Die geplante V9 schafft eine neue durchgehende Verbindung für den Schwerlastverkehr zwischen der A7 und der B4. Besonders bei den regelmäßigen Staus auf der Autobahn wird die Strecke für Lkw von und nach Hamburg interessant. Zusätzlich entsteht für Teile Norderstedts eine neue Zufahrt zur A7, insbesondere in Fahrtrichtung Norden. Die Bahnstraße und die Ellerauer Straße werden dadurch entlastet. Auf der Ulzburger Landstraße und dem Harksheider Weg ist dagegen mit deutlich mehr Verkehr zu rechnen.
23. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell | Thomas Köppl
Aus der V9 wird eine neue Lkw-Verbindung
Bereits im August 2025 hatte Quickborn Aktuell bei der Stadt nachgefragt, ob auf der geplanten V9 künftig Lkw-Verkehr vorgesehen sei. Eine konkrete Antwort konnte die Verwaltung seinerzeit nicht geben.
Inzwischen plant die Stadt entlang der V9 rund 3,2 Hektar neue Gewerbeflächen. Die Erschließung muss entsprechend auch für schweren Lieferverkehr ausgelegt werden.
Bürgermeister Thomas Beckmann hat erklärt, dass es für den Straßenbau der V9 keine Förderung geben wird. Die Stadt will deshalb einen erheblichen Teil der Kosten über den Verkauf der neuen Gewerbegrundstücke finanzieren.
Allerdings sind die zusätzlichen Kosten für die Erschließung der Gewerbegrundstücke bislang nicht kalkuliert. Dazu gehören Grundstückszufahrten, Straßenbeleuchtung, Begrünung, Grünstreifen und Versickerungsflächen.
Mit der V9 entsteht zugleich eine neue durchgehende Lkw-Verbindung zwischen der A7 und der B4.
Neue Ausweichstrecke bei Autobahnstau
Auf der A7 kommt es regelmäßig zu Staus, Unfällen und Verkehrsstörungen. Der Ausweichverkehr belastet dann auch die Straßen in Quickborn und Ellerau.
Bisher führt eine wichtige Ausweichroute zwischen der Autobahn und der B4 über die Friedrichsgaber Straße, die Bahnstraße und die Ellerauer Straße.
Mit der V9 entsteht eine direktere Verbindung: Von der A7 geht es künftig über die neue Trasse zur Ulzburger Landstraße, weiter über den Harksheider Weg bis zur B4 – und umgekehrt.
Für den Durchgangsverkehr, insbesondere für schwere Lastwagen von und nach Hamburg, entfällt damit der bisherige Umweg über die Bahnstraße und die Ellerauer Straße.
Die neue Strecke wird auch für Navigationssysteme interessant, die bei Autobahnstörungen alternative Fahrtrouten anbieten.
Auch Lkw aus Norderstedt bekommen eine neue Autobahnzufahrt
Hinzu kommt Schwerlastverkehr aus Norderstedt.
Für bestimmte Bereiche Norderstedts wird die neue Verbindung über die B4, den Harksheider Weg und die V9 eine interessante Alternative zur bisherigen Fahrt über die Friedrichsgaber Straße.
Besonders für Lastwagen mit Fahrziel A7 Richtung Norden bietet sich damit ein neuer Zubringer zur Autobahnanschlussstelle Quickborn an.
Der Harksheider Weg wird dadurch nicht nur Ausweichstrecke bei Autobahnstörungen, sondern auch Teil einer neuen regulären Verbindung für den Wirtschaftsverkehr aus Norderstedt.
Diese Verkehrsverlagerung betrifft ebenso den Pkw-Verkehr. Die V9 verändert damit die Fahrtrouten auf beiden Seiten der A7.
Weniger Verkehr am Knotenpunkt Bahnstraße/Friedrichsgaber Straße
Der Knotenpunkt Bahnstraße/Friedrichsgaber Straße ist bereits heute stark belastet. Er spielte insbesondere in der Diskussion um das Hillwood-Logistikzentrum in Ellerau eine wichtige Rolle.
Durch die V9 bekommt der bisher über Ellerau geführte Durchgangsverkehr zwischen A7 und B4 eine neue Route.
Dabei geht es nicht um den Lieferverkehr zum oder vom Hillwood-Gelände, sondern um den Verkehr, der bisher dieselben Straßen und Kreuzungen nutzt.
Mit der Verlagerung dieses Verkehrs auf die V9 werden die Bahnstraße, die Ellerauer Straße und der Knotenpunkt Bahnstraße/Friedrichsgaber Straße entlastet.
Auch die Zufahrt zur Autobahn aus Richtung Ellerau profitiert, weil sich dort weniger Durchgangsverkehr mit dem örtlichen Verkehr mischt.
Die Anschlussstelle Quickborn erreicht nach den Untersuchungen der Stadt bereits heute die schlechteste Qualitätsstufe F.
Mehr Lkw auf dem Harksheider Weg und der Ulzburger Landstraße
Die neue Verkehrsführung bringt für andere Anwohner zusätzliche Belastungen.
Der Harksheider Weg wird Teil einer durchgehenden Verbindung zwischen A7 und B4. Dort ist künftig mit mehr Pkw und insbesondere mit mehr Schwerlastverkehr zu rechnen.
Zusammen kommen der Verkehr aus dem geplanten Gewerbegebiet, der Durchgangsverkehr zwischen A7 und B4, der Ausweichverkehr bei Autobahnstörungen sowie zusätzliche Fahrten aus Norderstedt.
Auch die Ulzburger Landstraße wird stärker belastet.
Das betrifft ebenso die Bewohner der Friedlandstraße. Zahlreiche Grundstücke grenzen mit ihren rückwärtigen Bereichen unmittelbar an die Ulzburger Landstraße. Zusätzliche Lastwagen werden dort vor allem durch Lärm und Abgase wahrnehmbar sein.
Bleibt zu hoffen, dass der Lkw-Verkehr nicht auch noch die Goethestraße als Ausweichstrecke entdeckt – vorbei an der dann neu gebauten Goethe-Grundschule.
Verkehrsuntersuchung erst 2027
Die Stadt hat die großräumige Verkehrsuntersuchung für die V9 erst im Juli 2026 beauftragt. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2027 erwartet.
Konkrete Zahlen zu den künftig zu erwartenden Lkw-Fahrten auf der Ulzburger Landstraße und dem Harksheider Weg liegen bislang nicht vor.
Quellen und weiterführende Unterlagen
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Stadt Quickborn – Machbarkeitsuntersuchung und Beschluss zur V9:
Mitteilung der Stadt Quickborn -
Anfrage vom 6. August 2025 zum Lkw-Verkehr auf der V9:
Anfrage bei FragDenStaat -
Stadt Quickborn, 23. Januar 2026 – Verkehrsbelastung an der A7-Anschlussstelle und Verkehrsströme aus Norderstedt:
Pressemitteilung der Stadt Quickborn -
Quickborn Aktuell, 5. Oktober 2026 – Neue Gewerbeflächen sollen die Straße bezahlen:
Bericht auf Quickborn Aktuell -
Quickborn Aktuell, 9. Oktober 2026 – Verkehrsuntersuchung und Zeitplan:
Bericht auf Quickborn Aktuell
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