15 Millionen Minus: Grüne wollen V9 verschieben – FDP und CDU tragen Haushalt mit

15,24 Millionen Euro Defizit: Grüne fordern Einsparungen und wollen die V9 verschieben. SPD stimmt zu, FDP lehnt ab, CDU trägt den Haushalt mit.

Quickborn. Rund 15 Millionen Euro Defizit im Jahr, wachsende Schulden und deutlich steigende Zinsausgaben: Bei den Beratungen über den Haushalt 2027 verschieben sich in Quickborn die politischen Rollen.

Die Grünen legten zwei Anträge zur Haushaltskonsolidierung vor. Die SPD stimmte zu. Die FDP lehnte ab. Die CDU stimmte im Ausschuss für kommunale Dienstleistungen dagegen und enthielt sich später im Finanzausschuss.

Beim Haushaltsentwurf selbst war die Aufstellung umgekehrt: CDU und FDP dafür, Grüne und SPD dagegen.

Was ist die V9?

Die V9 ist die geplante neue Straßenverbindung über Ohlmöhlenweg und Halenberg. Sie soll die problematische Verkehrssituation an der zu schmalen A7-Brücke der Ulzburger Landstraße lösen. Die rund 1,5 Kilometer lange Verbindung soll künftig Quickborn-Heide besser mit dem Stadtgebiet verbinden.

Genau dort wollen die Grünen jetzt sparen.

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Goetheschule vor V9

Der erste Antrag sieht vor, den Bau der V9 um mehrere Jahre zu verschieben. Gleichzeitig soll die Verwaltung weitere Einsparmöglichkeiten bei den Investitionen für 2027 vorlegen.

Die Begründung: Der Neubau der Goetheschule habe Vorrang. Fast fünf Millionen Euro für den Trassenbau der V9 seien angesichts der Finanzlage derzeit nicht vertretbar. Nach Fertigstellung der Goetheschule soll das Straßenprojekt neu bewertet werden.

Die SPD unterstützte den Antrag. FDP und CDU nicht.

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Auch im laufenden Haushalt sparen

Der zweite Antrag geht weiter. Die Verwaltung soll weitere Einsparungen bei den allgemeinen Verwaltungsaufwendungen erarbeiten und gleichzeitig Vorschläge vorlegen, wie die Einnahmesituation der Stadt verbessert werden kann.

Der finanzielle Hintergrund ist deutlich: Für 2027 plant Quickborn ein Defizit von 15,24 Millionen Euro. Auch in den Folgejahren bleibt das jährliche Minus bei knapp 15 Millionen Euro.

Auch diesen Antrag unterstützte die SPD. Die FDP lehnte ihn ab. Die CDU stimmte im Ausschuss für kommunale Dienstleistungen dagegen und enthielt sich später im Finanzausschuss.

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132,6 Millionen Euro Investitionskredite

Noch deutlicher wird die Lage beim Blick auf die Verschuldung.

Anfang 2026 lag der Bestand der Investitionskredite bei rund 96,98 Millionen Euro. Nach dem aktuellen Haushaltsentwurf sollen weitere Kredite aufgenommen werden. Nach Abzug der vorgesehenen Tilgungen steigt der Bestand bis Ende 2029 rechnerisch auf rund 132,6 Millionen Euro.

Hinzu kommt der Liquiditätsbedarf.

Investitionskredite Ende 2029: rund 132,6 Millionen Euro.
Zusätzlicher Liquiditätsbedarf Ende 2029: rund 42,1 Millionen Euro.

Die Investitionskredite sind in der Liquiditätsplanung bereits berücksichtigt. Muss die verbleibende Lücke vollständig über Kassenkredite finanziert werden, läge die Verschuldung insgesamt bei rund 174,7 Millionen Euro.

2030 wächst die Liquiditätslücke um weitere 11,8 Millionen Euro auf knapp 53,9 Millionen Euro.

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Zinsausgaben mehr als verdoppelt

Schulden haben Folgekosten.

2025 lagen die Zinsen und sonstigen Finanzauszahlungen bei rund 1,65 Millionen Euro. Bis 2030 steigen sie nach der Haushaltsplanung auf rund 3,42 Millionen Euro.

Damit haben sich diese Ausgaben innerhalb von fünf Jahren mehr als verdoppelt.

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Neue Rollen beim Sparen

Gerade vor diesem Hintergrund fällt das Abstimmungsverhalten auf.

Haushaltskonsolidierung und Ausgabendisziplin gehörten bei FDP und CDU über Jahre zu den zentralen finanzpolitischen Forderungen.

Jetzt liegen zwei konkrete Vorschläge auf dem Tisch: Investitionen verschieben, weitere Einsparungen bei den Verwaltungsaufwendungen suchen und die Einnahmesituation verbessern.

Die FDP lehnt beide Anträge ab. Die CDU trägt sie ebenfalls nicht mit.

Anschließend stimmen CDU und FDP dem Haushaltsentwurf zu. Grüne und SPD lehnen ihn ab.

Damit kommen die zusätzlichen Konsolidierungsvorschläge diesmal von den Grünen – unterstützt von der SPD.

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Was muss jetzt sein – was kann warten?

Bei der V9 wird die Haushaltsdebatte konkret.

Die Grünen sagen: Goetheschule zuerst, V9 später.

CDU und FDP gehen einen anderen Weg.

Und die Zahlen geben der Debatte Gewicht: knapp 15 Millionen Euro jährliches Defizit, rechnerisch 132,6 Millionen Euro Investitionskredite Ende 2029, zusätzlich 42,1 Millionen Euro Liquiditätsbedarf und Zinsausgaben, die sich bis 2030 mehr als verdoppeln.

Die entscheidende Frage für Quickborn wird damit immer konkreter:

Was muss jetzt sein – und was kann warten?


Veröffentlicht am 7. Oktober 2026 | Quickborn Aktuell | Thomas Köppl


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