Newsletter 9

Newsletter Nr. 9: Fördermillionen für Quickborns Schulen, 15 Millionen Euro Haushaltsdefizit, V9, SMB-Insolvenz und Neues von der Waldschule. Quickborn Aktuell Newsletter Nr. 9 8. Oktober 2026 Liebe Leserinnen und Leser, vier Tage sind seit Newsletter Nr. 8 vergangen. Für Quickborn reicht das wieder locker. Diesmal geht es um Fördermillionen für die Schulen, ein Haushaltsloch von…

Newsletter Nr. 9: Fördermillionen für Quickborns Schulen, 15 Millionen Euro Haushaltsdefizit, V9, SMB-Insolvenz und Neues von der Waldschule.
Quickborn Aktuell

Newsletter Nr. 9

8. Oktober 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

vier Tage sind seit Newsletter Nr. 8 vergangen.

Für Quickborn reicht das wieder locker.

Diesmal geht es um Fördermillionen für die Schulen, ein Haushaltsloch von mehr als 15 Millionen Euro, die immer komplizierter werdende V9 und eine Insolvenz, die viele Menschen in Quickborn unmittelbar betrifft.

Dazu gibt es auch Erfreuliches: Die Verkehrskontrolle an der Waldschule zeigte, dass vieles funktioniert. Und am Wochenende öffnet ein Quickborner Familienunternehmen Türen, hinter die man normalerweise nur in sehr schweren Momenten blickt.

Los geht’s.


🏫 Mühlenberg: Jetzt zeigt die Förderakte, wo die Millionen hängen

Bei der Grundschule Mühlenberg geht es nicht darum, ob der Ausbau teuer ist. Das wissen wir längst.

Entscheidend ist die Förderung.

Quickborn Aktuell hat die Förderakten bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein eingesehen. Dabei wird deutlich, warum die ursprünglich erhoffte Förderung keineswegs sicher ist.

Die Stadt hatte zahlreiche Flächen mit sehr hohen Ganztagsanteilen angesetzt. Teilweise mit 100 Prozent.

Beim geplanten Bewegungsraum fragte die Förderbank beispielsweise nach, ob dieser tatsächlich ausschließlich für den Ganztag genutzt wird. Für Sportflächen verwies sie auf einen Orientierungswert von lediglich 35 Prozent Ganztagsnutzung.

Auch bei Gruppenräumen, Lernlandschaften, Mensa und Küche wollte die IB.SH genauer wissen, wie die Räume tatsächlich genutzt werden.

Das klingt zunächst nach Förderrichtlinien und Prozentrechnung.

Bei einem Millionenprojekt entscheidet genau diese Prozentrechnung aber darüber, wie viele Millionen Euro am Ende aus Kiel beziehungsweise über die Investitionsbank nach Quickborn fließen.

Noch Ende Juli waren die Förderanträge der drei Quickborner Grundschulen nicht bewilligungsreif.

Bürgermeister Thomas Beckmann rechnet beim Mühlenberg inzwischen offenbar nur noch mit ungefähr der Hälfte der ursprünglich beantragten Förderung.

Das wäre kein kleiner Abschlag.

Es geht um mehrere Millionen Euro.

Und genau deshalb war die Akteneinsicht wichtig: Entscheidend ist nicht, was Quickborn beantragt hat. Entscheidend ist, was die Förderbank am Ende tatsächlich anerkennt.

Mühlenberg: Millionen-Förderung auf dem Prüfstand



💶 15 Millionen Euro Minus: Jetzt wird die Haushaltsdebatte ernst

Der Haushaltsentwurf 2027 weist ein Defizit von 15,24 Millionen Euro aus.

Auch in den Folgejahren bleibt das jährliche Minus nach der bisherigen Planung bei knapp 15 Millionen Euro.

Gleichzeitig steigt die Verschuldung.

Der Bestand der Investitionskredite soll von rund 96,98 Millionen Euro Anfang 2026 bis Ende 2029 rechnerisch auf rund 132,6 Millionen Euro anwachsen.

Hinzu kommt zusätzlicher Liquiditätsbedarf.

Und Schulden kosten Geld: Die Zins- und sonstigen Finanzauszahlungen steigen nach der Planung von rund 1,65 Millionen Euro im Jahr 2025 auf 3,42 Millionen Euro im Jahr 2030.

Damit wird aus der allgemeinen Forderung nach Haushaltskonsolidierung eine ziemlich konkrete Frage:

Was muss Quickborn jetzt machen – und was kann warten?

Die Grünen haben vorgeschlagen, die V9 zunächst zu verschieben und weitere Einsparmöglichkeiten zu suchen. Die SPD unterstützte die Anträge. FDP und CDU trugen diese Linie nicht mit.

Beim Haushaltsentwurf selbst stimmten dagegen CDU und FDP dafür, Grüne und SPD dagegen.

Das ist politisch bemerkenswert.

Wichtiger sind aber die Zahlen dahinter. Ein Defizit von mehr als 15 Millionen Euro lässt sich auf Dauer nicht mit der Hoffnung beantworten, dass es irgendwann schon besser wird.

15 Millionen Minus: Grüne wollen V9 verschieben – FDP und CDU tragen Haushalt mit



🚧 V9: Straße, Gewerbe, Landschaftsschutz – und noch immer keine endgültige Trasse

Die V9 wird immer mehr als nur ein Straßenprojekt.

Für die neue Verbindung sind bis 2029 rund 5,63 Millionen Euro eingeplant.

Gleichzeitig sollen entlang der Strecke rund 3,2 Hektar neue Gewerbeflächen entstehen. Aus deren Verkauf erhofft sich die Stadt drei bis 4,5 Millionen Euro.

Das Geld soll einen erheblichen Teil der Straße finanzieren.

Nur: Die Grundstücke müssen zunächst erschlossen und anschließend auch verkauft werden.

Wie lange das dauern kann, zeigt der EQ Businesspark. Dort waren Ende 2025 erst vier von 20 Grundstücken verkauft.

Hinzu kommt inzwischen die Naturschutzfrage.

Der Kreis Pinneberg hat Quickborn Aktuell bestätigt, dass die Untere Naturschutzbehörde bereits seit Mitte 2025 in die Planungen eingebunden ist. Auch die Forstbehörde ist beteiligt.

Geprüft werden verschiedene Trassenführungen, Artenschutz, Landschaftsschutz und eine mögliche Betroffenheit des europäischen FFH-Gebiets Pinnau/Gronau.

Eine endgültige Trasse gibt es weiterhin nicht. Ein formales Genehmigungsverfahren läuft ebenfalls noch nicht.

Damit steht derzeit eine bemerkenswerte Kombination im Raum:

Baubeginn 2027 wird politisch genannt – die endgültige Trasse steht aber noch nicht fest.

Und genau dort dürfte die V9 in den kommenden Monaten noch reichlich Gesprächsstoff liefern.

V9: Neue Gewerbeflächen sollen die Straße bezahlen /Landschaftsschutzgebiet soll planiert werden.


V9: Kreis bestätigt Abstimmungen seit 2025 – FFH-Prüfung wird zum Knackpunkt



🏫 Goethe-Schule: Hoffentlich bleiben die Fördermillionen erhalten

Auch bei der Goethe-Schule lohnt sich inzwischen der Blick in die Förderunterlagen.

Ende 2025 beantragte Quickborn rund sechs Millionen Euro für ein Projekt aus Erweiterung und Sanierung.

Seit dem 23. September steht fest: Dieses Projekt wird so nicht gebaut.

Stattdessen soll die Goethe-Schule vollständig neu entstehen.

Damit unterscheiden sich beantragtes und inzwischen beschlossenes Projekt erheblich.

Schon Anfang September hatte die Stadt bei der Investitionsbank nachgefragt, ob der beantragte Baukörper verschoben und verändert werden könne.

Inzwischen geht es allerdings nicht mehr nur um kleinere Veränderungen.

Es geht um einen vollständigen Neubau.

Quickborn rechnet nach bisherigem Stand nur noch mit ungefähr drei Millionen Euro Förderung.

Auch drei Millionen Euro wären viel Geld.

Aber ob und in welchem Umfang der ursprüngliche Förderantrag tatsächlich für den Neubau genutzt werden kann, muss sich erst zeigen.

Hoffentlich klappt das. Drei Millionen Euro sind kein Pappenstiel.

Hoffentlich klappt das mit den Fördergeldern: Goethe-Neubau weicht grundlegend vom Antrag ab



🏭 SMB International: Insolvenzverfahren eröffnet – Betrieb läuft weiter

Eine schwierige Nachricht für einen Quickborner Maschinenbauer.

Beim Unternehmen SMB International ist das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Das Amtsgericht Pinneberg eröffnete das Verfahren mit Wirkung zum 1. Oktober wegen Zahlungsunfähigkeit. Gleichzeitig wurde Eigenverwaltung angeordnet.

Das bedeutet: Die Geschäftsführung bleibt grundsätzlich im Amt. Das Verfahren wird durch eine gerichtlich bestellte Sachwalterin begleitet.

Auslöser der wirtschaftlichen Schwierigkeiten waren nach Angaben aus dem Sanierungsverfahren insbesondere drei Großprojekte, die durch Marktveränderungen und Lieferengpässe unrentabel geworden waren.

Wichtig ist aber auch:

Der Betrieb geht weiter.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist das ebenso wichtig wie für die Eigentümer und Geschäftspartner.

Jetzt geht es darum, das Unternehmen zu stabilisieren und eine tragfähige Zukunft zu finden.

Wir hoffen sehr, dass das gelingt – und dass möglichst viele Arbeitsplätze in Quickborn erhalten bleiben.

International: Insolvenzverfahren eröffnet – Quickborner Maschinenbauer bleibt in Eigenverwaltung



🚲 Waldschule: Die Polizeikontrolle liefert eine erfreuliche Nachricht

Vor der Waldschule wurde kontrolliert.

Im Blick der Polizei standen Elterntaxis, Fahrräder und die Geschwindigkeit der Autofahrer.

Der Anlass war ernst. Eltern und Anwohner hatten von teilweise gefährlichen und unübersichtlichen Situationen berichtet.

Das Ergebnis an diesem Morgen war allerdings erfreulich.

Alle 289 Kinder kamen sicher zur Schule. Die Fahrräder machten insgesamt einen guten Eindruck, die Kinder nutzten die Ampeln und auch die Beleuchtung funktionierte.

In der Tempo-30-Zone fiel nur ein Autofahrer mit 41 km/h auf.

Das passt auch zu der Arbeit, die zuvor bereits geleistet wurde. Die Bike-Docs hatten an den Quickborner Grundschulen Fahrräder überprüft und kleinere Mängel teilweise gleich mit Bordmitteln behoben. Eltern haben ebenfalls nachgebessert.

So sollte Prävention funktionieren:

Mängel erkennen, beheben – und bei der nächsten Kontrolle sieht es besser aus.

Ganz erledigt ist das Thema Verkehrssicherheit damit natürlich nicht. Die Polizei will die Bereiche vor den Schulen weiter im Blick behalten.


https://www.quickborn.de/Ver%C3%B6ffentlichungen/Quickborn/Pressemitteilungen/PM%2B2026-333.html


🚗 790.000 Euro für neue Asphaltdecken

Wer in den nächsten Wochen durch Quickborn fährt, sollte mit einigen Umleitungen rechnen.

Die Stadt setzt ihr Asphaltprogramm fort. Für die jetzt angekündigten Arbeiten werden rund 790.000 Euro ausgegeben.

2026 sollen insgesamt etwa 15.000 Quadratmeter neue Asphaltdecken aufgebracht werden.

Betroffen sind unter anderem Langenkamp, Querkamp, Klingenberg/Himmelmoorchaussee, Heidkampstraße, Harksheider Weg und Klaus-Groth-Straße.

Straßenunterhaltung ist notwendig. Wer Schäden immer weiter aufschiebt, bezahlt später häufig mehr.

Interessant bleibt trotzdem die Finanzierung.

Im Haushalt stehen jährlich rund 1,5 Millionen Euro für Asphaltarbeiten – gleichzeitig schreibt Quickborn Millionenverluste.

Die Straßen müssen gemacht werden.

Die größere Baustelle bleibt deshalb der Haushalt.

790.000 Euro für Asphalt – Quickborn unterhält Straßen trotz Millionen-Defizit



⚽ Quickborn trauert um Uwe Langeloh

Mit Uwe Langeloh hat Quickborn einen Menschen verloren, der den Fußball in unserer Stadt über Jahrzehnte geprägt hat.

Er wurde 90 Jahre alt.

Bereits 1947 trat er als Elfjähriger in den damaligen FC Holstein Quickborn ein. Später war er Spieler, Jugendtrainer, Schiedsrichter, Jugendleiter, Sportwart und Leiter der Fußballabteilung.

Er half beim Bau von Sportanlagen, organisierte Turniere, gründete Förderstrukturen und dokumentierte die Geschichte des Quickborner Fußballs.

Fast acht Jahrzehnte Verbindung zu einem Verein – das ist außergewöhnlich.

Uwe Langeloh hatte dabei durchaus Ecken und Kanten. Er sagte seine Meinung. Manchmal sehr deutlich. Und wenn er von etwas überzeugt war, konnte er ausgesprochen hartnäckig sein.

Vielleicht braucht Ehrenamt manchmal genau solche Menschen.

Menschen, die nicht nur reden, sondern machen.

Der Quickborner Fußball verliert eines seiner Urgesteine.

Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und seinen Freunden.


🕯️ Ein ungewöhnlicher Blick hinter die Kulissen

Am Samstag, 10. Oktober, öffnet das Quickborner Bestattungshaus Timm Westphalen von 11 bis 17 Uhr seine Türen.

Das klingt zunächst nach einem ungewöhnlichen Ausflugstipp.

Ist es auch.

Aber vielleicht gerade deshalb nachdenkenswert.

Was passiert eigentlich nach dem Tod eines Menschen? Wie wird ein Verstorbener versorgt? Was geschieht bei einer Einäscherung? Welche Möglichkeiten gibt es für einen persönlichen Abschied? Und was kann man schon zu Lebzeiten regeln?

Über solche Fragen sprechen viele Menschen erst, wenn sie plötzlich beantwortet werden müssen.

Der Tag der offenen Tür bietet die Möglichkeit, vorher darüber zu sprechen – ohne konkreten Trauerfall und ohne Zeitdruck.

Zum Programm gehören Rundgänge, Gespräche über Trauer und Bestattung, Einblicke in die Arbeit eines Krematoriums und die Möglichkeit, ganz praktische Fragen zu stellen.

Ein sensibles Thema.

Aber eines, das irgendwann jede Familie betrifft.

Hinter den Kulissen eines Bestattungshauses: Timm Westphalen lädt zum offenen Gespräch über Tod, Trauer und Abschied ein



📌 Kurz gesagt

Vier Tage nach dem letzten Newsletter geht es diesmal wieder um ziemlich viel Geld.

Bei Mühlenberg zeigen die Förderakten, warum Millionen auf dem Prüfstand stehen.

Beim Goethe-Neubau ist offen, wie viel vom alten Förderantrag für das neue Projekt übrig bleibt.

Der Haushalt schreibt mehr als 15 Millionen Euro Minus.

Und bei der V9 treffen inzwischen Straßenbau, Gewerbeentwicklung, Finanzierung und Naturschutz unmittelbar aufeinander.

Daneben gibt es Nachrichten, die eine Stadt ebenfalls ausmachen: Ein Unternehmen kämpft um seine Zukunft, Kinder kommen sicher zur Schule und Quickborn verabschiedet sich von einem Mann, der fast acht Jahrzehnte für seinen Verein gelebt hat.

Und manchmal lohnt es sich auch, eine Tür zu öffnen, durch die man sonst lieber nicht gehen möchte.

Quickborn bleibt vielfältig. Und es bleibt genug zu berichten.


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