Schlagwort: Stadtfinanzen

  • Himmelmoor: Fördermillionen locken – doch wer zahlt am Ende?

    Himmelmoor: Fördermillionen locken – doch wer zahlt am Ende?

    Quickborn will rund 1,2 Millionen Euro in das Himmelmoor investieren. Das Waagehaus soll zum Besucherzentrum werden, die historische Nissenhütte eine moderne Ausstellung erhalten. Die Fördergelder locken. Doch die Verkehrsprobleme sind ungelöst, der städtische Haushalt ist tief im Minus. Und selbst die Verwaltung räumt ein: Das Himmelmoor ist bereits am Limit.

    Das Himmelmoor ist längst ein Besuchermagnet. Die historische Torfbahn, die alten Gebäude und die besondere Moorlandschaft ziehen Menschen aus der gesamten Region an. Bei Veranstaltungen sind die Parkplätze regelmäßig knapp. Eine vernünftige Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr fehlt.

    Schon heute wird in Quickborn die Frage gestellt, ob der Tourismus im Himmelmoor nicht langsam seine Grenzen erreicht hat.

    Ausgerechnet die Stadtverwaltung bestätigt diese Sorge. In ihrer Beschlussvorlage zur Nissenhütte heißt es, man wolle ausdrücklich keine zusätzlichen Besucher gewinnen, weil das Gebiet und die Vereine bereits am Limit seien. Wenige Seiten später erwartet dieselbe Verwaltung allerdings steigende Besucherzahlen und zusätzliche wirtschaftliche Impulse.

    Waagehaus sinnvoll – Nissenhütte fragwürdig?

    Für den Ausbau des Waagehauses sind rund 500.000 Euro vorgesehen. Das Gebäude soll Besucher empfangen, informieren und die Angebote im Himmelmoor besser miteinander verbinden. Ein nachvollziehbares Vorhaben, das auch der Besucherlenkung dient. Die beantragte Förderung von knapp 400.000 Euro hat bereits die erste Auswahlhürde genommen.

    Bei der Nissenhütte sieht es anders aus. Rund 700.000 Euro sollen in ihre Restaurierung und touristische Aufwertung fließen. Geplant sind unter anderem Touchscreens, digitale Projektionen und Klanginstallationen.

    Die historische Nissenhütte zu erhalten, steht außer Frage. Aber muss aus jedem alten Gebäude gleich eine moderne Erlebniswelt werden? Gerade der ursprüngliche Charakter, die Gebrauchsspuren und die Geschichte dieser Gebäude machen den besonderen Reiz des Himmelmoores aus. Nicht jede technische Spielerei macht ein Denkmal interessanter.

    Hinzu kommt ein merkwürdiger Zeitplan: Die Stadt stellt erst für 2027 Planungskosten zur Erreichung der Leistungsphase 3 bereit. Diese Planung muss für den Förderantrag aber bereits am 30. November 2026 fertig sein. Wie das funktionieren soll, bleibt offen.

    Fördergeld ist nicht kostenlos

    Für beide Projekte rechnet Quickborn mit insgesamt fast 960.000 Euro Zuschüssen. Bei vollständiger Bewilligung blieben rund 240.000 Euro Eigenanteil. Dazu kommen Zinsen, Betrieb, Unterhaltung und irgendwann die Erneuerung der technischen Ausstattung.

    Und das bei einem Stadthaushalt, der schon heute erhebliche Defizite aufweist.

    Vor allem aber fehlt eine überzeugende Antwort auf die Verkehrsfrage. Zusätzliche Attraktionen schaffen zusätzliche Besuchsanreize. Wo die Menschen parken und wie das empfindliche Moor vor einer Überlastung geschützt werden soll, ist weiterhin ungeklärt.

    Nicht jeder Fördertopf muss ausgeschöpft werden

    Manchmal erinnert kommunale Förderpolitik an ein Kind im Süßwarenladen: Jeder Lolli sieht verlockend aus, also muss man ihn unbedingt haben. Über die Bauchschmerzen wundert man sich erst hinterher.

    Für Quickborn heißt das: Nur weil Land oder EU 80 Prozent einer Investition übernehmen könnten, muss die Stadt nicht automatisch die restlichen 20 Prozent ausgeben – und sich die Folgekosten für viele Jahre ans Bein binden.

    Der Erhalt der historischen Gebäude ist unbestritten. Auch das Waagehaus als zentraler Anlaufpunkt hat seinen Sinn. Bei der geplanten Erlebniswelt in der Nissenhütte darf man dagegen fragen, ob weniger nicht mehr wäre.

    Fördermittel ersetzen keine klugen Entscheidungen. Schon gar nicht, wenn das Geld knapp ist, die Verkehrsprobleme ungelöst sind und die Natur längst an ihre Belastungsgrenzen stößt.

    Quellen

  • Quickborns Haushalt: Die Zügel aus der Hand gelassen

    Die Sachkosten der Stadt Quickborn haben sich innerhalb von fünf Jahren nahezu verdoppelt. 2022 waren es 9,2 Millionen Euro, für 2027 sind 18,3 Millionen Euro eingeplant. Offenbar fällt es leichter, Geld auszugeben, als Ausgaben wieder zu reduzieren.

    Quickborn Aktuell hat den Jahresabschluss 2022 mit dem zweiten Haushaltsentwurf 2027 verglichen. Selbst unter Berücksichtigung der Preissteigerungen liegt der neue Ansatz um rund 7,6 Millionen Euro höher.

    Darin enthalten sind 1,8 Millionen Euro für den einmaligen Abriss der Goethe-Schule. Auch ohne diese Kosten bleibt eine Differenz von rund 5,8 Millionen Euro gegenüber dem inflationsbereinigten Aufwand von 2022.

    Wo ist dieses Geld geblieben? Was bekommt die Stadt dafür zusätzlich?

    In der Verwaltung verdreifacht, bei den Straßen auch

    Einige Beispiele aus den Haushaltsunterlagen:

    Bereich 2022 Plan 2027
    Innere Verwaltung 288.000 € 858.000 €
    Gemeindestraßen 583.000 € 1.756.000 €
    Freibad 259.000 € 527.000 €
    Kulturpflege 90.000 € 181.000 €

    Es geht ausschließlich um Sach- und Dienstleistungen. Personalaufwendungen kommen hinzu.

    Allein für Fortbildung stehen 147.200 Euro im Haushalt 2027. Hinzu kommen Mittel für externe Beratung. Bei den Gemeindestraßen wurden die Unterhaltungsansätze im zweiten Haushaltsentwurf immerhin um 200.000 Euro gekürzt.

    Dass Straßen, Gebäude und Einrichtungen Geld kosten, ist keine neue Erkenntnis. Die Frage ist, warum die Ausgaben so viel schneller steigen als die allgemeinen Preise.

    Goethe-Schule: Was wird eigentlich eingespart?

    Für den Abriss der Goethe-Schule sind 1,8 Millionen Euro vorgesehen. Diese einmalige Belastung erklärt einen Teil des Anstiegs.

    Hinzu kommen 550.000 Euro Miete und 120.000 Euro Bewirtschaftung für den Interimsstandort.

    Das sind laufende Kosten für den Schulbetrieb während der Bauzeit, keine Herstellungskosten des neuen Schulgebäudes.

    Aber wenn die Schule vollständig auszieht, müssten doch wenigstens die bisherigen Kosten für Heizung, Reinigung und Betrieb am alten Standort weitgehend entfallen.

    Wo sind diese Einsparungen berücksichtigt?

    352.000 Euro weniger. Reicht das?

    Im zweiten Haushaltsentwurf hat die Verwaltung die Sachkosten gegenüber der ersten Fassung um 352.000 Euro reduziert.

    Das ist immerhin ein Anfang. Bei 18,3 Millionen Euro Sachaufwendungen und einem geplanten Gesamtdefizit von 16,5 Millionen Euro bleibt es allerdings bescheiden.

    Die Verwaltung verweist darauf, dass sie die Mittelanforderungen bereits kritisch geprüft habe. Trotzdem wachsen die Ausgaben weiter.

    Vielleicht müsste man weniger darüber reden, warum alles teurer geworden ist, und mehr darüber, weshalb einmal erhöhte Ausgabenansätze nicht wieder zurückgeführt werden.

    Personal, Sachkosten, externe Dienstleistungen und die Organisation der Verwaltung gehören dabei zusammen. Wer Arbeit anders organisiert, kann möglicherweise Personal sparen. Wer Leistungen auslagert, muss dafür an anderer Stelle bezahlen.

    Politik und Verwaltungsführung müssen die Zügel wieder aufnehmen

    Eine Verwaltung kann leicht ins Galoppieren geraten. Nicht aus Bösartigkeit oder Verschwendungssucht. Im Gegenteil: Die Beschäftigten stehen hinter ihren Aufgaben und wollen sie möglichst gut erfüllen. Das ist ihnen nicht vorzuwerfen.

    Nur: Das Bestmögliche kann sich keine Stadt auf Dauer leisten.

    Jeder Fachbereich hat gute Gründe für seine Wünsche. Hier eine bessere Ausstattung, dort zusätzliche Leistungen, mehr Personal oder höhere Standards. Für sich betrachtet mag vieles sinnvoll sein. Zusammengerechnet wird es unbezahlbar.

    Genau deshalb gibt es politische Verantwortung und Verwaltungsführung. Sie müssen Prioritäten setzen, Grenzen ziehen und auch einmal Nein sagen.

    Am 3. November berät der Finanzausschuss erneut über den Haushalt 2027.

    Was 2022 noch mit 9,2 Millionen Euro möglich war, soll 2027 rund 18,3 Millionen Euro kosten. Diesen Anstieg kann man nicht allein mit Inflation erklären.

    Politik und Verwaltungsführung müssen die Zügel wieder in die Hand nehmen. Sonst galoppiert der Haushalt weiter davon – und die Rechnung bezahlen am Ende die Bürger und die kommenden Generationen.

    Quellen und Berechnungsgrundlagen

    Stadt Quickborn: Jahresabschluss 2022, Anlage 3, Gesamtrechnung lang, Kontengruppe 52 – Sach- und Dienstleistungen.

    Stadt Quickborn: Zweiter Haushaltsentwurf 2027, Beschlussvorlage VO/2026/Q/82-01 vom 22. Oktober 2026, einschließlich Ergebnisplan und Veränderungsübersicht.

    Statistisches Bundesamt: Verbraucherpreisindex 2023 bis 2025.

    Bundesregierung: Herbstprojektion vom 8. Oktober 2026 für die Jahre 2026 und 2027.

  • Quickborns Haushalt: 18 Millionen Euro mehr Ausgaben – wo bleibt die Gegensteuerung?

    Die Einnahmen der Stadt Quickborn sind seit 2024 gestiegen. Trotzdem wächst das Haushaltsdefizit dramatisch. Der Grund liegt vor allem auf der Ausgabenseite: Während die Erträge um gut fünf Prozent zulegen, steigen die Aufwendungen um mehr als 21 Prozent. Die allgemeine Preissteigerung erklärt diese Entwicklung nicht. Eine Analyse des Haushaltsentwurfs 2027 zeigt, wie groß die finanzielle Schieflage inzwischen ist – und welche Antworten die Stadt noch schuldig bleibt.

    Quickborn Aktuell | Haushaltsanalyse | Stand: 18. Oktober 2026

    Aus 1,3 Millionen Euro Defizit werden 15,2 Millionen

    Der Jahresabschluss 2024 ist der Ausgangspunkt unserer Betrachtung. Damals erzielte Quickborn Erträge von 84,72 Millionen Euro. Dem standen Aufwendungen von 85,99 Millionen Euro gegenüber. Das Jahr endete mit einem Fehlbetrag von 1,27 Millionen Euro.

    Drei Jahre später sieht die Planung völlig anders aus.

    Für 2027 rechnet die Stadt mit Erträgen von 89,06 Millionen Euro und Aufwendungen von 104,30 Millionen Euro. Das ergibt ein geplantes Defizit von 15,24 Millionen Euro.

    Haushaltskennzahl 2024 Ist 2027 Plan Veränderung
    Gesamterträge 84,72 Mio. € 89,06 Mio. € +5,1 %
    Gesamtaufwendungen 85,99 Mio. € 104,30 Mio. € +21,3 %
    Jahresfehlbetrag 1,27 Mio. € 15,24 Mio. € +13,97 Mio. €

    Die Aufwendungen steigen damit prozentual mehr als viermal so schnell wie die Erträge.

    Natürlich gibt es auch auf der Einnahmenseite Schwankungen. 2025 erzielte Quickborn sogar 91,02 Millionen Euro und damit mehr als für 2027 geplant. Die Einnahmen bleiben also keineswegs jedes Jahr gleich hoch.

    Trotzdem ist die Entwicklung eindeutig: Gegenüber 2024 stehen für 2027 gut 4,3 Millionen Euro zusätzliche Erträge im Haushalt. Gleichzeitig wachsen die Aufwendungen um 18,3 Millionen Euro.

    Die Verschlechterung des Haushalts lässt sich deshalb nicht mit einem allgemeinen Einbruch der Einnahmen erklären.

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    Die Inflation erklärt den Kostenanstieg nicht

    Alles wird teurer. Das gilt für private Haushalte ebenso wie für Städte und Gemeinden. Doch wie groß ist der Einfluss der Inflation tatsächlich?

    Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Verbraucherpreise im Jahresdurchschnitt 2025 gegenüber 2024 um 2,2 Prozent. Im September 2026 betrug die Inflationsrate gegenüber dem Vorjahresmonat 3,3 Prozent. Vor allem gestiegene Energiepreise trieben sie zuletzt nach oben.

    Das sind erhebliche Belastungen. Aber sie stehen in keinem direkten Verhältnis zu einem Anstieg der städtischen Aufwendungen um 21,3 Prozent zwischen dem Jahresabschluss 2024 und dem Haushaltsansatz 2027.

    Dabei ist zu berücksichtigen, dass kommunale Kosten nicht dem allgemeinen Verbraucherpreisindex folgen. Tarifabschlüsse, Bauleistungen, Sozialausgaben und gesetzliche Standards können sich anders entwickeln.

    Gerade deshalb müsste die Stadt erklären, welcher Teil ihrer Mehraufwendungen tatsächlich auf Preissteigerungen zurückgeht – und welcher auf zusätzliche Leistungen, höhere Standards, neue Investitionen oder eigene Entscheidungen.

    Eine solche Gesamtbetrachtung enthält der erste Haushaltsentwurf 2027 nicht.

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    Wo die zusätzlichen 18 Millionen Euro bleiben

    Die Haushaltszahlen zeigen, welche Ausgabenbereiche besonders stark wachsen.

    Aufwandsart 2024 Ist 2027 Plan Zunahme
    Personal 22,20 Mio. € 25,99 Mio. € +3,80 Mio. €
    Sach- und Dienstleistungen 13,65 Mio. € 18,69 Mio. € +5,04 Mio. €
    Transferaufwendungen 34,82 Mio. € 39,77 Mio. € +4,94 Mio. €
    Sonstige Aufwendungen 6,54 Mio. € 8,23 Mio. € +1,70 Mio. €
    Abschreibungen 5,83 Mio. € 7,49 Mio. € +1,65 Mio. €
    Zinsen und Finanzaufwendungen 1,28 Mio. € 2,61 Mio. € +1,33 Mio. €

    Hinzu kommen Versorgungsaufwendungen, die im Vergleichszeitraum um rund 156.000 Euro sinken.

    Die größten Veränderungen liegen damit bei den Sach- und Dienstleistungen, den Transferleistungen und dem Personal.

    Allein diese drei Bereiche verursachen zusätzliche jährliche Aufwendungen von zusammen rund 13,8 Millionen Euro.

    Das sind nicht ausschließlich neue Ausgaben. Ein Teil entfällt auf allgemeine Kostensteigerungen, ein anderer auf veränderte Aufgaben und höhere Ansätze. Bei der Goethe-Schule kommen beispielsweise außergewöhnliche Ausgaben für Abriss und Zwischenunterbringung hinzu.

    Diese Unterscheidung ist wichtig. Einmalige Aufwendungen belasten den Haushalt anders als dauerhaft steigende Personalkosten, Betriebsausgaben oder Zuschüsse.

    Umso wichtiger wäre eine klare Darstellung, welche Kosten nach Abschluss einzelner Maßnahmen wieder entfallen und welche dauerhaft bestehen bleiben.

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    Einzelne Begründungen ersetzen keine Haushaltsanalyse

    Die Verwaltung erläutert in ihrer Haushaltsvorlage zahlreiche Veränderungen. Sie nennt unter anderem Tarif- und Besoldungsanpassungen, höhere Kita-Zuschüsse, zusätzliche Kosten für Schulprojekte sowie steigende Zinsbelastungen.

    Bei den Zuschüssen an freie Kita-Träger verweist sie beispielsweise auf deren Wirtschaftspläne. Bei anderen Konten werden Ansätze an frühere Jahresergebnisse oder den bisherigen Haushaltsverlauf angepasst.

    Das erklärt, wie einzelne Beträge zustande kommen sollen. Es beantwortet aber noch nicht die entscheidenden Fragen.

    Warum steigen die Kosten einer bestimmten Leistung deutlich stärker als die allgemeinen Preise? Haben sich die Fallzahlen, die betreuten Personen oder die tatsächlich erbrachten Leistungen verändert? Welche Ausgaben entstehen durch neue gesetzliche Verpflichtungen? Welche Alternativen wurden geprüft?

    Und vor allem: Wo wird gegengesteuert, wenn die finanziellen Möglichkeiten der Stadt nicht mehr ausreichen?

    Im ersten Haushaltsentwurf finden sich durchaus einzelne Kürzungen. Der Hauptausschuss hat beispielsweise die jährlichen Zuschüsse an Vereine und Verbände auf 300.000 Euro begrenzt. Auch bei der Tiefbauunterhaltung sind gegenüber der Planung 2026 geringere Ansätze vorgesehen.

    Doch diesen Einzelmaßnahmen steht ein Gesamthaushalt gegenüber, dessen jährlicher Fehlbetrag auf mehr als 15 Millionen Euro anwächst.

    Ein beziffertes Konsolidierungsprogramm, das diese Lücke schließen soll, ist aus der Vorlage nicht ersichtlich.

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    Der Haushalt ist auch ohne neue Investitionen nicht ausgeglichen

    Besonders deutlich wird die Lage beim Blick auf den Finanzplan.

    Dort werden nur tatsächliche Ein- und Auszahlungen berücksichtigt. Buchhalterische Aufwendungen wie Abschreibungen bleiben außen vor.

    Für 2027 erwartet die Stadt aus ihrer laufenden Verwaltungstätigkeit Einzahlungen von 85,42 Millionen Euro. Gleichzeitig plant sie Auszahlungen von 94,65 Millionen Euro.

    Damit fehlen bereits im laufenden Zahlungsverkehr 9,22 Millionen Euro.

    Das ist der entscheidende Befund: Quickborn hat nicht nur ein Problem mit bilanziellen Abschreibungen oder zukünftigen Baukosten. Schon die laufenden Zahlungen übersteigen die laufenden Einnahmen erheblich.

    Hinzu kommen die Tilgungen bestehender Investitionskredite. Dafür sind 2027 weitere 3,83 Millionen Euro vorgesehen.

    Wenn eine Stadt aus ihrem laufenden Geschäft weder ihre Auszahlungen noch ihre Kredittilgungen finanzieren kann, bleibt für neue Investitionen kein selbst erwirtschafteter finanzieller Spielraum.

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    Trotzdem werden weitere Millionen investiert

    Für die Jahre 2027 bis 2030 enthält der Haushaltsentwurf Investitionsauszahlungen von insgesamt rund 72,15 Millionen Euro.

    Der Finanzierungsbedarf ist erheblich. Die Stadt plant deshalb in diesen vier Jahren neue Investitionskredite von zusammen 44,07 Millionen Euro.

    Das bedeutet nicht, dass die Verschuldung um exakt diesen Betrag steigt. Bestehende Kredite werden gleichzeitig getilgt. Nach Abzug der geplanten Tilgungen wächst die Investitionsverschuldung rechnerisch dennoch um rund 29 Millionen Euro.

    Die Zinsbelastung steigt ebenfalls.

    2024 betrugen die Zinsen und sonstigen Finanzaufwendungen 1,28 Millionen Euro. Für 2027 sind 2,61 Millionen Euro vorgesehen, für 2030 bereits 3,42 Millionen Euro.

    Immer mehr Geld wird damit für die Finanzierung früherer und neuer Kreditaufnahmen benötigt – Geld, das für andere Aufgaben nicht mehr zur Verfügung steht.

    Dabei reichen die Folgekosten großer Investitionen über das Jahr 2030 hinaus.

    Neue Schulen, öffentliche Gebäude, Straßen und andere Einrichtungen verursachen nach ihrer Fertigstellung weitere Aufwendungen für Unterhaltung, Reinigung, Energie, Versicherungen und Personal. Auch Abschreibungen belasten den Ergebnishaushalt über viele Jahre.

    Wer eine Investition beschließt, muss deshalb nicht nur ihre Baukosten kennen. Er muss auch nachweisen können, dass die Stadt die laufenden Kosten dauerhaft tragen kann.

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    Bis 2030 droht der vollständige Verbrauch des Eigenkapitals

    Die Stadt selbst beschreibt in der Haushaltsvorlage, welche Folgen ihre Finanzplanung hätte.

    Für 2027 bis 2030 werden zusammen Fehlbeträge von rund 59,77 Millionen Euro erwartet. Einschließlich des geplanten Defizits 2026 beläuft sich die Summe auf mehr als 72 Millionen Euro.

    Ende 2025 verfügte Quickborn laut Haushaltsvorlage noch über Eigenkapital von 68,71 Millionen Euro.

    Daraus zieht die Verwaltung eine bemerkenswerte Schlussfolgerung: Bei Eintritt der geplanten Ergebnisse wäre das Eigenkapital der Stadt im Jahr 2030 aufgebraucht.

    Das ist keine Prognose über einen unmittelbar bevorstehenden Zahlungsausfall. Es ist aber ein deutliches Warnsignal für die langfristige Entwicklung der städtischen Finanzen.

    Dasselbe gilt für die Liquidität. Der bisherige Höchstbetrag für Kassenkredite soll von 15 Millionen Euro im Haushaltsjahr 2026 auf 30 Millionen Euro im Jahr 2027 angehoben werden.

    Die Stadt benötigt damit einen erheblich größeren finanziellen Spielraum, um ihre laufenden Zahlungsverpflichtungen erfüllen zu können.

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    Mehr staatliche Aufgaben – aber welche Kosten entstehen wirklich?

    Bund und Land haben den Kommunen in den vergangenen Jahren zusätzliche Aufgaben übertragen. Der schrittweise Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder ab dem Schuljahr 2026/2027 ist ein konkretes Beispiel.

    Solche Verpflichtungen können erhebliche Mehrkosten verursachen. Hinzu kommen bestehende gesetzliche Aufgaben, etwa in der Kinderbetreuung und im Sozialbereich.

    Allerdings erhalten Kommunen für verschiedene Aufgaben auch Finanzierungsbeiträge und Zuweisungen.

    Für die Beurteilung des Quickborner Haushalts reicht deshalb der allgemeine Hinweis auf zusätzliche staatliche Verpflichtungen nicht aus.

    Entscheidend wäre eine Aufstellung, welche Aufgaben seit 2024 neu hinzugekommen sind, wie hoch deren Kosten ausfallen und welche Erstattungen oder Fördermittel dagegenstehen.

    Erst daraus ließe sich ablesen, welcher Teil des gewachsenen Defizits auf ungedeckte staatliche Vorgaben zurückzuführen ist.

    Eine solche nachvollziehbare Gesamtrechnung enthält der Haushaltsentwurf nicht.

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    Was jetzt fehlt: Eine Rechnung, wie Quickborn wieder aus den roten Zahlen kommt

    Der erste Haushaltsentwurf 2027 ist in vielen Bereichen detailliert. Er enthält zahlreiche Produktkonten, Planwerte, Erläuterungen und langfristige Prognosen.

    Was fehlt, ist eine überzeugende Verbindung zwischen der dokumentierten Kostenentwicklung und einem finanziellen Gegenkonzept.

    Die Stadt müsste darlegen, welche Aufwendungen dauerhaft steigen, welche Mehrkosten nach Abschluss einzelner Projekte entfallen und wie viel Geld sich durch organisatorische Veränderungen, andere Prioritäten oder den Verzicht auf Vorhaben einsparen ließe.

    Auch die städtischen Aufgaben gehören auf den Prüfstand. Nicht jede Leistung und nicht jeder bisherige Standard muss für alle Zukunft unverändert fortgeführt werden. Dabei sind gesetzliche Pflichten von freiwilligen Leistungen zu unterscheiden.

    Die bisherigen Haushaltszahlen zeigen, dass sich die finanzielle Entwicklung nicht allein mit Inflation oder sinkenden Einnahmen erklären lässt.

    Gleichzeitig steht Quickborn vor einem umfangreichen Investitionsprogramm, das die finanziellen Belastungen der kommenden Jahre weiter erhöhen wird.

    Der Haushalt 2027 wirft deshalb eine einfache Frage auf: Wie will die Stadt ihre laufenden Ausgaben und ihre neuen Investitionen bezahlen, wenn bereits heute jedes Jahr Millionen fehlen?

    Die Zahlen liegen auf dem Tisch. Was fehlt, ist die Antwort, wie Quickborn seine Finanzen wieder dauerhaft ins Gleichgewicht bringen will.

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    Datengrundlage: Jahresabschluss 2024 der Stadt Quickborn, Haushaltsunterlagen 2026 mit dem Ist-Ergebnis 2024 sowie erster Haushaltsentwurf 2027 einschließlich Finanzplanung bis 2030. Preisentwicklung nach Angaben des Statistischen Bundesamtes. Die Werte für 2027 bis 2030 sind Planansätze, keine bereits eingetretenen Ergebnisse.

    Redaktion: Quickborn Aktuell

    Die Inflationswerte sind mit den Veröffentlichungen des Statistischen Bundesamts vom Januar und Oktober 2026 abgeglichen.

  • 🍬 Süße Bonbons heute – bittere Pillen für morgen?

    🍬 Süße Bonbons heute – bittere Pillen für morgen?

    Ein Kommentar von Thomas Köppl – Quickborn Aktuell

    Liebe Quickbornerinnen und Quickborner,

    es ist mal wieder Zeit für einen kurzen, prägnanten Kommentar. Zumindest aus meiner Sicht ist der jetzt kurz und prägnant. 😉

    Süße Bonbons verkaufen sich besser als bittere Pillen. Das gilt offenbar auch für Verwaltung und Kommunalpolitik. Über Feste, Veranstaltungen und schöne Projekte lässt sich wunderbar sprechen. Über die eigene Haushaltsmisere dagegen deutlich weniger.

    Dabei wurden die politisch Verantwortlichen nicht als Entertainment-Team gewählt, sondern um die Probleme unserer Stadt zu lösen. Für die Verwaltungsführung gilt dieselbe Verantwortung.

    Die Quickborner Haushaltsmisere ist hausgemacht. Es gab keinen dramatischen Einbruch der Steuereinnahmen und keine Katastrophe. Die Einnahmen steigen sogar weiter. Trotzdem plant unsere Stadt Jahr für Jahr Millionendefizite. Das ist das Ergebnis eigener Entscheidungen und einer Prioritätensetzung, die sich weit von unseren finanziellen Möglichkeiten entfernt hat.

    Bund und Land setzen finanzielle Rahmenbedingungen. Innerhalb dieser muss eine Stadt wirtschaften.

    Dass dies nicht immer einfach ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. Auch früher hätten wir gerne mehr in Schulen, Straßen und andere Infrastruktur investiert. Aber nicht alles war bezahlbar.

    Ich erinnere mich noch gut an das Jahr 2009. Damals haben wir die Grundsteuer B um satte 51,1 Prozent erhöht, von 225 auf 340 Hebesatzpunkte. Unter anderem, um die Belastungen durch Schulneubauten und Schulsanierungen finanzieren zu können. Das war wahrlich kein Zuckerschlecken, aber eine schwierige Entscheidung mit einem klaren finanziellen Ziel.

    Über viele Jahre konnte Quickborn so eine erhebliche finanzielle Substanz bewahren. 2023 erreichte das Eigenkapital mit rund 73 Millionen Euro seinen Höchststand innerhalb der vorliegenden Vergleichsjahre. Ende 2025 waren davon noch rund 68,7 Millionen Euro vorhanden. Nach der aktuellen Haushaltsplanung könnte das gesamte Eigenkapital bereits 2030 vollständig aufgebraucht sein.

    Ein Vergleich macht die Dimension deutlich: Die Stadtwerke Quickborn haben seit 1928 ein Unternehmen mit zuletzt rund 24 Millionen Euro Eigenkapital aufgebaut. Die Stadt plant allein für 2026 und 2027 Defizite von insgesamt rund 27,8 Millionen Euro. Zwei unterschiedliche Rechnungen, aber ein bemerkenswerter Größenvergleich.

    Das ist unser Vermögen! Über Generationen erarbeitet, erwirtschaftet und bewahrt. Und jetzt droht es innerhalb weniger Jahre verjubelt zu werden.

    Für mich ist das keine Petitesse, sondern ein politischer Skandal, über den viel zu wenig gesprochen wird.

    Ich könnte zahlreiche konkrete Entscheidungen und Fehlentwicklungen benennen. Das würde hier allerdings jeden Rahmen sprengen. Wer es genauer wissen möchte, findet auf unserer Homepage unter Haushalt und Finanzen zahlreiche Berichte und Analysen:

    👉 Alle Berichte und Analysen zum Quickborner Haushalt und den Stadtfinanzen

    Natürlich sind Eulenfest, Weihnachtsmarkt und ein lebendiges Stadtleben wichtig. Aber die Qualität einer Stadtführung misst sich nicht an Besucherzahlen, sondern daran, wie gut Schulen, Straßen, Verwaltung und öffentliche Einrichtungen funktionieren – und ob wir uns das alles dauerhaft leisten können.

    Teuer und ineffektiv kann jeder. Verantwortungsbewusst wirtschaften ist die eigentliche Kunst.

    Unsere Kinder und Enkel dürfen nicht diejenigen sein, die die heute großzügig verteilten Sahnebonbons später ein Leben lang als bittere Pillen bezahlen müssen.

    Quickborn braucht weniger schöne Verpackung, mehr finanzielle Vernunft und endlich eine Verwaltung und Kommunalpolitik, die ihre Prioritäten an dem ausrichten, was unsere Stadt tatsächlich bezahlen kann.

    Es geht um unser Geld, unser Vermögen und die Zukunft unserer Stadt. ❤️

    Thomas Köppl
    Quickborn Aktuell

  • Newsletter Nr. 10 – Quickborns nächste Millionenbaustelle, gute Nachrichten für die Waldschule und Streit um den Haushalt


    Newsletter Nr. 10 – Quickborn Aktuell


    QUICKBORN AKTUELL

    Newsletter Nr. 10

    15. Oktober 2026

    Quickborns nächste Millionenbaustelle, gute Nachrichten
    für die Waldschule und Streit um den Haushalt

    Liebe Leserinnen und Leser,

    die vergangenen Tage haben wieder einmal gezeigt,
    wie dicht gute und weniger gute Nachrichten in
    Quickborn beieinanderliegen.

    Während für die Waldschule eine wichtige Hürde
    bei der Millionenförderung genommen wurde,
    zeichnet sich an der Gronau die nächste
    kostspielige Baustelle ab.
    Die Grünen warnen angesichts der Haushaltslage
    vor einer Überschuldung, und bei der Goethe-Schule
    gibt es neue Erkenntnisse zur geplanten Übergangslösung.

    Dazu kommen eine erstaunlich langwierige Angelegenheit
    vor dem Rathaus, politische Nachrichten und natürlich
    Carla Quickborn.

    15. Oktober 2026

    1. Gronaubrücke: Die nächste Millionenbaustelle wartet schon

    Die geplante Umgehungsstraße V9 soll den Verkehr
    im Bereich der Autobahn A7 neu ordnen.
    Doch auf der vorgesehenen Verkehrsverbindung wartet
    bereits ein Problem: die sanierungsbedürftige Brücke
    über die Gronau an der Feldbehnstraße.

    Eine Instandsetzung könnte nach bisherigen Angaben
    rund 100.000 Euro kosten. Sollte die Brücke wegen
    der künftigen Verkehrsanforderungen ersetzt werden
    müssen, wäre mit einer ganz anderen Größenordnung
    zu rechnen.

    Ein Ersatzneubau könnte nach überschlägiger
    Einschätzung rund zwei Millionen Euro kosten.
    Eine amtliche Kostenberechnung liegt bislang nicht vor.

    Hinzu kommt, dass die Gronau in diesem Bereich
    zu einem europäischen FFH-Schutzgebiet gehört.
    Ein Brückenneubau müsste deshalb auch naturschutz-
    und wasserrechtliche Anforderungen erfüllen.
    Welche zusätzlichen Kosten dadurch entstehen könnten,
    ist noch offen.

    Die Verkehrsuntersuchung für die V9 soll erst 2027
    Ergebnisse liefern. Ob die vorhandene Brücke den
    künftig vorgesehenen Verkehr aufnehmen kann,
    ist daher noch nicht abschließend geklärt.

    Die eigentliche Kostenfrage:
    Was nützt eine neue Umgehungsstraße, wenn ihre
    anschließende Verkehrsinfrastruktur anschließend
    ebenfalls für Millionenbeträge erneuert werden muss?


    Den vollständigen Brückenbericht lesen →

    12. Oktober 2026

    2. Waldschule: Gute Nachrichten bei 4,92 Millionen Euro Förderung

    Für die Waldschule gibt es erfreuliche Nachrichten.
    Die Stadt Quickborn hat für den Ausbau der
    Ganztagsbetreuung rund 4,92 Millionen Euro
    Fördermittel beantragt.

    Eine zentrale Berechnungsgrundlage hat die erste
    Prüfung durch die Investitionsbank Schleswig-Holstein
    (IB.SH) bestanden.

    Die Stadt hat 20,8 Prozent der gesamten Baukosten
    dem Offenen Ganztag zugeordnet.
    Maßgeblich ist der Anteil der Gebäudeflächen,
    der künftig für die Ganztagsbetreuung genutzt werden soll.
    Die Förderbank bewertet diesen Ansatz als
    grundsätzlich nachvollziehbar.

    Das ist ein wichtiger Fortschritt. Denn bei den großen
    Schulprojekten entscheidet nicht allein die Höhe der
    Baukosten, sondern auch, welcher Anteil tatsächlich
    förderfähig ist.

    Eine endgültige Förderzusage ist damit noch nicht
    verbunden. Die erste positive Bewertung schafft aber
    eine deutlich bessere Grundlage für das weitere Verfahren.


    Alle Einzelheiten zur Waldschulförderung →

    12. Oktober 2026

    3. Goethe-Schule: Schulaufsicht begleitet die Übergangslösung

    Rund 260 Kinder der Goethe-Grundschule sollen
    während des geplanten Schulneubaus vorübergehend
    in Räume an der Feldbehnstraße umziehen.
    Dort werden bereits Schulen in freier Trägerschaft betrieben.

    Die Schulaufsicht des Kreises Pinneberg hat nun bestätigt,
    dass sie die Planungen begleitet und bereits konkrete
    Anforderungen an die künftige Unterbringung formuliert hat.

    Noch sind allerdings wichtige Punkte offen.
    Der Mietvertrag zwischen der Stadt und dem privaten
    Schulträger ist nicht abgeschlossen.
    Die Schulkonferenz der Goethe-Grundschule soll bei ihrer
    nächsten Sitzung angehört werden.

    Auch das Bildungsministerium ist eingebunden.
    Es prüft, welche Auswirkungen die Unterbringung einer
    zusätzlichen öffentlichen Grundschule auf die bestehende
    Genehmigung der Freien Gemeinschaftsschule haben könnte.
    Eine Stellungnahme des privaten Schulträgers wurde angefordert.

    Positiv ist, dass die Schulaufsicht frühzeitig beteiligt wurde.
    Jetzt kommt es darauf an, die organisatorischen und
    rechtlichen Voraussetzungen für einen sicheren Schulbetrieb
    rechtzeitig zu klären.


    Zum vollständigen Bericht über die Schulaufsicht →

    13. Oktober 2026

    4. Haushalt: Grüne warnen vor Überschuldung – SPD unterstützt Kurswechsel

    Die Quickborner Grünen schlagen angesichts der
    Finanzplanung Alarm. Für 2027 stehen rund
    89 Millionen Euro Erträge mehr als 104 Millionen Euro
    Aufwendungen gegenüber.

    Das geplante Defizit liegt damit bei etwa
    15 Millionen Euro. Nach der mittelfristigen Planung
    könnte das Eigenkapital der Stadt bis 2030 aufgebraucht sein.

    Die Grünen fordern deshalb, die geplante
    Umgehungsstraße V9 um mehrere Jahre zu verschieben
    und den Neubau der Goethe-Schule zu priorisieren.
    Ein zweiter Antrag verlangt konkrete Vorschläge zur
    Verringerung der Verwaltungsausgaben und zur
    Verbesserung der Einnahmen.

    Die SPD unterstützte beide Anträge.
    Die FDP lehnte sie ab, die CDU stimmte im Ausschuss
    für kommunale Dienstleistungen dagegen und enthielt
    sich im Finanzausschuss.

    Beim Haushaltsentwurf standen schließlich CDU und FDP
    auf der einen sowie SPD und Grüne auf der anderen Seite.
    Damit wird die Auseinandersetzung um Quickborns Finanzen
    zunehmend zu einer Debatte über politische Prioritäten.


    Zum ausführlichen Bericht →

    10. Oktober 2026

    5. 15,2 Millionen Euro Defizit: Wo bleiben die Einsparergebnisse?

    Bereits 2025 hatte das Innenministerium von Quickborn
    Konsolidierungsmaßnahmen im Umfang von mindestens
    2,5 Millionen Euro verlangt.
    Eine aktuelle Anfrage von Quickborn Aktuell sollte klären,
    welche Einsparungen tatsächlich erreicht wurden.

    Das Ministerium bestätigte zwar eingeleitete Maßnahmen,
    nannte aber keine konkreten finanziellen Ergebnisse.
    Ihre Wirkung könne teilweise erst mittel- bis
    langfristig eintreten.

    Unterdessen steigt das geplante Defizit von
    12,5 Millionen Euro für 2026 auf 15,2 Millionen Euro
    im Entwurf für 2027.
    Bis 2030 summieren sich die erwarteten Fehlbeträge
    auf rund 60 Millionen Euro.

    Besonders problematisch ist die Beendigung der
    Verwaltungsgemeinschaften mit Ellerau, Hasloh
    und Bönningstedt.
    Ab 2028 entfallen dadurch rund 3,4 Millionen Euro
    jährliche Einnahmen.
    Gleichzeitig sollen zunächst rund 70 Prozent der
    bislang zugeordneten Personalkosten bestehen bleiben.

    Hinzu kommen weitere Projekte wie der geplante
    Dritte Ort „TO HUUS“, für den noch keine
    Kostenberechnung vorliegt.
    Die finanzielle Gesamtbelastung der Stadt könnte
    daher über die bisherige Planung hinausgehen.


    Die vollständige Haushaltsanalyse lesen →

    12. Oktober 2026

    6. AKN: Wieder Zugverkehr – aber ab 26. Oktober die nächste Sperrung

    Seit dem 10. Oktober fährt die AKN-Linie A1
    nach fast acht Wochen Schienenersatzverkehr
    wieder durch Quickborn.
    Für Pendler und Schüler ist das eine willkommene Erleichterung.

    Allerdings nur vorübergehend:
    Vom 26. Oktober bis zum 12. Dezember 2026
    wird die Strecke zwischen Quickborn und Ulzburg Süd
    erneut gesperrt.
    Grund sind weitere Oberleitungsarbeiten für die künftige S5.
    Während dieser Zeit fahren Ersatzbusse.

    Auch vom 16. bis 21. November sind weitere Arbeiten
    im Bahnhof Quickborn vorgesehen, die zusätzliche
    Einschränkungen mit sich bringen.

    Ab 2028 soll die S5 Quickborn im 15-Minuten-Takt
    mit Hamburg verbinden.
    Bis dahin bleibt der Ausbau für viele Fahrgäste
    eine Geduldsprobe.


    Alle Sperrzeiten und Hintergründe →

    13. Oktober 2026

    7. Rathaus: 48.544 Euro für Poller – und noch immer fehlt die Erklärung

    Vor dem Quickborner Rathaus steht eine hydraulische
    Polleranlage, die 48.544,40 Euro gekostet hat.
    Die Poller können abgesenkt werden, damit Menschen
    mit Gehbehinderung möglichst nah an das Rathaus
    heranfahren können.

    Das ist sinnvoll. Allerdings fehlt weiterhin eine
    verständliche öffentliche Information darüber,
    wie Betroffene diese Möglichkeit nutzen können.

    Bereits im Mai 2025 wurde im zuständigen Ausschuss
    angeregt, die Bedienung beziehungsweise Anmeldung
    auf der städtischen Homepage zu erklären.
    Im Juni 2026 kündigte die Stadt nach unserer Anfrage
    an, die Informationen zeitnah zu veröffentlichen.

    Bei unserer erneuten Prüfung am 12. Oktober
    war der Hinweis auf den naheliegenden Internetseiten
    noch immer nicht auffindbar.

    Fast 17 Monate für eine einfache Information
    zur Barrierefreiheit – ein bemerkenswerter Zeitraum.


    Den vollständigen Bericht lesen →

    12. Oktober 2026

    8. CDU Quickborn: Neuer Vorstand mit fünf statt neun Mitgliedern

    Die CDU Quickborn hat am 7. Oktober ihren
    Ortsvorstand neu gewählt und dabei deutlich verkleinert.

    Mirko Beckmann bleibt Vorsitzender,
    Barbara Peña de Müller seine Stellvertreterin
    und Andi Wendt Schatzmeister.
    Birgit Hanke und Dr. Reinhardt Ax gehören dem Vorstand
    als Beisitzer an.

    Aus neun Vorstandsmitgliedern wurden damit fünf.
    Neue Gesichter gibt es nicht.
    Warum der Vorstand verkleinert wurde, geht aus
    der veröffentlichten Mitteilung nicht hervor.

    Sechs Monate vor der Landtagswahl standen in der
    öffentlichen Berichterstattung vor allem Personalien
    und Ehrungen im Mittelpunkt.
    Konkrete politische Schwerpunkte zu den aktuellen
    Quickborner Problemen wurden nicht vorgestellt.


    Weitere politische Nachrichten →

    14. Oktober 2026

    9. Annabell Krämer: Eine Rede über die Schulden von morgen

    Die FDP-Landtagsabgeordnete Annabell Krämer hat
    im Schleswig-Holsteinischen Landtag vor einer
    zunehmenden kommunalen Verschuldung gewarnt.

    Ihre Aussagen treffen auch in Quickborn einen
    empfindlichen Punkt.
    Die Stadt plant hohe Investitionen, während
    die laufenden Defizite wachsen und die künftigen
    Zinsbelastungen steigen.

    Die Rede wirft damit eine grundsätzliche Frage auf:
    Wie lange können Kommunen ihre notwendigen
    Investitionen über zusätzliche Schulden finanzieren,
    ohne ihre zukünftige Handlungsfähigkeit einzuschränken?

    Wir haben die Rede aufgegriffen, weil sie auch in
    der Quickborner Ratsversammlung eine wichtige
    Diskussion auslösen könnte.


    Zum Beitrag über die Rede →

    15. Oktober 2026

    10. Carla Quickborn: Was bedeutet eigentlich „zeitnah“?

    Unsere Carla hat sich diesmal ein besonders schönes
    Wort aus dem Quickborner Verwaltungsalltag
    vorgenommen: zeitnah.

    Bei den Rathauspollern bedeutet das offenbar,
    dass zwischen Ankündigung und Umsetzung schon einmal
    viele Monate vergehen können.

    Dazu kommen die AKN-Baustellen, ein Silent Book Club
    und natürlich Carlas gewohnt scharfer Blick auf das
    Geschehen in der Stadt.

    Eine unterhaltsame Wochenrückschau, die zeigt,
    dass Quickborn auch abseits der großen politischen
    Debatten genügend Stoff für ein Schmunzeln liefert.


    Die aktuelle Carla-Kolumne lesen →

    Zum Schluss

    Liebe Leserinnen und Leser,

    zwischen Millionenprojekten und Baustellen gibt es
    in Quickborn auch erfreuliche Entwicklungen.
    Die positive Rückmeldung der Förderbank zur Waldschule
    ist dafür ein gutes Beispiel.

    Ebenso wichtig sind die vielen Menschen,
    die sich in Vereinen, Schulen, Unternehmen
    und Nachbarschaften engagieren.

    Wir freuen uns deshalb ausdrücklich auch über Hinweise
    auf Veranstaltungen, Jubiläen, besondere Leistungen
    und gute Nachrichten aus unserer Stadt.

    Empfehlt unseren kostenlosen Newsletter gerne weiter.
    Je mehr Menschen informiert sind, desto lebendiger
    wird die Diskussion über Quickborn.

    Herzliche Grüße
    Thomas Köppl
    Quickborn Aktuell


  • Quickborns Haushalt: Grüne warnen vor Überschuldung und fordern Konsequenzen

    89 Millionen Euro Erträge, mehr als 104 Millionen Euro Aufwendungen und rund 15 Millionen Euro Defizit: Die Grünen in Quickborn warnen vor einer dramatischen Entwicklung der Stadtfinanzen. Sie fordern einen konsequenten Konsolidierungskurs und haben dazu zwei konkrete Anträge gestellt. Unterstützung erhielten sie von der SPD. CDU und FDP tragen den bisherigen Haushaltskurs weiter mit.

    13. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell | Redaktion: Thomas Köppl

    Stadt droht 2030 die Überschuldung

    Die Grünen haben sich in einem aktuellen Facebook-Beitrag deutlich zur finanziellen Lage Quickborns geäußert. Grundlage sind die Haushaltsplanungen für 2027 mit einem vorgesehenen Defizit von rund 15 Millionen Euro.

    Nach den aktuellen Planungen droht der Stadt bis 2030 die bilanzielle Überschuldung. Die Verbindlichkeiten würden dann das gesamte städtische Vermögen übersteigen.

    Hinzu kommen erhebliche neue Investitionskredite und steigende Zinsaufwendungen. Bereits heute schränken die finanziellen Verpflichtungen die Handlungsmöglichkeiten der Stadt zunehmend ein.

    Die Grünen warnen deshalb davor, dass Quickborn in wenigen Jahren finanziell weitgehend handlungsunfähig werden könnte.

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    Zwei Anträge für einen anderen Haushaltskurs

    Die Grünen haben ihre Forderungen bereits mit zwei konkreten Anträgen in die politischen Beratungen eingebracht. Beide Anträge liegen Quickborn Aktuell vor und wurden bereits ausgewertet.

    Der erste Antrag betrifft die geplante Umgehungsstraße V9. Angesichts der angespannten Haushaltslage und des beschlossenen Neubaus der Goetheschule soll die Straßenbaumaßnahme um mehrere Jahre verschoben werden. Außerdem sollen weitere Investitionen auf Einsparmöglichkeiten überprüft werden.

    Die Grünen begründen ihren Vorstoß mit der notwendigen Priorisierung städtischer Investitionen. Für die V9 sind zudem wesentliche Finanzierungsfragen offen. Auch die erforderlichen naturschutzrechtlichen Untersuchungen stehen noch aus.

    Der zweite Antrag setzt bei den laufenden Ausgaben und Einnahmen an. Die Fraktion fordert konkrete Vorschläge zur Senkung der Verwaltungsaufwendungen und zur Verbesserung der Einnahmesituation.

    Damit geht es nicht allein um die Verschiebung einzelner Bauprojekte, sondern auch um die dauerhafte Entlastung des städtischen Haushalts.

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    SPD unterstützt – CDU und FDP folgen nicht

    Die politischen Positionen wurden bereits in den Ausschussberatungen deutlich.

    Die SPD unterstützte beide Anträge der Grünen. Die FDP lehnte sie ab. Die CDU stimmte im Ausschuss für kommunale Dienstleistungen gegen den entsprechenden Vorstoß und enthielt sich im Finanzausschuss.

    Auch bei der Beratung des Haushaltsentwurfs zeigte sich die unterschiedliche Bewertung der Finanzpolitik: Während CDU und FDP den Entwurf unterstützten, lehnten Grüne und SPD ihn ab.

    Damit stehen zwei unterschiedliche politische Ansätze gegenüber. Grüne und SPD fordern stärkere Einschnitte und eine Überprüfung bisheriger Planungen. CDU und FDP halten am eingeschlagenen Haushaltskurs fest.

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    Klimaschutz bleibt auf der Tagesordnung

    Auf einen Kommentar zu den ökologischen Auswirkungen der kommunalen Planungen erklärten die Grünen ergänzend, dass Klimaschutz weiterhin ein wichtiges Element ihrer politischen Entscheidungen sei.

    Der aktuelle Beitrag konzentriere sich bewusst auf die finanziellen Auswirkungen.

    Zugleich verweist die Fraktion darauf, dass zusätzliche Straßen und die geplante Gewerbeentwicklung entlang der V9 auch zu mehr Verkehr führen werden.

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    Die finanzielle Belastung wächst weiter

    Das Haushaltsdefizit von rund 15 Millionen Euro im Jahr 2027 ist nur ein Teil der finanziellen Herausforderungen.

    Die Stadt plant bis 2029 einen Anstieg der Investitionskredite um rund 53,9 Millionen Euro. Gleichzeitig steigen die jährlichen Zinsaufwendungen nach der Finanzplanung von rund 1,65 Millionen Euro im Jahr 2025 auf etwa 3,42 Millionen Euro im Jahr 2030.

    Diese Entwicklung belastet die künftigen Haushalte zusätzlich. Geld, das für Zinsen ausgegeben werden muss, steht für andere kommunale Aufgaben nicht mehr zur Verfügung.

    Die Grünen fordern deshalb einen Kurswechsel, bevor die finanziellen Handlungsspielräume weiter schrumpfen.

    Die entscheidende politische Auseinandersetzung dreht sich inzwischen nicht mehr um die Feststellung der Haushaltsprobleme, sondern um die Konsequenzen daraus. Die Grünen haben dazu konkrete Anträge eingebracht. Die politischen Mehrheiten für einen solchen Kurswechsel fehlen bislang.

    Quellen

  • Straßenausbaubeiträge fallen weg – Quickborn übernimmt die Rechnung

    Straßenausbaubeiträge fallen weg – Quickborn übernimmt die Rechnung

    Ab 2027 sollen Grundstückseigentümer in Quickborn keine Straßenausbaubeiträge mehr zahlen. Für die Betroffenen ist das eine spürbare Entlastung. Für die Stadt fällt damit allerdings eine Einnahme weg – in einem Haushalt, der bereits mit rund 12,5 Millionen Euro im Minus steht. Eine konkrete Gegenfinanzierung ist bislang nicht erkennbar.

    Die Ratsversammlung hat am 7. September den letzten Schritt zur Abschaffung beschlossen. 20 Ratsmitglieder stimmten dafür, eines dagegen, drei enthielten sich. Die Beiträge waren bereits in den vergangenen Jahren schrittweise abgesenkt worden. Zum 1. Januar 2027 sollen sie vollständig entfallen. 2026-09-07 RV Quickborn NS oe.pdf

    Die Entlastung ist real

    Für Grundstückseigentümer ist die Entscheidung zunächst eine gute Nachricht. Werden Straßen grundlegend ausgebaut oder erneuert, müssen sie künftig keinen eigenen Straßenausbaubeitrag mehr an die Stadt zahlen. Hohe Einzelbelastungen für Anlieger entfallen damit.

    Die Kosten des Straßenbaus verschwinden allerdings nicht. Der Anteil, den bislang die betroffenen Eigentümer getragen haben, muss künftig vollständig aus dem allgemeinen Haushalt finanziert werden.

    Bei einem annähernd ausgeglichenen Haushalt wäre das vor allem eine politische Entscheidung über die Verteilung der Kosten: nicht mehr die Anlieger einer bestimmten Straße zahlen einen Anteil, sondern die Stadt insgesamt.

    Quickborn hat diesen Spielraum derzeit nicht.

    12,5 Millionen Euro Defizit

    Der Haushalt ist mit rund 12,5 Millionen Euro hochdefizitär. Gleichzeitig stehen in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen in Schulen, Straßen, Feuerwehr und weitere Infrastruktur an.

    Schon in der Ratsversammlung wurde auf diesen Widerspruch hingewiesen. Die schrittweise Abschaffung war 2021 gerade deshalb gewählt worden, weil ein sofortiger Einnahmeverzicht mit Blick auf die damalige Finanzlage nicht für vertretbar gehalten wurde. Im September 2026 wurde in derselben Debatte festgestellt, dass die Haushaltslage heute noch angespannter ist. Trotzdem fiel die Entscheidung für die vollständige Abschaffung. 2026-09-07 RV Quickborn NS oe.pdf

    Die Rechnung wird verlagert

    Damit ändert sich vor allem, wer die Rechnung bezahlt. Der einzelne Grundstückseigentümer wird entlastet. Die Stadt übernimmt seinen bisherigen Anteil.

    Fehlen dafür eigene Mittel, muss die Finanzierung aus dem übrigen Haushalt kommen. Dort konkurriert der Straßenbau mit Schulen, Feuerwehr, Kitas und anderen Aufgaben. Reichen die verfügbaren Mittel nicht aus, steigt der Kreditbedarf oder andere Ausgaben müssen zurückgestellt werden.

    Genau an dieser Stelle bleibt die politische Entscheidung unvollständig. Die Abschaffung wurde beschlossen. Eine ebenso konkrete Antwort darauf, welche Einnahmen den Ausfall ersetzen oder welche Ausgaben dafür reduziert werden sollen, ist nicht erkennbar.

    Entlastung ohne Gegenfinanzierung

    Dass Straßenausbaubeiträge bei Grundstückseigentümern unbeliebt sind, überrascht nicht. Die Rechnungen können erheblich sein. Ihre Abschaffung lässt sich deshalb gut begründen.

    Ein Einnahmeverzicht lässt sich aber nicht unabhängig von der Haushaltslage betrachten. Quickborn gibt bereits deutlich mehr aus, als die Stadt laufend einnimmt. Zusätzliche Aufgaben oder wegfallende Einnahmen vergrößern diesen Druck.

    Die Diskussion müsste deshalb zwei Fragen gleichzeitig beantworten: Soll Quickborn auf Straßenausbaubeiträge verzichten? Und wenn ja, wie finanziert die Stadt künftig den Anteil, den bisher die Anlieger getragen haben?

    Die erste Frage hat die Ratsversammlung beantwortet. Bei der zweiten bleibt es bislang offen.

    Für die Grundstückseigentümer verschwindet die Anliegerrechnung. Für Quickborn bleibt die Straßenrechnung bestehen. In einem Haushalt mit Millionen-Defizit gehört deshalb zur Entlastung auch die Antwort, wie sie bezahlt werden soll.

  • Kommentar: Goethe-Schule – hoffentlich geht das gut

    Kommentar: Goethe-Schule – hoffentlich geht das gut

    Kommentar von Thomas Köppl

    Kommentar: Goethe-Schule – hoffentlich geht das gut

    Der Neubau der Goethe-Schule ist beschlossen. Ende 2029 soll er fertig sein. Dafür werden derzeit knapp 30 Millionen Euro veranschlagt – einschließlich Abriss und mehrjähriger Zwischenunterbringung. Schon 2024 bewegte sich die Kostenschätzung für einen Neubau in dieser Größenordnung.

    30 Millionen Euro – und einige Risiken

    Inzwischen sind die Baupreise gestiegen und die Gefahrstoffanalyse der alten Schule weist unter anderem Asbest, PCB, PAK und Schwermetalle in verschiedenen Bauteilen aus. Gerade der Rückbau eines solchen Gebäudes ist kein gewöhnlicher Abriss. In der früheren Kostenprognose waren Spezialabbruch und Entsorgung schadstoffbelasteter Bauteile ausdrücklich noch nicht enthalten.

    Die knapp 30 Millionen Euro müssen sich deshalb erst noch als belastbare Größenordnung erweisen.

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    Die Straßen werden nicht breiter

    Hier beginnt bei mir das Unbehagen. Die Goethestraße und die Kleiststraße werden durch einen politischen Beschluss leider nicht breiter. Natürlich kann man darauf verweisen, dass dort seit Jahrzehnten eine Schule steht. Nur gab es vor 40 oder 50 Jahren erheblich weniger Autos, weniger Bring- und Holverkehr, keinen Ganztag in heutiger Form und längst nicht so viele Fahrräder und Roller.

    Auch die Anforderungen an Schulwegsicherheit, Rettungswege und Verkehrsführung haben sich verändert. Vielleicht hatten wir bislang schlicht Glück. Ich kann mir jedenfalls nur schwer vorstellen, dass ein moderner dreizügiger Ganztagsstandort dauerhaft über dieselben engen Zufahrten funktioniert.

    Ich hoffe, dass die Stadt dafür einen Plan entwickelt hat, der am Ende auch mich überzeugt.

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    Der Blick zurück auf 2024

    Der Blick zurück auf 2024 bleibt trotzdem ärgerlich. Damals lag die Lösung am Elsensee-Gymnasium auf dem Tisch: rund 19,9 Millionen Euro für einen zusätzlichen Gebäuderiegel und etwa 4 Millionen Euro für die Erweiterung der Sporthalle.

    Bei dieser Sporthallenerweiterung wäre eine nachvollziehbare Bedarfsermittlung interessant gewesen. Schließlich gehörte zum Schulzentrum früher zusätzlich die Realschule Heidkamp mit mehreren hundert Schülerinnen und Schülern, die ebenfalls Sportflächen benötigte.

    Bei einer Entscheidung für den Riegel hätte die Goethe-Schule zum Schuljahresbeginn 2027 einziehen können. Das ist inzwischen Schnee von gestern. Die damaligen Entscheidungen lassen sich nicht zurückdrehen. Die finanziellen Folgen bezahlen ohnehin nicht diejenigen persönlich, die sie beschlossen haben. Sie landen bei den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt.

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    Jetzt läuft plötzlich die Zeit davon

    Schwer verständlich bleibt auch der Zeitdruck. Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wurde 2021 beschlossen. Das große Investitionsprogramm ist ebenfalls seit Jahren bekannt. Trotzdem sollen nun innerhalb weniger Jahre Planung, Vergabe, Interim, Abriss und Neubau abgewickelt werden.

    Gleichzeitig konkurriert Quickborn mit zahlreichen anderen Kommunen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen um Planungsbüros, Fachkräfte und Bauunternehmen. Wer spät kommt und gleichzeitig einen festen Endtermin einhalten muss, kauft erfahrungsgemäß nicht besonders günstig ein.

    Die Kostenannahmen der Stadt sind deshalb sportlich. Der Zeitplan ist es noch mehr.

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    Das Interim an der Feldbehnstraße

    Und dann ist da die Feldbehnstraße. Dort sollen rund 260 Goethe-Kinder während der Bauzeit untergebracht werden. Einen abgeschlossenen Mietvertrag gibt es bislang nicht. Trotzdem wird die Ausschreibung für Planung und Bau der neuen Goethe-Schule bereits vorbereitet. Na, hoffentlich geht diese Kombination gut.

    Interessant ist auch eine Information aus den inzwischen vorliegenden Unterlagen: Der Stadt wurde am 1. April 2026 ein anderes Schulgebäude zum Kauf angeboten. Das Angebot wurde sehr konkret geprüft. Und dann anscheinend nicht weiterverfolgt.

    Legen wir die bekannten Tatsachen nebeneinander und denken den Gedanken einmal weiter. An der Feldbehnstraße befinden sich heute die Freie Grundschule Quickborn, die Freie Gemeinschaftsschule Quickborn und die Kita CampusEulen. Die Freie Grundschule hatte zuletzt amtlich 148 Schülerinnen und Schüler, die Gemeinschaftsschule rund 160. Mit den Goethe-Kindern wären es ungefähr 570 Schülerinnen und Schüler, dazu kommt die Kita.

    Das wirft ganz praktische Fragen auf. Drei Schulen und eine Kita an einem Standort, zwei unterschiedliche Schulträger, unterschiedliche Verantwortlichkeiten, Aufsichtspflichten und Organisationsstrukturen: Wer trägt wann für wen die Verantwortung? Wie werden Schulhöfe und Gemeinschaftsflächen getrennt oder gemeinsam genutzt? Werden Bereiche durch Zäune geteilt? Wer beaufsichtigt welche Kinder in den Pausen, beim Ganztag und auf gemeinsam genutzten Wegen? Und wer entscheidet im Alltag, wenn Interessen kollidieren?

    Man kann einen Campus gemeinsam nutzen. Aber man sollte vorher ziemlich genau wissen, wie.

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    Was bedeutet das für die Freie Gemeinschaftsschule?

    Für die Freie Gemeinschaftsschule halte ich die Entwicklung wirtschaftlich ebenfalls für schwierig. Sie bietet derzeit keine Oberstufe mehr an. Gleichzeitig lebt eine Privatschule davon, Eltern einen erkennbaren Mehrwert für ihr Schulgeld zu bieten: kleine Strukturen, ein persönliches Umfeld und eine eigene Schulkultur.

    Wenn mehr als 260 Kinder einer öffentlichen Grundschule zusätzlich auf denselben Campus ziehen, verändert sich dieses Angebot erheblich.

    Warum soll ich als Elternteil für ein besonders überschaubares Umfeld bezahlen, wenn genau diese Überschaubarkeit verloren geht? Warum soll ich für eine weiterführende Privatschule zahlen, wenn mein Kind nach Klasse 10 ohnehin die Schule wechseln muss?

    Ich hoffe, dass diese Einschätzung falsch ist. Sollte die Freie Gemeinschaftsschule diese Entwicklung wirtschaftlich nicht überstehen, wäre das sehr bedauerlich – für die Beschäftigten, die Schülerinnen und Schüler und die Schule selbst. Für die Stadt würde sich allerdings eine ganz neue Situation ergeben.

    Die Goethe-Schule wäre dann bereits an der Feldbehnstraße. Dort stehen Schulräume, Mensa und Sporthalle bereit, dazu kommen große Außenanlagen und Ganztagsflächen. Für die Kita müsste ein neuer Betreiber gefunden werden. Die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule müssten andere weiterführende Schulen besuchen.

    Und dann würde zwangsläufig gerechnet: Was kostet der Erwerb dieses vorhandenen Campus – und was kostet der Neubau an der Goethestraße?

    Auf dem Gelände der Freien Gemeinschaftsschule sind Schadstoffe im Boden bekannt. Für einen möglichen Erwerb wäre das kein nebensächlicher Punkt und dürfte den Wert des Grundstücks deutlich beeinflussen. Liegt ein Kaufpreis am Ende erheblich unter den Kosten eines Neubaus, wird diese Variante wirtschaftlich ausgesprochen interessant.

    Dann könnte die Geschichte am Ende ganz anders ausgehen: Die Goethe-Schule zieht zunächst als Interim an die Feldbehnstraße – und findet dort schließlich ihren neuen dauerhaften Standort.

    Ob es so kommt, weiß heute niemand. Aber angesichts der bekannten Fakten ist die Frage längst nicht mehr abwegig.

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    Am Ende zählt die beste Lösung für Quickborn

    Ich hoffe weiterhin, dass die Stadt einen überzeugenden Plan für die Goethestraße hat, dass die Erschließung funktioniert, das Interim organisatorisch und vertraglich trägt und am Ende eine gute neue Goethe-Schule entsteht.

    Entscheidend ist aber, dass man anschließend nicht feststellen muss, dass bessere Lösungen für die Schülerinnen und Schüler und zugleich für den Haushalt der Stadt auf dem Tisch lagen, aber nicht ernsthaft verfolgt wurden, weil sie politisch nicht in den eingeschlagenen Kurs passten.

    Das wäre schade – nicht für einzelne handelnde Personen, sondern für Quickborn. Denn bezahlen muss es am Ende die Stadt. Und damit wir Bürgerinnen und Bürger.

    Und am Ende sitzen unsere Kinder in einer spröden, kostenoptimiert gebauten Schule auf belastetem Grund, weil man auf die Taube auf dem Dach schaute und dabei den Spatz in der Hand fliegen ließ.

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