Autor: Thomas Köppl

  • Masterplan Quickborn: Viele Szenarien – aber entscheidende Grundlagen fehlen

    Die Stadt Quickborn arbeitet seit Mitte 2024 an einem städtebaulichen Masterplan für die weitere Siedlungsentwicklung. Rund 200.000 Euro externe Sachkosten und noch einmal rund 200.000 Euro Personalkosten ergeben einen geschätzten Gesamtaufwand von etwa 400.000 Euro. Nach fast zwei Jahren Planung ist allerdings noch immer nicht eindeutig erkennbar, was die Politik am Ende tatsächlich als Masterplan beschließen soll.

    Drei Szenarien für weiteres Wachstum

    Die Planungsbüros untersuchen drei Größenordnungen für den Wohnungsbau: 100, 150 oder 200 neue Wohnungen pro Jahr. Beim mittleren Szenario von 150 Wohnungen sollen etwa 112 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern und 38 in Ein- und Zweifamilienhäusern entstehen. Dieser Wert von rund 150 Wohnungen jährlich wurde schließlich als Orientierungspfad gewählt. Etwa drei Viertel der Wohnungen sollen in Mehrfamilienhäusern entstehen, ein möglichst großer Teil innerhalb des bestehenden Siedlungsgebietes.

    Damit ist die Nachverdichtung bestehender Quartiere ein zentraler Bestandteil der Überlegungen. Die Arbeitsunterlagen unterscheiden Wohngebiete nach ihrem Verdichtungspotenzial und enthalten Aussagen zu Geschossigkeit, Bebauungsdichte und Zahl möglicher Wohnungen. Für die Innenstadt werden beispielsweise grundsätzlich vier Geschosse genannt, an besonderen Standorten sind Ausnahmen bis zu acht Geschossen vorgesehen.

    Infrastruktur: Viele Annahmen, wenig öffentlich überprüfbare Grundlage

    Die Unterlagen enthalten Berechnungen und Abschätzungen zu Kitas, Schulen, ärztlicher Versorgung und Einzelhandel. Eine detaillierte, öffentlich nachvollziehbare Infrastrukturprüfung mit offengelegten Grunddaten liegt jedoch nicht vor.

    Gerade das ist ein wesentlicher Kritikpunkt. Wer beurteilen möchte, ob 100, 150 oder 200 zusätzliche Wohnungen jährlich für Quickborn verträglich sind, müsste nachvollziehen können, auf welchen konkreten Ausgangsdaten die Berechnungen beruhen: vorhandene und zukünftige Schulkapazitäten, Kita-Plätze, Verkehrsbelastungen, Entwässerung, medizinische Versorgung und notwendige kommunale Investitionen.

    Beim Verkehr räumt die Stadt selbst ein, dass die Belastung einzelner Straßen im Masterplan nicht differenziert untersucht werden kann. Stattdessen wird inzwischen ein eigener Verkehrsentwicklungsplan empfohlen.

    Ein Masterplan soll aber gerade unterschiedliche Entwicklungen zusammenführen. Wenn wesentliche Grunddaten nicht öffentlich verfügbar sind, lässt sich auch das Ergebnis nur eingeschränkt überprüfen.

    Bürgerbeteiligung auf Basis eines Zwischenstandes

    Das führt zum zweiten zentralen Punkt: der Bürgerbeteiligung. Beim Bürgerdialog am 22. April 2026 wurden den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Ergebnisse und Entwicklungsrichtungen vorgestellt. Anschließend konnten Stellungnahmen abgegeben werden.

    Die Stadt bezeichnet die damals präsentierten Unterlagen selbst als Arbeits- und Diskussionsfassung. Der vollständige Entwurf des Masterplan-Endberichtes sollte erst nach dem Bürgerdialog erstellt werden.

    Damit entstand eine ungewöhnliche Situation: Die Bürger sollten zu einem Masterplan Stellung nehmen, dessen vollständige Grundlagen und endgültige Fassung sie noch gar nicht kannten.

    Gerade für eine fundierte Bürgerbeteiligung wären aber die zugrunde liegenden Daten, Analysen, Flächenbewertungen und Annahmen entscheidend. Erst dann lässt sich beurteilen, ob beispielsweise 150 neue Wohnungen pro Jahr sinnvoll sind, welche Quartiere betroffen wären und welche Folgekosten daraus entstehen.

    Eine erneute Beteiligungsrunde nach Veröffentlichung des vollständigen Masterplans ist nach Angaben der Stadt nicht vorgesehen.

    Sieben Seiten Leitlinien – aber offenbar ein größerer Masterplan

    Inzwischen ist auch geklärt, welche sieben Seiten die Stadt auf Anfrage als städtebauliche Leitlinien bezeichnet hat. Sie beschäftigen sich insbesondere mit Vorgärten, Einfriedungen, Bäumen, Versiegelung und Zufahrten.

    Gleichzeitig enthalten die umfangreicheren Arbeitsunterlagen wesentlich weitergehende Überlegungen zu Wohnungsbau, Flächenentwicklung, Nachverdichtung und unterschiedlichen Siedlungsbereichen.

    Deshalb bleibt die entscheidende Frage offen: Was bekommt die Politik tatsächlich zur Beschlussfassung vorgelegt?

    Sind die sieben Seiten Leitlinien das wesentliche Ergebnis? Oder wird ein umfassender Masterplan beschlossen, der die Entwicklung vieler Quickborner Wohngebiete beeinflussen kann?

    Die Stadt hat angekündigt, den Masterplan vor einer Beschlussfassung öffentlich im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt vorzustellen und als Sitzungsvorlage zur Verfügung zu stellen.

    Jetzt müssen die vollständigen Unterlagen auf den Tisch

    Vor einer abschließenden politischen Entscheidung sollte deshalb vor allem eines selbstverständlich sein: Der vollständige Masterplan einschließlich der entscheidenden Datengrundlagen muss öffentlich nachvollziehbar sein.

    Denn Bürgerbeteiligung funktioniert nur, wenn Bürger wissen, worüber sie diskutieren. Und politische Entscheidungen über die langfristige Entwicklung einer Stadt lassen sich nur bewerten, wenn nachvollziehbar ist, auf welchen Daten und Annahmen sie beruhen.

    Nach fast zwei Jahren Arbeit und einem geschätzten Gesamtaufwand von rund 400.000 Euro sollte die Beschlussvorlage genau diese Klarheit schaffen.

    Quickborn Aktuell wird deshalb nicht nur darauf schauen, was beschlossen werden soll – sondern vor allem darauf, welche Grundlagen dafür tatsächlich öffentlich vorgelegt werden.


    Quellen

    Stadt Quickborn – Städtebaulicher Masterplan Siedlungsentwicklung
    https://www.quickborn.de/Stadtentwicklung/Stadtplanung/Masterplan.html

    FragDenStaat – Städtebauliche Leitlinien
    https://fragdenstaat.de/anfrage/staedtebauliche-leitlinien/

    Weitere Grundlagen: Präsentation zum Bürgerdialog Masterplan Siedlungsentwicklung, Unterlagen von BPW Stadtplanung und GGR sowie die Abwägung der Stellungnahmen zum Bürgerdialog.

  • Update Juli–August 2026: Wirtschaft in Quickborn – was hat sich getan?

    In den vergangenen beiden Monaten gab es mehrere wichtige Entwicklungen für den Wirtschaftsstandort Quickborn. Neue Gewerbeflächen, der EQ Businesspark, comdirect, EDEKA und die Kosten der städtischen Wirtschaftsförderung gehören dazu. Nicht alles ist dabei unkritisch.

    Stadt kauft weitere Gewerbefläche

    Die Stadt sichert sich nach unseren Recherchen eine weitere Fläche im Bereich Gewerbegebiet Nord/EQ Businesspark in Richtung Bahnstraße. Der Kaufpreis liegt bei rund 2 Millionen Euro.

    Das folgt der Strategie der Stadt, frühzeitig Grundstücke für künftige Gewerbeentwicklung zu sichern. Hintergrund: Von zehn untersuchten Potenzialflächen mit insgesamt rund 160 Hektar brutto waren nach der städtischen Untersuchung kurzfristig lediglich rund 4,5 Hektar, mittelfristig weitere rund 23 Hektar aktivierbar.

    Der Ankauf kann deshalb sinnvoll sein. Er bindet aber auch erhebliche Mittel. Erschließung, Planung und spätere Infrastruktur kommen zum Kaufpreis noch hinzu.

    Das Verkehrsproblem bleibt ungelöst

    Der entscheidende Schwachpunkt liegt bei der Verkehrsanbindung.

    Die Anschlussstelle Quickborn an der A7 wurde in der Verkehrsuntersuchung mit Qualitätsstufe F bewertet – der schlechtesten Stufe. Zusätzliche Verkehre können dort nach den bisherigen Untersuchungen nicht ohne Weiteres aufgenommen werden.

    Neue Gewerbeflächen zu kaufen ist deshalb nur der erste Schritt. Entscheidend ist, wie Unternehmen, Beschäftigte und Lieferverkehr die Flächen später erreichen sollen. Ein zusätzlicher Autobahnanschluss ist bisher weder beschlossen noch kurzfristig absehbar.

    Zwei weitere Flächen werden untersucht

    Parallel lässt die Stadt zwei weitere Gewerbepotenzialflächen untersuchen. Die Potenzialanalyse wird von der IB.SH gefördert. Nach Angaben der Wirtschaftsförderung sollen daraus nicht nur Aussagen zu den beiden Grundstücken entstehen, sondern auch Erkenntnisse für die gesamte zukünftige Gewerbeflächenentwicklung Quickborns.

    Grundsätzlich ist das sinnvoll. Auffällig bleibt aber: Welche Flächen künftig stärker gewerblich entwickelt werden sollen, wird bisher weitgehend innerhalb von Verwaltung und Politik vorbereitet.

    Eine gesonderte Beteiligung der Öffentlichkeit an dieser grundsätzlichen Flächenauswahl ist bisher nicht erkennbar. Die formelle Öffentlichkeitsbeteiligung beginnt regelmäßig erst später, wenn konkrete Bauleitplanverfahren laufen.

    Gerade bei neuen Gewerbegebieten mit Auswirkungen auf Verkehr, Natur, Flächenverbrauch und Nachbarschaften wäre eine frühere Diskussion sinnvoll.

    EQ Businesspark: Nachfrage ja – aber noch freie Flächen

    Der EQ Businesspark bleibt das zentrale Projekt der Wirtschaftsförderung. Das Gebiet umfasst rund 22 Hektar. Angeboten werden Grundstücke unterschiedlicher Größen.

    Die Stadt und die WEP stimmen sich nach eigenen Angaben regelmäßig zur Vermarktung ab. Hinzu kommen Gespräche mit den Wirtschaftsförderern des Kreises und die Zusammenarbeit im Verbund NORDGATE.

    Die Stadt verweist seit längerem auf mehr als 100 Anfragen. Das ist ein positives Signal, darf aber nicht mit 100 konkreten Ansiedlungen verwechselt werden. Vier Grundstücke waren zuletzt verkauft; für weitere Flächen bestanden Optionen oder liefen Verhandlungen.

    Mit CH OLEOCHEMICALS entsteht ein konkreter neuer Unternehmensstandort. Auf rund 1.600 Quadratmetern werden etwa 2 Millionen Euro investiert. Vorgesehen sind 20 bis 25 Arbeitsplätze.

    comdirect bleibt bis 2033

    Eine klare positive Nachricht kam im August: Der Mietvertrag für den comdirect-Standort in der Pascalkehre wurde bis Ende 2033 verlängert.

    Damit bleibt ein großer Bürostandort mit rund 10.500 Quadratmetern Mietfläche langfristig erhalten. Für Quickborn ist die Sicherung bestehender großer Arbeitgeber mindestens ebenso wichtig wie die Ansiedlung neuer Betriebe.

    EDEKA am Forumsplatz schließt

    Weniger erfreulich ist die Entwicklung in der Innenstadt.

    Der EDEKA-Markt am Forumsplatz schließt zum 31. März 2027. Rund 20 Beschäftigte sind betroffen. Nach Angaben von EDEKA besteht unter anderem erheblicher Investitionsbedarf am Standort.

    Bürgermeister Thomas Beckmann führte anschließend Gespräche mit den Betreibern der EDEKA-Märkte in Ellerau und künftig Quickborn-Heide über mögliche Beschäftigungsperspektiven. Stadt und Eigentümer suchen zudem einen Nachfolger für die Fläche.

    Hier wird sich zeigen, wie leistungsfähig Wirtschaftsförderung im Bestand tatsächlich ist. Ein länger leerstehender großer Lebensmittelmarkt mitten im Zentrum wäre für die Innenstadt problematisch.

    Unternehmensgespräche und Netzwerke

    Zur Wirtschaftsförderung gehören nicht nur Grundstücksgeschäfte.

    Im Juli fand das 7. Quickborner Unternehmensfrühstück beim Golf-Club an der Pinnau statt. Themen waren unter anderem Fachkräfte, Automatisierung und das Freiwillige Handwerksjahr.

    Dazu kommen die regelmäßige Zusammenarbeit mit WEP und NORDGATE sowie Gespräche mit Unternehmen und Projektentwicklern.

    Solche Kontakte gehören zum Kerngeschäft einer Wirtschaftsförderung. Entscheidend bleibt allerdings, was daraus konkret entsteht.

    Wirtschaftsförderung wird deutlich teurer

    Genau deshalb lohnt sich auch der Blick auf die Kosten.

    Nach den Haushaltszahlen der Stadt lagen die Aufwendungen für die Wirtschaftsförderung 2022 bei rund 142.100 Euro. Für 2026 sind rund 323.200 Euro vorgesehen.

    • 2022: rund 142.100 Euro
    • 2023: 143.800 Euro Ansatz, 137.883 Euro Ist
    • 2024: 144.000 Euro Ansatz, 194.063 Euro Ist
    • 2025: 339.200 Euro
    • 2026: 323.200 Euro

    Allein die Personalkosten steigen von rund 97.500 Euro im Jahr 2023 auf rund 175.700 Euro im Ansatz 2026.

    Der Zuschussbedarf des Bereichs liegt 2026 bei rund 313.300 Euro.

    Damit hat sich der finanzielle Aufwand innerhalb weniger Jahre mehr als verdoppelt.

    Das muss nicht automatisch zu viel sein. Gute Wirtschaftsförderung kann sich durch Arbeitsplätze, Gewerbesteuer, Investitionen und die Sicherung vorhandener Unternehmen auszahlen.

    Aber genau diese Gegenrechnung fehlt bislang.

    Wie viele Unternehmen wurden durch die städtische Wirtschaftsförderung tatsächlich neu angesiedelt? Wie viele Arbeitsplätze sind dadurch entstanden? Welche zusätzlichen Gewerbesteuereinnahmen lassen sich konkret zuordnen? Wie hoch sind neben dem eigenen Personal die gesamten Kosten für WEP, NORDGATE, Marketing, Beratungen und Gewerbeflächenentwicklung?

    Auf unsere entsprechenden Fragen lag bislang keine vollständige öffentliche Gesamtdarstellung vor.

    Unser Zwischenfazit

    In Quickborn bewegt sich wirtschaftlich einiges.

    Der langfristige Verbleib von comdirect ist wichtig. Im EQ Businesspark entstehen neue Unternehmen. Die Stadt sichert weitere Flächen und untersucht zusätzliche Standorte. Gleichzeitig steht die Innenstadt vor der Aufgabe, den EDEKA-Standort neu zu besetzen.

    Kritisch bleiben vor allem drei Punkte:

    • Erstens: Neue Gewerbeflächen werden entwickelt, obwohl die Verkehrsanbindung an der A7 bereits heute nachweislich überlastet ist.
    • Zweitens: Bei der grundsätzlichen Auswahl neuer Gewerbeflächen findet bislang kaum öffentliche Diskussion statt. Die Bürgerinnen und Bürger kommen regelmäßig erst ins Spiel, wenn die Planungen bereits deutlich weiter sind.
    • Drittens: Die Kosten der Wirtschaftsförderung sind stark gestiegen. Zu den messbaren wirtschaftlichen Ergebnissen fehlt weiterhin eine ebenso klare und öffentlich nachvollziehbare Bilanz.

    Wirtschaftsförderung ist wichtig. Gerade deshalb sollte sie nicht nur aktiv, sondern auch transparent und messbar sein.

    Quellen

    • Stadt Quickborn – Gewerbeflächenentwicklung und Berichtswesen
    • Stadt Quickborn – Verkehrstechnische Untersuchungen zur A7 und Gewerbeentwicklung
    • Stadt Quickborn – Presseinformationen zur EDEKA-Schließung
    • Wirtschaftsförderung der Stadt Quickborn – Veröffentlichungen Juli/August 2026
    • WEP Wirtschaftsförderung Kreis Pinneberg / EQ Businesspark
    • Fair Value REIT AG – Mietvertragsverlängerung comdirect
    • Haushaltsunterlagen der Stadt Quickborn – Produkt Wirtschaftsförderung
    • Eigene Recherchen von Quickborn Aktuell
  • Goethe-Schule: In zwei Wochen hat sich das Bild deutlich verändert

    Bei der Goethe-Schule ist in den vergangenen zwei Wochen einiges passiert. Einzelne Punkte wirken zunächst klein. Zusammengenommen verändern sie die Diskussion über die Zukunft der Schule deutlich.

    Aus 275.000 Euro wurden 31.000 Euro

    Die ursprünglich geplante umfassende Sanierung der Schüler-WCs wurde aufgegeben. Nach der Ausschreibung hätte sie mehr als 275.000 Euro gekostet.

    Stattdessen investiert die Stadt jetzt rund 31.000 Euro in einfachere Renovierungsarbeiten ohne wesentliche Eingriffe in die Bausubstanz. Die Jungen-WCs sind fertig. Seit dem 24. August laufen die Arbeiten bei den Mädchen. Sie sollen bis 11. September abgeschlossen sein.

    Begründung der Stadt: Die Zukunft des Gebäudes ist weiterhin offen. Eine große Investition sei deshalb derzeit nicht wirtschaftlich.

    Das ist bemerkenswert. Noch vor wenigen Monaten war der Neubau am heutigen Standort die klare politische Richtung. Jetzt ist ausdrücklich wieder offen, ob neu gebaut oder der Bestand grundlegend saniert wird.

    Das Schadstoffgutachten ist jetzt vollständig bewertet

    Das Gutachten liegt bereits seit Längerem vor. Inzwischen haben wir es vollständig ausgewertet – soweit das auf Grundlage der vorliegenden Unterlagen und ohne fachgutachterliche Spezialkenntnisse laienhaft möglich ist.

    Es zeigt nicht nur den bereits bekannten hohen PCP-Wert. Gefunden wurden unter anderem Asbest, PCB, PAK, alte Mineralfasern, PCP, Lindan und hohe Bleigehalte.

    Besonders auffällig sind einzelne sehr hohe PCB-Konzentrationen in Bauteilen.

    Das bedeutet keine automatische Gefährdung des laufenden Schulbetriebs. Viele Stoffe sind gebunden. Für eine umfassende Bestandssanierung ist der Befund aber von erheblicher Bedeutung.

    Weitere Untersuchungen und Raumluftmessungen sind deshalb wichtig.

    Auch die Kosten sehen inzwischen anders aus

    Die Machbarkeitsstudie setzt derzeit rund 25,2 Millionen Euro für die Bestandssanierung an.

    Ein dreizügiger Neubau einschließlich Zweifeldhalle soll rund 26,35 Millionen Euro kosten. Mit Erweiterung auf vier Züge werden rund 28,7 Millionen Euro genannt.

    Diese Beträge sind allerdings nur frühe Kostenansätze. Die Studie selbst nennt eine Schwankungsbreite von plus/minus 40 Prozent.

    Noch wichtiger: Spezialrückbau und Entsorgung schadstoffbelasteter Bauteile sind nicht enthalten.

    Wir halten insbesondere die Neubaukosten nach dem Vergleich mit tatsächlich realisierten Schulprojekten für deutlich zu niedrig angesetzt. Das werden wir gesondert aufarbeiten.

    Interim kann weitere Millionen kosten

    Soll die Schule für einen Neubau vollständig ausgelagert werden, wird es teuer.

    Die Machbarkeitsstudie nennt für eine Containerschule über etwa dreieinhalb Jahre allein 5,7 Millionen Euro reine Mietkosten.

    Grundstück, Vorbereitung und Erschließung kommen noch hinzu.

    Damit wird deutlich: Ein vollständiger Kostenvergleich zwischen Bestandssanierung und Neubau liegt noch nicht vor.

    Jetzt sind es 263 Schülerinnen und Schüler

    Auch bei den Schülerzahlen gibt es einen neuen Stand.

    66 Kinder wurden in diesem Schuljahr an der Goethe-Schule eingeschult. Sie verteilen sich auf drei erste Klassen.

    Insgesamt besuchen jetzt 263 Schülerinnen und Schüler die Goethe-Schule. Damit ist die Dreizügigkeit längst Realität. (quickborn.de)

    Im September muss die Politik Farbe bekennen

    Die Stadt hat angekündigt, die weitere Zukunft der Goethe-Schule im September erneut politisch zu beraten. (quickborn.de)

    Dann müssen Neubau und Bestandssanierung sauber gegenübergestellt werden.

    Mit vollständigen Kosten. Mit Schadstoffsanierung. Mit Interim. Mit Sporthalle. Mit Fördermitteln. Und mit einem realistischen Zeitplan.

    Die vergangenen zwei Wochen haben eines gezeigt: Die Entscheidung über die Goethe-Schule ist wieder völlig offen – und deutlich komplizierter geworden.