Schlagwort: Quickborn

  • Quickborns Haushalt: Grüne warnen vor Überschuldung und fordern Konsequenzen

    89 Millionen Euro Erträge, mehr als 104 Millionen Euro Aufwendungen und rund 15 Millionen Euro Defizit: Die Grünen in Quickborn warnen vor einer dramatischen Entwicklung der Stadtfinanzen. Sie fordern einen konsequenten Konsolidierungskurs und haben dazu zwei konkrete Anträge gestellt. Unterstützung erhielten sie von der SPD. CDU und FDP tragen den bisherigen Haushaltskurs weiter mit.

    13. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell | Redaktion: Thomas Köppl

    Stadt droht 2030 die Überschuldung

    Die Grünen haben sich in einem aktuellen Facebook-Beitrag deutlich zur finanziellen Lage Quickborns geäußert. Grundlage sind die Haushaltsplanungen für 2027 mit einem vorgesehenen Defizit von rund 15 Millionen Euro.

    Nach den aktuellen Planungen droht der Stadt bis 2030 die bilanzielle Überschuldung. Die Verbindlichkeiten würden dann das gesamte städtische Vermögen übersteigen.

    Hinzu kommen erhebliche neue Investitionskredite und steigende Zinsaufwendungen. Bereits heute schränken die finanziellen Verpflichtungen die Handlungsmöglichkeiten der Stadt zunehmend ein.

    Die Grünen warnen deshalb davor, dass Quickborn in wenigen Jahren finanziell weitgehend handlungsunfähig werden könnte.

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    Zwei Anträge für einen anderen Haushaltskurs

    Die Grünen haben ihre Forderungen bereits mit zwei konkreten Anträgen in die politischen Beratungen eingebracht. Beide Anträge liegen Quickborn Aktuell vor und wurden bereits ausgewertet.

    Der erste Antrag betrifft die geplante Umgehungsstraße V9. Angesichts der angespannten Haushaltslage und des beschlossenen Neubaus der Goetheschule soll die Straßenbaumaßnahme um mehrere Jahre verschoben werden. Außerdem sollen weitere Investitionen auf Einsparmöglichkeiten überprüft werden.

    Die Grünen begründen ihren Vorstoß mit der notwendigen Priorisierung städtischer Investitionen. Für die V9 sind zudem wesentliche Finanzierungsfragen offen. Auch die erforderlichen naturschutzrechtlichen Untersuchungen stehen noch aus.

    Der zweite Antrag setzt bei den laufenden Ausgaben und Einnahmen an. Die Fraktion fordert konkrete Vorschläge zur Senkung der Verwaltungsaufwendungen und zur Verbesserung der Einnahmesituation.

    Damit geht es nicht allein um die Verschiebung einzelner Bauprojekte, sondern auch um die dauerhafte Entlastung des städtischen Haushalts.

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    SPD unterstützt – CDU und FDP folgen nicht

    Die politischen Positionen wurden bereits in den Ausschussberatungen deutlich.

    Die SPD unterstützte beide Anträge der Grünen. Die FDP lehnte sie ab. Die CDU stimmte im Ausschuss für kommunale Dienstleistungen gegen den entsprechenden Vorstoß und enthielt sich im Finanzausschuss.

    Auch bei der Beratung des Haushaltsentwurfs zeigte sich die unterschiedliche Bewertung der Finanzpolitik: Während CDU und FDP den Entwurf unterstützten, lehnten Grüne und SPD ihn ab.

    Damit stehen zwei unterschiedliche politische Ansätze gegenüber. Grüne und SPD fordern stärkere Einschnitte und eine Überprüfung bisheriger Planungen. CDU und FDP halten am eingeschlagenen Haushaltskurs fest.

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    Klimaschutz bleibt auf der Tagesordnung

    Auf einen Kommentar zu den ökologischen Auswirkungen der kommunalen Planungen erklärten die Grünen ergänzend, dass Klimaschutz weiterhin ein wichtiges Element ihrer politischen Entscheidungen sei.

    Der aktuelle Beitrag konzentriere sich bewusst auf die finanziellen Auswirkungen.

    Zugleich verweist die Fraktion darauf, dass zusätzliche Straßen und die geplante Gewerbeentwicklung entlang der V9 auch zu mehr Verkehr führen werden.

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    Die finanzielle Belastung wächst weiter

    Das Haushaltsdefizit von rund 15 Millionen Euro im Jahr 2027 ist nur ein Teil der finanziellen Herausforderungen.

    Die Stadt plant bis 2029 einen Anstieg der Investitionskredite um rund 53,9 Millionen Euro. Gleichzeitig steigen die jährlichen Zinsaufwendungen nach der Finanzplanung von rund 1,65 Millionen Euro im Jahr 2025 auf etwa 3,42 Millionen Euro im Jahr 2030.

    Diese Entwicklung belastet die künftigen Haushalte zusätzlich. Geld, das für Zinsen ausgegeben werden muss, steht für andere kommunale Aufgaben nicht mehr zur Verfügung.

    Die Grünen fordern deshalb einen Kurswechsel, bevor die finanziellen Handlungsspielräume weiter schrumpfen.

    Die entscheidende politische Auseinandersetzung dreht sich inzwischen nicht mehr um die Feststellung der Haushaltsprobleme, sondern um die Konsequenzen daraus. Die Grünen haben dazu konkrete Anträge eingebracht. Die politischen Mehrheiten für einen solchen Kurswechsel fehlen bislang.

    Quellen

  • Goethe-Schule: Schulaufsicht hat klare Anforderungen für die Feldbehnstraße gestellt

    Goethe-Schule: Schulaufsicht hat klare Anforderungen für die Feldbehnstraße gestellt

    Die Planungen für die vorübergehende Unterbringung der Goethe-Grundschule an der Feldbehnstraße scheinen in die richtige Richtung zu laufen. Die Schulaufsicht des Kreises Pinneberg bestätigt auf Anfrage von Quickborn Aktuell, dass sie bereits frühzeitig klare Anforderungen an den künftigen Schulstandort formuliert hat.

    12. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell | Thomas Köppl

    Rund 260 Schülerinnen und Schüler sollen während des Neubaus ihrer Schule für mehrere Jahre an die Feldbehnstraße umziehen. Dort werden bereits Schulen in freier Trägerschaft betrieben.

    Schulaufsicht hat Anforderungen formuliert

    Positiv ist, dass die Schulaufsicht die Planungen von Anfang an begleitet und ihre Anforderungen deutlich benannt hat. Beim Auftaktgespräch hat die zuständige Schulrätin diese nochmals ausdrücklich hervorgehoben.

    Damit steht fest: Die Schulaufsicht begleitet die Planungen nicht nur beratend, sondern hat auch konkrete Rahmenbedingungen für die Interimslösung formuliert.

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    Mietvertrag und Schulkonferenz: Einige Punkte sind noch offen

    Der Mietvertrag zwischen der Stadt Quickborn und dem privaten Schulträger ist noch nicht abgeschlossen. Das ist allerdings Angelegenheit der Stadt und nicht der Schulaufsicht. Hier besteht somit noch eine gewisse Unsicherheit.

    Die Schulkonferenz der Goethe-Grundschule soll bei ihrer nächsten Sitzung angehört werden. Das erscheint auch sinnvoll, denn zunächst müssen die wesentlichen Rahmenbedingungen der Unterbringung feststehen. Über konkrete organisatorische Anpassungen kann anschließend beraten werden.

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    Bildungsministerium prüft Auswirkungen auf die Freie Gemeinschaftsschule

    Auch das Bildungsministerium ist inzwischen eingebunden. Es hat bei der Geschäftsführung des privaten Schulträgers eine Stellungnahme angefordert.

    Hintergrund ist die Frage, welche Auswirkungen die zusätzliche Unterbringung einer vollständigen öffentlichen Grundschule auf die bestehende Genehmigung der Freien Gemeinschaftsschule haben kann.

    Eine Antwort liegt dem Ministerium nach Auskunft des Kreises noch nicht vor.

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    Es geht in die richtige Richtung

    Insgesamt zeichnet sich eine konstruktive Entwicklung ab. Die Schulaufsicht ist eingebunden, hat ihre Anforderungen formuliert und begleitet die weiteren Abstimmungen.

    Quickborn Aktuell hat den Kreis Pinneberg gebeten, uns diese Anforderungen zur Verfügung zu stellen. Schließlich ist gerade für die Eltern interessant, welche Voraussetzungen für einen sicheren und gut organisierten Schulbetrieb erfüllt werden müssen.

    Wenn die Anforderungen bekannt sind und die offenen Fragen geklärt werden, lässt sich die geplante Interimslösung auch sachlich bewerten.

    Unser Zwischenfazit: Es geht offenbar voran. Noch ist nicht alles geklärt, aber die schulaufsichtliche Begleitung ist ein gutes Zeichen.

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  • Waldschule: Gute Nachrichten bei der Millionenförderung – IB.SH bestätigt Quickborns Berechnung

    12. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell

    Gute Nachrichten für die Waldschule: Die Investitionsbank Schleswig-Holstein hält die Förderberechnung der Stadt Quickborn für grundsätzlich nachvollziehbar. Rund 4,92 Millionen Euro Zuschuss sind beantragt. Unsere Akteneinsicht zeigt: Die zentrale Berechnungsgrundlage hat die erste Prüfung bestanden.

    Quickborn Aktuell hat die Förderakten für alle drei Quickborner Grundschulen bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) eingesehen. Bei der Waldschule gibt es dabei eine erfreuliche Feststellung.

    Die Stadt hat 20,8 Prozent der gesamten Baukosten dem Offenen Ganztag zugerechnet. Grundlage ist der Anteil der Gebäudeflächen, der künftig für die Ganztagsbetreuung vorgesehen ist.

    Die Förderbank schreibt dazu ausdrücklich: „Dieser Ansatz ist grundsätzlich nachvollziehbar.“

    Das ist noch keine Förderzusage. Aber ein gutes Signal.

    Knapp fünf Millionen Euro beantragt

    Aus der Berechnung ergeben sich rund 5,78 Millionen Euro Kosten für den Ganztagsanteil. Bei einer Förderung von 85 Prozent stehen damit rund 4,92 Millionen Euro Zuschuss im Raum.

    Die Stadt hat den Ganztagsanteil anhand der vorgesehenen Flächen ermittelt. Genau diese Herleitung bezeichnet die Förderbank als grundsätzlich nachvollziehbar.

    Die IB.SH möchte noch bestätigt haben, dass die dem Ganztag zugeordneten Flächen tatsächlich vollständig für diesen Zweck genutzt werden.

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    Einige Fragen bleiben offen

    Ganz ohne Nachfragen geht es auch bei der Waldschule nicht.

    Die Förderbank verlangt unter anderem eine detaillierte Ausstattungsliste. Außerdem möchte sie wissen, ob ein beantragter Transportbus ausschließlich dem Ganztag dient und wie die geplante Photovoltaikanlage genutzt und finanziert werden soll.

    Weitere Angaben sind zur Nutzung vorhandener Räume und zur Finanzierung der nicht förderfähigen Baukosten erforderlich.

    Hinzu kommt der Zeitplan. Nach dem Antrag sollen die geförderten Maßnahmen bis zum 31. Dezember 2029 abgeschlossen sein. Die IB.SH fordert deshalb einen detaillierten Bauzeitenplan.

    Diese Punkte muss Quickborn noch klären. Die grundsätzliche Berechnung des Ganztagsanteils hat die Förderbank bislang jedoch nicht beanstandet.

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    Bei Goethe und Mühlenberg wackeln Millionen

    Wie wichtig eine nachvollziehbare Förderberechnung ist, zeigen die beiden anderen Quickborner Grundschulen.

    Bei der Mühlenberg-Grundschule wurden unter anderem Bewegungsraum, Mensa und Küche vollständig dem Ganztag zugerechnet. Die Förderbank verlangte dafür zusätzliche Nachweise.

    Ursprünglich wurden rund 12,83 Millionen Euro Förderung beantragt. Bürgermeister Thomas Beckmann rechnet inzwischen offenbar nur noch mit etwa der Hälfte. Damit könnten rund 6,4 Millionen Euro der ursprünglich erhofften Zuschüsse wegfallen.

    Bei der Goethe-Schule ist die Lage ebenfalls schwierig. Dort wurden ursprünglich rund sechs Millionen Euro beantragt. Inzwischen hofft die Stadt auf etwa drei Millionen Euro.

    Ob selbst diese Summe erreicht wird, bleibt offen. Schließlich wurde ursprünglich eine Erweiterung mit Sanierungsmaßnahmen beantragt. Inzwischen ist ein vollständiger Neubau beschlossen worden.

    Das ist ein grundlegend verändertes Projekt. Quickborn Aktuell sieht deshalb auch das Risiko, dass aus dem ursprünglichen Ganztagsantrag am Ende überhaupt keine Förderung bewilligt wird. Eine entsprechende Entscheidung der Förderbank liegt bislang nicht vor.

    Hoffen wir, dass wenigstens die drei Millionen Euro noch kommen. Auch das wäre kein Pappenstiel.

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    Ein gutes Signal für die Waldschule

    Bei der Waldschule sieht die Ausgangslage erfreulicher aus. Die Stadt hat ihren Ganztagsanteil klar abgegrenzt und dafür von der Förderbank eine positive erste Bewertung erhalten.

    Jetzt müssen die offenen Fragen beantwortet und der Bauzeitenplan abgestimmt werden.

    Rund 4,92 Millionen Euro sind beantragt. Wenn daraus eine verbindliche Förderzusage wird, wäre das eine richtig gute Nachricht für die Waldschule und für Quickborn.

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  • CDU Quickborn: Vorstand schrumpft – politische Botschaft Fehlanzeige

    CDU Quickborn: Vorstand schrumpft – politische Botschaft Fehlanzeige

    12. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell

    Sechs Monate vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat die CDU Quickborn ihren Vorstand neu gewählt. Aus neun Mitgliedern werden fünf. Neue Gesichter gibt es nicht. Politische Botschaften? Fehlanzeige.

    Vorstand von neun auf fünf verkleinert

    Am 7. Oktober traf sich die CDU Quickborn zur Mitgliederversammlung. Mirko Beckmann bleibt Vorsitzender, Barbara Peña de Müller seine Stellvertreterin. Andi Wendt ist weiterhin Schatzmeister. Birgit Hanke und Dr. Reinhardt Ax komplettieren als Beisitzer den Vorstand.

    Damit wurde das Führungsgremium von neun auf fünf Mitglieder verkleinert. Warum, erklärt die CDU nicht. Ob weniger Kandidaten zur Verfügung standen oder die Verkleinerung bewusst beschlossen wurde, bleibt offen.

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    Landtagswahl? War da noch etwas?

    Am 18. April 2027 wird in Schleswig-Holstein ein neuer Landtag gewählt. Die CDU-Landtagskandidatin Jennifer Drews leitete die Vorstandswahl.

    Eigentlich ein guter Zeitpunkt, um politische Schwerpunkte zu setzen. Schließlich gibt es in Quickborn genügend Gesprächsstoff.

    Ein Haushaltsdefizit von rund 15 Millionen Euro. Millioneninvestitionen in Schulen. Eine umstrittene Verkehrsplanung rund um die A7. Dazu eine ganze Reihe offener Finanzierungsfragen.

    Doch davon ist in der veröffentlichten CDU-Mitteilung nichts zu lesen.

    Stattdessen: Vorstandswahlen, Ehrungen langjähriger Mitglieder und ein gemütliches Beisammensein.

    Auch Quickborn1 berichtet über die Mitgliederversammlung. Viel mehr politische Substanz findet sich dort allerdings ebenfalls nicht.

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    Zwei Berichte, wenig Politik

    Natürlich wissen wir nicht, ob hinter verschlossenen Türen über politische Themen gesprochen wurde. Die öffentliche Darstellung lässt jedenfalls wenig davon erkennen.

    Gerade sechs Monate vor einer Landtagswahl wäre interessant gewesen, welche Ziele die CDU Quickborn verfolgt, welche Antworten sie auf die Probleme der Stadt hat und welche politischen Akzente sie setzen möchte.

    Doch die veröffentlichte Bilanz beschränkt sich weitgehend auf Personalien und Ehrungen.

    Immerhin: Der neue Vorstand steht. Und er ist deutlich kleiner.

    Wir hätten gerne mehr über die politische Arbeit der CDU Quickborn berichtet. Aber selbst die CDU hatte offenbar nicht mehr zu schreiben.

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  • 15 Millionen Euro Minus – Quickborn macht weiter, die Sparbilanz bleibt offen

    15 Millionen Euro Minus – Quickborn macht weiter, die Sparbilanz bleibt offen

    Quickborn sollte 2,5 Millionen Euro einsparen. Stattdessen wächst das geplante Haushaltsdefizit von 12,5 auf 15,2 Millionen Euro. Drei Verwaltungsgemeinschaften sind gekündigt, Millionen an Einnahmen fallen künftig weg, die Fördermittel für die Goethe-Schule stehen auf der Kippe. Gleichzeitig treibt die Stadt neue Großprojekte voran, deren Kosten teilweise noch nicht einmal berechnet wurden. Und aus Kiel? Das Innenministerium verweist auf Sparmaßnahmen, die irgendwann Wirkung zeigen sollen.

    10. Oktober 2026 | Von Thomas Köppl | Quickborn Aktuell

    Sparauflage aus Kiel – Ergebnisse unbekannt

    Bereits 2025 verlangte das Innenministerium von Quickborn Konsolidierungsmaßnahmen im Umfang von mindestens 2,5 Millionen Euro. Zunächst hatte die Stadt Sparmaßnahmen von knapp einer Million Euro beschlossen, weitere sollten folgen. Anfang 2026 wurde der Haushalt dann ohne neue Auflagen genehmigt. Die Stadt wertete dies als Anerkennung ihrer Bemühungen.

    Inzwischen liegt der Haushaltsentwurf für 2027 vor. Aus einem geplanten Defizit von 12,5 Millionen Euro im Jahr 2026 werden 15,2 Millionen Euro im kommenden Jahr. Bis 2030 summieren sich die erwarteten Fehlbeträge auf rund 60 Millionen Euro. Das Eigenkapital wäre damit nach der mittelfristigen Finanzplanung aufgebraucht.

    Quickborn Aktuell wollte deshalb vom Innenministerium wissen, welche Ergebnisse die bereits 2025 geforderten Sparmaßnahmen inzwischen erbracht haben. Pressesprecher Tim Radtke bestätigt, dass entsprechende Maßnahmen eingeleitet wurden. Ihre finanzielle Wirkung könne allerdings teilweise erst mittel- bis langfristig eintreten. Konkrete Einsparergebnisse nennt das Ministerium nicht.

    Beschlossene Sparmaßnahmen sind aber noch keine eingesparten Millionen. Gerade bei einer Stadt, deren Haushaltslage sich weiter verschlechtert, wäre eine nachvollziehbare Erfolgskontrolle angebracht.

    Der Haushaltsentwurf 2027 war nicht Gegenstand unserer Anfrage. Wie die Kommunalaufsicht die neue Finanzplanung bewertet, bleibt deshalb abzuwarten.

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    Ausgaben wachsen schneller als Einnahmen

    Die Zahlen des Haushaltsentwurfs zeigen ein deutliches Missverhältnis. Während die Einnahmen gegenüber 2026 um rund drei Prozent steigen, wachsen die Ausgaben um 5,3 Prozent. Für 2027 wird eine allgemeine Inflation von drei Prozent erwartet.

    Die Personalaufwendungen erhöhen sich um rund 2,8 Prozent auf 26 Millionen Euro. Von den zusätzlichen 700.000 Euro entfallen allerdings etwa 400.000 Euro auf Rückstellungen. Die tatsächlich auszahlungswirksamen Personalkosten steigen nur um rund 300.000 Euro. Angesichts der Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst ist das eine auffallend knappe Steigerung.

    Bei den übrigen Aufwendungen sieht es anders aus. Sie wachsen um rund 6,2 Prozent und damit erheblich schneller als die allgemeine Preisentwicklung. Natürlich gibt es Kostensteigerungen, die eine Kommune nicht beeinflussen kann. Gerade deshalb müsste deutlich werden, welche Mehrausgaben unvermeidbar sind und an welchen Stellen die Stadt selbst gegensteuert.

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    Verwaltungsgemeinschaften: Einnahmen weg, Personal bleibt

    Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung bei den Verwaltungsgemeinschaften mit Bönningstedt, Hasloh und Ellerau. Die Verträge wurden gekündigt, eine Fortsetzung der Zusammenarbeit ist gescheitert. Zum Jahresende 2027 scheiden die drei Gemeinden aus der Quickborner Verwaltung aus. Damit ist auch der Wegfall der bisherigen Einnahmen ab 2028 besiegelt.

    Das sind rund 3,4 Millionen Euro jährlich. Gleichzeitig sieht die Stadt zunächst nur eine Reduzierung der bisher zugeordneten Personalkosten um 30 Prozent vor. Rund 70 Prozent, entsprechend etwa 2,3 Millionen Euro jährlich, bleiben rechnerisch bestehen. Hinzu kommen weitere Kosten für Gebäude, IT und zentrale Verwaltungsleistungen.

    Besonders pikant: Noch 2023 hatten die vier damaligen Verwaltungsgemeinschaften zusammen einen Überschuss von rund einer halben Million Euro erwirtschaftet. Auch in früheren Jahren waren positive Ergebnisse erzielt worden. Erst durch veränderte Kostenberechnungen und die stärkere interne Verrechnung von Verwaltungsleistungen verschlechterte sich das Bild erheblich.

    Ausgerechnet die Beendigung dieser Zusammenarbeit wurde anschließend als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung behandelt.

    Nun stellt sich die Frage, wo die Einsparungen entstehen sollen, wenn die Einnahmen vollständig entfallen, der größte Teil der Personalkosten zunächst erhalten bleibt und vor allem die Fixkosten unverändert weiterlaufen. Das Quickborner Rathaus wird nicht kleiner, und auch die angemieteten Flächen werden nach Aussage der Stadt nicht reduziert. Die Kosten für Gebäude, Unterhaltung und zentrale Verwaltungsleistungen bleiben damit weitgehend bestehen, obwohl die Einnahmen aus den Verwaltungsgemeinschaften wegfallen.

    Beschäftigte können selbstverständlich andere Aufgaben übernehmen. Eine finanzielle Entlastung entsteht dadurch jedoch nur, wenn andernorts tatsächlich Kosten eingespart werden.

    Die Verwaltungsgemeinschaften werden beendet, die dafür aufgebauten Strukturen bleiben zu großen Teilen bestehen. Wie diese Rechnung den Quickborner Haushalt sanieren soll, ist bislang nicht überzeugend erklärt. Ob und in welchem Umfang das Innenministerium die früheren Überschüsse, die veränderten Kostenberechnungen und die tatsächlichen Einsparmöglichkeiten geprüft hat, geht aus seiner Antwort nicht hervor.

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    Millionenprojekte ohne vollständige Finanzierung

    Während die Stadt sparen soll, werden weitere Millionenprojekte vorangetrieben. Dabei bildet der Haushaltsentwurf längst nicht alle Vorhaben ab, die politisch bereits vorbereitet werden. Häufig fehlen konkrete Ansätze, weil die erforderliche Planungs- und Veranschlagungsreife noch nicht erreicht ist. Haushaltsrechtlich mag das richtig sein. An den späteren finanziellen Belastungen ändert es nichts.

    TO HUUS: Noch immer keine Kostenberechnung

    Ein Beispiel ist der geplante Dritte Ort TO HUUS an der Bahnhofstraße. Gemeinsam mit der ADLERSHORST Baugenossenschaft arbeitet die Stadt an einem neuen Standort für die Bücherei und weitere öffentliche Angebote. Eine Kostenberechnung liegt nach Aussage der Stadt nicht vor. Trotzdem wird das Projekt weiterentwickelt.

    Quickborn Aktuell hat deshalb selbst nachgerechnet. Unsere Modellrechnung ergibt einen jährlichen Gesamtaufwand von rund zwei Millionen Euro, etwa 1,4 Millionen Euro mehr als beim bisherigen Büchereibetrieb. Das sind keine bestätigten Projektkosten, sondern Annahmen auf Grundlage der bekannten Planungen. Aber sie zeigen die Größenordnung möglicher Verpflichtungen. Hinzu kommt der bestehende Mietvertrag für die Bücherei im Forum, der noch bis Mitte 2037 läuft.

    Goethe-Schule: Knapp sechs Millionen Euro Förderung gefährdet

    Auch bei der Goethe-Grundschule droht eine erhebliche Finanzierungslücke. Ursprünglich waren knapp sechs Millionen Euro Fördermittel eingeplant. Inzwischen ist nur noch von etwa drei Millionen Euro die Rede. Nach Auswertung der Förderunterlagen und angesichts des grundlegend veränderten Bauvorhabens geht Quickborn Aktuell allerdings davon aus, dass die Förderung im Ergebnis vollständig ausfallen könnte. Dann würden nahezu sechs Millionen Euro fehlen.

    V9: Die erhofften Grundstückserlöse

    Die von der V9 zur Goethe-Schule verschobenen 1,9 Millionen Euro lösen das Problem nicht. Das Geld steht anschließend für die Straße nicht mehr zur Verfügung. Deren Finanzierung wiederum baut auf erwarteten Grundstückserlösen zwischen drei und 4,5 Millionen Euro auf. Solange die entsprechenden Gewerbeflächen nicht entwickelt und verkauft sind, bleibt das eine Kalkulation mit künftigen Einnahmen.

    Trotz der offenen Finanzierung halten insbesondere CDU und FDP an der Fortführung der Investitionsplanungen fest. Dabei geht es längst nicht mehr allein darum, welche Projekte wünschenswert sind. Es geht darum, welche Vorhaben Quickborn bezahlen kann und welche Prioritäten die Stadt angesichts ihrer finanziellen Lage setzen muss.

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    Die Zinsausgaben werden steigen – und das dicke Ende fehlt noch

    Besonders problematisch ist die Entwicklung des Schuldendienstes. Die Zinsausgaben werden in den kommenden Jahren erheblich steigen. Die Stadt kalkuliert bis 2030 bereits mit Zins- und sonstigen Finanzaufwendungen von rund 3,4 Millionen Euro jährlich. Schon das ist eine erhebliche Belastung.

    Doch dabei sind die großen Investitionsvorhaben, die noch gar nicht vollständig in der Finanzplanung stehen, mit ihrem zusätzlichen Finanzierungsbedarf und den daraus entstehenden Zinskosten ebenfalls noch nicht vollständig berücksichtigt. Wenn weitere Schulneubauten, Verkehrsprojekte oder andere Millionenmaßnahmen über Kredite finanziert werden, steigen auch die Zinsausgaben. Die tatsächliche Belastung kann deshalb deutlich über den bislang ausgewiesenen Beträgen liegen.

    Ausgerechnet in dieser Situation hat der Schleswig-Holsteinische Landtag am 7. Oktober beschlossen, finanzschwachen Kommunen die Kreditaufnahme für bestimmte notwendige Investitionen zu erleichtern. Die Landesregierung will verhindern, dass dringend benötigte Schulen, Feuerwehren oder andere Einrichtungen auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Das ist nachvollziehbar, denn aufgeschobene Sanierungen können noch teurer werden.

    Die zusätzliche Verschuldung muss aber trotzdem bezahlt werden. Wer die Kreditaufnahme erleichtert, ohne gleichzeitig für eine tragfähige Finanzierung zu sorgen, verlagert Belastungen in spätere Haushaltsjahre.

    Warum nicht Kredite zu 0,5 oder einem Prozent?

    Eine wirkliche Entlastung könnten dagegen langfristige Investitionskredite mit besonders niedrigen Zinsen schaffen. Warum nicht Programme mit einem oder sogar nur 0,5 Prozent? Bei zehn Millionen Euro Kreditvolumen würde ein Zinssatz von 0,5 Prozent anfänglich nur 50.000 Euro Jahreszinsen verursachen, gegenüber 225.000 Euro bei 2,25 Prozent. Der Unterschied beträgt 175.000 Euro jährlich, solange die volle Kreditsumme aussteht.

    Natürlich müsste das Land die Zinsverbilligung finanzieren. Dafür käme die Entlastung unmittelbar bei den Kommunen an. Noch besser wäre eine Kombination aus günstigen Krediten und verlässlichen Investitionszuschüssen.

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    Der dritte Weg: Verwaltung wirtschaftlicher machen

    Bleibt die Frage, wie Quickborn seinen laufenden Haushalt wieder in den Griff bekommen will. In der politischen Diskussion tauchen gewöhnlich zwei Möglichkeiten auf: Einnahmen erhöhen oder Ausgaben reduzieren. Höhere Steuern und Gebühren sind bei den Bürgern unbeliebt, Kürzungen bei Personal und freiwilligen Leistungen ebenfalls.

    Der dritte Weg kommt dagegen auffallend selten vor: die systematische Rationalisierung der Verwaltung.

    Dabei geht es um die Organisation der Arbeit, überflüssige Abstimmungen, doppelte Aufgaben, Digitalisierung, Automatisierung und eine tatsächliche Überprüfung des Personalbedarfs. Gerade beim Wegfall der Verwaltungsgemeinschaften müsste die Stadt ihre bisherigen Strukturen grundlegend hinterfragen.

    Solche Reformen sind ausgesprochen unbequem. Eingespielte Zuständigkeiten müssen verändert, Stellen kritisch überprüft und Aufgaben neu verteilt werden. Innerhalb einer Verwaltung schafft man sich damit kaum Freunde. Das dürfte einer der Gründe sein, weshalb Rationalisierung deutlich seltener auf der Tagesordnung steht als allgemeine Sparappelle.

    Doch gerade hier liegt ein Ansatz, um dauerhaft Kosten zu reduzieren, ohne bei jeder Haushaltsberatung erneut über Steuererhöhungen oder die Streichung öffentlicher Angebote zu streiten.

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    Quickborn braucht keine weiteren Wunschlisten

    Was bleibt von der Antwort des Innenministeriums? Die Bestätigung, dass Quickborn Sparmaßnahmen eingeleitet hat. Wie viel dadurch tatsächlich gespart wurde, erfahren wir nicht.

    Für den konkreten Fall Quickborn entsteht damit ein ernüchternder Eindruck. Die Kommunalaufsicht verlangt Konsolidierungsmaßnahmen, konkrete Ergebnisse werden in ihrer Antwort jedoch nicht benannt. Über die Praxis in anderen Kommunen sagt das nichts aus. Für Quickborn bleiben entscheidende Fragen offen.

    Unterdessen werden die finanziellen Risiken größer. Die drei Verwaltungsgemeinschaften sind gekündigt, die Einnahmen gehen ab 2028 verloren. Die Förderung der Goethe-Schule könnte vollständig ausfallen. Bei TO HUUS fehlt nach Aussage der Stadt eine Kostenberechnung. Weitere Investitionen sind in der mittelfristigen Finanzplanung noch nicht vollständig berücksichtigt, ebenso wenig deren mögliche Auswirkungen auf den Schuldendienst.

    Die Entscheidung über neue Projekte liegt bei der Quickborner Ratsversammlung. Sie muss Prioritäten setzen und dafür sorgen, dass aus politischen Wünschen finanzierbare Vorhaben werden.

    Das Innenministerium wiederum wird bei der anstehenden Bewertung des Haushalts 2027 Gelegenheit haben, die tatsächlichen Konsolidierungsergebnisse und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Stadt genauer unter die Lupe zu nehmen.

    Denn Quickborn hat kein Problem damit, immer neue Millionenprojekte zu planen. Das Problem beginnt bei der Frage, wer sie bezahlen soll.

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  • Mühlenberg: Millionen-Förderung auf dem Prüfstand

    Quickborn hat für den Ausbau der Mühlenberg-Grundschule kräftig Fördermittel beantragt. Bürgermeister Thomas Beckmann rechnet inzwischen offenbar nur noch mit rund der Hälfte. Nach Akteneinsicht bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein wird deutlich, wo das Problem liegt.

    Quickborn Aktuell hat die Förderakten für die drei Grundschulen bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein eingesehen. Bei der Mühlenberg-Grundschule fällt dabei eines besonders auf: Die Stadt hat zahlreiche Räume mit sehr hohen Ganztagsanteilen angesetzt. Die Förderbank wollte dafür Belege.

    Der Antrag war Ende Juli noch nicht bewilligungsreif. Es ging nicht um fehlende Unterschriften oder Kleinigkeiten. Die IB.SH stellte Fragen zur Nutzung von Räumen, zu den angesetzten Quoten und damit unmittelbar zur Höhe der Förderung.

    100 Prozent für einen Bewegungsraum

    Ein Beispiel ist der geplante Bewegungsraum.

    Quickborn rechnete ihn vollständig dem Offenen Ganztag zu – 100 Prozent. Die Investitionsbank fragte nach: Wird dieser Raum wirklich nicht für regulären Schulsport oder andere Zwecke genutzt?

    Zum Vergleich verwies die Förderbank für Sportflächen auf einen Orientierungswert von lediglich 35 Prozent Ganztagsnutzung. Wer deutlich darüber liegt, muss das nachvollziehbar begründen.

    Auch bei Gruppenräumen, Lernlandschaften und Fachräumen schaute die IB.SH genau hin. Für Räume, die Schule und Ganztag gemeinsam nutzen, ist regelmäßig eine deutlich niedrigere Förderquote anzusetzen.

    Mensa und Küche ebenfalls voll angesetzt

    Dasselbe Bild bei Mensa und Schulküche.

    Auch diese Bereiche wurden nach den Unterlagen vollständig dem Ganztag zugerechnet. Die Förderbank wollte wissen, ob dort tatsächlich ausschließlich Ganztagskinder versorgt werden – oder ob Mensa und Küche auch während des normalen Schulbetriebs, bei Veranstaltungen oder für andere Zwecke genutzt werden.

    Das klingt technisch. Ist es aber nur auf den ersten Blick.

    Denn jeder Prozentpunkt entscheidet darüber, welcher Teil der Baukosten überhaupt förderfähig ist. Bei einem Millionenprojekt können aus unterschiedlichen Nutzungsquoten schnell Millionenbeträge werden.

    Beckmann rechnet nur noch mit rund der Hälfte

    Bürgermeister Thomas Beckmann hat inzwischen selbst deutlich gemacht, dass Quickborn bei der Mühlenberg-Grundschule wohl nicht mehr mit der ursprünglich erhofften Förderung rechnen kann. Im Raum stehen nur noch etwa 50 Prozent der beantragten Summe.

    Nach der Akteneinsicht überrascht das nicht.

    Der Antrag wurde Ende 2025 fristgerecht gestellt. Doch noch sieben Monate später musste die Stadt wesentliche Nutzungsanteile gegenüber der Förderbank näher erklären. Die IB.SH hatte die Anträge aller drei Schulen am 30. Juli noch nicht als bewilligungsreif eingestuft.

    Jetzt zählt, was anerkannt wird

    Für Quickborn geht es damit um viel Geld.

    Die Stadt hatte für den Ausbau der Mühlenberg-Grundschule mit erheblichen Zuschüssen gerechnet. Entscheidend ist jetzt aber nicht mehr, was beantragt wurde.

    Entscheidend ist, was die Investitionsbank am Ende anerkennt.

    Und gerade bei der Mühlenberg-Grundschule zeigt die Akte: Bei mehreren großen Flächen wollte die Förderbank genauer wissen, ob tatsächlich 100 Prozent Ganztag drinstecken, wo Quickborn 100 Prozent Ganztag draufgeschrieben hat.

    Wenn am Ende tatsächlich nur ungefähr die Hälfte der beantragten Förderung übrig bleibt, wäre das kein kleiner Abschlag. Es ginge um mehrere Millionen Euro.

    Und genau deshalb lohnt sich der Blick in die Akten.

  • Quickborn trauert um Uwe Langeloh – ein Leben für den Fußball

    Quickborn trauert um Uwe Langeloh – ein Leben für den Fußball

    Uwe Langeloh wurde am 14. Januar 1936 geboren. Am 1. Juli 1947 trat er im Alter von elf Jahren in den damaligen FC Holstein Quickborn ein. 1955 wirkte er am Zusammenschluss von FC Holstein Quickborn und TuS Quickborn zum TuS Holstein Quickborn mit. Damit gehörte er dem Quickborner Fußball nahezu acht Jahrzehnte an.

    Und er war dort weit mehr als nur Mitglied.

    Langeloh spielte selbst Fußball, ließ sich zum Jugendtrainer und Schiedsrichter ausbilden, trainierte Jugendmannschaften und übernahm schon früh Verantwortung. Von 1962 bis 1965 war er Jugendleiter. Danach folgten über Jahrzehnte Aufgaben im Spielausschuss, als Sportwart und mehrfach als Leiter der Fußballabteilung. 1979 begründete er die Quickborner Hallenfußballturniere mit.

    Sein Engagement beschränkte sich nicht auf Vorstandssitzungen und den Spielbetrieb. Langeloh gehörte zu den Menschen, die im wahrsten Sinne des Wortes selbst mit anpackten. Bereits beim Bau des früheren Sportplatzes an der Torfstraße half er mit. Später war er auch beim Aufbau des Holsten-Stadions dabei. Noch 2019 gehörte er zu den Zeitzeugen, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Stadions über dessen Entstehung und die enorme ehrenamtliche Eigenleistung berichteten.

    Das Holsten-Stadion blieb für ihn bis ins hohe Alter ein Herzensprojekt. 2022 wurde dort schließlich ein neues Eingangsschild angebracht – ein Wunsch, den Langeloh lange verfolgt hatte. Auch mit 86 Jahren mischte er sich also noch ein, wenn es um „sein“ Stadion und „seinen“ Fußball ging.

    Engagement weit über den Fußballplatz hinaus

    Uwe Langeloh verstand Vereinsarbeit nicht nur sportlich. Er war 1995 Mitbegründer des Förderkreises Fußballjugend Quickborn. Mit der Altliga wurden Benefizveranstaltungen zugunsten des Quickborner Kinderhilfswerks organisiert. Hinzu kamen zahlreiche Turniere, Veranstaltungen und Initiativen für den Nachwuchs.

    Dieses jahrzehntelange Engagement wurde vielfach gewürdigt.

    Bereits 1997 ehrte ihn die Stadt Quickborn für seine verdienstvolle Tätigkeit im Sport. 1998 erhielt er die Silberne Ehrennadel des Hamburger Fußball-Verbandes, ein Jahr später die Goldene Ehrennadel des TuS Holstein Quickborn. Am 5. Dezember 2003 zeichnete ihn die Stadt Quickborn zudem beim „Tag des Ehrenamtes“ mit einer Urkunde aus.

    Diese Auszeichnungen erzählen allerdings nur einen Teil der Geschichte. Wer Uwe Langeloh kannte, wusste: Ehrenamt bedeutete für ihn nicht, eine Urkunde an die Wand zu hängen. Es bedeutete, etwas zu tun.

    Einer mit klarer Meinung – und klaren Kanten

    Uwe Langeloh hatte eine Meinung.

    Meist eine ziemlich klare.

    Wenn ihm beim TuS Holstein, im Quickborner Sport oder auch im Rathaus etwas nicht gefiel, sagte er es. Gelegentlich sehr deutlich. Er konnte hartnäckig sein, unbequem werden und für seine Position kämpfen, bis andere längst aufgegeben hätten.

    Kompromissbereitschaft gehörte dabei nicht immer zu seinen ausgeprägtesten Eigenschaften. Und auch Zuhören fiel ihm mitunter schwer, wenn er sich seine Meinung bereits gebildet hatte. Wer mit Uwe Langeloh diskutierte, musste damit rechnen, dass aus einem kurzen Gespräch auch einmal eine längere Grundsatzdebatte wurde.

    Das war nicht immer einfach. Aber es war authentisch.

    Langeloh wollte gestalten. Er wollte Dinge voranbringen und war überzeugt von dem, was er tat. Gleichgültigkeit war ihm fremd. Gerade wenn es um den Fußball und den TuS Holstein ging, konnte er leidenschaftlich werden – und gelegentlich auch ziemlich stur.

    Seine Ecken und Kanten gehörten zu ihm genauso wie sein jahrzehntelanges Engagement. Vielleicht war es gerade diese Hartnäckigkeit, die dazu führte, dass manche seiner Projekte überhaupt umgesetzt wurden.

    Fußballgeschichte im Internet bewahrt

    Bemerkenswert früh erkannte Langeloh auch die Möglichkeiten des Internets. Am 23. März 2001 ging unter seiner Verantwortung die erste offizielle Internetseite der Fußballabteilung des TuS Holstein Quickborn online. Später entwickelte sich daraus sein unabhängiges Fan- und Förderkreisportal „Die BlauWeißRoten Kicker“.

    Die Seite war Nachrichtendienst, Ergebnisdienst, Archiv und manchmal auch Kommentarspalte in Personalunion. Vor allem aber wurde sie zu einer umfangreichen Chronik des Quickborner Fußballs.

    Noch im Januar 2026, wenige Tage vor seinem 90. Geburtstag, veröffentlichte Uwe Langeloh Beiträge über den TuS Holstein.

    Das passt zu ihm.

    Aufhören war offenbar nicht seine Lieblingsdisziplin.

    Ein Stück Quickborner Sportgeschichte

    Mit Uwe Langeloh verliert Quickborn nicht nur einen langjährigen Funktionär des TuS Holstein. Es geht ein Stück lebendige Sportgeschichte verloren.

    Er erlebte den Quickborner Fußball seit den ersten Nachkriegsjahren, spielte selbst, trainierte junge Menschen, führte die Fußballabteilung, organisierte Turniere, half beim Bau von Sportanlagen, sammelte Geld, gründete Förderstrukturen, dokumentierte die Vereinsgeschichte und mischte sich bis ins hohe Alter ein.

    Fast acht Jahrzehnte Verbindung zu einem Verein und zum Sport einer Stadt – das ist außergewöhnlich.

    Viele Menschen haben den Quickborner Sport über die Jahrzehnte begleitet. Uwe Langeloh hat ihn mitgestaltet.

    Mit Ecken und Kanten. Mit Hartnäckigkeit. Mit Leidenschaft. Und mit einer Treue zum Fußball, die ihn praktisch sein gesamtes Leben begleitet hat.

    Der Quickborner Fußball verliert eines seiner Urgesteine. Quickborn verliert einen Mann, der sich über Jahrzehnte ehrenamtlich für seine Stadt eingesetzt hat.

    Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, seinen Angehörigen und seinen Freunden.

    Uwe Langeloh wird in Quickborn nicht vergessen werden.

  • Bönningstedt plant neue Verwaltung – doch das Quickborn-Modell hat einen Haken

    Stand: 5. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell

    Bönningstedt will seine Verwaltung neu ordnen. Ein eigener Kommunalbetrieb, mehr Aufgaben vor Ort und möglicherweise nur noch ausgewählte Leistungen aus Quickborn: So sieht eine der derzeit diskutierten Varianten aus. Doch gerade dieser Mittelweg wirft Fragen auf – rechtlich und finanziell.

    Hauptamtlicher Bürgermeister seit Oktober

    Seit dem 1. Oktober hat Bönningstedt mit Helge Tiemann erstmals einen hauptamtlichen Bürgermeister. Nach einem Bericht des Quickborner Tageblatts kostet die neue Stelle rund 120.000 Euro im Jahr.

    Für eine Gemeinde mit knapp 4.600 Einwohnern ist das ungewöhnlich. Tiemann soll nicht nur die politische Führung übernehmen, sondern auch Ordnung in Verwaltungsabläufe und Finanzen bringen.

    Deutliche Kritik an Quickborn

    Aus Quickborner Sicht fällt vor allem die Kritik an der bisherigen Verwaltungsgemeinschaft auf.

    Grünen-Fraktionschef Michael Terrey erklärte gegenüber dem Quickborner Tageblatt, die Liste nicht umgesetzter Beschlüsse umfasse inzwischen rund 20 Seiten. Besonders bei Immobilien und Liegenschaften gebe es Probleme.

    Damit geht es längst nicht mehr nur um die Kosten der Zusammenarbeit. In Bönningstedt steht auch die Frage im Raum, ob die Gemeinde ihre politischen Entscheidungen mit einer eigenen Struktur schneller umsetzen könnte.

    Diskutiert wird deshalb unter anderem ein Kommunalbetrieb. Er könnte sich vor allem um kommunale Gebäude und Liegenschaften kümmern.

    Quickborn nur noch für einzelne Aufgaben?

    Bemerkenswert ist eine weitere Überlegung: Bönningstedt könnte nach 2027 möglicherweise doch teilweise bei Quickborn bleiben.

    Die Idee: Bestimmte Aufgaben würden nach Bönningstedt zurückgeholt, andere weiterhin von Quickborn erledigt. So könnten die derzeit rund 900.000 Euro jährlichen Verwaltungskosten sinken.

    Politisch klingt das zunächst einfach. Bönningstedt bestellt weniger Leistungen, Quickborn erledigt weniger Arbeit und die Rechnung wird kleiner.

    Ob es tatsächlich so funktioniert, ist eine andere Frage.

    Rechtliche Fragen bleiben

    Bönningstedt ist weiterhin eine Gemeinde ohne eigene Verwaltung. Daran ändert auch der neue hauptamtliche Bürgermeister zunächst nichts.

    Die Gemeindeordnung Schleswig-Holstein enthält für diese Konstruktion besondere Regeln. Nach § 48 GO sollen Gemeinden mit eigener hauptamtlicher Verwaltung grundsätzlich mindestens 8.000 Einwohner betreuen. Bönningstedt liegt deutlich darunter.

    Damit stellt sich die Frage, wie viele Verwaltungsaufgaben die Gemeinde selbst übernehmen kann, bevor aus einzelnen eigenen Strukturen faktisch eine eigene Gemeindeverwaltung wird.

    Ein Kommunalbetrieb für operative Aufgaben wie Gebäudeunterhaltung oder Liegenschaftsmanagement ist etwas anderes als eine eigene Kernverwaltung. Wo genau die Grenze liegt, dürfte vor einer Neuordnung geklärt werden müssen.

    Quickborn Aktuell kann diese kommunalrechtliche Frage nicht abschließend beurteilen. Zweifel an einem Modell, bei dem Bönningstedt große Teile der Verwaltung selbst übernimmt und sich nur noch einzelne Kernleistungen aus Quickborn einkauft, sind aber durchaus angebracht.

    Hinzu kommt: Selbst wenn eine solche Konstruktion zulässig wäre, müsste Quickborn mitmachen.

    Der bestehende Vertrag endet Ende 2027. Für jede weitere Zusammenarbeit wäre eine neue Vereinbarung notwendig. Bönningstedt kann daher nicht einseitig bestimmen, welche Leistungen Quickborn künftig noch erbringen soll und zu welchem Preis.

    Was das für Quickborn bedeutet

    Für Quickborn ist die Entwicklung finanziell wichtig. Mit dem Ende der bisherigen Verwaltungsgemeinschaften fallen erhebliche Einnahmen weg. Gleichzeitig muss die Stadt ihre Personal- und Verwaltungsstruktur an die geringere Aufgabenmenge anpassen.

    Eine kleinere Zusammenarbeit mit Bönningstedt könnte deshalb durchaus interessant sein. Allerdings nur dann, wenn sie organisatorisch sinnvoll, rechtlich zulässig und für Quickborn wirtschaftlich ist.

    Auch die Rechnung aus Bönningstedt – weniger Verwaltungsleistungen könnten ungefähr die Kosten des neuen Bürgermeisters einsparen – ist bisher nicht mehr als eine Annahme. Verwaltungskosten sinken nicht automatisch im gleichen Verhältnis wie einzelne Aufgaben wegfallen. Personal, IT und Fachverfahren verursachen Fixkosten.

    Am Ende stehen deshalb drei Fragen: Was darf Bönningstedt selbst übernehmen? Was will Quickborn weiterhin anbieten? Und was kostet das tatsächlich?

    Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, wird sich zeigen, ob aus der vollständigen Trennung doch noch eine kleinere Verwaltungsgemeinschaft werden kann.


    Quelle: Quickborner Tageblatt / shz, Claudia Ellersiek, „Umbruch in Bönningstedt: Helge Tiemann soll Verwaltungschaos und Finanzen in den Griff kriegen“, 5. Oktober 2026.

    Rechtlicher Hintergrund: Gemeindeordnung Schleswig-Holstein, insbesondere § 48, sowie Gesetz über kommunale Zusammenarbeit Schleswig-Holstein.


  • Newsletter Nr. 8 – Schulen, Bürgerrechte, Digitalisierung und ein trockener Freizeitsee

    Liebe Leserinnen und Leser,

    seit Newsletter Nr. 7 ist noch keine Woche vergangen.

    Für Quickborn reicht das locker.

    Diesmal geht es vor allem um eine Frage: Welche Möglichkeiten lagen bei wichtigen Entscheidungen eigentlich auf dem Tisch – und welche davon waren öffentlich bekannt?

    Das betrifft besonders die Schulen. Die Stadt hat den Kauf eines bestehenden Schulgebäudes konkret geprüft. Gleichzeitig ist der Neubau der Goethe-Schule beschlossen. Unser Kommentar dazu fällt bewusst nicht euphorisch aus.

    Dazu kommen Bürgerrechte in Ausschusssitzungen, Digitalisierung und KI im Rathaus, die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge und einige erfreulichere Themen.

    Los geht’s.


    🏫 Die Stadt prüfte den Kauf eines Schulgebäudes – warum das wichtig ist

    Das ist mehr als eine kleine Randnotiz aus einer Verwaltungsakte.

    Die Stadt Quickborn hatte ein konkretes Angebot zum Kauf eines bestehenden Schulgebäudes auf dem Tisch. Die Verwaltung prüfte das Angebot und zog einen Erwerb ernsthaft in Erwägung.

    Welches Gebäude angeboten wurde, wie hoch der Kaufpreis war und für welche Schule es genutzt werden sollte, geht aus den bisher vorliegenden Unterlagen nicht hervor.

    Problematisch ist dabei nicht, dass die Stadt einen Kauf geprüft hat.

    Im Gegenteil. Genau solche Alternativen müssen geprüft werden.

    Problematisch ist etwas anderes: Während öffentlich über Sanierungen, Erweiterungen und millionenschwere Neubauten diskutiert wurde, existierte offenbar noch eine weitere mögliche Lösung.

    Aus den bislang bekannten Unterlagen ist nicht erkennbar, dass diese Variante im öffentlichen Entscheidungsprozess mit den anderen Möglichkeiten umfassend verglichen wurde.

    Gerade bei Schulprojekten mit Kosten in zweistelliger Millionenhöhe müssen aber alle ernsthaften Alternativen auf den Tisch.

    Dazu gehören Kaufpreis, Umbaukosten, Folgekosten, Lage, Schulweg, vorhandene Räume, pädagogische Eignung und die Frage, welche Investitionen dadurch möglicherweise entfallen wären.

    Erst dann lässt sich beurteilen, ob ein Kauf sinnvoll gewesen wäre.

    Die entscheidende Frage lautet deshalb:

    Welche Alternativen zur heutigen Schulplanung wurden tatsächlich geprüft – und wer wusste wann davon?

    Wir bleiben an dem Vorgang dran.

    Stadt Quickborn erwog Kauf eines Schulgebäudes



    🏫 Goethe-Schule: Beschlossen ist beschlossen – trotzdem bleiben Zweifel

    Der Neubau der Goethe-Schule ist politisch beschlossen.

    Mit 19 zu 8 Stimmen fiel die Entscheidung deutlich aus.

    Damit könnte man das Thema eigentlich abhaken.

    Ganz so einfach ist es allerdings nicht.

    Unser Kommentar beschäftigt sich deshalb weniger mit der Frage, ob ein Neubau grundsätzlich eine gute Schule hervorbringen kann. Natürlich kann er das.

    Es geht darum, wie Quickborn zu dieser Entscheidung gekommen ist.

    Noch vor wenigen Jahren gab es andere Varianten. Ein Erweiterungsriegel an einem anderen Standort lag in einer Größenordnung von rund 19 Millionen Euro. Der Neubau an der Goethestraße bewegt sich inzwischen in einer Größenordnung von rund 30 Millionen Euro.

    Dazu kommen Fragen der Erschließung und des Schulwegs, Fördermittel, der Baugrund und ein sehr enger Zeitplan.

    Ein Neubau bietet Chancen.

    Aber eine Entscheidung wird nicht automatisch besser, nur weil sie am Ende deutlich beschlossen wurde.

    Unser Kommentar fragt deshalb, ob Quickborn bei der Suche nach der besten Lösung vielleicht zu früh auf die große Lösung gesetzt und andere Möglichkeiten aus dem Blick verloren hat.

    Hoffentlich geht das gut. Vor allem für die Kinder – und für diejenigen, die die Rechnung am Ende bezahlen.

    Kommentar: Goethe-Schule – hoffentlich geht das gut



    🗣️ Einwohnerfragestunde: Fragen stellen braucht keine persönliche Betroffenheit

    Auch diese Geschichte klingt zunächst ziemlich klein.

    Ist sie aber nicht.

    In einer Ausschusssitzung wurden Fragen von Einwohnern eingeschränkt. Dabei spielte unter anderem die Auffassung eine Rolle, Bürger müssten von einem Thema persönlich betroffen sein.

    Inzwischen hat die Stadt selbst im Protokoll einer Ratsversammlung die Rechtslage klargestellt.

    Für die Einwohnerfragestunde ist keine besondere persönliche Betroffenheit erforderlich.

    Einwohner dürfen Fragen stellen und zu Beratungsgegenständen Vorschläge und Anregungen vorbringen.

    Eine persönliche Betroffenheit spielt erst bei einer förmlichen Anhörung eine andere Rolle.

    Damit ist die Rechtslage deutlich klarer als die damalige Sitzungsführung.

    Warum die Fragen seinerzeit trotzdem eingeschränkt wurden, bleibt offen.

    Bürgerbeteiligung ist kein Störfaktor einer Ausschusssitzung. Sie gehört zum Verfahren.

    Einwohnerfragestunde in Quickborn: Erst eingeschränkt, später anders erklärt



    💻 Digitalisierung und KI: Gute Richtung – jetzt fehlen die Zahlen

    Quickborn will digitaler werden.

    Die neue Strategie der Stadt verbindet erstmals Digitalisierung, Organisation, Automatisierung und Künstliche Intelligenz deutlich miteinander.

    Das ist richtig.

    Digitale Anträge, weniger Medienbrüche, automatisierte Abläufe und KI können Verwaltungsarbeit erheblich vereinfachen.

    Aber Digitalisierung ist kein Selbstzweck.

    Wenn ein Vorgang nachher schneller bearbeitet wird, muss irgendwann auch messbar sein, wie viele Arbeitsstunden und Kosten tatsächlich eingespart werden.

    Genau diese Zahlen fehlen bislang.

    Es gibt noch keinen belastbaren Kostenrahmen, keine konkreten Einsparziele und keinen klaren Zeitplan, wann sich die Investitionen wirtschaftlich bemerkbar machen sollen.

    Gerade KI eröffnet inzwischen große Möglichkeiten bei wiederkehrender Verwaltungsarbeit: Texte vorbereiten, Unterlagen zusammenfassen, Dokumente sortieren, Informationen suchen oder Standardvorgänge bearbeiten.

    Das kann Verwaltung schneller und bürgerfreundlicher machen.

    Langfristig muss es aber auch Auswirkungen auf den Personalbedarf haben.

    Ein Online-Formular allein ist noch keine Digitalisierung.

    Die spannende Frage lautet deshalb nicht, wie viele Digitalprojekte Quickborn beginnt.

    Sondern: Was wird danach tatsächlich schneller, einfacher und günstiger?

    Digitalisierung in Quickborn: Gute Ansätze – aber Zahlen, Kosten und Einsparziele fehlen



    🚧 Straßenausbaubeiträge fallen weg – die Rechnung bleibt

    Für Grundstückseigentümer ist die Entscheidung zunächst eine gute Nachricht.

    Quickborn schafft die Straßenausbaubeiträge ab.

    Wer künftig an einer Straße wohnt, die grundlegend erneuert wird, soll nicht mehr mit teilweise erheblichen Beiträgen belastet werden.

    Das kann man politisch so entscheiden.

    Nur verschwindet dadurch kein einziger Euro der Kosten.

    Straßen müssen weiterhin geplant, gebaut und bezahlt werden.

    Künftig trägt diese Kosten stärker der allgemeine städtische Haushalt – und damit letztlich die Gesamtheit der Steuerzahler.

    Bei einem annähernd ausgeglichenen Haushalt wäre das vor allem eine politische Entscheidung darüber, wie Kosten verteilt werden.

    Quickborn hat allerdings keinen annähernd ausgeglichenen Haushalt.

    Die eigentliche Herausforderung lautet deshalb nicht, Geld auszugeben.

    Die Herausforderung lautet, genug Geld für all die beschlossenen Ausgaben einzunehmen.

    Und genau darüber wird in Quickborn erstaunlich wenig gesprochen.


    📚 Comenius-Schule: Lernen und Verantwortung verbinden

    Zwischendurch ausdrücklich etwas Positives.

    Die Comenius-Schule ist jetzt LdE-Netzwerkschule.

    LdE steht für „Lernen durch Engagement“.

    Die Klasse 8f hat mit ihrem Projekt „Read & Share“ gezeigt, wie das funktionieren kann.

    Die Schülerinnen und Schüler haben nicht einfach nur im Unterricht über Leseförderung gesprochen. Sie haben selbst Projekte entwickelt und umgesetzt.

    Dazu gehörten Vorlesen im Kindergarten, ein „Buch der Woche“, ein Büchertauschregal und ein Buchclub.

    Das Projekt verbindet Unterricht mit Verantwortung für andere.

    Schülerinnen und Schüler lernen zu planen, Entscheidungen zu treffen, Schwierigkeiten zu lösen und etwas für ihre Gemeinschaft zu tun.

    Eine schöne Auszeichnung für eine ziemlich gute Idee.

    Comenius-Schule wird LdE-Netzwerkschule – Lesen, lernen und Verantwortung übernehmen



    🌡️💧 Warmer September – und das Niederschlagsdefizit ist noch nicht aufgeholt

    Quickborn hat im September einen ungewöhnlichen Wetterwert geliefert.

    Am 7. September wurden 26,7 Grad gemessen.

    Damit stellte Quickborn den höchsten Septemberwert 2026 in Schleswig-Holstein.

    Meteorologisch war das übrigens ein Sommertag – ein „heißer Tag“ beginnt offiziell erst bei 30 Grad.

    Gleichzeitig zeigt der Quickborner Freizeitsee, dass der Wasserhaushalt des Jahres weiterhin angespannt ist.

    Der See hatte Ende September einen ungewöhnlich niedrigen Wasserstand.

    Das wirkt zunächst erstaunlich, denn der September war ausgesprochen nass.

    Die Erklärung liegt im ganzen Jahr.

    Bis zum 27. September wurden in Quickborn rund 533 Liter Niederschlag je Quadratmeter gemessen. Das waren nur etwa 88 Prozent der für diesen Zeitraum üblichen Niederschlagsmenge.

    Der kräftige Septemberregen hat also einen Teil aufgeholt.

    Das Defizit der trockeneren Vormonate konnte er noch nicht vollständig ausgleichen.

    Der Freizeitsee macht damit ziemlich anschaulich sichtbar, was Wetterstatistiken sonst nur in Zahlen ausdrücken.

    Quickborn war im September heißester Ort Schleswig-Holsteins


    Freizeitsee mit ungewöhnlich niedrigem Wasserstand – warum der viele Septemberregen nicht reicht



    🍂 Herbstferien: Programmieren, tüfteln und ein bisschen schlauer zurückkommen

    Die Herbstferien stehen vor der Tür.

    Vom 12. bis 24. Oktober haben die Quickborner Schülerinnen und Schüler frei.

    Die Stadtbücherei nutzt einen Teil dieser Zeit für die Code Week.

    Am 16. Oktober können Kinder mit LEGO Education Spike bauen und programmieren.

    Am 17. Oktober öffnet ein Roboter-Labor mit BeeBot, Ozobot und Robo Wunderkind.

    Am 19. Oktober geht es mit Scratch Junior um eigene Geschichten und Minispiele. Für ältere Kinder gibt es außerdem einen Workshop zum digitalen Zeichnen.

    Weitere Angebote folgen während der Code Week.

    Also durchaus eine Möglichkeit, in den Ferien einmal nicht nur auf ein Display zu schauen – sondern herauszufinden, warum auf dem Display eigentlich etwas passiert.

    Code Week in Quickborn: Spielerisch programmieren, tüfteln und Technik verstehen


    Weitere Veranstaltungen von VHS und Stadtbücherei:

    Quickborn kompakt: Das ist in den kommenden Wochen bei VHS und Stadtbücherei los



    ✍️ Carla Quickborn: Diesmal alles XXL

    Natürlich war auch Carla wieder unterwegs.

    Ihre Woche stand diesmal unter dem Motto „Quickborn XXL“.

    26,7 Grad im September. Große Schulprojekte. Schwere Millionen. Ein neuer Fachbereichsleiter mit einer ziemlich großen Aktentasche.

    Und zum Schluss fährt bei der Quickborner Speeldeel auch noch „kein Zug nach Irgendwo“.

    Carla findet deshalb:

    Mehr Quickborn bekommt man in eine Woche kaum hinein.

    Nur bei einer Sache bleibt sie optimistisch:

    Wenn schon kein Zug nach Irgendwo fährt, sollte wenigstens bei der Speeldeel der Vorhang pünktlich aufgehen.

    🚂🦉

    Carla Quickborn: Quickborn XXL – ganz cool bleiben, schwere Euros und ein Zug nach Irgendwo



    📌 Kurz gesagt

    Diese Woche zeigt ziemlich gut, warum es sich lohnt, bei kommunalen Entscheidungen genauer hinzusehen.

    Ein Schulgebäude wurde als Kaufoption geprüft, ohne dass diese Möglichkeit bislang erkennbar Teil der großen öffentlichen Schuldiskussion war.

    Bei der Goethe-Schule ist die Entscheidung gefallen – die offenen Fragen verschwinden dadurch nicht.

    Bei Einwohnerfragen musste die Stadt später selbst klarstellen, dass Bürger mehr dürfen, als ihnen zunächst zugestanden wurde.

    Und bei Digitalisierung und Straßenausbaubeiträgen zeigt sich wieder das gleiche Grundproblem:

    Gute Ideen brauchen irgendwann auch eine belastbare Rechnung.

    Zum Glück besteht Quickborn aber nicht nur aus Rechnungen.

    Es gibt engagierte Schülerinnen und Schüler, Ferienangebote, Roboter, Bücher – und Carla.

    So lässt sich das Wochenende doch ganz gut beginnen.


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