen wie Abschreibungen bleiben außen vor.
Für 2027 erwartet die Stadt aus ihrer laufenden Verwaltungstätigkeit Einzahlungen von 85,42 Millionen Euro. Gleichzeitig plant sie Auszahlungen von 94,65 Millionen Euro.
Damit fehlen bereits im laufenden Zahlungsverkehr 9,22 Millionen Euro.
Das ist der entscheidende Befund: Quickborn hat nicht nur ein Problem mit bilanziellen Abschreibungen oder zukünftigen Baukosten. Schon die laufenden Zahlungen übersteigen die laufenden Einnahmen erheblich.
Hinzu kommen die Tilgungen bestehender Investitionskredite. Dafür sind 2027 weitere 3,83 Millionen Euro vorgesehen.
Wenn eine Stadt aus ihrem laufenden Geschäft weder ihre Auszahlungen noch ihre Kredittilgungen finanzieren kann, bleibt für neue Investitionen kein selbst erwirtschafteter finanzieller Spielraum.
Für die Jahre 2027 bis 2030 enthält der Haushaltsentwurf Investitionsauszahlungen von insgesamt rund 72,15 Millionen Euro.
Der Finanzierungsbedarf ist erheblich. Die Stadt plant deshalb in diesen vier Jahren neue Investitionskredite von zusammen 44,07 Millionen Euro.
Das bedeutet nicht, dass die Verschuldung um exakt diesen Betrag steigt. Bestehende Kredite werden gleichzeitig getilgt. Nach Abzug der geplanten Tilgungen wächst die Investitionsverschuldung rechnerisch dennoch um rund 29 Millionen Euro.
Die Zinsbelastung steigt ebenfalls.
2024 betrugen die Zinsen und sonstigen Finanzaufwendungen 1,28 Millionen Euro. Für 2027 sind 2,61 Millionen Euro vorgesehen, für 2030 bereits 3,42 Millionen Euro.
Immer mehr Geld wird damit für die Finanzierung früherer und neuer Kreditaufnahmen benötigt – Geld, das für andere Aufgaben nicht mehr zur Verfügung steht.
Dabei reichen die Folgekosten großer Investitionen über das Jahr 2030 hinaus.
Neue Schulen, öffentliche Gebäude, Straßen und andere Einrichtungen verursachen nach ihrer Fertigstellung weitere Aufwendungen für Unterhaltung, Reinigung, Energie, Versicherungen und Personal. Auch Abschreibungen belasten den Ergebnishaushalt über viele Jahre.
Wer eine Investition beschließt, muss deshalb nicht nur ihre Baukosten kennen. Er muss auch nachweisen können, dass die Stadt die laufenden Kosten dauerhaft tragen kann.
Bis 2030 droht der vollständige Verbrauch des Eigenkapitals
Die Stadt selbst beschreibt in der Haushaltsvorlage, welche Folgen ihre Finanzplanung hätte.
Für 2027 bis 2030 werden zusammen Fehlbeträge von rund 59,77 Millionen Euro erwartet. Einschließlich des geplanten Defizits 2026 beläuft sich die Summe auf mehr als 72 Millionen Euro.
Ende 2025 verfügte Quickborn laut Haushaltsvorlage noch über Eigenkapital von 68,71 Millionen Euro.
Daraus zieht die Verwaltung eine bemerkenswerte Schlussfolgerung: Bei Eintritt der geplanten Ergebnisse wäre das Eigenkapital der Stadt im Jahr 2030 aufgebraucht.
Das ist keine Prognose über einen unmittelbar bevorstehenden Zahlungsausfall. Es ist aber ein deutliches Warnsignal für die langfristige Entwicklung der städtischen Finanzen.
Dasselbe gilt für die Liquidität. Der bisherige Höchstbetrag für Kassenkredite soll von 15 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2026 auf 30 Millionen Euro im Jahr 2027 angehoben werden.
Die Stadt benötigt damit einen erheblich größeren finanziellen Spielraum, um ihre laufenden Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können.
Mehr staatliche Aufgaben – aber welche Kosten entstehen wirklich?
Bund und Land haben den Kommunen in den vergangenen Jahren zusätzliche Aufgaben übertragen. Der schrittweise Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab dem Schuljahr 2026/2027 ist ein konkretes Beispiel.
Solche Verpflichtungen können erhebliche Mehrkosten verursachen. Hinzu kommen bestehende gesetzliche Aufgaben, etwa in der Kinderbetreuung und im Sozialbereich.
Allerdings erhalten Kommunen für verschiedene Aufgaben auch Finanzierungsbeiträge und Zuweisungen.
Für die Beurteilung des Quickborner Haushalts reicht deshalb der allgemeine Hinweis auf zusätzliche staatliche Verpflichtungen nicht aus.
Entscheidend wäre eine Aufstellung, welche Aufgaben seit 2024 neu hinzugekommen sind, wie hoch deren Kosten ausfallen und welche Erstattungen oder Fördermittel dagegenstehen.
Erst daraus ließe sich ablesen, welcher Teil des gewachsenen Defizits auf ungedeckte staatliche Vorgaben zurückzuführen ist.
Eine solche nachvollziehbare Gesamtrechnung enthält der Haushaltsentwurf nicht.
Was jetzt fehlt: Eine Rechnung, wie Quickborn wieder aus den roten Zahlen kommt
Der erste Haushaltsentwurf 2027 ist in vielen Bereichen detailliert. Er enthält zahlreiche Produktkonten, Planwerte, Erläuterungen und langfristige Prognosen.
Was fehlt, ist eine überzeugende Verbindung zwischen der dokumentierten Kostenentwicklung und einem finanziellen Gegenkonzept.
Die Stadt müsste darlegen, welche Aufwendungen dauerhaft steigen, welche Mehrkosten nach Abschluss einzelner Projekte entfallen und wie viel Geld sich durch organisatorische Veränderungen, andere Prioritäten oder den Verzicht auf Vorhaben einsparen ließe.
Auch die städtischen Aufgaben gehören auf den Prüfstand. Nicht jede Leistung und nicht jeder bisherige Standard muss für alle Zukunft unverändert fortgeführt werden. Dabei sind gesetzliche Pflichten von freiwilligen Leistungen zu unterscheiden.
Die bisherigen Haushaltszahlen zeigen, dass sich die finanzielle Entwicklung nicht allein mit Inflation oder sinkenden Einnahmen erklären lässt.
Gleichzeitig steht Quickborn vor einem umfangreichen Investitionsprogramm, das die finanziellen Belastungen der kommenden Jahre weiter erhöhen wird.
Der Haushalt 2027 wirft deshalb eine einfache Frage auf: Wie will die Stadt ihre laufenden Ausgaben und ihre neuen Investitionen bezahlen, wenn bereits heute jedes Jahr Millionen fehlen?
Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Was fehlt, ist die Antwort, wie Quickborn seine Finanzen wieder dauerhaft ins Gleichgewicht bringen will.
Datengrundlage: Jahresabschluss 2024 der Stadt Quickborn, Haushaltsunterlagen 2026 mit dem Ist-Ergebnis 2024 sowie erster Haushaltsentwurf 2027 einschließlich Finanzplanung bis 2030. Preisentwicklung nach Angaben des Statistischen Bundesamtes. Die Werte für 2027 bis 2030 sind Planansätze, keine bereits eingetretenen Ergebnisse.
Redaktion: Quickborn Aktuell
Die Inflationswerte sind mit den Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamts vom Januar und Oktober 2026 abgeglichen.
Ein Kommentar von Thomas Köppl – Quickborn Aktuell
Liebe Quickbornerinnen und Quickborner,
es ist mal wieder Zeit für einen kurzen, prägnanten Kommentar. Zumindest aus meiner Sicht ist der jetzt kurz und prägnant. 😉
Süße Bonbons verkaufen sich besser als bittere Pillen. Das gilt offenbar auch für Verwaltung und Kommunalpolitik. Über Feste, Veranstaltungen und schöne Projekte lässt sich wunderbar sprechen. Über die eigene Haushaltsmisere dagegen deutlich weniger.
Dabei wurden die politisch Verantwortlichen nicht als Entertainment-Team gewählt, sondern um die Probleme unserer Stadt zu lösen. Für die Verwaltungsführung gilt dieselbe Verantwortung.
Die Quickborner Haushaltsmisere ist hausgemacht. Es gab keinen dramatischen Einbruch der Steuereinnahmen und keine Katastrophe. Die Einnahmen steigen sogar weiter. Trotzdem plant unsere Stadt Jahr für Jahr Millionendefizite. Das ist das Ergebnis eigener Entscheidungen und einer Prioritätensetzung, die sich weit von unseren finanziellen Möglichkeiten entfernt hat.
Bund und Land setzen finanzielle Rahmenbedingungen. Innerhalb dieser muss eine Stadt wirtschaften.
Dass dies nicht immer einfach ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Auch früher hätten wir gerne mehr in Schulen, Straßen und andere Infrastruktur investiert. Aber nicht alles war bezahlbar.
Ich erinnere mich noch gut an das Jahr 2009. Damals haben wir die Grundsteuer B um satte 51,1 Prozent erhöht, von 225 auf 340 Hebesatzpunkte. Unter anderem, um die Belastungen durch Schulneubauten und Schulsanierungen finanzieren zu können. Das war wahrlich kein Zuckerschlecken, aber eine schwierige Entscheidung mit einem klaren finanziellen Ziel.
Über viele Jahre konnte Quickborn so eine erhebliche finanzielle Substanz bewahren. 2023 erreichte das Eigenkapital mit rund 73 Millionen Euro seinen Höchststand innerhalb der vorliegenden Vergleichsjahre. Ende 2025 waren davon noch rund 68,7 Millionen Euro vorhanden. Nach der aktuellen Haushaltsplanung könnte das gesamte Eigenkapital bereits 2030 vollständig aufgebraucht sein.
Ein Vergleich macht die Dimension deutlich: Die Stadtwerke Quickborn haben seit 1928 ein Unternehmen mit zuletzt rund 24 Millionen Euro Eigenkapital aufgebaut. Die Stadt plant allein für 2026 und 2027 Defizite von insgesamt rund 27,8 Millionen Euro. Zwei unterschiedliche Rechnungen, aber ein bemerkenswerter Größenvergleich.
Das ist unser Vermögen! Über Generationen erarbeitet, erwirtschaftet und bewahrt. Und jetzt droht es innerhalb weniger Jahre verjubelt zu werden.
Für mich ist das keine Petitesse, sondern ein politischer Skandal, über den viel zu wenig gesprochen wird.
Ich könnte zahlreiche konkrete Entscheidungen und Fehlentwicklungen benennen. Das würde hier allerdings jeden Rahmen sprengen. Wer es genauer wissen möchte, findet auf unserer Homepage unter Haushalt und Finanzen zahlreiche Berichte und Analysen:
Natürlich sind Eulenfest, Weihnachtsmarkt und ein lebendiges Stadtleben wichtig. Aber die Qualität einer Stadtführung misst sich nicht an Besucherzahlen, sondern daran, wie gut Schulen, Straßen, Verwaltung und öffentliche Einrichtungen funktionieren – und ob wir uns das alles dauerhaft leisten können.
Teuer und ineffektiv kann jeder. Verantwortungsbewusst wirtschaften ist die eigentliche Kunst.
Unsere Kinder und Enkel dürfen nicht diejenigen sein, die die heute großzügig verteilten Sahnebonbons später ein Leben lang als bittere Pillen bezahlen müssen.
Quickborn braucht weniger schöne Verpackung, mehr finanzielle Vernunft und endlich eine Verwaltung und Kommunalpolitik, die ihre Prioritäten an dem ausrichten, was unsere Stadt tatsächlich bezahlen kann.
Es geht um unser Geld, unser Vermögen und die Zukunft unserer Stadt. ❤️
Quickborns nächste Millionenbaustelle, gute Nachrichten
für die Waldschule und Streit um den Haushalt
Liebe Leserinnen und Leser,
die vergangenen Tage haben wieder einmal gezeigt,
wie dicht gute und weniger gute Nachrichten in
Quickborn beieinanderliegen.
Während für die Waldschule eine wichtige Hürde
bei der Millionenförderung genommen wurde,
zeichnet sich an der Gronau die nächste
kostspielige Baustelle ab.
Die Grünen warnen angesichts der Haushaltslage
vor einer Überschuldung, und bei der Goethe-Schule
gibt es neue Erkenntnisse zur geplanten Übergangslösung.
Dazu kommen eine erstaunlich langwierige Angelegenheit
vor dem Rathaus, politische Nachrichten und natürlich
Carla Quickborn.
15. Oktober 2026
1. Gronaubrücke: Die nächste Millionenbaustelle wartet schon
Die geplante Umgehungsstraße V9 soll den Verkehr
im Bereich der Autobahn A7 neu ordnen.
Doch auf der vorgesehenen Verkehrsverbindung wartet
bereits ein Problem: die sanierungsbedürftige Brücke
über die Gronau an der Feldbehnstraße.
Eine Instandsetzung könnte nach bisherigen Angaben
rund 100.000 Euro kosten. Sollte die Brücke wegen
der künftigen Verkehrsanforderungen ersetzt werden
müssen, wäre mit einer ganz anderen Größenordnung
zu rechnen.
Ein Ersatzneubau könnte nach überschlägiger
Einschätzung rund zwei Millionen Euro kosten.
Eine amtliche Kostenberechnung liegt bislang nicht vor.
Hinzu kommt, dass die Gronau in diesem Bereich
zu einem europäischen FFH-Schutzgebiet gehört.
Ein Brückenneubau müsste deshalb auch naturschutz-
und wasserrechtliche Anforderungen erfüllen.
Welche zusätzlichen Kosten dadurch entstehen könnten,
ist noch offen.
Die Verkehrsuntersuchung für die V9 soll erst 2027
Ergebnisse liefern. Ob die vorhandene Brücke den
künftig vorgesehenen Verkehr aufnehmen kann,
ist daher noch nicht abschließend geklärt.
Die eigentliche Kostenfrage:
Was nützt eine neue Umgehungsstraße, wenn ihre
anschließende Verkehrsinfrastruktur anschließend
ebenfalls für Millionenbeträge erneuert werden muss?
2. Waldschule: Gute Nachrichten bei 4,92 Millionen Euro Förderung
Für die Waldschule gibt es erfreuliche Nachrichten.
Die Stadt Quickborn hat für den Ausbau der
Ganztagsbetreuung rund 4,92 Millionen Euro
Fördermittel beantragt.
Eine zentrale Berechnungsgrundlage hat die erste
Prüfung durch die Investitionsbank Schleswig-Holstein
(IB.SH) bestanden.
Die Stadt hat 20,8 Prozent der gesamten Baukosten
dem Offenen Ganztag zugeordnet.
Maßgeblich ist der Anteil der Gebäudeflächen,
der künftig für die Ganztagsbetreuung genutzt werden soll.
Die Förderbank bewertet diesen Ansatz als
grundsätzlich nachvollziehbar.
Das ist ein wichtiger Fortschritt. Denn bei den großen
Schulprojekten entscheidet nicht allein die Höhe der
Baukosten, sondern auch, welcher Anteil tatsächlich
förderfähig ist.
Eine endgültige Förderzusage ist damit noch nicht
verbunden. Die erste positive Bewertung schafft aber
eine deutlich bessere Grundlage für das weitere Verfahren.
3. Goethe-Schule: Schulaufsicht begleitet die Übergangslösung
Rund 260 Kinder der Goethe-Grundschule sollen
während des geplanten Schulneubaus vorübergehend
in Räume an der Feldbehnstraße umziehen.
Dort werden bereits Schulen in freier Trägerschaft betrieben.
Die Schulaufsicht des Kreises Pinneberg hat nun bestätigt,
dass sie die Planungen begleitet und bereits konkrete
Anforderungen an die künftige Unterbringung formuliert hat.
Noch sind allerdings wichtige Punkte offen.
Der Mietvertrag zwischen der Stadt und dem privaten
Schulträger ist nicht abgeschlossen.
Die Schulkonferenz der Goethe-Grundschule soll bei ihrer
nächsten Sitzung angehört werden.
Auch das Bildungsministerium ist eingebunden.
Es prüft, welche Auswirkungen die Unterbringung einer
zusätzlichen öffentlichen Grundschule auf die bestehende
Genehmigung der Freien Gemeinschaftsschule haben könnte.
Eine Stellungnahme des privaten Schulträgers wurde angefordert.
Positiv ist, dass die Schulaufsicht frühzeitig beteiligt wurde.
Jetzt kommt es darauf an, die organisatorischen und
rechtlichen Voraussetzungen für einen sicheren Schulbetrieb
rechtzeitig zu klären.
4. Haushalt: Grüne warnen vor Überschuldung – SPD unterstützt Kurswechsel
Die Quickborner Grünen schlagen angesichts der
Finanzplanung Alarm. Für 2027 stehen rund
89 Millionen Euro Erträge mehr als 104 Millionen Euro
Aufwendungen gegenüber.
Das geplante Defizit liegt damit bei etwa
15 Millionen Euro. Nach der mittelfristigen Planung
könnte das Eigenkapital der Stadt bis 2030 aufgebraucht sein.
Die Grünen fordern deshalb, die geplante
Umgehungsstraße V9 um mehrere Jahre zu verschieben
und den Neubau der Goethe-Schule zu priorisieren.
Ein zweiter Antrag verlangt konkrete Vorschläge zur
Verringerung der Verwaltungsausgaben und zur
Verbesserung der Einnahmen.
Die SPD unterstützte beide Anträge.
Die FDP lehnte sie ab, die CDU stimmte im Ausschuss
für kommunale Dienstleistungen dagegen und enthielt
sich im Finanzausschuss.
Beim Haushaltsentwurf standen schließlich CDU und FDP
auf der einen sowie SPD und Grüne auf der anderen Seite.
Damit wird die Auseinandersetzung um Quickborns Finanzen
zunehmend zu einer Debatte über politische Prioritäten.
5. 15,2 Millionen Euro Defizit: Wo bleiben die Einsparergebnisse?
Bereits 2025 hatte das Innenministerium von Quickborn
Konsolidierungsmaßnahmen im Umfang von mindestens
2,5 Millionen Euro verlangt.
Eine aktuelle Anfrage von Quickborn Aktuell sollte klären,
welche Einsparungen tatsächlich erreicht wurden.
Das Ministerium bestätigte zwar eingeleitete Maßnahmen,
nannte aber keine konkreten finanziellen Ergebnisse.
Ihre Wirkung könne teilweise erst mittel- bis
langfristig eintreten.
Unterdessen steigt das geplante Defizit von
12,5 Millionen Euro für 2026 auf 15,2 Millionen Euro
im Entwurf für 2027.
Bis 2030 summieren sich die erwarteten Fehlbeträge
auf rund 60 Millionen Euro.
Besonders problematisch ist die Beendigung der
Verwaltungsgemeinschaften mit Ellerau, Hasloh
und Bönningstedt.
Ab 2028 entfallen dadurch rund 3,4 Millionen Euro
jährliche Einnahmen.
Gleichzeitig sollen zunächst rund 70 Prozent der
bislang zugeordneten Personalkosten bestehen bleiben.
Hinzu kommen weitere Projekte wie der geplante
Dritte Ort „TO HUUS“, für den noch keine
Kostenberechnung vorliegt.
Die finanzielle Gesamtbelastung der Stadt könnte
daher über die bisherige Planung hinausgehen.
6. AKN: Wieder Zugverkehr – aber ab 26. Oktober die nächste Sperrung
Seit dem 10. Oktober fährt die AKN-Linie A1
nach fast acht Wochen Schienenersatzverkehr
wieder durch Quickborn.
Für Pendler und Schüler ist das eine willkommene Erleichterung.
Allerdings nur vorübergehend:
Vom 26. Oktober bis zum 12. Dezember 2026
wird die Strecke zwischen Quickborn und Ulzburg Süd
erneut gesperrt.
Grund sind weitere Oberleitungsarbeiten für die künftige S5.
Während dieser Zeit fahren Ersatzbusse.
Auch vom 16. bis 21. November sind weitere Arbeiten
im Bahnhof Quickborn vorgesehen, die zusätzliche
Einschränkungen mit sich bringen.
Ab 2028 soll die S5 Quickborn im 15-Minuten-Takt
mit Hamburg verbinden.
Bis dahin bleibt der Ausbau für viele Fahrgäste
eine Geduldsprobe.
7. Rathaus: 48.544 Euro für Poller – und noch immer fehlt die Erklärung
Vor dem Quickborner Rathaus steht eine hydraulische
Polleranlage, die 48.544,40 Euro gekostet hat.
Die Poller können abgesenkt werden, damit Menschen
mit Gehbehinderung möglichst nah an das Rathaus
heranfahren können.
Das ist sinnvoll. Allerdings fehlt weiterhin eine
verständliche öffentliche Information darüber,
wie Betroffene diese Möglichkeit nutzen können.
Bereits im Mai 2025 wurde im zuständigen Ausschuss
angeregt, die Bedienung beziehungsweise Anmeldung
auf der städtischen Homepage zu erklären.
Im Juni 2026 kündigte die Stadt nach unserer Anfrage
an, die Informationen zeitnah zu veröffentlichen.
Bei unserer erneuten Prüfung am 12. Oktober
war der Hinweis auf den naheliegenden Internetseiten
noch immer nicht auffindbar.
Fast 17 Monate für eine einfache Information
zur Barrierefreiheit – ein bemerkenswerter Zeitraum.
8. CDU Quickborn: Neuer Vorstand mit fünf statt neun Mitgliedern
Die CDU Quickborn hat am 7. Oktober ihren
Ortsvorstand neu gewählt und dabei deutlich verkleinert.
Mirko Beckmann bleibt Vorsitzender,
Barbara Peña de Müller seine Stellvertreterin
und Andi Wendt Schatzmeister.
Birgit Hanke und Dr. Reinhardt Ax gehören dem Vorstand
als Beisitzer an.
Aus neun Vorstandsmitgliedern wurden damit fünf.
Neue Gesichter gibt es nicht.
Warum der Vorstand verkleinert wurde, geht aus
der veröffentlichten Mitteilung nicht hervor.
Sechs Monate vor der Landtagswahl standen in der
öffentlichen Berichterstattung vor allem Personalien
und Ehrungen im Mittelpunkt.
Konkrete politische Schwerpunkte zu den aktuellen
Quickborner Problemen wurden nicht vorgestellt.
9. Annabell Krämer: Eine Rede über die Schulden von morgen
Die FDP-Landtagsabgeordnete Annabell Krämer hat
im Schleswig-Holsteinischen Landtag vor einer
zunehmenden kommunalen Verschuldung gewarnt.
Ihre Aussagen treffen auch in Quickborn einen
empfindlichen Punkt.
Die Stadt plant hohe Investitionen, während
die laufenden Defizite wachsen und die künftigen
Zinsbelastungen steigen.
Die Rede wirft damit eine grundsätzliche Frage auf:
Wie lange können Kommunen ihre notwendigen
Investitionen über zusätzliche Schulden finanzieren,
ohne ihre zukünftige Handlungsfähigkeit einzuschränken?
Wir haben die Rede aufgegriffen, weil sie auch in
der Quickborner Ratsversammlung eine wichtige
Diskussion auslösen könnte.
zwischen Millionenprojekten und Baustellen gibt es
in Quickborn auch erfreuliche Entwicklungen.
Die positive Rückmeldung der Förderbank zur Waldschule
ist dafür ein gutes Beispiel.
Ebenso wichtig sind die vielen Menschen,
die sich in Vereinen, Schulen, Unternehmen
und Nachbarschaften engagieren.
Wir freuen uns deshalb ausdrücklich auch über Hinweise
auf Veranstaltungen, Jubiläen, besondere Leistungen
und gute Nachrichten aus unserer Stadt.
Empfehlt unseren kostenlosen Newsletter gerne weiter.
Je mehr Menschen informiert sind, desto lebendiger
wird die Diskussion über Quickborn.