Newsletter Nr. 5
Liebe Leserinnen und Leser,
seit unserem letzten Newsletter ist wieder einiges zusammengekommen.
Diesmal geht es um sehr viel Geld: Verwaltungsgemeinschaften, zwei Grundschulen, Kreisumlage und neue Investitionen. Dazu kommen Verkehr, Stadtentwicklung, Wärmeplanung und ein neuer VHH-Betriebshof.
Also: Newsletter Nr. 5.
📌 Inhalt
1. Verwaltungsgemeinschaften: Einnahmen fallen weg – Kosten bleiben
2. Zweckverband: Was kommt danach?
3. Grundschule Mühlenberg: Bis zu 18 Millionen Euro – und Folgekosten
4. Goethe-Schule: Feldbehnstraße wird konkret
5. Kreisumlage: Quickborn prüft den Rechtsweg
6. VHH: Neuer Betriebshof – alte Fläche wird frei
7. Regionalplan: Entwicklungsflächen für Quickborn
8. Tanneneck: Querungsbedarf amtlich bestätigt
9. Brücke Ulzburger Landstraße: Neuer Zeitplan
10. Hillwood: Ellerau rückt in den Mittelpunkt
11. Himmelmoor: Eigene Löschwasserversorgung
12. Wärmeplanung: Die Planungen werden konkreter
13. VHS: Mal raus aus Quickborn
14. Carla Quickborn: Viel Information – aber kommt sie auch an?
💶 Verwaltungsgemeinschaften: Einnahmen fallen weg – Kosten bleiben
Bei der Verwaltungsgemeinschaft mit Ellerau bleiben 2027 nach Einbeziehung der internen Verrechnungen ungedeckte Kosten von rund 224.500 Euro.
Vor diesen internen Verrechnungen weist der Haushalt für Ellerau noch einen Überschuss von 138.000 Euro aus. Hinzu kommen jedoch 362.500 Euro zugerechnete interne Leistungen. Daraus ergibt sich das Defizit.
Die internen Verrechnungen sind dabei keine zusätzliche Auszahlung. Sie bilden Personal-, IT- und andere zentrale Verwaltungsleistungen ab, die der Verwaltungsgemeinschaft zugerechnet werden.
Ab 2028 verändert sich die Situation grundsätzlich.
Bönningstedt, Hasloh und Ellerau scheiden zum 31. Dezember 2027 aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Quickborn aus.
Bönningstedt: 830.000 Euro
Hasloh: 750.000 Euro
Ellerau: 1.844.000 Euro
Zusammen: 3,424 Millionen Euro
Ab 2028 fallen diese Einnahmen weg.
Den drei Gemeinden sind 2027 rund 3,27 Millionen Euro Personalkosten zugeordnet.
Nach der bisherigen Quickborner Planung werden davon ab 2028 lediglich 30 Prozent eingespart.
Damit bleiben rechnerisch 70 Prozent der bisherigen Personalkosten bestehen – rund 2,29 Millionen Euro pro Jahr.
Hinzu kommen IT, Räume, Führung und weitere Verwaltungskosten.
Ascheberg bleibt bei Quickborn. Ebenso der Gewässerunterhaltungsverband Schwentinegebiet.
Die Mitarbeiter können künftig andere Aufgaben für Quickborn übernehmen. Eine finanzielle Entlastung entsteht dadurch aber nur, wenn an anderer Stelle tatsächlich Stellen oder Kosten eingespart werden.
Noch 2023 erzielten die vier Gemeindeprodukte zusammen einen Überschuss von gut einer halben Million Euro.
Mit dem Ausstieg von drei Gemeinden wird daraus ab 2028 eine völlig neue Rechnung.
🏛️ Was kommt danach? Ein Zweckverband wäre möglich
Mit dem Ende der bisherigen Verwaltungsgemeinschaften stellt sich auch die Frage nach anderen Modellen.
Wir haben uns deshalb angesehen, wie ein gemeinsamer Verwaltungszweckverband funktionieren könnte.
Die Aufgaben müssten dabei nicht auf den Zweckverband übertragen werden.
Die Gemeinden könnten weiterhin selbst entscheiden und politisch verantwortlich bleiben. Der Zweckverband würde gemeinsame Verwaltungsleistungen bereitstellen – beispielsweise Personal, IT, Finanzen oder andere Dienstleistungen.
Das wäre etwas anderes als eine Einamtung.
Entscheidend wären Organisation, Personalbedarf und Kosten.
🏫 Grundschule Mühlenberg: Bis zu 18 Millionen Euro – und Folgekosten
An der Grundschule Mühlenberg steht eines der größeren Quickborner Bauprojekte an.
Geplant ist ein viergeschossiger Erweiterungsbau mit rund 2.872 Quadratmetern Bruttogrundfläche.
Im Erdgeschoss soll unter anderem ein Bewegungsraum mit rund 437 Quadratmetern entstehen. Darüber sind Betreuungsräume vorgesehen, im dritten Obergeschoss Mensa und Mehrzweckbereich.
Die Kostenschätzung vom Dezember 2025 lag bei rund 14,67 Millionen Euro.
Im Haushalt stehen inzwischen rund 17,77 Millionen Euro für das Projekt. Hinzu kommen weitere Mittel für Umbauten im bestehenden Schulgebäude.
Damit ist aber nur die Investition beschrieben.
Wir haben deshalb auch ausgerechnet, was der Neubau später jährlich im Haushalt ausmachen kann.
Bei 85 Prozent Förderung: rund 310.000 Euro pro Jahr
Bei 30 Prozent Förderung: rund 813.000 Euro pro Jahr
Enthalten sind Finanzierungskosten, Abschreibungen nach Abzug der Förderanteile, rund 130.000 Euro Betriebskosten und etwa 42.000 Euro für laufende Instandhaltung.
Gerechnet wurde mit einem Kommunalkredit von 3,9 Prozent und einer Laufzeit von 25 Jahren.
Zusätzliche pädagogische Personalkosten und der Betrieb der Mensa sind darin noch nicht enthalten.
Die Höhe der Förderung ist deshalb für Quickborn nicht nur bei der Baufinanzierung entscheidend. Sie wirkt über viele Jahre auf den Ergebnishaushalt.
🏫 Goethe-Schule: Feldbehnstraße wird konkret
Auch bei der Goethe-Schule gibt es neue Entwicklungen.
Über Neubau, Kosten und Schadstoffe haben wir bereits berichtet. Neu ist vor allem die mögliche vollständige Verlagerung während der Bauzeit.
Das Schulamt steht nach eigenen Angaben bereits seit Juli mit der Stadt im Austausch.
Am 16. September fand ein Ortstermin an der Feldbehnstraße statt.
Dort befinden sich bereits die Freie Grundschule Quickborn, die Freie Gemeinschaftsschule Quickborn und die Kita CampusEulen.
Eine zusätzliche komplette Grundschule mit rund 260 Kindern wäre deshalb keine kleine Zwischenlösung.
Hinzu kommt die Förderung.
Statt der ursprünglich erwarteten rund sechs Millionen Euro für den offenen Ganztag stehen inzwischen nur noch ungefähr drei Millionen Euro im Raum.
Die nächsten Entscheidungen betreffen damit nicht nur den Neubau, sondern auch die Organisation eines mehrjährigen Interims.
⚖️ Kreisumlage: Quickborn will juristisch gegen die Erhöhung vorgehen
Auch beim Kreis Pinneberg geht es um viel Geld.
Der Kreisumlagesatz steigt von 29,5 auf 31,5 Prozent.
Quickborn möchte sich an einem gemeinsamen rechtlichen Vorgehen gegen die Erhöhung beteiligen.
Zusätzlich steht eine eigene Klage gegen den Kreisumlagebescheid im Raum.
Das gemeinsame Verfahren würde Quickborn nur einen vergleichsweise kleinen Betrag kosten.
Eine eigene Klage wäre deutlich teurer. Bei einem angenommenen Streitwert von rund 797.000 Euro läge das Kostenrisiko bei vollständigem Unterliegen überschlägig bei rund 45.000 Euro.
Damit geht es neben der juristischen Frage auch um das finanzielle Risiko eines eigenen Verfahrens.
🚌 VHH: Neuer Betriebshof – alte Fläche wird frei
Die VHH plant einen neuen Betriebshof an der Kieler Straße.
Der heutige Betriebshof an der Ellerauer Straße ist über knapp 100 Jahre gewachsen.
Mit der Verlagerung geht es um deutlich mehr als einen neuen Standort für Busse.
Die bisherige Fläche könnte anschließend für Wohnen und Gewerbe entwickelt werden.
Damit würde mitten in Quickborn eine größere Fläche für eine völlig neue Nutzung frei.
Für die Stadtentwicklung könnte das langfristig wichtiger sein als die eigentliche Verlagerung des Betriebshofs.
🗺️ Regionalplan: Quickborn bekommt nicht automatisch neue Flächen
Der dritte Entwurf des neuen Regionalplans für den Planungsraum III liegt vor.
Der Regionalplan legt den Rahmen für die räumliche Entwicklung der kommenden Jahre fest.
Für Quickborn fällt auf: Größere zusätzliche Entwicklungsflächen sind gegenüber dem bisherigen Stand nicht erkennbar.
Die weitergehenden Entwicklungswünsche der Stadt finden sich im dritten Entwurf jedenfalls nicht in dem Umfang wieder, wie sie politisch beschlossen und diskutiert wurden.
Damit setzt der Regionalplan auch einen wichtigen Rahmen für den Quickborner Masterplan und die künftige Stadtentwicklung.
🚲 Tanneneck: Querungsbedarf amtlich bestätigt
Am AKN-Bahnhof Tanneneck gibt es nach Jahren der Diskussion inzwischen klare Verkehrszahlen.
Die Untersuchung bestätigt einen signifikanten Querungsbedarf für Fußgänger und Radfahrer.
Morgens wurden 627, nachmittags 671 Fahrzeuge pro Stunde gezählt.
Gleichzeitig queren werktags bis zu 56 Fußgänger pro Stunde die Bahnstraße.
Der Querungsbedarf ist damit amtlich bestätigt.
Eine Entscheidung über die konkrete Lösung steht weiter aus.
🚧 Brücke Ulzburger Landstraße: Neuer Zeitplan bis 2029
Für die geplante Umgehung der Brücke Ulzburger Landstraße liegt inzwischen ein neuer Zeitplan vor.
Der Ausbau des Ohlmöhlenwegs soll im Juni oder Juli 2027 beginnen.
Die gesamte neue Verbindung soll nach derzeitiger Planung Ende 2029 fertig sein.
Verkehrsuntersuchungen, Natur- und Artenschutz, Planung, Ausschreibung und Vergabe laufen teilweise nahezu parallel.
Der Zeitplan ist entsprechend eng.
⚖️ Hillwood: Jetzt rückt Ellerau in den Mittelpunkt
Beim geplanten Hillwood-Logistikzentrum läuft der Rechtsstreit weiter.
Neu ist vor allem die Bedeutung der Gemeinde Ellerau.
Dort besteht eine Veränderungssperre für das Areal.
Gleichzeitig hat Hillwood sein Vorhaben verändert und die erwartete Verkehrsbelastung von ursprünglich bis zu 1.600 auf rund 700 Lkw-Fahrten täglich reduziert.
Damit rückt die rechtliche Behandlung der geänderten Planung stärker in den Mittelpunkt.
Der Baustopp besteht weiterhin.
🔥 Himmelmoor bekommt erstmals eine eigene Löschwasserversorgung
Nach dem Baggerbrand im Himmelmoor gibt es auch eine ganz praktische Entwicklung.
Am Betriebsgelände der Torfbahn soll erstmals eine eigene Löschwasserversorgung entstehen.
Geplant ist ein rund 41 Meter tiefer Brunnen.
Für das große Moorgebiet mit seinen besonderen Anforderungen an den Brandschutz ist das eine wichtige Verbesserung.
Bislang musste Löschwasser im Ernstfall über andere Wege herangeführt werden.
🔥 Wärmeplanung wird konkreter
Auch bei der kommunalen Wärmeplanung gibt es neue Informationen.
Die inzwischen veröffentlichte Analyse zeigt genauer, welche Bereiche Quickborns für Wärmenetze interessant sein könnten und wo eher dezentrale Lösungen vorgesehen werden.
In großen Teilen der Stadt spielen Wärmepumpen eine wichtige Rolle.
In dichter bebauten Bereichen bestehen gleichzeitig Potenziale für Wärmenetze.
Für einzelne Grundstücke ist damit noch nichts verbindlich vorgeschrieben.
Die Richtung wird aber deutlich konkreter.
🚍 Mal raus aus Quickborn: Die VHS geht auf Reisen
Es muss nicht immer Haushalt, Schule oder Gericht sein.
Die VHS Quickborn bietet gemeinsam mit Schmidt-Westerhorn mehrere Tages- und Mehrtagesfahrten an.
Auf dem Programm stehen unter anderem der Serengeti-Park, die Mosel, Haithabu, Dithmarschen und Hohenlockstedt.
Für Quickborner Teilnehmer gibt es Zustiegsmöglichkeiten vor Ort und bei Buchung über die VHS einen kleinen Preisvorteil.
Auch solche Angebote gehören zum Leben in der Stadt.
✍️ Carla Quickborn: Viel Information – aber kommt sie auch an?
Carla Quickborn beschäftigt sich diesmal mit der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt.
Zu wenig veröffentlicht wird in Quickborn jedenfalls nicht. Die Zahl der Mitteilungen ist beachtlich, auch personell wurde der Bereich verstärkt.
Carla nimmt deshalb einen anderen Widerspruch aufs Korn: Viel Information auf der einen Seite – und konkrete Fragen von Bürgern oder Medien, auf die Antworten mitunter deutlich schwerer zu bekommen sind.
Natürlich meint Carla das nicht ganz ernst.
Aber genau dafür gibt es sie.
📌 Kurz gesagt
Diese Woche zeigt, wie unterschiedlich kommunale Themen sein können.
Bei den Verwaltungsgemeinschaften geht es um dauerhafte Millionenbeträge. Mühlenberg und Goethe-Schule werden Quickborn über viele Jahre finanziell beschäftigen.
Regionalplan, VHH-Betriebshof, Wärmeplanung und Verkehrsprojekte verändern die Stadt langfristig.
Und manchmal geht es einfach um einen Brunnen im Himmelmoor oder eine Reise mit der VHS.
Wir bleiben dran.
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Quickborn Aktuell
Herausgeber und Redaktion: Thomas Köppl
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