Hillwood: Ellerau vertagt – Veränderungssperre läuft im Dezember aus

Ellerau entscheidet vorerst nicht über die Verlängerung der Veränderungssperre für das Hillwood-Areal. Die Gemeindevertretung hat die Entscheidung auf Dezember vertagt – ausgerechnet auf den Monat, in dem die bestehende Sperre ausläuft. Damit bleibt eines der wichtigsten Instrumente im Streit um das geplante Logistikzentrum zunächst in der Schwebe.

Rund 30 Anwohnerinnen und Anwohner verfolgten die Sitzung. Viele hatten auf eine klare Entscheidung gehofft. Stattdessen soll erst im Dezember darüber abgestimmt werden, ob die Veränderungssperre verlängert wird.

Entscheidung wird auf den letzten Monat verschoben

Die Veränderungssperre soll die neue Bauleitplanung der Gemeinde Ellerau sichern. Die Gemeinde will die bisher möglichen industriellen Nutzungen des Gebietes einschränken und dort künftig verträglicheres Gewerbe ermöglichen.

Solange die Sperre gilt, können Vorhaben verhindert werden, die dieser Planung entgegenstehen. Genau deshalb ist die Entscheidung über eine Verlängerung für das Hillwood-Verfahren von erheblicher Bedeutung.

Dass Ellerau diese Entscheidung nun bis Dezember aufschiebt, erhöht den Zeitdruck. Dann geht es nicht mehr um eine langfristige politische Grundsatzentscheidung, sondern unmittelbar um die Frage, ob die bestehende Sicherung der Planung fortbesteht oder ausläuft.

Hillwood hat sein Vorhaben deutlich verändert

Hinzu kommt, dass Hillwood sein ursprüngliches Konzept inzwischen erheblich verändert hat. Statt der zunächst vorgesehenen bis zu 1.600 zusätzlichen Lkw-Fahrten täglich sollen nach dem erklärten Teilverzicht noch rund 700 Lkw-Fahrten entstehen.

Die Stadt Quickborn vertritt die Auffassung, dass diese erhebliche Änderung einen neuen beziehungsweise wesentlich geänderten Bauantrag erforderlich machen könnte. Sollte diese Auffassung Bestand haben, könnte die Veränderungssperre für die weitere Genehmigung eine zentrale Rolle spielen.

Genau deshalb ist die Frage, ob Ellerau die Sperre verlängert, weit mehr als eine Formalie.

Baustopp gilt weiter

Unabhängig davon besteht der Baustopp für das Logistikzentrum weiterhin. Das Schleswig-Holsteinische Oberverwaltungsgericht hatte bereits 2024 entschieden, dass zunächst nicht weitergebaut werden darf.

Im Mittelpunkt stehen seitdem vor allem die verkehrliche Erschließung und die Folgen des zusätzlichen Schwerlastverkehrs für Ellerau und Quickborn.

Quickborn hat zwar seine zwischenzeitlich erhobene Untätigkeitsklage gegen den Kreis Segeberg zurückgenommen. Der Widerspruch gegen die ursprüngliche Baugenehmigung ist damit aber nicht erledigt.

Der Kreis Segeberg muss sich weiterhin mit dem veränderten Vorhaben, den vorgelegten Unterlagen und den Auswirkungen der reduzierten Verkehrsmenge beschäftigen.

Mehrere Verfahren laufen gleichzeitig

Parallel dazu hat Hillwood selbst Klagen gegen den Kreis Segeberg und gegen die Stadt Quickborn eingereicht. Der Streit läuft damit inzwischen auf mehreren Ebenen gleichzeitig: bei der Bauaufsicht des Kreises, vor den Verwaltungsgerichten und in der Bauleitplanung der Gemeinde Ellerau.

Für die Anwohnerinnen und Anwohner entlang der betroffenen Straßen bedeutet das vor allem eines: Die Unsicherheit bleibt.

Aus den ursprünglich geplanten bis zu 1.600 Lkw-Fahrten sind zwar rund 700 geworden. Das Grundproblem ist damit jedoch nicht verschwunden. Noch immer geht es um mehrere hundert zusätzliche schwere Fahrzeuge täglich und um ein Straßennetz, dessen Leistungsfähigkeit und Verkehrssicherheit seit Jahren im Zentrum der Auseinandersetzung stehen.

Der Dezember wird entscheidend

Der nächste wichtige Termin liegt nun im Dezember. Dann muss Ellerau entscheiden, ob die Veränderungssperre verlängert wird.

Bis dahin bleibt der Baustopp bestehen. Gleichzeitig läuft die Zeit für die Gemeinde.

Die politische und rechtliche Auseinandersetzung um Hillwood ist damit keineswegs beendet. Sie geht vielmehr in die nächste Runde – und die Entscheidung über eines der wichtigsten Sicherungsinstrumente wurde bis unmittelbar vor dessen Ablauf vertagt.

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